Museen

Entsprechend dem reichen kulturellen und naturhistorischen Erbe gibt es auf Malta eine Vielzahl sehr interessanter Museen.
Die staatlichen Museen werden zusammen mit den Weltkulturerbestätten von der Organisation Heritage Malta verwaltet.
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Daneben gibt es viele große und kleine private Sammlungen, die teils als reguläre Museen, teils nur nach privater Vereinbarung der Öffentlichkeit zugänglich sind.

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Eine Besonderheit Maltas sind die äußerst beliebten, meist ebenfalls privaten Multimediashows.

Sie stellen mit lebensgroßen, entsprechend kostümierten, teilweise bewegten Puppen, authentischen Gegenständen sowie mit Bild-, Licht- und Toneffekten bestimmte Aspekte der maltesischen Geschichte nach.

Kunstmuseen in Malta

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Nationalmuseum der Schönen Künste

(National Museum Of Fine Arts, in Valletta)

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Die Ausstellung zeigt die europäische – insbesondere die italienische – Kunst des 14.-17. Jhd’s. Besondere Abteilungen sind Mattia Preti und Antonio Sciortino gewidmet. Die Exponate des Erdgeschosses sind aus historischer Sicht interessant: Neben Porträts der Großmeister werden historische Ansichten Vallettas gezeigt, darunter ein Aquarell des Grand Harbour des englischen Malers William Turner.

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Die Sammlung umfaßt auch maltesisches Kunsthandwerk wie Majoliken, Silber- und Furnierarbeiten.

Im Kellergeschoss finden Wechselausstellungen zeitgenössischer maltesischer Künstler statt.

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Sehenswert ist auch das Gebäude – die Privatresidenz eines reichen Ordensritters im Stil des italienischen Barocks, u.A. mit dem schönsten Treppenaufgang Maltas.

Co-Kathedrale St. Johannes der Täufer mit Kathedralenmuseum

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Die ehemalige Konventskirche des Johanniterordens besitzt wertvolle Kunstschätze, die in der Kirche selbst sowie im angeschlossenen Kathedralmuseum ausgestellt sind. Dieses ist in den Räumen des ehemaligen Oratoriums und der Sakristei untergebracht und zeigt Gemälde und Wandteppiche, kostbare Handschriften, liturgische Gewänder, Reliquare.

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Glanzstücke der Ausstellung sind das Gemälde «Die Enthauptung Johannes‘ des Täufers“ (1608) von Caravaggio (1571-1610) sowie ein Satz von 28 flämischen Gobelins. Die 6 m hohen Gobelins wurden zwischen 1697 und 1700 nach Entwürfen von Peter Paul Rubens und Nicolas Poussin aus feinsten Seiden- und Wollgarnen gewebt. 14 der Gobelins zeigen Szenen aus dem Leben Jesu, die anderen 14 das Marienleben, Christus als Erlöser sowie die Apostel. Die Gobelins wurden – ebenso wie die im Großmeisterpalast ausgestellte Serie „Les Tentures des Indes“ (“Die indischen Besitzungen“) – durch Großmeisters Ramon Perellos anläßlich seiner Wahl ins Amt 1697 gestiftet. Es handelt sich um die weltweit größte erhaltene Serie von Gobelins dieser Zeit. Zum Patronatsfest St. Johannes der Täufer (Johannisfest am 24. Juni) wird die Co-Kathedrale mit diesen kostbaren Gobelins ausgeschmückt.

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Ein weiteres Caravaggio-Gemälde – «Der Hlg. Hieronymus» hängt in der Sakristei, eine Kopie im Durchgang zur Kapelle der Französischen Landsmannschaft.
Das Gemälde „St. Georg tötet den Drachen“ stammt von Francesco Potenzano.
Die Co-Kathedrale betreibt eine wunderbare englischsprachige web-Seite, die praktisch jedes Kunstwerk und ausführliche Informationen dazu präsentiert. Insbesondere kann durch Anklicken im Plan jede einzelne der kunstvollen Grabplatten aus farbigen Marmorintarsien aufgerufen werden.

Kathedralmuseum in Mdina

(Cathedral Museum)

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Das repräsentative Gebäude wurde um 1733 als Priesterseminar der Kathedrale von Mdina erbaut. Das Portal wird von Atlantenfiguren flankiert, auf dem Dach findet man – wie an vielen anderen Orten in Mdina – Fegefeuerdarstellungen.

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Das Museum zeigt eine größere Gemäldesammlung des 14-17 Jhd.‘s u.A. aus Italien, Flandern und Malta. Sie enthält auch Werke Mattia Pretis sowie einige Kupferstiche und Holzschnitte von Albrecht Dürer, z.Bsp. 20 Tafeln des „Marienlebens“ von 1511 und 34 Tafeln der „Kleinen Passion“ z.T. als Originale, z.T. als Nachdrucke sowie Kupferstiche Rembrandts und Zeichnungen Goyas.
Die Ausstellung umfasst außerdem Handschriften und Urkunden, Sakralkunst, antike Münzen, punische und römische Keramik, Architekturfragmente, sowie maltesische Stickereien, Klöppelspitzen und Silberarbeiten.
Prunkstück der Sammlung ist ein kostbares Evangelium des 11. Jhds. Interessant sind ein holzgeschnitzter, faltbarer Altar mit byzantinischen Miniaturen und eine tragbare Hostienpresse6 wie sie auf den Galeeren des Ritterordens in Gebrauch waren, sowie eine illustrierte Inventarliste der Schätze der Johanniter, das Großmeister Manoel Pinto de Fonseca (1741-1773) 1756 erstellen ließ. Die Kunstschätze selbst wurden 1798 durch Napoleon für die Finanzierung seines Ägyptenfeldzuges beschlagnahmt. Nach Schätzungen verlor Malta dabei 90 % seiner Kunstschätze.

Wignacourtmuseum in Rabat

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Das Museum zeigt im Obergeschoss eine Gemäldegalerie mit Bildern maltesischer und europäischer Künstler wie Mattia Preti, Antoine Favray und Francesco Zahra, eine Skulpturensammlung, eine Sammlung spanischer, italienischer und maltesischer Silberarbeiten des 17. bis 19. Jhd’s, eine Reliquiensammlung sowie historische Karten, Bücher, Drucke und Münzen.
Im Erdgeschoß befinden sich neben Büros einige kleinere Sammlungen sowie das ehemalige Refektorium der Kaplane.

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Unter dem Gebäude befinden sich Katakomben, die Verbindung zu anderen Katakomben von Rabat und auch zur St Paul’s Grotte haben.
Im 2. Weltkrieg wurden hier ausgedehnte Luftschutzkeller angelegt (fünfzig Räume), im Hof ist ein Backofen erhalten, der während des 2. Weltkrieges täglich über 2.000 Brote für die Bevölkerung von Rabat lieferte.

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Das Gebäude wurde 1617 unter Großmeister Alof de Wignacourt (1601-1622) als Kollegium für die Kaplane des Ordens errichtet. 1749 wurde es umgebaut und erweitert.

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Anfahrt

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Wignacourt Museum
Parish sir, College Str
Rabat RBT 1400
Malta

www.wignacourtmuseum.com

 

Kathedralmuseum in Rabat, Gozo

(Cathedral Museum)

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Das Kathedralmuseum von Rabat, Gozo, zeigt liturgische Gewänder und Gerätschaften sowie eine Gemäldesammlung.

Kirchenmuseum Zabbar

(städtisches Museum)

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Das Museum ist besonders wegen seiner großen Sammlung von Votivgemälden sehenswert. Die oft mit „VGFA“ – der Abkürzung für „Votum
Fecit, Gratiam Accipit“ (ungefähr „habe gebetet und bin der Gnade zuteil geworden“) gekennzeichneten Bilder stellen besonders häufig Szenen aus der Schifffahrt dar. Sie wurden als Danksagung für die Errettung aus gefährlichen Situationen wie Stürmen oder einfach für eine glückliche Überfahrt gestiftet.
Es zeigt auch ein Gemälde Mattia Pretis.
Weiterhin sind einige Kanonenkugeln interessant, die aus der Zeit der französischen Besetzung von 1798/1899 stammen, als es in Zabbar eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Bevölkerung und Besatzungsmacht gab. Die ausgestellten Kugeln wurden aus der Kirche selbst geborgen, in der Altstadt rund um die Kirche stecken weitere Kanonenkugeln noch heute in einigen Fassaden.

Tempra Museum für zeitgenössische Kunst 

(Tempra Contemporary Art Museum, in Mgarr)

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Das Museum besteht seit 1981 im Gemeindezentrum von Mgarr. Es zeigt Malerei, Grafiken und Skulpturen von 250 Künstlern aus 75 Ländern, die sämtliche Stilrichtungen des 20. Jhd’s vom Kubismus über Futurism, Metaphysical Art, Konstruktivismus, Suprematismus, Surrealismus, Essentialismus usw. bis zu den Installationen der Arte Povera und Space Painting repräsentieren.

Museen für Archäologie und Geschichte

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Archäologisches Nationalmuseum

(National Museum of Archaeology in Valetta)

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Die nationalen archäologischen Sammlungen sind bereits seit 1903 als Museum der Öffentlichkeit zugänglich, seit 1958 sind sie im Gebäude der Auberge der Provence in der Republic Street ausgestellt. So ermöglicht der Besuch des Museums auch eine Besichtigung der Innenräume einer Auberge. Vom Leben in der Ritterzeit zeugen die Deckenmalereien im Entree und der vollständig erhaltene „Grand Salon“ mit der geschnitzten und bemalten Kassettendecke und der reichen Wandbemalung.

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Die Sammlung umfaßt die Fundstücke von den zahlreichen archäologischen Stätten Maltas.
Ein Großteil der Ausstellung ist der Megalithzeit gewidmet. Zu sehen sind die Originale der mit kunstvollen Spiral- und Tierreliefs gestalteten Ausstattungsstücke aus den Tempeln von Hagar Qim und Tarxien und der vielen Statuetten u.A. aus Hagar Qim und Hal Saflieni, darunter die weltbekannte „Schlafende Dame“ (Sleeping Lady). Modelle der Tempelstätten, Fotodokumentationen der Fundplätze und gut gestaltete Informationstafeln in malti und englisch erleichtern die Orientierung.
Nicht weniger bedeutend sind die Abteilungen für die Vor-Megalith-Zeit mit den ältesten Menschendarstellungen der maltesischen Inseln, der Bronzezeit u.A. mit den Funden aus dem Urnengräberfeld von Tarxien, sowie der phönizischen Epoche mit dem weltberühmten Cippus von Malta – dem Schlüssel zur Rekonstruktion der phönizischen Sprache.

Archäologisches Museum

(Museum of Archaelogy, auch Museum of Gozo, in Rabat/Gozo)

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Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Stadtpalast in der Zitadelle von Gozo.
Die Ausstellung zeigt Originalfundstücke von Gozo und Comino. Ein Großteil der Ausstellung ist der Megalithzeit gewidmet. Gezeigt werden u.A. die wenigen Funde aus der Tempelstätte von Ggantija, wie eine Kalksteinplatte mit Schlangenrelief, und die einzigartigen Funde der jüngsten Ausgrabungen im Hypogäum von Gozo, wie die „Schamanengruppe“ und das „Paar auf dem Sofa“.
Eine kleine Abteilung zeigt die Funde aus den gozitanischen bronzezeitlichen Siedlungen von il-Nuffara und Rabat/Gozo, eine andere phönizische Steinamulette, einen punischen Inschriftenstein und römische Amphoren und Anker, die im Hafen von Xlendi von gesunkenen Schiffen geborgen wurden.

Folkloremuseum

in Rabat/Gozo

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Das Museum ist in einem bemerkenswerten Komplex mittelalterlicher Häuser untergebracht – dem einzigen in Malta erhaltenen Beispiel sizilo-normannischer Architektur aus dem frühen 16. Jhd. Außer der charakteristischen Architekturelementen der Fassade weisen die Häuser noch die gesamte ursprüngliche Raumstruktur mit Mittelsäulen, einem Saal oben und einem Labyrinth kleinerer Räume unten, mit Hof, Stallungen, Wirtschaftsräumen, mehreren der zu jedem Haushalt gehörenden Zisternen und sogar einer Göpelmühle auf.
Seit 1983 ist in den Räumen das Folkloremuseum untergebracht, das der traditionellen Lebensweise der Bevölkerung gewidmet ist.
Die verschiedenen traditionellen Handwerke wie Steinmetze, Schreinerei, Spitzenklöppeln und eine komplette Schmiede werden gezeigt außerdem eine Sammlung von Waagen und Gewichten, verschiedenen Getreidemühlen und vieles mehr.
Glanzstück ist ein komplett aus Globigerinkalkstein gehauenen Küchenherd mit Feuerloch in der Mitte und eine Art steinernes Gitter als Abdeckung. Es gibt nur noch wenige dieser lokaltypischen Steinherde.

Museum der römischen Kultur

(Domus Romana, Roman House, in Rabat)

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Reste einer römischen Villa wurden 1881 bei Bauarbeiten vor dem Griechischen Tor (Greek Gate) in Mdina entdeckt. Es handelte sich um ein repräsentatives Atriumhaus mit der charakterischen Raumaufteilung in Empfangsraum (vestibulum), offenen Säulenhof (peristyl) und Speiseraum (triclinium) sowie verschiedene Nebenräume. Die in den drei Räumen erhaltenen Bodenmosaike werden ins 1. Jhd. v.u.Z. datiert und gehören somit neben Pompeji und sizilianischen Fundstätten zu den ältesten des westlichen Mittelmeeres.
In den 1920-er Jahren entstand auf den Fundamenten der Ausgrabung ein Rekonstruktionsbau, wobei erhaltene antike Gebäudereste, z.B. einige Originalsäulen im Peristyl, einbezogen wurden.
In Nebenräumen werden Fundstücke aus spätpunischer und römischer Zeit ausgestellt. Weiterе Räume zeigen Grabsteine von einem arabischen Friedhof, der Jahrhunderte später auf dem Gelände der Villa bestand.

Großmeisterpalast und Staatsräume

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Der Palast wurde als Regierungs- und Verwaltungsgebäude des Ordens sowie Residenz des Großmeisters ab 1571 durch Gerolamo Cassar (1520-1586) erbaut. Das Gebäude war äußerlich im strengen und schlichten Renaissance-Stil der damaligen Zeit Zeit gehalten. Im Gegensatz dazu wurden die repräsentativen Innenräume im Laufe der Jahrhunderte mit kostbaren Bildern, Möbeln, Tapeten, Gobelins usw. ausgestattet.
Besonders eindrucksvoll ist der Gobelinsaal (Tapestry Chamber), dessen Wände mit zehn kostbaren Gobelins bedeckt sind, die Pflanzen, Tiere und Ureinwohner aus damals noch weitgehend unbekannten und märchenhaften Ländern in Südamerika, der Karibik, Indien, Afrika zeigen.
Bemerkenswert ist der Ratssaal (Supreme Council Hall) mit dem Thron des Großmeisters und zwölf autentischen Darstellungen der Großen Belagerung von 1565 auf einem Wandfries.
Das Gebäude ist heute Amtssitz des Präsidenten und Tagungsort des Parlaments. Die Staatsräume der Großmeister sind mit ihrer kostbaren Ausstattung bis heute erhalten und können ebenso wie die Waffenkammer des Ordens besichtigt werden.

Waffenkammer des Großmeisterpalastes

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Die Sammlung geht auf das Arsenal des Johanniterordens zurück und enthält als solches neben Prestige-Waffen der Adligen die Gebrauchsausrüstungen vom einfachen Soldaten bis zum Offizier. Sie zählt heute noch 5.700 Stücke und gehört damit weltweit zu den größten Waffensammlungen. Ihre Exponate veranschaulichen 300 Jahre Entwicklung der Waffentechnik vom 15. Jhd. an, bis 1798.
Sie umfaßt Rüstungen, schneidende und Feuerwaffen aus allen europäischen Waffenschmieden der verschiedenen Perioden daneben auch etliche, vornehmlich türkische Beutewaffen und einige kuriose Stücke

Sacra Infermeria

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Das Hospital Sacra Infermeria Santo Spirito war 1575 als eines der wichtigsten Gebäude des Johanniterordens neben Großmeisterpalast und Kirche errichtet worden. Der Orden war einst als Hospitaliterorden zur Pflege der Kreuzritter und Pilger gegründet worden und im Gegensatz zu anderen Orden blieb Krankenpflege immer ein Hauptanliegen. Jeder Ritter tat einmal wöchentlich Hospitaldienst. Der Hospitalbetrieb war sowohl in der Organisation als auch medizinisch-fachlich äußerst fortschrittlich für die damalige Zeit. Z. Bsp. ermöglichte die Ausstattung mit Marmorfußboden und antibakteriellem Silbergeschirr vorbildliche Hygiene.
In den restaurierten Gebäuden des Hospitalkomplexes werden seit der Einweihung als „Mediterranes Konferenzzentrum“ (Mediterranean Conference Centre) 1978 bedeutende kulturelle Veranstaltungen sowie Tagungen, Konferenzen, Bankette usw. organisiert.
Es gibt auch geführte Besichtigungen der historischen Hospitalsräume, darunter die sehr eindrucksvollen Krankensäle – die heutige La Valette-Halle und Sacra Infermeria-Halle.
Der ehemalige große Haupthof des Hospitals wurde überdacht und ist als „Halle der Republik“ (Republic Hall) heute der größte geschlossene Veranstaltungsraum Maltas. Hier finden außer Tagungen und Konferenzen regelmäßig Konzerte, Opern- und Ballettaufführungen, darunter Gastspiele weltbekannter Ensembles statt.

Inquisitionspalast

in Birgu

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Das Gebäude des ehemaligen zivilen Gerichtshofes des Johanniterordens in Birgu wurde dem 1574 nach Malta berufenen Inquisitor zur Verfügung gestellt, nachdem die Ritter 1571 in ihre neue Hauptstadt Valletta umgezogen waren. Bis zur Abschaffung der Inquisition in Malta 1798 durch Napoleon war der Palast Residenz der Inquisitoren, die ihn im Laufe der Jahrhunderte ausbauten, erweiterten und ausschmückten.

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Heute ist das Gebäude einer der wenigen überhaupt erhaltenen und der einzige der Öffentlichkeit zugängliche Inquisitorspalast. Er enthält Privaträume des Inquisitors mit Küche, Speisezimmer und repräsentativem Treppenaufgang sowie die Räume des Inquisitionsgerichtes und das Gefängnis mit Folterkammer.

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Seit 1981 ist in den Räumen die Ausstellung des Nationalmuseums für Ethnografie untergebracht, die sich auf das religiöse Leben des maltesischen Volkes konzentriert. Zu sehen sind u.A. Monstranzen für die Karfreitagsprozession und die lokalen Patronatsfeste und eine Weihnachtskrippensammlung mit traditionellen maltesischen Krippen und solchen aus der ganzen Welt.

Museum „Altes Gefängnis“

in Rabat/Gozo

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Das Gefängnis befindet sich im rückwärtigen Teil des Gerichtshof (Law Courts) des Ordens gleich links hinter dem Tor am Kathedralen-Platz der Zitadelle von Gozo. Es wurde unter Großmeister Alof de Wignacourt (1601-1622) ab 1601 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet.
Erhalten ist eine größere Gemeinschaftszelle, die heute den Eingangsbereich bildet und für eine Dauerausstellung über die Befestigungsanlagen Gozos genutzt wird. In einem frei stehenden Block sind außerdem sechs Einzelzellen von 5,4 m² im Originalzustand erhalten. An den Wänden der Zellen und Korridore wurden historische Inschriften und Ritzzeichnungen der Insassen freigelegt, darunter Schiffe aus unterschiedlichen Epochen, Kreuze, Namen, Jahreszahlen, Hand-Abdrücke, kleine Spielfelder und Abstreichkalender.

Nationales Kriegsmuseum in Valletta

(Fort St. Elmo)

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Das im Fort St. Elmo untergebrachte Museum dokumentiert die beiden Weltkriege (1914-18 und 1939-45) mit Schwerpunkt auf der Rolle Maltas im Kriegsgeschehen und der Lage der Bevölkerung, insbesondere unter den schweren Bedingungen der Bombardements und der Blockade von 1940-42.
Prunkstücke der Ausstellung sind eines der drei Doppeldeckerflugzeug „Gloster Gladiator“, die zu Kriegsbeginn Maltas gesamte Luftwaffe bildeten, sowie das Georgskreuz, der Originalorden, der Malta 1942 durch den englischen König verliehen wurde und der bis heute Bestandteil der Nationalflagge ist.

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Maltesisches Kriegsmuseum

(Malta At War-Museum, in Birgu)

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Das Museum ist im Stadttor Couvre Port untergebracht. Von hier ausgehend wurden während der Flächenbombardements des 2. Weltkrieges innerhalb von vier Monaten von Frauen, Kindern und Alten Luftschutzräume in den Kalksteinfelsen gegraben.
Die Ausstellung ist den Lebensumständen der Zivilbevölkerung während der fast täglichen Bombardierungen und der monatelangen Versorgungsblockade zwischen 1940-42 gewidmet.

Anfahrt

Couvre Porte Gate
Il-Birgu

www.maltaatwarmuseum.com

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Lascaris-Gefechtsstände

Lascaris-Bastion in Valletta

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In den original erhaltenen Bunkern unterhalb der Lascaris-Bastion befand sich während des Zweiten Weltkrieges das Hauptquartier der Britischen, ab 1943 auch der Alliierten Mittelmeerstreitkräfte.
Anhand originaler Einrichtungsgegenstände, Modelle, Dioramen usw. wird die Arbeitsweise des Gefechtsstandes dokumentiert, von dem aus u.A. General Eisenhower 1943 die Invasion auf Sizilien leitete.

Technikmuseen

Eisenbahnmuseum

Das kleine Privatmuseum in Attard zeigt von Eisenbahnfans zusammengetragene historische Fotografien und Dokumente sowie maßstabsgetreue Modelle verschiedener Streckenabschnitte der historischen Trasse der zwischen 1839 und 1931 existierenden 11 km lange Eisenbahnlinie von Valletta nach Mdina.

Luftfahrtmuseum

Auf dem Gelände des ehemaligen Britischen Militärflughafens in Ta’ Qali nordöstlich von Mdina gründeten Enthusiasten das private Museum der Maltesischen Luftfahrt. In den alten Hangaren werden Fotografien, Dokumente und andere Gegenstände aus der Geschichte der maltesischen Luftfahrt ausgestellt. Es werden restaurierte und nicht restaurierte Flugzeuge, Motoren und andere Teile gezeigt. Der Erwerb weiterer Flugzeuge und sogar die Bergung einiger Flugzeuge aus den Gewässern rund um Malta sind geplant.

Meeresmuseum

(Malta Maritime Museum in Birgu)

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Die echten Malteserboote mit senkrechtem Steven sieht man immer seltener ...

Die echten Malteserboote mit senkrechtem Steven sieht man immer seltener …

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Das Museum wurde 1992 im Backhaus der britischen Streitkräfte am Hafen von Birgu eingerichtet. Seither wurden nach und nach Abteilungen für Historische Seefahrt, Unterwasserarchäologie, die Seefahrt unter den Ordensrittern, die britische Kriegsflotte auf Malta und traditionelle maltesische Boote eingerichtet.

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... dafür werden aber auch Kutter und Ausflugsboote in traditioneller Weise bemalt.

… dafür werden aber auch Kutter und Ausflugsboote in traditioneller Weise bemalt.

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Mit vielen Exponaten und Bildern veranschaulicht es die maltesische Marinegeschichte von gesunkenen Römerschiffen über die Kanonenbatterie einer englischen Fregatte bis zu Maschinenräumen von Dampfschiffen und Schwimmbaggern. Es werden maltesische Boote, Galeeren- und Schiffsmodelle, das Handwerkszeug der Schiffszimmerer u.A. gezeigt. Ein Unikat ist das Kapitänshandbuch „Portulano“ mit Details aller Häfen.

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Steinbruchmuseum

(Limestone Heritage, in Siggiewi)
Auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruches in Siggiewi wird ausführlich und sehr anschaulich alles rund um den maltesischen Kalkstein ausgestellt.
Schon die glatte, vertikale, -zig Meter hohe Steinbruchwand stellt für sich allein genommen eine eindrucksvolle Sehenswürdigkeit dar. Die einzelnen Schichten von Meeressedimenten sind ebenso wie die Spuren der Steingewinnung gut zu erkennen. Mit Hilfe von Dioramen werden die verschiedenen Techniken vom Abbau im Steinbruch und unterschiedlichen Bearbeitungsmethoden bis zum Bau der charakteristischen maltesischen Gebäude veranschaulicht. Eine Sammlung von Werkzeugen und Maschinen verdeutlicht die Entwicklung vom Handwerk zu einer für Malta bedeutenden Industrie. Eine Fossiliensammlung mit Muscheln, Korallen, Haifischzähnen u.A. vervollständigt die Ausstellung.

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Windmühlenmuseum Ta‘Kola 

in Xaghra/Gozo

Der Wind weht auf Malta stetig und kräftig – mindestens seit der Ritterzeit wird diese Energie zum Mehlmalen ebenso genutzt wie zur Wasserförderung für die Bewässerung.
Außer Windmühlen waren auch Mühlen mit „Eselantrieb“, also Göpelwerke, weit verbreitet. Ein solches Göpelwerk ist im Folkloremuseum in Rabat/Gozo zu besichtigen.

 

In Malta sind folgende Windmühlen erhalten:

  • In der pittoresken Landschaft Gharghur am Ortsrand von Paceville wird eine Mühle als Wohnhaus genutzt
  • Am Ortsrand von Zurrieq in Richtung Hal Far steht die restaurierte Mühle Ta’Xarolla
  • Am Ortseingang von Xewkija/Gozo sind die Überreste einer Mühle aus der Zeit Großmeister Ramons Perellos y Roccaful (1697-1720) erhalten. Ihre acht Ecken markieren die acht Himmelsrichtungen.

 

In Xaghra auf Gozo befindet sich in der Ta’Kola-Mühle das einzige Windmühlenmuseum. Sie wurde 1725 unter Großmeister de Vilhena erbaut und bis in die 1980-er Jahre betrieben.

Der voll funktionstüchtige Mühlenmechanismus befindet sich im Obergeschoss. Im Mittelgeschoss sind die Wohnräume der Müllerfamilie mit Originalinventar zu besichtigen. Im Erdgeschoss sind die Werkstatt für Hilfs- und Reparaturarbeiten – wie Schreinerei, Schmiede und Steinmetzarbeiten – sowie Vorratsräume untergebracht.

Naturkundemuseen

Nationalmuseum für Naturgeschichte

(National Museum of Natural History in Mdina)

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Das Museum ging 1963 aus der Naturwissenschaftliche Sektion des Maltesischen Nationalmuseums hervor. Es ist heute in einem Adelspalast in Mdina untergebracht, den Großmeister Manoel de Vilhenas ab 1726 anstelle des Gebäudes der Universita – des Rates der Maltesischen Adligen – als seine Stadtresidenz errichten ließ.

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Die Ausstellung gibt Aufschluß über Entstehung und geologischen Aufbau der maltesischen Inseln sowie über deren Lebensräume. Mittels Dioramen werden die ausgestellten, vorwiegend heimischen Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen gezeigt, wobei deren Bedeutung sowie Schutzwürdigkeit veranschaulicht werden.
Anhand der endemischem Maltesischen Mauereidechse (Podarcis filfolensis) wird die Anpassung von Lebewesen unter isolierten Bedingungen gezeigt.
Es gibt eine umfangreiche Mineralien- und Gesteinssammlung aus aller Welt, eine paläontologische Sammlung mit Seeigelarten und anderen Meeresfossilien, eine ornithologische Sammlung mit präparierten Vögeln, Eiern und Nestern, eine Insektensammlung, eine umfangreiche Sammlung heimischer und exotischer Schalentiere.

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Das Museum ist auch eine renommierte Forschungsstätte und beherbergt die nationalen zoologischen und geowissenschaftlichen Sammlungen Maltas sowie eine entsprechende Fachbibliothek.

Naturkundemuseum

(Gozo Nature Museum in Rabat/Gozo, ehemals Natural Science Museum)

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Das Museum ist in einem der noch erhaltenen historischen Gebäude in der Zitadelle von Rabat untergebracht.

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Es zeigt eine Mineralien- und Gesteinssammlung, deren Hauptattraktion eine Sammlung von Stalakmiten und Stalaktiten aus gozitanischen Tropfsteinhöhlen ist. Es gibt eine Fossiliensammlung mit Meeresfossilien sowie fossilen Knochen ausgestorbener Tiere Maltas wie Zwergflußpferd und -elefant, eine botanische und eine Insektensammlung.
Im Aufbau ist eine bemerkenswerte Ausstellung über Lebensräume und Ökosysteme der maltesischen Inseln, in der Gozo natürlich den Schwerpunkt bildet.

Paläontologisches Museum und Höhle von Ghar Dalam

(bei Birzebugga)

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Das Museum wurde unmittelbar am bedeutenden paläontologischen Fundplatz, der Höhle Ghar Dalam (aar-dalam, “Höhle der Finsternis”) eingerichtet.

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In einem 2002 eingerichteten modernen Gebäude werden die außerordentlich reichen Fossilienfunde aus der Höhle ausgestellt. Es handelt sich um Knochenmaterial inzwischen ausgestorbener Tierarten wie Flußpferd, Elefant, Hirsch, Bär, Wolf sowie von Kleintieren und Vögeln. Interessant ist, dass alle großen Säugetierarten auf Malta Zwergformen ausgebildet hatten. Neben den Originalfunden aus der Höhle geben auch Präparate neuzeitlicher Tiere ein Bild der damaligen Fauna Maltas. Das vielgezeigte Skelett eines “Zwergelefanten” z.Bsp. stammt von einem im Hamburger Zoo verstorbenen Jungtier.

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Die in der jüngsten Höhlenschicht entdeckten menschlichen Relikte – Keramik, Obsidian- und Feuersteinwerkzeuge, Haustier- und Nutzpflanzenreste – stellen die ältesten Besiedlungsspuren auf Malta dar.

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Neben dem Museum ist auch die Höhle selbst für den Besucherverkehr zugänglich. Von der ursprünglich 5 m mächtigen fossilführenden Sedimentschicht sind noch zwei Referenzprofile erhalten, anhand derer die inzwischen ausgegrabenen unglaublichen Knochenmengen deutlich werden.