Frühzeit

Maltas Geschichte beginnt im Neolithikum. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung wurden in den oberen Schichten der Höhle Ghar Dalam bei Birzebuggia gefunden, die ansonsten für ihre reichen paläontologischen Funde bekannt ist. Es handelt sich um Werkzeuge aus Obsidian und aus Feuerstein, Reste von Haustieren und Nutzpflanzen, Keramikfragmente, durchbohrte Wolfszähne und Muscheln sowie auch menschliche Knochen. Diese Menschen beherrschten also bereits Ackerbau und Viehzucht sowie die Keramikherstellung. Ihre Kultur – die älteste der maltesischen Geschichte – wurde nach dem Fundplatz in der Höhle als Ghar-Dalam-Phase (5.200-4.600 v.u.Z.) benannt.
Als Herkunftsort des Obsidians konnte die italienische Insel Lipari bestimmt werden. Die aufgefundene graue Keramik weist einen Abdruck-Dekor (u.A. von Muschelschalen, daher als Impresso-Ware bezeichnet) auf, der ähnlich in der sizilianischen Stentinello-Kultur verbreitet ist. Daher wird eine Erstbesiedlung Maltas von Sizilien her angenommen.
Die Höhle kann besichtigt werden, ein Museum vor Ort stellt die reichen Funde aus, die ausser den vergleichsweise jüngeren archäologischen Exponaten auch große Mengen von bis zu 180.000 Jahre alten Fossilien bereits ausgestorbener Tierarten wie Zwergflußpferd, Zwergelefant u.A. umfassen.

Zu Wohnzwecken wurden zweifellos die in Malta reichlich vorhandenen Höhlen genutzt. Daneben gab es aber bereits freistehende Bauten. So wurden unmittelbar westlich der Megalith-Tempel von Skorba zwei ovale Mauerstrukturen sowie ein 11 m langer Mauerrest freigelegt, die auf 5.200 bzw. 4.850 v.u.Z. datiert werden konnten und somit ebenfalls der Ghar-Dalam-Phase (5.200-4.600 v.u.Z.) zugehören.

 

Ganz ähnliche ovale Fundamentreste östlich der Skorba-Tempel wurden auf 4.100 v.u.Z. datiert. Die ihnen zugeordnete Keramik unterscheidet sich von der der Ghar-Dalam-Phase, so dass diese neue Kultur nach dem Fundplatz als Skorba-Phase (4.600 – 4.100 v.u.Z.) bezeichnet wird. Die herausragendsten Funde aus dieser Epoche sind eine Gruppe kleiner weiblicher Tonfiguren aus Skorba, die im Nationalmuseum für Archäologie in Valletta zu besichtigen sind.

 

Die jüngste Phase der maltesischen Vor-Tempelzeit wurde nach einem Gräberfeld bei Zebbugg als Zebbug-Phase (4.100 – 3.600 v.u.Z.) benannt.
Sie wird wiederum durch einen neuen Keramik-Stil – graue oder gelbliche Keramik mit roten und weißen Inkrustierungen – sowie durch die erstmals auftretenden Felskammergräber charakterisiert. Ausser bei Zebbug findet man sie u.A. bei Xemxija wo sie durch einen Geschichtspfad erschlossen sind.
Aufgrund dieser Neuheiten wird die Einwanderung neuer Völker – z.Bsp. der sizilianischen San Cono-Kultur oder auch von Sardinien her – diskutiert.