Kunstmuseen in Malta

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Nationalmuseum der Schönen Künste

(National Museum Of Fine Arts, in Valletta)

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Die Ausstellung zeigt die europäische – insbesondere die italienische – Kunst des 14.-17. Jhd’s. Besondere Abteilungen sind Mattia Preti und Antonio Sciortino gewidmet. Die Exponate des Erdgeschosses sind aus historischer Sicht interessant: Neben Porträts der Großmeister werden historische Ansichten Vallettas gezeigt, darunter ein Aquarell des Grand Harbour des englischen Malers William Turner.

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Die Sammlung umfaßt auch maltesisches Kunsthandwerk wie Majoliken, Silber- und Furnierarbeiten.

Im Kellergeschoss finden Wechselausstellungen zeitgenössischer maltesischer Künstler statt.

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Sehenswert ist auch das Gebäude – die Privatresidenz eines reichen Ordensritters im Stil des italienischen Barocks, u.A. mit dem schönsten Treppenaufgang Maltas.

Co-Kathedrale St. Johannes der Täufer mit Kathedralenmuseum

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Die ehemalige Konventskirche des Johanniterordens besitzt wertvolle Kunstschätze, die in der Kirche selbst sowie im angeschlossenen Kathedralmuseum ausgestellt sind. Dieses ist in den Räumen des ehemaligen Oratoriums und der Sakristei untergebracht und zeigt Gemälde und Wandteppiche, kostbare Handschriften, liturgische Gewänder, Reliquare.

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Glanzstücke der Ausstellung sind das Gemälde «Die Enthauptung Johannes‘ des Täufers“ (1608) von Caravaggio (1571-1610) sowie ein Satz von 28 flämischen Gobelins. Die 6 m hohen Gobelins wurden zwischen 1697 und 1700 nach Entwürfen von Peter Paul Rubens und Nicolas Poussin aus feinsten Seiden- und Wollgarnen gewebt. 14 der Gobelins zeigen Szenen aus dem Leben Jesu, die anderen 14 das Marienleben, Christus als Erlöser sowie die Apostel. Die Gobelins wurden – ebenso wie die im Großmeisterpalast ausgestellte Serie „Les Tentures des Indes“ (“Die indischen Besitzungen“) – durch Großmeisters Ramon Perellos anläßlich seiner Wahl ins Amt 1697 gestiftet. Es handelt sich um die weltweit größte erhaltene Serie von Gobelins dieser Zeit. Zum Patronatsfest St. Johannes der Täufer (Johannisfest am 24. Juni) wird die Co-Kathedrale mit diesen kostbaren Gobelins ausgeschmückt.

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Ein weiteres Caravaggio-Gemälde – «Der Hlg. Hieronymus» hängt in der Sakristei, eine Kopie im Durchgang zur Kapelle der Französischen Landsmannschaft.
Das Gemälde „St. Georg tötet den Drachen“ stammt von Francesco Potenzano.
Die Co-Kathedrale betreibt eine wunderbare englischsprachige web-Seite, die praktisch jedes Kunstwerk und ausführliche Informationen dazu präsentiert. Insbesondere kann durch Anklicken im Plan jede einzelne der kunstvollen Grabplatten aus farbigen Marmorintarsien aufgerufen werden.

Kathedralmuseum in Mdina

(Cathedral Museum)

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Das repräsentative Gebäude wurde um 1733 als Priesterseminar der Kathedrale von Mdina erbaut. Das Portal wird von Atlantenfiguren flankiert, auf dem Dach findet man – wie an vielen anderen Orten in Mdina – Fegefeuerdarstellungen.

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Das Museum zeigt eine größere Gemäldesammlung des 14-17 Jhd.‘s u.A. aus Italien, Flandern und Malta. Sie enthält auch Werke Mattia Pretis sowie einige Kupferstiche und Holzschnitte von Albrecht Dürer, z.Bsp. 20 Tafeln des „Marienlebens“ von 1511 und 34 Tafeln der „Kleinen Passion“ z.T. als Originale, z.T. als Nachdrucke sowie Kupferstiche Rembrandts und Zeichnungen Goyas.
Die Ausstellung umfasst außerdem Handschriften und Urkunden, Sakralkunst, antike Münzen, punische und römische Keramik, Architekturfragmente, sowie maltesische Stickereien, Klöppelspitzen und Silberarbeiten.
Prunkstück der Sammlung ist ein kostbares Evangelium des 11. Jhds. Interessant sind ein holzgeschnitzter, faltbarer Altar mit byzantinischen Miniaturen und eine tragbare Hostienpresse6 wie sie auf den Galeeren des Ritterordens in Gebrauch waren, sowie eine illustrierte Inventarliste der Schätze der Johanniter, das Großmeister Manoel Pinto de Fonseca (1741-1773) 1756 erstellen ließ. Die Kunstschätze selbst wurden 1798 durch Napoleon für die Finanzierung seines Ägyptenfeldzuges beschlagnahmt. Nach Schätzungen verlor Malta dabei 90 % seiner Kunstschätze.

Wignacourtmuseum in Rabat

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Das Museum zeigt im Obergeschoss eine Gemäldegalerie mit Bildern maltesischer und europäischer Künstler wie Mattia Preti, Antoine Favray und Francesco Zahra, eine Skulpturensammlung, eine Sammlung spanischer, italienischer und maltesischer Silberarbeiten des 17. bis 19. Jhd’s, eine Reliquiensammlung sowie historische Karten, Bücher, Drucke und Münzen.
Im Erdgeschoß befinden sich neben Büros einige kleinere Sammlungen sowie das ehemalige Refektorium der Kaplane.

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Unter dem Gebäude befinden sich Katakomben, die Verbindung zu anderen Katakomben von Rabat und auch zur St Paul’s Grotte haben.
Im 2. Weltkrieg wurden hier ausgedehnte Luftschutzkeller angelegt (fünfzig Räume), im Hof ist ein Backofen erhalten, der während des 2. Weltkrieges täglich über 2.000 Brote für die Bevölkerung von Rabat lieferte.

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Das Gebäude wurde 1617 unter Großmeister Alof de Wignacourt (1601-1622) als Kollegium für die Kaplane des Ordens errichtet. 1749 wurde es umgebaut und erweitert.

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Anfahrt

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Wignacourt Museum
Parish sir, College Str
Rabat RBT 1400
Malta

www.wignacourtmuseum.com

 

Kathedralmuseum in Rabat, Gozo

(Cathedral Museum)

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Das Kathedralmuseum von Rabat, Gozo, zeigt liturgische Gewänder und Gerätschaften sowie eine Gemäldesammlung.

Kirchenmuseum Zabbar

(städtisches Museum)

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Das Museum ist besonders wegen seiner großen Sammlung von Votivgemälden sehenswert. Die oft mit „VGFA“ – der Abkürzung für „Votum
Fecit, Gratiam Accipit“ (ungefähr „habe gebetet und bin der Gnade zuteil geworden“) gekennzeichneten Bilder stellen besonders häufig Szenen aus der Schifffahrt dar. Sie wurden als Danksagung für die Errettung aus gefährlichen Situationen wie Stürmen oder einfach für eine glückliche Überfahrt gestiftet.
Es zeigt auch ein Gemälde Mattia Pretis.
Weiterhin sind einige Kanonenkugeln interessant, die aus der Zeit der französischen Besetzung von 1798/1899 stammen, als es in Zabbar eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Bevölkerung und Besatzungsmacht gab. Die ausgestellten Kugeln wurden aus der Kirche selbst geborgen, in der Altstadt rund um die Kirche stecken weitere Kanonenkugeln noch heute in einigen Fassaden.

Tempra Museum für zeitgenössische Kunst 

(Tempra Contemporary Art Museum, in Mgarr)

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Das Museum besteht seit 1981 im Gemeindezentrum von Mgarr. Es zeigt Malerei, Grafiken und Skulpturen von 250 Künstlern aus 75 Ländern, die sämtliche Stilrichtungen des 20. Jhd’s vom Kubismus über Futurism, Metaphysical Art, Konstruktivismus, Suprematismus, Surrealismus, Essentialismus usw. bis zu den Installationen der Arte Povera und Space Painting repräsentieren.