Museen

Entsprechend dem reichen kulturellen und naturhistorischen Erbe gibt es auf Malta eine Vielzahl sehr interessanter Museen.
Die staatlichen Museen werden zusammen mit den Weltkulturerbestätten von der Organisation Heritage Malta verwaltet.
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Daneben gibt es viele große und kleine private Sammlungen, die teils als reguläre Museen, teils nur nach privater Vereinbarung der Öffentlichkeit zugänglich sind.

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Eine Besonderheit Maltas sind die äußerst beliebten, meist ebenfalls privaten Multimediashows.

Sie stellen mit lebensgroßen, entsprechend kostümierten, teilweise bewegten Puppen, authentischen Gegenständen sowie mit Bild-, Licht- und Toneffekten bestimmte Aspekte der maltesischen Geschichte nach.

Lascaris Gefechtsstände

(Lascaris War Rooms)

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Das Hauptquartier der britischen Mittelmeerstreitkräfte befand sich zunächst im Fort St. Angelo in Birgu.
Nach Kriegseintritt Italiens am 10. Juni 1940 begann bereits am 11. Juni 1940 die systematische Bombardierung der Grand Harbour-Region mit Flottenstandort und Hauptquartier, so dass eine Verlegung in die „Bunker“ aus der Ritterzeit notwendig wurde.

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Die Gewölbe waren bereits im 17. Jhd. unter Großmeister Jean de Lascaris-Castellar (1636-1657) unter der nach ihm benannten Bastion angelegt worden und sollen als Sklavenquartiere gedient haben. Da aber Verbindungsgänge sowohl zum Hafen als auch zur Bastion St. James Cavallier bestehen ist von einer militärischen Nutzung bereits seit der Ritterzeit auszugehen.

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Im Juli 1943 verlegte der Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte im Mittelmeerraum, Admiral Andrew Cunningham, sein Hauptquartier von Algier nach Malta, so dass die Führung aller Luftverteidigungskräfte und der alliierten Flottenverbände von den Lascaris Gefechtsständen aus erfolgte.

Zum einen wurden von hier aus das Radar-Frühwarnsystem kontrolliert und die entsprechenden Gegenmaßnahmen durch Flugabwehrgeschütze und Abfangjäger koordiniert.
Zum anderen erfolgte von hier die Leitung kriegsentscheidender Operationen wie der alliierte Angriff auf den Hafen Tarent, bei dem Italien die Hälfte seiner Kriegsschiffe verlor, und im Juli 1943 – geleitet durch General Eisenhower – die „Operation Husky“, die Invasion Siziliens, die der Auftakt zur Invasion Italiens war.

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In der Anlage arbeiteten rund um die Uhr über 1000 Personen.
Die Räume sind noch weitgehend im Originalzustand erhalten. 1978 wurde das Museum eingerichtet, das anhand originaler Einrichtungsgegenstände „belebt“ mit lebensgroßen Puppen, Dioramen, Modellen usw. die Arbeitsweise des Gefechtsstandes dokumentiert.

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Eine 45-Minuten-Audio-Führung in Deutsch oder Englisch ist im Preis inbegriffen.
Es gibt ein Combi-Ticket (Heritage Pass Ticket, für 25,00 €), das für Lascaris Gefechtsstände und Saluting Batterie in Valletta sowie für Fort Rinella in Kalkar, und das Maltesische Kriegsmuseum (Malta at War) in Birgu gilt.

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Der Zugang zum Museum ist von der St. Ursula Street/Battery Street oder von der Gerolamo Cassar Street am Castille Place her ausgeschildert.

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Anfahrt

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Lascaris-Bastion
Valletta

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Öffnungszeiten:
Montag – Sonntag, von 10.00 bis 17.00 Uhr

Eintritt für Erwachsene: 10,00 €

 

 

Strände und Badestellen

Gozo

 

Marsalforn Stadtstrand

Nordküste
Sandstrand direkt am Hafen des Ferienortes, in der Saison oft überfüllt, kleine Flotte von Fischerbooten, Infrastruktur

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Qbajjar- Bucht  (baijar)

Nordküste
An der Promenade westlich vom Hafen Marsalforn
kleiner Sandstrand
Restaurants, Kioske, Souvenirläden und eine kleine Grünanlage mit Kinderspielplatz

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Xwejni Bucht (schu-eini) und Ghajn Barrani Bucht

Nordküste
Noch weiter westlich von Marsalforn,

zu erreichen über unbefestigten Weg, keine Parkmöglichkeiten, zu Fuß in 20-30 Minuten von Marsalforn,
Felsenbuchten, Einstiegsleitern ins Wasser, ruhig, z.T. starker Wind,

 

Der unbefestigte Weg führt weiter nach Westen zu den Salinen, Durch Windschliff sind hier interessante Felsskulpturen entstanden

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Ghasri Bucht
Nordküste
Abgelegen, Zu erreichen über Feldwege von Ghasri oder Zebbug
800 m lange, sehr schmale und steilwandige Felsenbucht mit winzigem Strand, beliebt bei Schwimmern und Tauchern

 

Auf dem Plateau sind steinerne Salzpfannen erhalten. Das Meerwasser wurde mittels eines Eimer- Hebewerkes durch einen eigens dafür angelegten senkrechten Schacht aus einer nur vom Wasser her zugänglichen Höhle am Ende der Schlucht gefördert.

 

Die Bucht ist die Mündung des malerischen Ghasri–Tals (Wied il-Ghasri) durch das – vorbei an einigen Farmhäusern und einer Kapelle – eine Straße in das Dorf Ghasri führt.
Westlich der Schlucht führt diese Straße zu zwei Aussichtspunkten oberhalb der Küste (dort Parkplätze).

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Ramla Bucht
Nordküste
Zu erreichen über die Straße von Nadur oder Xaghra, Parkplatz an der Kalypso-Grotte,
oder zu Fuß über den Pfad von Marsalforn oberhalb der Klippen bis zur Kalypso-Grotte, von dort Abstieg zur Bucht
400 m langer Sandstrand, flach, für Kinder geeignet
vielbesucht, 2 Restaurants, Imbißstände, Strandutensilien,

 

In der Bucht befindet sich das letzte erhaltene Dünensystem des Archipels. Es gibt noch sehr selten gewordene angepaßte Pflanzen wie Seenarzisse und Stranddistel, die durch die starke Belastung dieses Lebensraums durch Betreten, Befahren (Offroading), Picknick, Brände, Erosion usw. extrem gefährdet sind.
Das Projekt „Elysium“ der Umweltstiftung Gaia bemüht sich um Erhalt und Wiederherstellung dieses Küstenlebensraums. Dazu beschäftigt die Stiftung eigene Ranger zu Lande und zur See, die eng mit der Polizei zusammenarbeiten.

 

Im Westteil der Bucht wurde 1910 eine römerzeitliche Therme ausgegraben, dokumentiert und zu ihrem Schutz wieder verfüllt.
1715-16 errichteten die Johanniter in der Bucht ein Befestigungssystem gegen Anlandungsversuche von Piraten und Schmugglern. Die Fundamente sind an beiden Enden der Bucht sowie in der Mitte hinter der Statue noch gut auszumachen

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San Blas Bucht
Nordküste
Abgelegen, Zu erreichen über Straße von Nadur, dann Abstieg zu Fuß
Kleiner Sandstrand von Felsen eingerahmt, Felsterrassen zum Sonnen

 

Im Osten grenzt das Gebiet der Mistrafelsen an die Bucht. Hier soll ein Naturpfad mit Besucherzentrum im nahen Isopu-Turm (auch San Blas Tower) eingerichtet werden

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Dahlet Quorrot Bucht
Nordküste
Abgelegen, Zu erreichen über Straße von Nadur
Bizarre Felsenbucht mit winzigem Sandstrand, Felsterrassen zum Sonnen
sehr malerischen Fischerhafen, Felsgrotten dienen hier als Bootshäuser

 

Im Westen grenzt das Gebiet der Mistrafelsen an die Bucht. Hier soll ein Naturpfad mit Besucherzentrum im nahen Isopu-Turm (auch San Blas Tower) eingerichtet werden.

 

Richtung Osten führt ein Küstenwanderweg oberhalb der Klippen zur Ostspitze Gozos mit der San Anton-Batterie und weiter nach Qala.

Hondoq Bucht
Südostspitze
Abgelegen, zu erreichen über die Straße von Qala, Parkplatz
Felsenbucht mit Minisandstrand
Imbiss, Wassersport, Schlauchbootvermietung,
Blick auf den Gozo-Kanal

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Xatt L-Ahmar Bucht (Rote Bucht, Red Bay)
Südküste, westlich Mgarr/Fort Chambray
Abgelegen, Zu erreichen über einen Feldweg, der hinter Fort Chambray von der Straße nach Rabat abzweigt
zur Bucht steil abfallende Terrassenfelder mit rotem Ackerboden (terra rossa) – daher der Name,
beliebt bei Schwimmern und Tauchern,

 

Als Attraktion für Taucher wurde hier 1999 die Fähre MV Xlendi und 2006 zwei weitere Fähren – die MV Karwela und die MV Cominoland – versenkt.

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ix-Xini Bucht
Südküste, westlich Mgarr
Abgelegen, Zu erreichen über eine steile, enge Straße von Xewkija, über einen Feldweg vom Gozo Heliport Richtung Küste sowie über einen Fußweg vom Ta’Cenc-Plateau hinab zur Bucht.
besonders steile und schmale Felsenbucht, steiniger Starnd, Grund der Bucht besteht aus Sandboden,
relativ ruhig, genutzt durch Gäste des Hotels auf den Ta’Cenc-Klippen und Taucher
Fischtaverne, kleine Bar des Hotels,

 

Die Bucht ist ein maritimes Schutzgebiet, das von der „Malta Environment and Planning Authority“( MEPA) betreut wird. In den Seegraswiesen auf dem Sandboden der Bucht, kommen noch verschiedene Seepferdchenarten vor.

 

Die Bucht gehört ebenfalls zum Mgarr ix-Xini Regional Park. Sie ist die Mündung der ix-Xini Schlucht (Wied Imgarr ix-Xini), die ca. 2 km in Richtung Xewkija verläuft und durch typische Garigue- bzw. Macchie-Vegetation führt.
Hier landeten 1551 Piraten unter dem türkischen Anführer Sinan Pascha (Sinam Baxa), bei ihrem katastrophalen Überfall auf die Zitadelle von Gozo, als fast die gesamte Inselbevölkerung in die Sklaverei verschleppt wurde. Der ix-Xini-Turm am Ostende der Bucht wurde Ende des 16. Jhd’s gegen derartige Überfälle errichtet.

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Xlendi Stadtstrand
Südküste
schmale, ca. 500 Meter ins Land eingeschnittene Felsenbucht mit flachen Sonnenfelsen am Wasser, kleiner Sandstrand direkt an der Promenade des Ferienortes

 

In der Mitte der Bucht ragt ein Felsen bis dicht unter die Wasseroberfläche. Zahlreiche Funde aus römischer Zeit bezeugen, dass die Bucht schon damals als Hafen diente und der Felsen wohl einigen Schiffen zum Verhängnis wurde.

 

Comino

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Blaue Lagune
Westküste der Insel, durch das Inselchen Cominotto zusätzlich vom offenen Meer abgeschirmt
Zu erreichen mit Personenfähren von Mgarr/Gozo oder Cirkewwa/Malta, in der Saison zahlreiche Ausflugsboote von Sliema, Birgu, Bugibba, Mellieha u.A.

 

feinsandiger Grund, kristallklares, tieftürkisfarbenes Wasser, sehr beliebt bei Schwimmern und Schnorchlern, in der Saison dementsprechend stark frequentiert.

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St. Nicolas Bucht und Santa Marija Bucht
an der Nordküste der Insel
schöne Sandstrände, ruhig, hauptsächlich von den Gästen der beiden Hotels genutzt.

 

West-Malta

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Mellieha Bucht
Stadtstrand westlich des beliebten Ferienortes
längster Strand des Archipels, 1 km lang, Sand, flach, für Kinder geeignet
in der Saison immer sehr voll, Infrastruktur, Commerz, alle Sportarten, Hotels und Restaurants,
vierspurige Hauptstraße zum Fährhafen nach Gozo verläuft direkt hinter dem Strand

 

Marfa Ridge:

 

Paradise Bay
Südwestlich von Cirkewwa,
zu erreichen über Straße von Cirkewwa
Felsenbucht mit Sandstrand, flach, für Kinder geeignet,

 

Blick auf die Comino-Passage

 

Ramla tal Bir und Ramla tal-Qortin Buchten
Östlich von Cirkewwa
zu erreichen über Straße von Cirkewwa
Felsenbuchten mit Sandstrand

 

Armier Bucht
Östlich der Ramla tal-Qortin Bucht
Zu erreichen über Stichstraße von der Marfa-Ridge-Hauptstraße (Nr. 114)
Sandstrand, flach, für Kinder geeignet, in der Saison oft sehr voll

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Oberhalb gibt es mehrere Küstenschutzbatterien und –schanzen.

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Ramla tat-Torri Bucht
Östlich der Armier Bucht
Zu erreichen über Stichstraße von der Marfa-Ridge-Hauptstraße (Nr. 114)
Felsenbucht mit Sandstrand

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Ponta ta’l Ahrax
Am Kap am äußersten Nordosten der Marfa Ridge gibt es einen kreisrunden Natur-Meerwasserpool

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Mgiebah Bucht
Östlich von Mellieha
Zu erreichen über einen Feldweg vom Wachturm (Sejmuna Turm)
Felsenbucht mit kleinem Sandstrand, nur Fußweg,

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Anchor Bay
Westküste
Erreichbar über die Straße von Mellieha (Richtung Sweethaven/Pop-eye Village)
Felsenbucht mit kleinem Strand

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Golden Bay
Westküste
Südwestlich von Manikata
große Sandbucht, flach, für Kinder geeignet
Ferienzentrum mit Infrastruktur,

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Tuffieha Bucht (Ghajn Tuffieha, ain tufieha)
Westküste
Gleich südlich der Golden Bay aber durch Felsen abgetrennt
erreichbar nur über steilen Fußweg vom Wachturm (Tourist Village) aus
Sandbucht, ruhig,

 

Die Bucht ist Teil des Küstenschutzprojektes „Elysium“ der Umweltstiftung Gaia. Die Organisation betreibt zwischen Tuffieha Bay und Golden Bay ein Besucherzentrum sowie eine Baumschule und einen Bio-/Fair Trade Laden (Visitor Center and Tree Nursery). Die Stiftung hat auch den Ghajn Tuffieha-Turm aus der Ritterzeit restauriert.
Das Naturschutzprojekt dient dem Erhalt und Wiederherstellung dieses Lebensraums. Die Stiftung beschäftigt dafür eigene Ranger zu Lande und zur See, die eng mit der Polizei zusammenarbeiten.

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Gnejna Bucht (dschnejna)
Westküste
Gleich südlich der Tuffieha Bucht aber durch Felsen abgetrennt, Fischerhafen/Bootslandeplatz von Mgarr
Erreichbar über Straße von Mgarr, Parkplatz
Sandstrand, flach, für Kinder geeignet, eingerahmt von großer, ruhiger Felsenbucht, Felsplateaus zum Sonnen,
ruhig, nur in der Saison an Wochenenden und abends z.T. überlaufen, Sommerkiosk mit Snacks und Getränken, Verleih von Booten und Strandbedarf, Bootshäuser und Schuppen der Fischer von Mgarr

 

Zwischen Gnejna Bucht und Tuffieha Bucht gibt es einen FKK- und einen Schwulen-Strand
Oberhalb der Bucht steht der Lippija-Wachturm aus der Ritterzeit mit Auslick über die Küste.

 

Mistra Bucht
Nördlich von Xemxija
Abgelegen, Zu erreichen über Schotterstraße von Xemxija
Runde Felsenbucht mit kleinem Sandstrand

 

Nord-Malta

 

St. Georges Bucht

Zwischen Pembroke und Paceville
kleiner Sandstrand, künstlich aufgeschüttet

 

Ost-Malta

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„Pretty Bay“
Stadtstrand von Birzebugga
einzigster Sandstrand im Osten, entsprechend gut besucht.
Der Strand wurde mit dem Aushub vom Bau des neuen Hafens (Malta Freeport) aufgeschüttet.

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St. Georges Bucht
Nordrand von Birzebugga
Kleiner Sandstrand,

die vielen Sportboote sind sehr störend für Schwimmer

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Peters Pool und Il-Qala Bucht
Nordseite der Delimara-Halbinsel,
zu erreichen nur zu Fuß von Marsaxlokk, Zwar führt eine Straße auf die Spitze der Landzunge, es gibt aber keine Parkmöglichkeiten.
Felsenbuchten mit flachen Felsplateaus zum Sonnen, Einstiegsleitern ins Wasser vorhanden,
In der Saison an Wochenenden und abends tw. sehr voll

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Süd-Malta

Ghar Lapsi Bucht (aar-lapsi)
Südwestlich von Siggiewi
Zu erreichen über die Straße von Siggiewi oder Qrendi (Richtung Meerwasserentsalzungsanlege, Reverse Osmosis Plant), Parkplatz an der Polizeistation
Kleine Felsenbucht, flaches Wasser,
In der Saison an Wochenenden und abends tw. überfüllt
Strandbar mit Restaurant

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Migra I-Ferha Bucht
Südlich von Bahrija
Zu erreichen über Straße von Rabat (Richtung Imtahleb und weiter Richtung „Picnic Area“), ab Terrassenparkplatz steiler Abstieg in die Bucht
Winzige Felsenbucht, nur für gute Schwimmer bei ruhiger See.

Ausblick von unten entlang der Dingli Klippen
Hier landeten angeblich einst die Normannen unter Roger I.

Folkloremuseum in Rabat/Gozo

Das Gebäude

Das Museum ist in passender Umgebung – einem Komplex aus mehreren heute miteinander verbundenen mittelalterlichen Häusern – in der Zitadelle von Gozo untergebracht. Sie stammen aus dem frühen 16. Jhd. und stellen das eindrucksvollste Beispiel sizilo-normannischer Architektur in ganz Malta dar. Die einzigen vergleichbaren Häuser sind das Normannische Haus in Birgu und die Palazzi St. Sophia und Inguanez in Mdina. Im Gegensatz zu diesen sind hier jedoch nicht nur die Fassaden mit ihren charakteristischen gotischen Architekturelementen sondern die gesamte ursprüngliche Raumstruktur mit Mittelsäulen, einem Saal oben und einem Labyrinth kleinerer Räume unten, mit Hof, Stallungen, Wirtschaftsräumen, mehreren der zu jedem Haushalt gehörenden Zisternen sowie sogar einer Göpelmühle erhalten.
Die Fassaden der spätmittelalterlichen Profanbauten sind mit doppelten, durch eine Säule getrennten Rundbogenfenstern, Rundbogentoren und steinernen Schmuckfriesen zwischen den Etagen ausgestattet und zeugen vom Wohlstand der Besitzer.

Die Ausstellung

In den Räumen wurde 1983 das Folkloremuseum eingerichtet, das der traditionellen Lebensweise der Bevölkerung gewidmet ist.
Gleich neben dem Eingang befindet sich eine Zisterne, deren Deckel vom Sockel einer römischen Säule gekrönt wird. Unter dem Boden der beiden Häuser befinden sich sechs solche Zisternen. Während der Winterregen wurde das Wasser von den Dächern über Tonröhren in die Zisternen geleitet, die die einzigen Trink- und Brauchwasserquellen der Bewohner waren. Die direkt in den Kalksteinfelsen gehauenen Zisternen haben verschiedene Größen und Formen: glocken- , kugelförmig oder zylindrisch.
In den Wirtschaftsräumen im Erdgeschoß sind landwirtschaftliche Geräte wie Sicheln, Spaten, Pflüge, darunter auch eine hölzerne Gemüsesortiermaschiene, ausgestellt. Mit einer Handkurbel werden Platten mit verschieden großen Löchern bewegt, durch die Kartoffeln und Zwiebeln der entsprechenden Größe in bereitstehende Körbe fallen.
In früheren Zeiten trieben die Ziegenhirten ihre Herden abends durch die Stadt, wo sie gegen ein Entgeld von den Hausfrauen gemolken wurden.
Es gibt eine Sammlung von Hohlmaßen, Waagen und Gewichten, mit denen die Bauern auf den Märkten ihre Waren abwogen. Das früher in Malta gebräuchliche Gewicht war das Ratal (Plural: Rotolos), das in 800 Gramm unterteilt wurde.
Eine andere Sammlung zeigt hand- und viehbetriebene Getreidemühlen verschiedenster Größe. Das Glanzstück ist eine vollständige Göpelmühle, deren Grundstein aus heimischem harten Korallenkalk, der Laufstein dagegen aus importiertem Lavagestein hergestellt wurden.
Es gibt auch Zimmermanns- und Steinmetzwerkzeuge (scapeletti) sowie eine komplette Schmiede mit Esse, Blasebälgen, einem mächtigen Amboß und vielfältigen Werkzeugen.

 

In den Räumen des Zwischengeschosses werden Handwerke der Textilherstellung gezeigt. Dazu gehören u.A. eine Baumwollentkörnungsvorrichtung, Spinnrad, Webstuhl und ein riesiges Klöppelkissen, groß genug für die Herstellung von Spitzentischdecken, sowie verschiedene Trachten.

 

In den ehemaligen Wohnräumen des Obergeschosses gibt es Ausstellungen zur Jagd und zur Fischerei. Es gibt auch ein Modell eines traditionellen Gozo-Bootes mit lateinischen Segeln, wie sie im Warenverkehr zwischen dem Großen Hafen von Malta und den Gozitanischen Häfen in Gebrauch waren.
Interessant sind auch Laternen und Windlichter die vor Einführung des elektrischen Stromes verwendet wurden, Sprengkapseln für die obligatorischen Feuerwerke der Patronatsfeste sowie kunstvoll aus weichem Globigerinenkalkstein geschnittene Spielzeugmöbel.
Es gibt auch ein Exemplar der selten gewordenen, komplett aus Globigerinkalkstein gehauenen Küchenherde. Sie waren verschieden in Form und Größe, verfügten über ein Feuerloch in der Mitte und eine Art steinernes Gitter als Abdeckung. Mit der Herstellung dieser lokaltypischen Steinherde verdienten Generationen von Steinmetzen ihren Lebensunterhalt.
Das Museum untersteht der staatlichen Museumsverwaltung Heritage Malta.
Auf deren englischsprachiger web-Seite können aktuelle Öffnungszeiten, Preise, Ermäßigungen und auch aktuelle Busverbindungen abgefragt werden.

Es gibt Kombitickets für die Zitadelle von Gozo, die außer dem Folkloremuseum das Archäologische Museum von Gozo, das „Alte Gefängnis» und das Naturkundemuseum von Gozo einschließen.

Anfahrt

Folklore Museum
Melite Bernardo De Opuo Street
The Citadel
Victoria – Gozo VCT 1860

www.heritagemalta.org

 


Quellen: Heritage Malta

Manoel Theater

 

Als Opernaufführungen und „Historienspiele“ in privatem Rahmen oder unter freiem Himmel immer populärer wurden stiftete 1731 Großmeister Antonio Manoel de Vilhena (1722-1736) das nach ihm benannte Theatro Manoel „zur ehrenvollen Erbauung des Volkes“. Dieses Motto – „ad honestam populi oblectationem“ ist noch heute über dem Portal zu lesen.
Es war das erste und lange Zeit einzigste Theater Maltas und gehört heute zu den ältesten noch bespielten Bühnen weltweit.

 

Es verfügte über einen ovalen Zuschauerraum, die Ausstattung war komplett aus Holz. Die Verkleidung der Galerien war ursprünglich bemalt, dann grün überstrichen, später vertäfelt und schließlich vergoldet. Erst 2004 wurden einige Malereien frei gelegt, die nach Stil und Ausführung aus der Gründungszeit des Theaters stammen könnten und wohl bei späteren Umbauten als Untergrund weiter verwendet wurden.
Zwei Zisternen unter dem Gebäude hielten bereits seit der Gründung und bis heute das Löschwasser für den Fall eines Brandes bereit.

 

Bereits nach zehn Monaten konnte das Theater am 19. Januar 1732 mit der Tragödie „Merope“ des Veroneser Dramatikers Francesco Scipione Maffei eingeweiht werden.

 

Im Folgenden wurde das Theater an zumeist italienische Impressarios vermietet wobei das Management und zugleich die Zensur dem Amt des “Il Protettore” oblag, zu dem einer der Ordensritter ernannt wurde.
Die Miete betrug z.Zt. de Vilhena‘s jährlich 320 scudi wobei interessanterweise 80 scudi auf die Zeit zwischen Ostern und August und jeweils 120 scudi für den Herbst bzw. für die Zeit zwischen Weihnachten und Karneval entfielen, wenn im Theater die großen Bälle und Maskenbälle stattfanden.
Auf diese Weise bestand immer ein intensiver Austausch zwischen Valletta und italienischen Opernhäusern wie Neapel und Palermo.
Es wurden gleichermaßen Dramen und Opern aufgeführt.

 

Mit der französischen Okkupation Maltas im Jahre 1798 wurde erstmals ein maltesischen Kommissionär, der Komponist Nicolo Isouard ernannt.
Unter britischer Herrschaft wurde das Theater als „Royal Theatre“ weitergeführt und wiederum an Impressarios vermietet. Es fanden ganzjährige Produktionen statt, hauptsächlich wurden Opern, später auch Operetten aufgeführt. Die Stars waren die großen italienischen Komponisten wie Rossini, Bellini, Donizetti und Verdi aber auch viele weniger Bekannte. Die meisten Sänger kamen ebenfalls aus Italien.
Komödien und Satiren in englischer und italienischer Sprache waren ebenfalls sehr populär.

 

Der Erfolg war so groß, das das Theater mehrmals umgebaut und erweitert werden mußte. So wurde der Innenraum noch 1844 nach dem Vorbild des venezianische Teatro La Fenice umgestaltet. Diese Ausstattung mit vier Rängen und insgesamt 623 Zuschauerplätzen ist bis heute erhalten.
Als schließlich 1861 das neue, erheblich größere Opernhaus gebaut wurde, stand das „Königliche Theater“ leer, wurde zeitweise zum Obdachlosenasyl und gewann nur kurzzeitig erneut Bedeutung, als das Opernhaus 1873 bei einem Brand völlig zerstört wurde.

 

Nach Wiederaufbau der Oper wurde das nun wieder in „Manoel Theater“ zurückbenannte Gebäude zunächst als Tanzsaal und nach der Jahrhundertwende für Aufführungen von Operette, Musikkomödie sowie Theaterstücken in englisch, italienisch und zunehmend in malti genutzt.
Ab den 1920-er Jahren wurden zunehmend Kinovorführungen gezeigt.
Bevor es im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, waren u.A. Flüchtlinge im Theater untergebracht.

 

Nach dem Krieg wurde das Gebäude in jahrzehntelanger akribischer Arbeit restauriert wobei einheimische Handwerker mit internationalen Experten zusammen arbeiteten. Dabei wurden zahllose Farb- und Schmutzschichten entfernt, die prunkvolle vergoldete Decke sowie die Bemalung und Vertäfelung an den Rängen wiederhergestellt.

 

Bereits 1957 war das Theater verstaatlicht worden, 1960 erfolgte mit dem Ballett Coppelia von Leo Delibes die feierliche Wiedereröffnung als maltesisches Nationaltheater.
Seitdem wird das Theater von einem Komitee gemanaget. Das Programm ist nach wie vor vielseitig und umfaßt neben klassischem Theater und Musiktheater auch Jazz-, Folk- und Rockkonzerte, Lesungen sowie Festivals und andere Veranstaltungen. Der Schwerpunkt liegt aber auf klassischen Konzerten.

Seit einigen Jahren gehöhrt auch das Casa Bonici, ein unmittelbar benachbarter Adelspalast aus dem späten 18. Jhd., zum Teather. Das Gebäude wurde restauriert und bildet mit seiner weißen Marmortreppe, den Spiegeln und Kronleuchtern heute das edle Foyer des Theaters.
Der Isouard-Saal wurde nach dem maltesischen Komponisten Nicolo Isouard benannt. Mit seinem schönen Ambiente und der excellenten Akustik ist er der ideale Ort für kleinere Konzerte oder Lesungen.

 

Der Innenhof des Palastes wurde ebenfalls zu einem interessanten Veranstaltungsort gestaltet. Er verbindet das Theater mit den im Palast untergebrachten Kassen, der Theaterbar, einem Cafe und einem Buchladen. Es wurde eine Überdachung installiert, die im Winter vollständig geschlossen, im Frühjahr und Herbst ganz oder teilweise geöffnet werden kann, im heißen Sommer mit Leinwand bespannt Schatten spendet und außerdem durch Schrägstellen der Paneele den kühlen Meereswind in das Gebäude leitet.
Hier finden oft Ausstellungen aber auch private Veranstaltungen statt.

 

Im Theater gibt es ein kleines Museum über die 300-jährige Geschichte des maltesischen Theaters. Eine Abteilung ist dem 1944 bei einem Luftangriff völlig zerstörten Opernhaus gewidmet.
Mehrmals täglich finden Führungen durch das Theater und Museum statt.
www.teatrumanoel.com.mt (engl.)

culturalservices@teatrumanoel.com.mt

 


Quellen: Theater Manoel

 

 

Spielstätten

Manoel Theater

Das Theater wurde 1731 durch Großmeister Antonio Manoel de Vilhena gestiftet und gehört heute zu den ältesten noch bespielten Bühnen überhaupt.

 

Erhalten ist die vollständige Innenausstattung von 1844, als das Theater letzmalig umgebaut und erweitert wurde. Diese wurde nach Zerstörungen im zweiten Weltkrieg aufwendig restauriert, so dass jetzt vielfältige Veranstaltungen in historischem Ambiente stattfinden können.
Das Programm ist nach wie vor vielseitig und umfaßt neben klassischem Theater und Musiktheater auch Jazz-, Folk- und Rockkonzerte, Lesungen sowie Festivals und andere Veranstaltungen. Der Schwerpunkt liegt aber auf klassischen Konzerten.

 

Das Foyer des Theaters bildet heute ein benachbarter Adelspalast, das Casa Bonici, wo ein kleinerer Saal und der überdachte Innenhof für Ausstellungen, Lesungen, kleinere Konzerte aber auch private Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
Hier gibt es auch ein kleines Theatermuseum, einen Buchladen und ein beliebtes Cafe.

 

Republic Hall

(auch City Hall)

… ist heute der größte geschlossene Veranstaltungsraum Maltas. Sie befindet sich im ehemaligen Innenhof der Sacra Infermeria Santo Spirito, dem 1575 erbauten Hospital des Johanniterordens. Die historischen Gebäude wurden aufwendig restauriert, der Innenhof überdacht. Die Natursteinfassaden der den Hof umgebenden Gebäude bilden jetzt die Seitenwände der Halle, die Arkaden und Balkone werden als Emporen genutzt. Die Bühne ist für Konzerte, Opern- und Ballettaufführungen, sogar Eisballett und vieles mehr bestens ausgestattet und auch für Konferenzen geeignet. Am 11.02.1979 wurde das heutige „Mediterranen Konferenzzentrum“ (Mediterranean Conference Centre) eingeweiht. Das Zentrum verwaltet auch die übrigen Räumlichkeiten des ehemaligen Hospitals und organisiert kulturelle, geschäftliche und private Veranstaltungen.

Lorenzo Gafa

Lebensdaten und Bauwerke

1630                 bei Birgu geboren als Sohn des Bildhauers Marco Gafa
1679                 Kirche Sta. Scholastica in Birgu
1682                 Kirche St. Peter Martyr in Marsaxlokk
1664-83           Kirche St. Paul in Rabat
1676-1693       Kirche St. Nicholas, in Siġġiewi
1678                 Pestkapelle Sarria in Floriana
1681–1697      Neubau der ehemaligen Konventskirche St. Lawrence in Birgu
1685-1712       Kirche Sta. Marija in Qrendi (erst 1720 fertig gestellt)
1690                 Kirche Tal-Hlas in Qormi
1692                 Kirche St. Katharina in Żejtun
1695-1702      Kathedrale St. Peter und St. Paul in Mdina
1697-1711       Kirche Mariä Himmelfahrt in Rabat/Gozo
1699/1700      evtl. Studienreise nach Rom. Eine solche Studienreise ist dokumentarisch nicht belegt.
1703/04           in Birgu gestorben

Gerolamo Cassar

Lebensdaten und Bauwerke

um 1520                    in Birgu geboren
ab 1566                      Assistent Francesco Laparellis beim Bau der Festung Valletta und Planung der Hauptstadt
1569                           evtl. Studienreise nach Italien. Eine solche Studienreise ist dokumentarisch nicht belegt.
ab 1569                      als Nachfolger Laparellis ausführender Architekt und Baumeister der Hauptstadt Valletta. In der Folgezeit plant und baut

………………………..Cassar alle wichtigen Gebäude des Johanniterordens.

1570                           – Kirche Mariä Verkündigung, erste Kirche in Valletta, stand an der Stelle der heutigen Karmeliterkirche
1571                           – Großmeisterpalast
1573-77                     – St. John’s Co-Kathedrale (Konventskirche des Ordens)
ab 1574………………– Residenzen (Auberges) der damals sieben Landsmannschaften („ Zungen“) des Johanniterordens: Kastiliens und Leons,

…………………………Aragons, Italiens, Deutschlands, Frankreichs, der Auvergne, der Provence
…………………………– Kirche St. Katharina in Valletta (Kirche der Italienischen Landsmannschaft)
…………………………– Kirche St. Paul’s Schiffbruch (St. Paul’s Shipwreck Church) in Valletta, (später durch Lorenzo Gafa umgebaut)
1575.                           – Hospital Sacra Infermeria Santo Spirito
1586.                           – Verdala-Palast im Auftrag des Großmeisters de Verdalle (1581-1595)
1586.                           gestorben (wird auch mit 1592 angegeben)

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Charakteristisch für Cassar ist der strenge, militärisch nüchterne Stil, der bis heute besonders an den Fassaden der Co-Kathedrale, des Großmeisterpalastes, der Residenz der Aragonesischen Landsmannschaft (Auberge d’Aragon, am Marsamxett-Hafen, heute Finanzministerium), sowie des Verdala-Palastes im Buskett-Garten erhalten ist. Diese Gebäude wurden seit ihrer Erbauung kaum verändert und geben somit eine Vorstellung vom ursprünglichen Gesamtbild Vallettas als Festungsstadt.
Besonders am Verdala-Palast mit seinem trutzigen, festungsähnlichen Äußeren und den bastionsartig vorspringenden Ecktürmen wird deutlich, dass die repräsentative Sommerresidenz des Großmeisters gleichzeitig auch der Verteidigung u.A. gegen die häufigen Piratenüberfälle diente.
Selbst die Gestaltung der Co-Kathedrale wurde militärischen Erfordernissen untergeordnet. So wurde auf eine ursprünglich geplante Kuppel verzichtet, weil sie das Schußfeld der Artillerie eingeengt hätte.

 

Die meisten Gebäude Cassars wurden im Barockzeitalter stark verändert, was einerseits das Verschwinden der militärischen Bedrohung als auch den inzwischen ungeheuren Reichtum des Ritterordens widerspiegelt.
Am Großmeisterpalast sind lediglich die beiden Portale und die Balkonerker, an der Auberge d’Aragon das Portal spätere Hinzufügungen. Barocke Modernisierungen und Ausschmückungen betrafen hier ebenso wie im Verdala-Palast und besonders in der Co-Kathedrale das Innere der Gebäude. Dagegen wurde z.Bsp. die Residenz Kastiliens und Leons (am Kastilien-Platz/Castille Place, heute der Amtssitz des Premierministers) 1741 mit einer völlig neuen, barocken Fassade ausgestattet und die Kirche St. Paul’s Schiffbruch (St. Paul’s Shipwreck Church) 1629 durch Lorenzo Gafa komplett umgestaltet.
Die Residenzen Deutschlands, Frankreichs und der Auvergne wurden abgerissen bzw. im 2. Weltkrieg zerstört.
Die Kirche Mariä Verkündigung wurde im 17. Jhd. den Karmeliterinnen übereignet, dementsprechend umgewidmet und 1892 völlig umgestaltet. Der jetzige Bau der Karmeliterkirche incl. der imposanten Kuppel ist ein Neubau des 20. Jhd’s (1958-81) nach völliger Zerstörung im 2. Weltkrieg.

Megalitharchitektur

Die ältesten Bauwerke Maltas – die Megalithtempel von Skorba (Westtempel, ca. 3.700 v.u.Z.) und Ggantija (Südtempel, ca. 3.600 v.u.Z.) – galten lange Zeit als die ältesten freistehenden Bauwerke überhaupt. Erst bei den Ausgrabungen von Göbekli Tepe in der Türkei wurden Überreste noch früherer Bauten entdeckt.
Insgesamt wurden bisher auf Malta und Gozo sechs größere Tempelanlagen freigelegt und erforscht, die jeweils mehrere Gebäude aus verschiedenen Phasen der Tempelkultur umfassen. Daneben sind noch mindestens sechzehn weitere Tempelstandorte bekannt, die jedoch bisher noch nicht ausgegraben wurden bzw. bereits zerstört sind.

 

Von den Bauwerken anderer Megalithkulturen – z.B. in Skandinavien, Norddeutschland, an der bretonischen und britischen Küste – unterscheiden sich die maltesischen Megalith-Anlagen sowohl in ihrer räumlichen Anlage als auch in der handwerklichen Ausführung erheblich. Die Gebäuden weisen eine mehrfach gegliederte, klare Raumstruktur auf, die im Wesentlichen über 1000 Jahre beibehalten wurde. Daneben gibt es in den Zwischenwänden versteckte Geheimkammern und –treppen.
Außer den z.T. (besonders in den Innenräumen) fein bearbeiteten Megalithen der Gebäudewände sind komplizierte Architekturelemente wie Korridore mit verschließbaren Türanlagen, symmetrische Nischenkonstruktionen und Kraggewölbe erhalten. Ebenfalls erhalten sind z.T. reich dekorierte Ausstattungselemente wie Bodenbelägen, Raumteiler (Fenstersteine, Orthostaten, Schwellen), Altäre.

Bronzezeit bis Mittelalter

Aus den folgenden Epochen – von der Bronzezeit bis ins Mittelalter – sind so gut wie keine Bauwerke erhalten.

 

Eine der wenigen Ausnahme bilden die Überreste eines römischen Atriumhauses in Rabat, die rekonstruiert wurden und bereits seit 1882 ein Museum der Römischen Kultur (Römische Villa, Domus Romana) beherbergen.

 

Einige einzelne Gebäude können anhand besonderer Architekturelemente bestimmten Epochen zugeordnet werden.
So sind in Ghasri auf Gozo an zwei Häusern (Ghammar Street bzw. Lighthouse Street) typisch arabische Maxrabija-Fenster erhalten. Diese incl. Gitter komplett aus Stein gearbeiteten Fensterluken ermöglichen es, die Straße zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.

 

Andere Gebäude können anhand erhaltener siculo-normannischer Stilelemente ins Mittelalter datiert werden.
Dazu gehören das Normannenhaus in Birgu (North Street 10/11, Triq Tramuntana) mit seinem auffälligen Spitzbogenfenster, mehrere Gebäude im mittelalterlichen Mdina und zwei Häuser in der Zitadelle von Gozo, in denen jetzt das Folkloremuseum untergebracht ist. An diesen Häusern ist nicht nur die charakteristische Dekoration wie Spitzbogentür und gotische Zierleisten, sondern noch die gesamte ursprüngliche Raumstruktur mit Mittelsäulen, einem Saal oben und einem Labyrinth kleinerer Räume unten, mit Hof, Stallungen, Zisterne und sogar einer Göpelmühle erhalten.

 

Die ursprünglichen normannischen Gebäude waren nur einstöckig und wurden erst im 14.-15. Jhd. aufgestockt und in Stall- und Wirtschaftsräume
unten sowie Wohnräume oben unterteilt.
Ein Beispiel dafür ist das Palazzo St. Sophia in Mdina (Villegaignonstreet) von 1233 mit normannischen Rundbögen über den Portalen des
Erdgeschosses und einer Zierleiste unter der einstigen Dachtraufe.

Weitere Beispiele in Mdina sind das Casa Inguarez – wahrscheinlich aus der Mitte des 11. Jhd‘s, das gut erhaltene Palazzo Falzon von 1495, das Palazzo Gatto Murina von 1350. Letzteres erhielt später eine Barockfassade zur Villegaignon – Strasse, das ehemalige Hauptportal an der Gatto Murina – Strasse ist jedoch siculo-normannisch.

Bedeutende Architekten in Malta

Erst nach Inbesitznahme der Inseln durch den Johanniterorden im Jahre 1530 begann eine neue Blütezeit, die insbesondere in einer regen Bautätigkeit zum Ausdruck kam.

Francesco Laparelli da Cortona

(1521-1570)
Der bedeutende italienischer Ingenieur und Architekt, Schüler Michelangelos und Baumeister des Papstes Pius‘ IV wurde unmittelbar nach der Großen Belagerung (Great Siege) von 1565 nach Malta gesandt. Die Johanniter hatten zwar die osmanische Flotte besiegt, die wenigen kleinen Befestigungen waren jedoch völlig zerstört und weiteren Angriffe nicht gewachsen.
Bereits am 14. März 1566 wurde der Bau einer völlig neuartigen Festungsstadt auf der Halbinsel Sciberras nach Plänen Laparellis beschlossen und am 28. März der Grundstein gelegt. Die nach dem amtierenden Großmeister Jean de la Valette benannte Stadt wurde erstmals in Europa nach einem einheitlichen Gesamtplan angelegt, der zuallererst den militärischen Erfordernissen entsprach.
Einer der Assistenten Laparellis war der maltesische Baumeister Gerolamo Cassar.

Gerolamo Cassar

(1520-1586)
Als Assistent Laparellis war der maltesische Baumeister bereits an der Planung der Festungsstadt Valletta und an der Ausführung der Festungswerke beteiligt. Nach Abreise Laparellis 1569 war er der verantwortliche Architekt und Baumeister der Hauptstadt Valletta. In der Folgezeit plante und baute Cassar alle wichtigen Gebäude des Johanniterordens, so den Großmeisterpalast, die Konventskirche (St. John’s Co-Kathedrale), das Hospital Sacra Infermeria, die Residenzen der sieben Landsmannschaften und die Sommerresidenz des Großmeisters – den Verdala-Palast, außerdem weitere Kirchen und Privathäuser.

Pietro Paolo Floriana

(1585 – 1638)

Der italienische Festungsbaumeister wurde unter Großmeister Antoin de Paul (1623-1636) nach Malta berufen, wo er ab 1634 südlich Vallettas eine zusätzliche Verteidigungslinie – die Floriana-Linie errichtete.
Diese wurde – mit dem Haupttor „Porte des Bombes“ erst 1697 fertig gestellt. Seine heutige Form erhielt es 1868, als der zweite Bogen angebaut wurde. 1930 mußten beidseits die Verbindungsmauern zu den Bastionen abgerissen werden um Platz für den Verkehr zu schaffen.

Die vier neuen Bastionen – Msida Bastion, Sa Maison Bastion, St. Francis Bastion und Magazine Bastion – schützten die Hauptstadt zusätzlich gegen die Landseite. Innerhalb dieses Bastionsgürtels entstand eine nach Floriana benannte Vorstadt, aber erst ab 1724 wurde das Gelände zwischen beiden Wällen planmäßig bebaut.

Giovanni Attard und Tomaso Dingli

Die maltesischen Architekten Giovanni Attard und Tomaso Dingli bauten zwischen 1610 und 1614 unter Großmeister Alof de Wignacourt (1601-1622) die Wasserleitung von Mdina nach Valletta. Zur Überbrückung der Talsenke vor Valletta errichteten sie dabei einen 13 km langen Aquädukt. Teilstücke davon sind bis heute in der nach Attard benannten Stadt erehalten.

Lorenzo Gafa

(1630- 1703)
Der bedeutendste maltesische Barock-Architekt baute u.A. die wichtigsten Kirchen in Malta, so die Kirche St. Paul in Rabat über der St. Paul’s Grotte (1664-83), die Kirche St. Lawrence, ehemalige Konventskirche der Johanniter in Birgu (Neubau von 1681–1697) und die Kathedrale St. Peter und Paul in Mdina (1695-1702).