Xemxija-Geschichtspfad

Auch abseits der weltberühmten Stätten ist Malta voller archäologischer Sehenswürdigkeiten aus allen Epochen. Viele sind noch völlig unerforscht und nicht nur Besuchern sondern auch den meisten Einheimischen unbekannt.

Ein Platz, an dem sich solche Spuren konzentrieren, ist der Bajda-Rücken (Bajda Ridge) bei Xemxija. Hier haben Enthusiasten in den letzten Jahren einen Geschichtspfad angelegt, der auf kleinstem Raum eine unglaubliche Zahl verschiedenster historischer Hinterlassenschaften zugänglich macht.
In der Gemeindeverwaltung von San Pawl il-Bahar (St. Paul’s Bay) – Xemxija ist ein Ortsteil von San Pawl – ist eine kostenfreie englischsprachige Broschüre mit dem Wegeverlauf und Beschreibung der einzelnen Stationen erhältlich.

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Lageplan des Xemxija-Geschichtspfades (Grundlage: google-earth, bearbeitet)

Lageplan des Xemxija-Geschichtspfades (Grundlage: google-earth, bearbeitet)

 

….Legende zum Lageplan:

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….°°°°.Geschichtspfad

….°°°°.punisch-römische Strasse

….C.-..Bienenhäuser

….E.-..Megalithtempel

….F.-..bronzezeitliche Siedlung

….G -..römerzeitliches Gutshaus

….L -..Gräberfeld,

……….(Felskammergräber)

….M -..Steinrillen, (cart ruts)

….N -..römisches Bad

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Bordstein und Strassendecke der römerzeitlichen Strasse (A) sind bis heute intakt. Das Wasser wurde in Gräben gesammelt

Bordstein und Strassendecke der römerzeitlichen Strasse (A) sind bis heute intakt. Das Wasser wurde in Gräben gesammelt

Den Pfad erreicht man von der Ridott-Straße (Triq ir-Ridott), die gleich an der Bushaltestelle in spitzem Winkel von der Küstenstrasse abgeht.
In der zweiten 90 °- Kurve zweigt der Geschichtspfad ab. Er folgt zunächst einer alten Strasse (A) aus punisch-römischer Zeit, auf der über den Bajda-Rücken hinweg die Produkte aus den nördlich davon gelegenen Gebieten zum Hafen in der San Pawl – Bucht transportiert wurden. Die Strasse überwindet in zwei Serpentinen den steilen Felsabbruch. Auf dem Plateau angekommen führt sie geradewegs nach Mellieha. Erst 1429, als nach einem Piratenüberfall die Bevölkerung in die Sklaverei verschleppt und die Gegend entvölkert wurde, verlor die Strasse ihre Bedeutung. Danach wurde sie nur noch von Pilgern zum Marienheiligtum in Mellieha (Il-Madonna tal-Mellieha) benutzt.

 

Hier, am Beginn des Pfades, ist der ursprüngliche Aufbau gut erhalten. Sehr gut ist der Bordstein zu erkennen, der die aus einem Erde-Stein-Gemisch bestehende Strassendecke hält.
Einige Meter oberhalb der Strasse steht gut sichtbar am Hang ein Menhir (B1). Einige Schritte rechts davon befindet sich hinter einer schmalen Terrasse eine kleine Höhle (B2) – die Galeerenhöhle (Cave of the Galley). Im Neolithikum diente sie als Begräbnisstätte, später als Wohnhöhle. Dazu wurde der Zugang mit Trockenmauerwerk verkleinert.
Benannt wurde die Höhle nach der Ritzzeichnung einer Kriegsgaleere im linken Türpfosten. Interessanterweise ist die Galeere mit einem quadratischen Segel ausgerüstet, wie sie in  byzantinischer Zeit (6.-9. Jhd) in Gebrauch waren. Ab dem 10. Jhd setzte sich das dreieckige lateinische Segel durch.

 

Ein Stück weiter die Strasse hinauf gelangt man rechterhand auf einen kleinen Hof mit einem einzigartigen antiken Bienenhaus C1 (maltesisch migbha).

antikes Bienenhaus C1: Auf den „Fensterbrettern“ hinter den Einflugslöchern (C1a) lagen Tonkessel mit herausnehmbarem Boden, in denen die Bienen ihre Waben bauten.

antikes Bienenhaus C1: Auf den „Fensterbrettern“ hinter den Einflugslöchern (C1a) lagen
Tonkessel mit herausnehmbarem Boden, in denen die Bienen ihre Waben bauten.
C1a – Einflugslöcher
C1b – v-förmige Wasserrinne
C1c – steinerne “Nase” und Trog
C2 – Johannisbrotbaum
C5 – Begräbnishöhle
A – punisch-römische Strasse

Eine akkurate, in regelmäßigen Abständen von Einfluglöchern durchbrochene Mauer wurde vor die senkrechte Felswand gesetzt und teilt einen schmalen, korridorartigen Raum ab. Hinter den Einfluglöchern (C1a) lagen auf steinernen «Fensterbrettern» große Tonamphoren (qolla), in denen die Bienen ihre Waben bauten. Der hölzerne Boden der Gefäße war abnehmbar, so dass der Honig geerntet werden konnte. Abmessungen und Bearbeitung der verwendeten Steine entsprechen denen der Römerzeit.

Wasserablauf (C1c) vom Dach des Bienenhauses. Auch dieses Wasser wird über einen Steintrog in den Graben geleitet

Wasserablauf (C1c) vom Dach des Bienenhauses. Auch dieses Wasser wird über einen Steintrog in den Graben geleitet

Das Dach besteht aus langen, v-förmig ausgearbeiteten Steinplatten (C1b), in denen das von der oberhalb verlaufenden Strasse abfließende Wasser gesammelt wird.

An der Schmalseite des Bienenhauses fließt es über eine Steinnase (C1c) in einen Steintrog und weiter über einen offenen steinernen Kanal hangabwärts (sicher ehemals irgendwo in eine Zisterne).
Aus verschiedenen Dokumenten geht hervor, dass Malta während der Römerzeit neben Olivenöl vor allem Honig exportierte. Einige Ortsnamen wie Mellieha und auch Melita – was nicht nur der römische Name der Hauptstadt, sondern auch der gesamten Hauptinsel war – gehen evtl. auf das lateinische Wort «mel» für Honig zurück.

 

Oberhalb des Bienenhauses macht die Straße eine scharfe Rechtskurve. Ab hier bildet geglätteter  Felsen den Untergrund.

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Einer der größten Johannisbrotbäume (C2) Maltas. In seinem Schatten eine steinerne Bank.

Einer der größten Johannisbrotbäume (C2) Maltas. In seinem Schatten eine steinerne Bank.

In der Kehre steht ein großer Johannisbrotbaum C2 (Carob Tree, Ceratonia siliqua). Er soll 1000 Jahre alt sein und hat mehrmals nach Blitzeinschlägen wieder neu ausgetrieben. Der Johannisbrotbaum ist eine alte Nahrungspflanze. Die Kerne enthalten ebenso wie die großen rötlich-braunen Schoten viel Stärke und Zucker. Sie werden als Snack geknabbert, zu Mehl vermahlen, zu (Husten-)Sirup verkocht sowie an das Vieh verfüttert. Unter dem Baum steht heute wieder eine steinerne Bank, wie sie einstmals entlang der Wege den Pilgern, Hirten und Reisenden zum Ausruhen dienten.

 

Rustikales Bienenhaus (C3). In der Römerzeit exportierte Malta vor allem Olivenöl und Honig.

Rustikales Bienenhaus (C3). In der Römerzeit exportierte Malta vor allem Olivenöl und Honig.

Links hinter dem Baum führt ein schmaler Steig auf eine Terrasse. Hier befindet sich unter einem Felsüberhang ein weiteres, eher rustikales Bienenhaus C3. Die Mauer ist hier aus unbearbeitetem Naturstein aufgeschichtet, die Einfluglöcher unregelmäßig.

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Im Innenraum der Wohnhöhlen C4 sind in der Felswand noch Umrisse von Grabnischen des Loculi- und Arcosolium-Typs zu erkennen.

Im Innenraum der Wohnhöhlen C4 sind in der Felswand noch Umrisse von Grabnischen des Loculi- und Arcosolium-Typs zu erkennen.

Dieser Seitenpfad führt zu weiteren Felsüberhängen (auch Abri, Troglodyt). Hier wurden exakt auf den alten Fundamenten Wohnhöhlen (C4) rekonstruiert, wie sie seit dem Altertum und z.T. noch bis ins 20. Jhd. hinein genutzt wurden. Mittels Trockenmauerwerk wurde die offene Front verschlossen und der Raum unterteilt. Zum Teil wurden Höhlen weiter ausgehauen und so die «Zimmer» vergrößert.
Im Innenraum sind in der Felswand noch Umrisse von Grabnischen (C4a) des Loculi- und Arcosolium-Typs zu erkennen, wie man sie z.Bsp. in den Katakomben von Rabat antrifft. Es handelt sich also ursprünglich auch hier um Begräbnishöhlen.

 

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Weiter der Römerstrasse folgend befindet sich gleich oberhalb des Johannisbrotbaumes eine große offene Höhle C5 – die Begräbnishöhle (Cave of Burials). Sie liegt etwas oberhalb des Strassenniveaus und kann über noch gut erhaltene in den Fels gehauene Stufen erreicht werden. In der spätrömisch-frühchristlichen Periode wurden in der Höhle Loculi-und Arcosolium-Gräber (viereckige bzw. bogenförmige Felsnischen, C5a) in den Fels geschlagen, deren Spuren sehr deutlich zu sehen sind. Später war die Höhle bewohnt, wobei die Nischen wieder entfernt wurden, um weiteren Raum zu gewinnen. Irgendwann muß bei solchen Erweiterungen die vordere Höhlenwand eingestürzt sein.

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Die „Begräbnishöhle“ (C5) liegt direkt an der Römerstrasse und kann über gut erhaltene Stufen im Felsen erreicht werden.

Die „Begräbnishöhle“ (C5) liegt direkt an der Römerstrasse und kann über gut erhaltene Stufen im Felsen erreicht werden.

„Begräbnishöhle“ (C5): Reste der in mehreren Etagen angeordneten Grabkammern (C5a) sind noch gut zu erkennen.

„Begräbnishöhle“ (C5): Reste der in mehreren Etagen angeordneten Grabkammern (C5a) sind noch gut zu erkennen.

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Weiter wird die linke Strassenseite von einer Felswand gebildet. Hier haben die Pilger auf dem Weg nach Mellieha mehrere Pilgerkreuze (A1) eingeritzt.

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Auf dem Plateau angekommen hat man eine wunderbare Aussicht auf die San Pawl – Bucht mit der Stadt San Pawl sowie auf Mellieha.
Die Trasse der Römerstrasse wird hier von einer breiten modernen Schotterpiste eingenommen. Ein Stück weiter links (südwestlich) führt eine weitere Piste in das schüttere Mzieb-Wäldchen D, das sich über einige Kilometer erstreckt. Es handelt sich um eine der wenigen Aufforstungsflächen, die in den 50-60-er Jahren angelegt wurden. Es besteht aus Olivenbäumen, Aleppo-Kiefern, Zypressen, Akazien (Acacia pycnantha) u.A. Leider lockt es außer den Vögeln immer noch viele Jäger und Fallensteller an, die ihr „Hobby“ als Sport mit lebenden Zielen sehen.

 

Nach einigen Dutzend Metern trifft man links des Weges (südlich) auf eine Ansammlung großer Steine.

Die Megalithen links des Weges sind die eingestürzte Außenwand der Kopfapsis (E1) eines unerforschten Megalith-Tempels (E).

Die Megalithen links des Weges sind die eingestürzte Außenwand der Kopfapsis (E1) eines unerforschten Megalith-Tempels (E).

Das ist die Außenwand der Kopfapsis eines weiteren Megalith-Tempels E. Er wurde nie erforscht und somit auch nicht datiert. Die südlich angrenzende Tempelfläche wurde noch bis vor Kurzem bebaut. Heute zeigt sie üppigen Bewuchs, in dem man sich nur schwer orientieren kann.

Luftbild des Megalithtempels E (Grundlage: google-earth, bearbeitet) Die fünf Apsiden sind deutlich zu erkennen

Luftbild des Megalithtempels E (Grundlage: google-earth, bearbeitet)
Die fünf Apsiden sind deutlich zu erkennen

Im Satellitenbild sind Kopfapsis E1 und Seitenapsiden der Tempelräume E2 und E3 deutlich erkennbar. Noch weiter südlich steht in der Hauptachse – verdeckt in einem Gebüsch – ein Menhir E4, der sicherlich zu den Orthostaten der Fassade, evtl. auch des Eingangs gehört. Man kann also von einem Fünf-Apsiden-Tempel ausgehen. Im Winkel zwischen Kopf- und linker Seitenapsis haben Jäger aus den Steinen des Tempels eine Girna genannte Windschutzhütte (E1a) errichtet.
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Blick in die Kopfapsis E1. Links die neuzeitliche Windschutzhütte E1a

Blick in die Kopfapsis E1. Links die neuzeitliche Windschutzhütte E1a

Die Tempelinnenfläche wurde bis vor Kurzem bebaut und zeigt üppigen Bewuchs. Im Winkel zwischen Kopfapsis E1 und linker Seitenapsis E2 haben Jäger aus den Steinen des Tempels eine Windschutzhütte E1a (Girna) errichtet.

Die Tempelinnenfläche wurde bis vor Kurzem bebaut und zeigt üppigen Bewuchs.
Im Winkel zwischen Kopfapsis E1 und linker Seitenapsis E2 haben Jäger aus den Steinen des Tempels eine Windschutzhütte E1a (Girna) errichtet.

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Der Tempel liegt auf dem Scheitel des Bardija-Rückens, von dem man den gesamten Nordteil der Insel sowie im Süden das fruchtbare St. Paul’s Tal (Wied tal-Pwales) überblickt. Eingang und Vorplatz sind auf die San Pawl-Bucht ausgerichtet. Wie auch bei den Tempeln von Ggantija/Gozo und Tarxien befinden sich in unmittelbarer Nähe ausgedehnte Begräbnisstätten.

 

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Südwestlich des Tempels sollen auf dem Plateau eine bronzezeitliche Siedlung F und ein römerzeitliches Gutshaus G (Villa) existiert haben. Auf einem Luftbild aus dem Jahre 1957 sind wohl noch deutliche Strukturen erkennbar. Seitdem sind aber die meisten Steine verschwunden und zumindest für den Laien keine Spuren mehr auszumachen.

 

Blick von der Römerstrasse nach Osten Der Menhir H markiert den Durchgang durch eine neuzeitliche Mauer

Blick von der Römerstrasse nach Osten
Der Menhir H markiert den Durchgang durch eine neuzeitliche Mauer

Zurück an der Römerstrasse führt gegenüber ein schmaler Pfad durch eine Lücke in der Feldmauer auf die Neubauten zu. Die Lücke wird von einem Menhir H und einem weiteren Monolithen begrenzt.

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punisches Schachtgrab (J): Von einem senkrechten Zugangsschacht zweigt die Grabkammer ab

punisches Schachtgrab (J): Von einem senkrechten Zugangsschacht zweigt die Grabkammer ab

Einige Meter weiter befindet sich linkerhand in einer rechteckigen Steinumfriedung ein typisches punisches Schachtgrab J. Von einem senkrechten Zugangsschacht zweigt eine flachgewölbte Grabkammer ab.

 

Etwas weiter befindet sich ebenfalls links des Pfades ein „gorbog“ genanntes traditionelles Vorratsgebäude (K1). Es wurde auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus rekonstruiert.

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Gleich daneben trifft man auf zwei weitere rekonstruierte Wohnhöhlen (K2) unter einem Felsüberhang. Durch Trockenmauern sind diese Höhlen in einen inneren Bereich für die Mensche und eine äußeren für die Viehhaltung unterteilt. Im inneren Bereich sind in den Fels geschlagene Bänke, die als Schlafstätte dienten, erhalten.

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Die rekonstruierte Wohnhöhlen K2: Trockenmauern wurden vor einen Felsüberhang gesetzt

Die rekonstruierte Wohnhöhlen K2: Trockenmauern wurden vor einen Felsüberhang gesetzt

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Das geräumige Innere wurde durch Trockenmauern in verschiedene Bereiche unterteilt

Das geräumige Innere wurde durch Trockenmauern in verschiedene Bereiche unterteilt

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Oberhalb der Höhlen befindet sich ein Begräbnisplatz L der Vor-Tempelzeit (Zebbug-Phase, 4.100-3.700 v.u.Z.). Verstreut über das Felsplateau liegen mehrere Zugangsschächte zu den charakteristischen Felskammergräbern. Es handelt sich um im Fels ausgearbeitete runde, ovale oder nierenförmige Kammern, die von engen senkrechten Schächten abzweigen. Interessanterweise treten diese nierenförmigen Grundrisse auch bei den Räumen der späteren Megalith-Tempel und in den Begräbnisstätten der Tempelzeit, den Hypogäen, wieder auf. Im Nationalmuseum für Archäologie in Valletta wurde ein solches Felskammergrab rekonstruiert.
Die Anlagen sind heute verfüllt. Vorsicht bei evtl. Erkundungen: die Hohlräume werden sehr gerne von wilden Bienen besiedelt!

 

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Gleich oberhalb der Höhlen beginnt der Begräbnisplatz (L) aus der Vor-Tempelzeit (Zebbug-Phase, 4.100-3.700 v.u.Z.)

Gleich oberhalb der Höhlen beginnt der Begräbnisplatz (L) aus der Vor-Tempelzeit (Zebbug-Phase, 4.100-3.700 v.u.Z.)

Über das gesamte Plateau verstreut befinden sich die Zugangsschächte der Felskammergräber, von denen die runden, ovalen oder nierenförmigen Grabkammern abzweigen.

Über das gesamte Plateau verstreut befinden sich die Zugangsschächte der Felskammergräber, von denen die runden, ovalen oder nierenförmigen Grabkammern abzweigen.

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Dazwischen finden sich auch einige Steinrillen

Dazwischen finden sich auch einige Steinrillen

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Sehr ähnlich und für den Laien kaum unterscheidbar sind die Einfüllschächte der unterirdischen bronzezeitlichen Getreidespeicher, deren Kammern aber unmittelbar unter dem Schacht liegt.
Teils versteckt unter den Büschen findet man auch einige kurze Abschnitte von Steinrillen (cart ruts, Karrenspuren).

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Zugangsschächte und Steinrillen setzen sich auf der Fläche hinter der ersten Häuserzeile fort. Die drei U-förmig angeordneten Neubaublocks wurden mitten in das prähistorische Fundgebiet hinein gebaut. Bezeichnenderweise heißen die zugehörigen Strassen „prähistorische“ (preistorja) und „megalithische“ (megalitiku) – man war sich also genau bewußt, wo man baute!

In der Nordecke der Fläche zwischen den Wohnblocks findet man ein besonders eindrucksvolles ca. 15 m langes Exemplar von Steinrillen M (cart ruts, Karrenspuren). Sogar auf dem Satellitenbild sind sie unglaublich deutlich zu sehen.

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Ein gut erhaltenes Paar Steinrillen (M) befindet sich zwischen den Wohnblocks.

Ein gut erhaltenes Paar Steinrillen (M) befindet sich zwischen den Wohnblocks.

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Auch auf dem Satellitenbild sind sie deutlich zu sehen. (Grundlage: google-earth, bearbeitet)

Auch auf dem Satellitenbild sind sie deutlich zu sehen. (Grundlage: google-earth, bearbeitet)

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Steinstufen führen hinab zur römischen Badeanlage mit einem bogenförmigen Eingangsportal.

Steinstufen führen hinab zur römischen Badeanlage mit einem bogenförmigen Eingangsportal.

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Hier zweigt auch der Pfad zum römischen Badehaus N ab. Hangabwärts quert er die Strasse und führt über Stufen auf eine schmale Terrasse in den Klippen. Hier wurde ein Felsüberhang bzw. eine Höhle als Badegebäude eingerichtet. In der Höhle oder direkt darüber muß es ehemals eine Quelle gegeben haben. Obwohl das Grundwasser heute großflächig abgepumpt wird, ist die Höhlenwand stets feucht. In der Rückwand und im Boden sind Rillen für die Wasserzu- und –ableitung erhalten.
Die Vorderfront besteht teils aus Felsen, teils aus Mauerwerk. Einige Felsdurchbrüche wurden ebenfalls akkurat verschlossen, andere z.Bsp. für die Lüftung ausgespart. Das Eingangsportal schließt mit einem Bogen ab. Abmessungen und Bearbeitung der verwendeten Steine entsprechen denen der römischen Periode. Eine Nutzung des kostbaren Süßwassers in der offensichtlich ständig besiedelten Gegend erfolgte zweifellos bereits in der vorrömischen Zeit.

 

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Im Boden sind Rillen für die Wasserzu- und –ableitung erhalten.

Im Boden sind Rillen für die Wasserzu- und –ableitung erhalten.

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Die Vorderfront besteht teils aus Felsen und wurde durch Mauerwerk ergänzt.

Die Vorderfront besteht teils aus Felsen und wurde durch Mauerwerk ergänzt.

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Das Innere des Badehauses

Das Innere des Badehauses

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Die bereits genannte Broschüre der Gemeindeverwaltung von San Pawl il-Bahar beschreibt weitere Stationen des Geschichtspfades, die schwieriger zu finden und zu erkennen sind. Dazu gehören:

  • Spuren eines römerzeitlichen Steinbruchs
  • Inschriftenhöhle mit Resten punischer Inschriften
  • Reste einer befestigten bronzezeitlichen Siedlung mit Wallanlage
  • Fundamente eines runden und eines quadratischen Turmes aus der punisch-römischen Periode

 


Anfahrt:

Gemeinde San Pawl il-Bahar
 Xemxija-Geschichtspfad (Xemxija Heritage Trail)
    (St. Paul’s Bay Local Council)
     Ortsteil Xemxija
    Main Road
    St. Paul’s Bay……………………………
     Beginn: Ridott-Straße (Triq ir-Ridott)
….Koordinaten des Gräberfeldes
 …………………………………………………………………………………….
….35° 57′ 0″ N, 14° 22′ 54″ O