Bedeutende Architekten in Malta

Erst nach Inbesitznahme der Inseln durch den Johanniterorden im Jahre 1530 begann eine neue Blütezeit, die insbesondere in einer regen Bautätigkeit zum Ausdruck kam.

Francesco Laparelli da Cortona

(1521-1570)
Der bedeutende italienischer Ingenieur und Architekt, Schüler Michelangelos und Baumeister des Papstes Pius‘ IV wurde unmittelbar nach der Großen Belagerung (Great Siege) von 1565 nach Malta gesandt. Die Johanniter hatten zwar die osmanische Flotte besiegt, die wenigen kleinen Befestigungen waren jedoch völlig zerstört und weiteren Angriffe nicht gewachsen.
Bereits am 14. März 1566 wurde der Bau einer völlig neuartigen Festungsstadt auf der Halbinsel Sciberras nach Plänen Laparellis beschlossen und am 28. März der Grundstein gelegt. Die nach dem amtierenden Großmeister Jean de la Valette benannte Stadt wurde erstmals in Europa nach einem einheitlichen Gesamtplan angelegt, der zuallererst den militärischen Erfordernissen entsprach.
Einer der Assistenten Laparellis war der maltesische Baumeister Gerolamo Cassar.

Gerolamo Cassar

(1520-1586)
Als Assistent Laparellis war der maltesische Baumeister bereits an der Planung der Festungsstadt Valletta und an der Ausführung der Festungswerke beteiligt. Nach Abreise Laparellis 1569 war er der verantwortliche Architekt und Baumeister der Hauptstadt Valletta. In der Folgezeit plante und baute Cassar alle wichtigen Gebäude des Johanniterordens, so den Großmeisterpalast, die Konventskirche (St. John’s Co-Kathedrale), das Hospital Sacra Infermeria, die Residenzen der sieben Landsmannschaften und die Sommerresidenz des Großmeisters – den Verdala-Palast, außerdem weitere Kirchen und Privathäuser.

Pietro Paolo Floriana

(1585 – 1638)

Der italienische Festungsbaumeister wurde unter Großmeister Antoin de Paul (1623-1636) nach Malta berufen, wo er ab 1634 südlich Vallettas eine zusätzliche Verteidigungslinie – die Floriana-Linie errichtete.
Diese wurde – mit dem Haupttor „Porte des Bombes“ erst 1697 fertig gestellt. Seine heutige Form erhielt es 1868, als der zweite Bogen angebaut wurde. 1930 mußten beidseits die Verbindungsmauern zu den Bastionen abgerissen werden um Platz für den Verkehr zu schaffen.

Die vier neuen Bastionen – Msida Bastion, Sa Maison Bastion, St. Francis Bastion und Magazine Bastion – schützten die Hauptstadt zusätzlich gegen die Landseite. Innerhalb dieses Bastionsgürtels entstand eine nach Floriana benannte Vorstadt, aber erst ab 1724 wurde das Gelände zwischen beiden Wällen planmäßig bebaut.

Giovanni Attard und Tomaso Dingli

Die maltesischen Architekten Giovanni Attard und Tomaso Dingli bauten zwischen 1610 und 1614 unter Großmeister Alof de Wignacourt (1601-1622) die Wasserleitung von Mdina nach Valletta. Zur Überbrückung der Talsenke vor Valletta errichteten sie dabei einen 13 km langen Aquädukt. Teilstücke davon sind bis heute in der nach Attard benannten Stadt erehalten.

Lorenzo Gafa

(1630- 1703)
Der bedeutendste maltesische Barock-Architekt baute u.A. die wichtigsten Kirchen in Malta, so die Kirche St. Paul in Rabat über der St. Paul’s Grotte (1664-83), die Kirche St. Lawrence, ehemalige Konventskirche der Johanniter in Birgu (Neubau von 1681–1697) und die Kathedrale St. Peter und Paul in Mdina (1695-1702).