weitere bronzezeitliche Siedlungsplätze

Am östlichen Ende der Dingli Cliffs (Wardija Ta‘San Gorg), in der Umgebung von Mgarr (Qala Hill und Ras il-Gebel), auf dem Felssporn Qarraba, der die Buchten von Gnejna und Ghajn Tuffieha trennt, sowie auf dem Tafelberg In-Nuffara südlich von Xaghra auf Gozo befinden sich ähnliche Fluchtburgen wie in Borg In-Nadur. Diese Stätten sind frei zugänglich.

Wardija Ta‘San Gorg

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Der bronzezeitliche Siedlungsplatz Wardija Ta San Gorg auf dem langgezogenen Felssporn ist von zwei Seiten durch natürliche Steilhänge gut geschützt.

Der bronzezeitliche Siedlungsplatz Wardija Ta San Gorg auf dem langgezogenen Felssporn ist von zwei Seiten durch natürliche Steilhänge gut geschützt.

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Lage

Südlich des Buskett-Garden, am östlichen Ende der Dingli Cliffs. Von der Straße Siggiewi-Dingli gut sichtbar und auf einem Steinweg in einigen Minuten zu Fuß leicht zu erreichen.

Bauten

Auf einem schmalen, nach drei Seiten steil abfallenden Felssporn sind etliche der für die Borg In-Nadur-Phase charakteristischen flaschenförmigen Vorratsgruben erhalten. Der enge „Hals“ konnte mit einer Steinplatte oder –kugel leicht verschlossen werden.
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Auf der Kuppe des Felsspornes findet man die für die Borg in Nadur– Phase typischen, als Wasser- bzw. Getreidespeicher gedeuteten Felsgruben mit engem, flaschenhalsförmigem Zugang.

Auf der Kuppe des Felsspornes findet man die für die Borg in Nadur– Phase typischen, als Wasser- bzw. Getreidespeicher gedeuteten Felsgruben mit engem, flaschenhalsförmigem Zugang.

Die engen, flaschenhalsförmigen Zugäange ...

Die engen, flaschenhalsförmigen Zugäange …

... sind mit einem Stein leicht verschließbar.

… sind mit einem Stein leicht verschließbar.

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Die neuzeitliche Mauer demonstriert, dass auch die Landseite mit einfachen Mitteln gut zu verteidigen war.

Die neuzeitliche Mauer demonstriert, dass auch die Landseite mit einfachen Mitteln gut zu verteidigen war.

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Eine neuzeitliche Trockensteinmauer riegelt die Spitze des Sporns gegen das Festland ab und demonstriert, dass auch die Landseite einer solchen Fluchtburg relativ gut zu verteidigen war.
Wo genau die bronzezeitliche Wehrmauer stand ist nicht bekannt. Sicherlich umfaßte sie ein etwas größeres Areal des Sporns.

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Bahrija

Nach dem Siedlungsplatz auf dem Felssporn Il-Qlejgha tal-Bahrija westlich der Stadt Bahrija wurde die Bahrija-Kultur benannt, die zwischen 900 – 700 v.u.Z. parallel zur Borg in Nadur-Kultur existierte aber einige Besonderheiten aufweist.
Da die Spuren dieser Kultur bisher nur auf diese eine Siedlung beschränkt sind und Ähnlichkeiten mit der Schachtgräberkultur Kalabriens bestehen wird die Einwanderung einer kleineren Gruppe von dort her angenommen, deren Siedlungsgebiet auf Malta örtlich begrenzt blieb.

Die Keramik unterscheidet sich durch schwarz-anthrazithfarbenen Scherben mit schwarzer Engobierung und weiß inkrustiertem Dekor aus Zickzacklinien, Mäandern und Dreiecken. Einzelne Funde von Bahrija-Keramik gab es auch in Borg in-Nadur, Ghar Dalam und Tas Silg, was den Austausch der beiden Kulturen belegt. Spuren von Eisenverwendung in dieser Zeit wurden jedoch nur in Bahrija entdeckt.

Bauten

Rund 40 der charakteristischen flaschen- bzw. glockenförmigen Vorratsgruben für Getreide und Wasser

Funde

Große Mengen an Keramik der Borg in-Nadur-Phase
Sehr viele Spinnwirtel
Die Fundstücke sind im Archäologischen Nationalmuseum in Valletta ausgestellt.

Il-Nuffara

Einen anderen Siedlungstyp der bronzezeitlichen Borg in Nadur-Phase repräsentiert die Stätte auf dem Tafelberg Il-Nuffara bei Xaghra (Gozo). Hier boten die allseits umgebenden Steilhänge genügend Schutz, so dass es nicht nötig war Wehranlagen zu bauen.
Durch starke Erosion wurden die Schichten der Bronzezeit hier weitgehend abgetragen, erhalten sind vor allem die vielen Vorratsgruben. Aus einer davon konnten 1960 viele der Borg in-Nadur-Phase zugehörige Keramikscherben, ankerförmige Keramikobjekte, Spinnwirtel und Mahlsteine/Handmühlen geborgen werden. Die Wände der Grube sind mit Lehm ausgekleidet.
Die Fundstücke sind im Archäologischen Nationalmuseum in Rabbat, Gozo, ausgestellt.

Anfahrt:

Bronzezeitsiedlung Nuffara
Daħla tan-Nuffara
Xagħra, Gozo
Koordinaten: 36° 2′ 31″ N, 14° 16′ 25″ O

Ghar Mirdum

Dem dritten bronzezeitlichen Siedlungstyp – den Höhlensiedlungen – gehören die Schichten in der Höhle von Ghar Mirdum in den Klippen unterhalb von Dingli an.
Durch ihre äußerste Unzugänglichkeit ließ sie sich zwar leicht verteidigen war aber für Siedlungsnutzung ungeeignet. Andererseits belegt die große Zahl der hier geborgenen Keramik der Borg in-Nadur-Phase das Bestehen einer größeren Siedlung in dieser Zeit.
Es wäre aber möglich, dass die Höhle ursprünglich größer war und weitere Zugänge hatte, die durch die Erosion inzwischen abgetragen wurden.

Funde

Bronzedolch mit geschnitztem Beingriff, zwei Bronzenieten und ein Bronzeklumpen, der als Beleg für lokale Metallverarbeitung gewertet wird
Große Mengen an Keramik der Borg in-Nadur-Phase
Die Fundstücke sind im Archäologischen Nationalmuseum in Valletta ausgestellt.

 

Eine ähnliche bronzezeitliche Höhlensiedlung bezeugen die Funde in der Höhle von Ghajn Abdul bei Santa Lucija, Gozo.