Geologie und Landschaft

Vom Standpunkt der Geologie aus gehört Malta – wie auch Südsizilien – zur afrikanischen tektonischen Platte, die sich hier unter die europäische Platte schiebt.

Genesis/Geologische Entwicklung:

vor 60 Mio Jahren (Paläozän):

  • Ablagerung von Meeressedimenten, Entstehung des Korallen- und Globigerinenkalksteines sowie von Ton- und Sandstein

vor 5 Mio Jahren (Pliozän):

  • Hebung der Sedimentplatte, dabei Abkippen in nordöstlicher Richtung, Herausbildung der Steilküste im Süden und Westen sowie der flachen Felsenküsten im Norden
  • großer geologischer Bruch (Great Fault) von Nordost nach Südwest quer durch die Insel, Herausbildung eines Horst-Graben- Systems im Nordwesten: Entstehung einer Bruchkante von über 100 m Höhe sowie parallel dazu liegender Hügelrücken (Ridges) und Täler (Wieds). Die Hügel – Wardija Ridge, Bajda Ridge, Mellieha Ridge, Marfa Ridge – erreichen Höhen von bis zu 129 m. Die Täler dazwischen liegen auf einer Höhe um 0 m üNN und laufen nach beiden Seiten in flachen Meeresbuchten aus. Hier befinden sich die Sandstrände der Insel.
  • kleiner Geologischer Bruch (Maghlaq Fault) von Nordwest nach Südost: Herausbildung der Niederung zwischen Valletta und Mdina sowie der Hochplateaus südlich und westlich davon.

fortgesetzt:

  • Karsterosion und Auswaschung des Kalksteines, Entstehung bizarrer Klippen und Felsenbildungen, tief eingeschnittener Felsenbuchten, Höhlen, Dolinen usw. ;

Bei der Hebung der Kalksteinplatte entstand die steile Abbruchkante der Südküste

Bei der Hebung der Kalksteinplatte entstand die steile Abbruchkante der Südküste

Gozos Landschaft wird von Tafelbergen geprägt

Gozos Landschaft wird von Tafelbergen geprägt

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Stratigrafie:

Im Gesteinssockel von Malta und Gozo lassen sich fünf Hauptschichten unterscheiden. Das sind von unten nach oben:

  • Unterer Korallenkalk
  • Globigerinenkalk
  • Blauer Tonstein
  • Grüner Sandstein
  • Oberer Korallenkalk

Gesteine

Die Inseln sind fast vollständig aus Kalkstein aufgebaut wobei nach der Art der gesteinsbildenden Organismen zwischen Korallenkalk und Globigerinenkalk unterschieden wird. ;

Der Kalkstein wird industriell abgebaut und in der Bauindustrie verwendet

Der Kalkstein wird industriell abgebaut und in der Bauindustrie verwendet

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Der Globigerinenkalk ist verhältnismäßig weich bei Abbau und Verarbeitung, an der Luft verhärtet er jedoch und wird widerstandsfähiger gegen Erosion. Deshalb wird er seit den Zeiten der Tempelbauer bis in die Gegenwart im Bauwesen intensiv genutzt und verleiht den maltesischen Bauten ihre charakteristische warmgoldene Farbe. Der Stein wird hauptsächlich im Gebiet südlich des Flughafens, rund um Siggiewi sowie im Südwesten Gozos abgebaut. Unterwegs in diesem Gebiet gelingt es manchmal, einen Blick in einen der Steinbrüche zu werfen, deren unglaubliche Tiefe man nur im Vergleich mit dem „mächtigen“ Kirchengebäude oberhalb erfassen kann.

 

Steinbruchmuseum                                  

Eine gute Vorstellung über die verschiedenen Steinarten und die Abbau- und Verarbeitungstechniken vermittelt ein Besuch des Steinbruchmuseums (Limestone Heritage), das mittels Dioramen und einer Sammlung von Werkzeugen und Maschinen die Arbeitstechniken von der Gewinnung im Steinbruch über verschiedene Bearbeitungsmethoden bis zum Bau der charakteristischen maltesischen Gebäude vermittelt. Es gibt auch eine Fossiliensammlung mit Muscheln, Korallen, Haifischzähnen u.A.

Minerale und Fossilien

Da sich der Kalkstein aus den Überresten von Meeresorganismen bildet enthält er große Mengen von Versteinerungen. Die meißten finden sich in den in Betrieb befindlichen Steinbrüchen, wo ständig neue, unberührte Gesteinsschichten angeschnitten werden. Oft findet man sie aber auch an der Oberfläche. Die Felsen rund um das «Azurfenster» (Azur Window) enthalten z.Bsp. Versteinerungen des «Sanddollars» (Clypeasteroidae) – einer flachen Seeigelart – und anderer Meeresorganismen.

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Durch Erosion werden im Kalkstein enthaltene Fossilien freigelegt wie Muscheln ...

Durch Erosion werden im Kalkstein enthaltene Fossilien freigelegt wie Muscheln …

... oder "Sanddollars" – eine Seeigelart - in der Nähe des "Azur Window"

… oder “Sanddollars” – eine Seeigelart – in der Nähe des “Azur Window”

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Sammlungen von Mineralien und Fossilien befinden sich in den Naturkundemuseen in Mdina und Rabat/Gozo, im Paläontologischen Museum Ghar Dalam sowie im Steinbruchmuseum.

Süßwasservorkommen

Oberflächengewässer gibt es auf Malta nicht. Die Bäche in den Tälern und Schluchten (Wied) bilden sich nur im Winter, wenn kurzzeitige aber heftige Regenschauer auftreten. Da es keine Auffangbecken gibt fließt dieses Wasser ungenutzt ins Meer. Ein bedeutender Teil der Niederschläge verdunstet und nur ca. 10 % versickert und füllt das Grundwasser auf. Das ist nur dort möglich, wo Tonschichten das schnelle Versickern des Wassers im porösen Kalkstein verhindern, d.h. in den Tälern im Nordwesten Maltas und auf Gozo sowie auf dem Plateau von Mdina, wo sich die einzigen ergiebigen Quellen Maltas befinden. Auf Gozo ist der  kleine Ort Fontana am südlichen Stadtrand von Rabat für seine Quellen bekannt.

 

Daneben gibt es auf Malta ein Wassersammelsystem. Dabei sammelt sich das durch den Kalkstein sickernde Wasser in Stollen, von wo es abgepumpt wird. Eine dieser Pumpstationen mit einem Stollensystem von 6 km Länge befindet sich in der Nähe von Siggiewi, insgesamt gibt es in Malta über 40 km solcher Stollen. Ein Vorteil dieses Systems besteht darin, dass das so geförderte Wasser schon einen natürlichen Filtergang durch die Kalksteinschichten durchlaufen hat.

Trotzdem können die Wasserresourcen Maltas den Bedarf nicht annähernd decken. Um die Bevölkerung, die Industrie, die Landwirtschaft und nicht zuletzt den Tourismus mit Trinkwasser zu versorgen werden schon Tiefbrunnen ausgebeutet und wurden vier Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut. Aber diese Ressourcen sind ebenfalls begrenzt. Die Entsalzung von Meerwasser ist unverhältnismäßig energieintensiv und da Malta auch nicht über Energieträger verfügt mußte diese Form der Süßwassergewinnung reglementiert werden.

Ein Großteil des Süßwassers wird heute importiert, d.h. das Wasser wird mit Tankern angeliefert und in das Trinkwassernetz eingespeist. Die großen Hotels sind übrigens nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen, sie müssen ihr Wasser selbst importieren.

 

 

Böden

Die meisten der auf Malta anzutreffenden Böden gehören zum Typ Terra Rossa, d.h. der «Roten Erden», die sich bei der Verwitterung kalkhaltiger Gesteine bilden. Obwohl sie kaum Humus enthalten sind sie sehr fruchtbar.

Die Boden- und Klimabedingungen auf Malta sollten eigentlich eine entwickelte Landwirtschaft ermöglichen. Trockenheit und das Fehlen von Wasserresourcen zur Bewässerung schränken diese Möglichkeiten aber stark ein.

Mit niedrigen Steinmauern werden die Felder gegen Erosion geschützt.

Mit niedrigen Steinmauern werden die Felder gegen Erosion geschützt.

 

Deshalb werden nur in den Tälern im Nordwesten Maltas und auf Gozo, wo es oberfächennahe Grundwasserhorizonte gibt, die Felder ganzjährig bearbeitet und drei Ernten eingebracht. Es wird hauptsächlich Gemüse angebaut. In den übrigen Gebieten herrscht Trockenfelderbau, d.h. die Felder werden nur im zeitigen Frühjahr bearbeitet und liegen nach einer Ernte im Mai brach. Die Erosion des ungeschützten Bodens ist in dieser Zeit sehr stark. Durch die Errichtung niedriger Steinmauern, die die Kraft des Windes bremsen und hinter denen sich die Bodenpartikel ablagern, haben die Bauern gelernt, der Abtragung des Bodens entgegenzuwirken .

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Außer Terra Rossa-Böden sind kleinräumig, z.B. auf Abhängen, Klippen und den unterhalb anstehenden Schuttkegeln auch Rohböden anzutreffen, die wegen der kalkhaltigen Ausgangsgesteine einen hohen Karbonatgehalt aufweisen und nur für angepasste Vegetation geeignet sind.

Natursehenswürdigkeiten

Klippen

Ein Großteil der 180 km langen maltesischen Küste wird durch Klippen gebildet, die besonders im Süden von Malta und Gozo imposante Höhen erreichen.

Die Dingli-Klippen sind die höchsten des Archipels

Die Dingli-Klippen sind die höchsten des Archipels

 

Die Dingli-Klippen (Dingli Cliffs), die sich in der Mitte der Südküste der Hauptinsel Malta befinden, erreichen an ihrem höchsten Punkt – Ta’ Dmejrek – eine Höhe von 262,6 m üNN, was gleichzeitig den höchsten Punkt des maltesischen Archipels darstellt. Allerdings ist der obere Teil des Abhangs hier durch mehrere Bermen unterteilt, deren oberste genügend breit und mit einer Erdschicht bedeckt ist, so daß sie sogar landwirtschaftlich genutzt wird. Auf einer solchen Berme befinden sich auch die Megalithtempel Hagar Qim und Mnajdra. Von dort hat man einen großartigen Ausblick auf die Klippen, ein weiterer beliebter Aussichtspunkt befindet sich bei der St. Madalena-Kapelle. Am beeindruckendsten ist aber sicherlich der Blick auf die Klippen von Bord eines Schiffes aus. Ebenfalls einen Blick von unten her hat man aus der Bucht Migra Ferha, in die man von Mtahleb aus hinabsteigen kann.

 

Die Ta'Cenc-Klippen sieht man bei der Überfahrt nach Gozo

Die Ta’Cenc-Klippen sieht man bei der Überfahrt nach Gozo

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast noch großartiger sind die Ta’Cenc-Klippen, die das Südufer der Insel Gozo bilden. Ihre Höhe beträgt «nur» 145 m, dafür fallen sie aber als ein einziger ununterbrochener Felshhang ins Meer. Die Ta’Cenc-Klippen sind bei der Überfahrt von Malta nach Gozo von Bord der Fähre aus sehr gut zu sehen.

 

Pittoreske Klippen sind auch im Gebiet Ta’Munxar in der Nähe der St. Thomas Bay, im Norden der Marfa-Halbinsel (Marfa Ridge), im Westen Gozos beim «Azurfenster» (Azur Window) und an vielen anderen Plätzen Maltas und Gozos anzutreffen.

 

Durch einen Klippenabrutsch entstanden nördlich von Nadur auf Gozo zwischen den Buchten San Blas und Dahlet Qorrot die Mistra-Felsen (Mistra Rocks) – ein breiter Streifen chaotisch-bizarrer Kalksteinfelsen. Hier soll ein Naturlehrpfad Mistra (Mistra nature trail) und im nahen Isopu-Turm (auch San Blas Tower) ein Besucherzentrum eingerichtet werden.

 

Pittoresk sind auch die langen schmalen Felsenbuchten in der maltesischen Küstenlinie. Sie werden oft mit norwegischen Fjorden verglichen aber diese Ähnlichkeit besteht nur auf Karten. Sie wurden nicht durch Gletscher sondern durch Wasser eingeschnitten, ihre Abhänge sind weniger steil und heute in der Regel mit Siedlungen überbaut. Dazu gehören z.B. die Buchten von Marsaskala und Wied iz-Zurrieq, auf Gozo die Buchten von Xlendi und Mgarr ix-Xini sowie einige andere.

 

Eine vielbesuchte Felsbildung in den Klippen ist das "Azurfenster" im Westen Gozos

Eine vielbesuchte Felsbildung in den Klippen ist das “Azurfenster” im Westen Gozos

 

Eine besonders eindrucksvolle Felsbildung der Klippen stellt das «Azurfenster» (Azur Window) im Gebiet Dwejra im Westen Gozos dar. Es handelt sich um einen Felsbogen von 20 m Höhe, der «mit einem Bein» im Wasser steht. Von der Landseite aus kann der Bogen, dessen Länge ca. 100 m beträgt, begangen werden. In den Felsen oberhalb treten an vielen Stellen Fossilien auf, ebenso wie die geheimnisvollen Karren- oder Schleifspuren (Cart ruts). In der Tiefe unter dem Bogen befindet sich das «Blaue Loch» (Blue Hole) – ein beliebter Tauch-Spot.

 

 

Auf dem "Pilzfelsen" (Fungus Rock) züchteten die Ordensritter den berühmten Malteserschwamm

Auf dem “Pilzfelsen” (Fungus Rock) züchteten die Ordensritter den berühmten Malteserschwamm

 

 

 

 

Einige 100 m südlich liegt der «Pilzfelsen» (Fungus Rock) – ein einzeln stehender Felsen vor der fast kreisrunden, steilwandigen Dwejra-Bucht (Dwejra Bay). Auf dem Pilzfelsen züchteten die Ordensritter seinerzeits den Malteserschwamm (Cynomorium coccineum) dessen Extrakt in den Ordenshospitalen zur Wundheilung und Blutstillung genutzt wurde.

Auch eine Wirkung als Aphrodisiakum wird ihm zugeschrieben. Obwohl durch neuzeitliche Forschungen (u.A. 1968 in England) weder das Eine noch das Andere bestätigt werden konnte, wurde der Pilz im 16/17. Jahrhundert an alle Fürstenhöfe Europas geliefert und brachte den Rittern so beträchtliche Einnahmen, dass sie den Zugang zum Felsen streng bewachten. Etwas oberhalb am Ufer steht bis heute ein

Mittels Korbseilbahn betraten die Ritter den Felsen. Reste ihrer Stufen sind bis heute sichtbar.

Mittels Korbseilbahn betraten die Ritter den Felsen. Reste ihrer Stufen sind bis heute sichtbar.

damals extra errichteter Wachturm. Wenn man den Pilzfelsen vom nächstgelegenen Ufer aus aufmerksam betrachtet sieht man Reste von Stufen. Die Ordensritter setzten mit Hilfe eines Korbes an einer 35 m langen Trosse dorthin über. Der Diebstahl des Wunder”pilzes” (es handelt sich um eine Pflanze) wurde mit dem Tode bestraft.

 

 

 

Die Dweijra-Bucht (Dwejra Bay) stellt mit ihrer fast kreisrunden Form, den steilen Felswänden und dem tiefblauen Wasser ebenso wie das sogenannte «Binnenmeer» (Inland Sea) den Überrest einer großen, eingestürzten Höhle dar. Das „Binnenmeer“ ist der geschützte Bootsliegeplatz der ortsansässigen Fischer. Durch einen Tunnel ist es mit dem Meer verbunden. Die Fischer bieten Bootsfahrten durch den Tunnel, entlang der Klippen und durch das „Azurfenster“ an.

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Höhlen

Vom Meer aus sind viele Höhlen in der Steilküste sichtbar. Hier Comino

Vom Meer aus sind viele Höhlen in der Steilküste sichtbar. Hier Comino

Malta ist reich an für Kalkstein typischen Karsthöhlen.

Am bedeutendsten ist die Höhle Ghar Dalam bei Birzebugga, in der Fossilien ausgestorbener Großtiere sowie die Spuren der ältesten menschlichen Besiedlung der maltesischen Inseln entdeckt wurden. Die Höhle ist für Besucher geöffnet, anbei befindet sich ein Museum, das die reichen Funde zeigt.

Zur Kalypso-Grotte (Kalypso Cave), die hoch in den Felsen der Ramla-Bucht (Ramla Bay) im Norden Gozos liegt, kann man vom Strand aus hinaufklettern oder von Xaghra her absteigen. Nach der Legende wurde Odysseus genau hier von der Nymphe Kalypso gefangen gehalten. Der hintere Teil der Grotte ist heute eingestürzt, so dass sie gesperrt werden mußte. Vom Vorplatz bietet sich aber ein großartiger Ausblick über die Bucht und entlang der Klippen.

Ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist die «Blaue Grotte» (Blue Grotto, Tat il-Hnejja) bei Zurrieq auf Malta. Sie ist nur von der Meerseite aus zugänglich, bei ruhigem Wetter kann man sie mit dem Boot von der Zurrieq-Bucht aus in 20 Minuten erreichen. Die Grotte ist der größte von sechs miteinander verbundenen Höhlen-Sälen, in die man mit dem Boot hinein fahren kann. Die Besonderheit der Grotte besteht in der tief türkisblauen Farbe ihres Wassers, die durch die hier lebenden Zyanobakterien entsteht.

 

Die gleiche leuchtend türkise Färbung des Wassers findet man in der «Blaue Lagune» (Blue Lagoon) genannten Bucht an der Nordwestküste Cominos. Der maltesische Name „Bejn il-Kmiemen» bedeutet „zwischen den Inseln“ und bezieht sich auf den Felsen Cominotto, der die Bucht zum Meer hin abschließt. Teile der flachen Bucht mit ihrem feinsandigen Grund und dem kristallklaren Wasser wurden 2002 zur „Area of Ecological Importance“, also zum Gebiet besonderer ökologischer Bedeutung“ in Bezug auf dort lebende Arten und deren Habitate deklariert.
Die Bucht ist bei Schwimmern und Schnorchlern gleichermaßen beliebt und in der Saison dementsprechend stark frequentiert.
Es verkehren Personenfähren von Cirkewwa auf Malta und von Mgarr auf Gozo sowie Ausflugsboote von Sliema und Birgu.

Wohnhöhlen

Viele der maltesischen Höhlen wurden seit dem Altertum bis ins 20. Jhd. hinein als Wohnungen genutzt. Zu diesem Zweck wurden die Höhlen oft erweitert, durch Wände in Zimmer unterteilt und der Eingang durch Wände mit Türen verschlossen. Die bekannteste ist die Il-Kbira-Höhle (Ghar Il Kbira) auf dem Plateau zwischen Buskett Garten und Dingli-Klippen im Süden Maltas. Weitere Beispiele solcher Höhlen findet man u.A. auf dem «Xemxija-Geschichtspfad» (Xemxija Heritage Trail) in Xemxija, der mit viel Engagement durch einheimische Freiwillige eingerichtet wurde. Ehemalige Wohnhöhlen trifft man an vielen Plätzen Maltas, so in Mellieha, Naxxar, Rabat, Mgarr, im Süden Gozos u.A. Bis heute werden viele dieser Höhlen als Lagerraum, Garage o.Ä. genutzt.

Einige maltesische Höhlen wurden früher als Wohnungen ...

Einige maltesische Höhlen wurden früher als Wohnungen …

... oder als Lagerraum, Bootshaus - wie hier an der Xweijni-Bucht, Gozo - genutzt.

… oder als Lagerraum, Bootshaus – wie hier an der Xweijni-Bucht, Gozo – genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Höhlenkirchen

Genauso oft wurden Höhlen als Kapellen oder sogar als Kirchen genutzt. Eine der bekanntesten ist die Höhlenkirche St. Marien unterhalb der Pfarrkirche von Mellieha. Sie wurde wohl an der Stelle eines heidnischen Kultplatzes gegründet. Es ist nur eine Felsenapsis mit Malereien der Maria und Votivgaben – silbernen Miniaturdarstellungen von Körperteilen und –organen, für die um Heilung gebeten wurde – erhalten. Vom Kirchenvorplatz hat man eine gute Sicht auf die gegenüberliegende Seite der Schlucht, wo sich ehemalige Wohnhöhlen befinden.

Die Paulus-Grotte in Rabat, in der nach der Legende der Heilige Paulus nach seiner Ankunft auf Malta im Jahre 60 u.Z. gefangen gehalten wurde, diente später als Kapelle und gehört heute zur St. Pauls-Kirche in Rabat (St. Paul’s Church), die später über der Grotte errichtet wurde.

Unterirdische Kirchen und Kapellen befinden sich u.A. auch in Naxxar und Ta’Zuta. (Underground Chapel)

Grabhöhlen

Viele Höhlen wurden seit frühester Zeit für Begräbniszwecke genutzt. Einige wurden später künstlich erweitert und zu Felskammergräbern ausgebaut, die z.Bsp. bei Zebbug auf Malta große Grabfelder bilden. Viele der punischen Schachtgräber und römisch-frühchristlichen Katakomben gehen auf natürliche Höhlen zurück.

Tropfsteinhöhlen

Tropfsteinhöhlen gibt es vor allem auf Gozo, die bekannteste ist die Glocken-Höhle (Il-Qniepen, „the Bells“) in der Schlucht ix-Xini (Wied ix-Xini) südlich Xewkija. Von der Höhlendecke hängen große Stalaktiten wie die Klöppel einer Glocke herab. Ein Teil der Höhle ist bereits mitsamt den Stalagtiten in die Schlucht gestürzt.
Die Schlucht mit weiteren Natur- und Kulturdenkmälern sowie der Mündungsbucht wurde als ix-Xini- Regionalpark unter Schutz gestellt, Schlucht und Höhle sind frei zugänglich.
In Xaghra wurden bei Bauarbeiten unter den Häusern der Herren Nenu und Xerry zwei kleinere Tropfsteinhöhlen entdeckt (Nenu’s Cave und Xerrie’s Grotto). Beide Höhlen können besichtigt werden, der Weg in die Höhlen führt jeweils durch die Häuser der Besitzer.
Das Naturkundemuseum in Rabat (Gozo) zeigt u.A. eine Sammlung von Stalakmiten und Stalaktiten aus gozitanischen Tropfsteinhöhlen.

Dolinen

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In den Dolinen - hier nördlich von Xemxija - herrscht ein vergleichsweise kühleres und feuchteres Mikroklima mit üppigerer Vegetation.

In den Dolinen – hier nördlich von Xemxija – herrscht ein vergleichsweise kühleres und feuchteres Mikroklima mit üppigerer Vegetation.

Dolinen – kreisförmige, kesselartige Senken – sind Überreste eingestürtzter Karsthöhlen. Die größte ist die Maqluba-Senke mit einem Durchmesser von 100 m und eine Tiefe von 60 m. In ihr herrscht ein besonderes, vergleichsweise kühleres und feuchteres Mikroklima, die Vegetation ist üppiger. Die Doline ist über die Ortschaft Qrendi zu erreichen, ca. 150 m von der Kirche San Mattew führen Stufen in den Kessel hinab.

Ähnliche Einsturzkessel gibt es auch an anderen Stellen, z.B. am Ortsrand von Xemxija in Richtung Mistra Bay.

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Windskulpturen

Eine besondere Sehenswürdigkeit Maltas sind die «Windskulpturen», die unter dem Einfluß der Winderosion in dem relativ weichen Gestein entstehen. Besonders günstige Bedingungen für ihre Entstehung herrschen an der Nordwestküste Gozos. Hier stehen am «Kap Hekka» (Hekka Point) besonders ausdrucksvolle pilzförmige Steinsäulen. Die gesamte Küste zwischen Kap Hekka und der Xweijni-Bucht (Xweijni Bay) besteht aus vom Wind abgeschliffenen, glatten Felsen, die oft interessante Formen wie Wellen oder Pilze bilden. Ähnliches findet man auch oberhalb des «Azurfensters» (Azur Window) und im Süden der Xlendi-Bucht (Xlendi Bay) am Fuße des Wachturms (Xlendi Tower). Auch finden sich in diesen Felsen Höhlen, die durch die einheimischen Fischer und Salinenarbeiter erweitert und als Lagerräume genutzt werden. Bei den ständig herrschenden starken Winden werden sie gern von Wanderern als windgeschützter Rastplatz aufgesucht.

 

In der Xweijni-Bucht auf Gozo bilden die vom Wind abgeschliffenen Felsen interessante Formen wie Wellen ...

In der Xweijni-Bucht auf Gozo bilden die vom Wind abgeschliffenen Felsen interessante Formen wie Wellen …

... oder Pilze.

… oder Pilze.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Großer geologischer Bruch

(Great Fault)

Die bis 100 m hohe tektonische Bruchkante (Great Fault) durchzieht die Insel Malta von NO nach SW

Die bis 100 m hohe tektonische Bruchkante (Great Fault) durchzieht die Insel Malta von NO nach SW

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Der geologische Bruch verläuft von Nordost nach Südwest ungefähr von Madliena bis Bahrija. Die klare Abbruchkante erreicht teilweise Höhenunterschiede von 100 m und ist im Gelände gut zu beobachten. Sie bildet ein natürliches Hindernis gegen das Eindringen auf die Insel von Nordwesten her. Die Britischen Streitkräfte befestigten im 19. Jhd. diese Linie zusätzlich durch vier Forts, die mit einer 12 km langen Wehrmauer verbunden wurden. Kriegshandlungen hat diese «Victoria Lines» bzw. «Dweijra Lines» genannte Befestigung nie erlebt. Heute gibt es hier einen beliebten Wanderweg, der direkt an der Mauer entlang, tw. sogar auf ihr verläuft.

Vegetation

Natürliche Vegetation

Wenn man die geringe Größe, die Einförmigheit der Habitate und die hohe Bevölkerungsdichte berücksichtigt gibt es in Malta eine erstaunlich reiche Vegetation. Hauptsächlich sind das Arten magerer Karststandorte, die an das trockene Klima und die stark basischen Böden angepaßt sind.

 

Es ist anzunehmen, dass Malta in der Vergangenheit von einem Hartlaubwald mit typischen Vertretern wie Steineiche (Quercus ilex) und Aleppokiefer (Pinus alepensis) bedeckt war. Relikte solcher Wälder sind auf anderen Mittelmeerinseln bis heute anzutreffen. Schon die Tempelbauer nutzten diesen Wald als Bau- und Brennmaterial. In der Bronzezeit war das Holz der einzige verfügbare Brennstoff bei der Bronzeverarbeitung. In phönizischer und römischer Zeit kam noch der Bedarf für Schiffbau und –reparaturen dazu, was spätestens zu dieser Zeit zur totalen Abholzung führte. Heute gibt es in Malta keine natürlichen Gehölzbestände mehr. Der beliebte Buskett-Landschaftspark (Buskett Gardens) wurde durch die Ordensritter angepflanzt. Auf den Wardija- und Bajda-Rücken (Wardija Ridge und Bajda Ridge) gibt es kleine Aufforstungsflächen, man trifft auf einzelne verwilderte Johannisbrotbäume (Ceratonia siliqua).

 

Auf nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen entwickelte sich eine Sekundärvegetation des Macchia-Typs, die aus trocknis- und windbeständigen hartlaubigen Sträuchern und Zwergbäumen – bis 5 m Höhe – der Arten des ursprünglichen Waldes besteht. Vertreter sind die schon genannte Steineiche, Aleppokiefer sowie andere immergrüne Eichenarten, Johannisbrotbaum, wilder Olivenbaum, verschiedene Pistazienarten und andere.

Die Garigue mit niedrigem, immergrünem Buschwerk ist der in Malta am meisten verbreitete Vegetationstyp

Die Garigue mit niedrigem, immergrünem Buschwerk ist der in Malta am meisten verbreitete Vegetationstyp

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Am weitesten verbreitet ist in Malta der Vegetationstyp der Garigue, also niedriges – bis 1 m Höhe – immergrünes Buschwerk, der sich bei sehr intensiver Nutzung z.B. als Ziegenweide aus dem Wald oder der Macchia bildet. Im Frühjahr allerdings, bei erhöhter Feuchtigkeit, werden die Inseln grün, blühen die Asphodelien und viele Arten von Zwiebelblumen. In den Schluchten (Wied), wo es kühler und feuchter ist und manchmal sogar eine Quelle gibt, trifft man auf verhältnismäßig üppige Vegetation. Hier gibt es die größte biologische Artenvielfalt, darunter sogar mehrere Orchideenarten.

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Im Frühjahr blühen die Asphodelien ...

Im Frühjahr blühen die Asphodelien …

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... und viele Zwiebelpflanzen wie Freesien.

… und viele Zwiebelpflanzen wie Freesien.

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In Malta gibt es 17 endemische Arten.

Bekannt ist der «Malteserschwamm» (Сynomorium coccineum), der in Malta ausschließlich auf dem «Pilzfelsen» (Fungus Rock) vor der Westküste Gozos vorkommt, sonst aber auch auf Sizilien, Sardinien, Korsika, in Marokko und Spanien.

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Parks und Gärten

Bei allen heute in Malta existierenden Gehölzbeständen handelt es sich um Anpflanzungen.

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Der Landschaftspark Buskett (Buskett Gardens) zu Füßen des Verdala-Palastes (Verdala Palace) ist der bekannteste und größte. Er wurde 1565 als Jagdrevier durch Großmeister Lascaris angelegt. Er ist Maltas größtes “Wald”gebiet und schließt außerdem Weinberge, Oliven- und Zitrusplantagen und am Verdala-Palast ein barockes Parterre ein. Er ist ein beliebter Picknickplatz und Hauptort des alljährlichen Mnarja-Festes.

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Der Ta’Qali-Freizeitparkpark (Ta’Qali National Park) ist ein modernes Erholungsgebiet, das nach dem Krieg auf dem Gelände des Militärflughafens Ta’Qali eingerichtet wurde. Der Park verfügt über eine Vielzahl von Sport- und Erholungseinrichtungen und ist ein beliebter Picknickplatz. Ungeachtet der hohen Belastung stellt er doch eines der auf dem Archipel seltenen Habitate für wilde Pflanzen, Insekten, Vögel und Kleintiere dar.

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Der Botanische Garten Argotti (Argotti Botanical Gardens) entstand aus einer Pflanzensammlung – heimischer und exotischer – in Floriana von 1800, die 1805 im Argotti-Garten auf den Bastionen Florianas untergebracht wurde. In der von der Universität verwalteten «Privaten Sektion» des Gartens gibt u.A. eine Sammlung maltesischer Endemiten. Es sind einige barocke Stilelemente der ursprünglichen Argotti-Gärten erhalten. Zusammen mit den benachbarten Gärten – dem «Garten der Stille» (Garden of Rests), «Sa Maison-Garten», «St. Philips-Garten» – stellt das wenig besuchte Areal ein Refugium für Pflanzen und Tiere sowie eine Ruheinsel für den Besucher dar.

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Palast und Garten von San Anton (San Anton Palast und Garten) in Attard wurden 1623-36 durch Großmeister Antoine de Paul errichtet und ist jetzt Residenz des maltesischen Präsidenten. Im Gegensatz zum Palast sind die Gärten für die Öffentlichkeit zugänglich. Es sind Barockelemente wie Teiche und Fontänen erhalten ebenso große, alte, exotische Bäume wie Palmen, Jacarandas, Araukarien und ein mächtiger Gummibaum.

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Palast und Garten von Parisio (Palazzo Parisio) in Naxxar Hinter der bescheidenen Fassade liegen symmetrische Barockgärten im italienischen Stil verborgen, die eine Vielzahl exotischer Pflanzen enthalten, darunter so ungewöhnliche wie die brasilianische Chorisia speciosa mit ihren flaschenförmigen, bedornten Stämmen. Außergewöhnlich ist auch die «Wasserkunst», die aus einem großen Wasservorratsbecken und einer Vielzahl von Fontänen und Kaskaden besteht, die nur mit Hilfe der Schwerkraft betrieben werden.

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Oberer und Unterer Barrakka – Garten, Hastings-Garten (Upper Barrakka Gardens, Lower Barrakka Gardens, Hastings Garden) Die drei kleinen Gärten in den Bastionen Vallettas sind für ihre großartige Aussicht auf den Großen Hafen (Grand Harbour) mit den „Drei Städten“ bzw. den Marsaxett-Hafen mit der Manoel-Insel beliebt. Der Obere Barrakka-Garten ist auch wegen seiner Skulpturen bekannt.

Fauna

Wegen der Dürftigkeit der Vegetation und somit von Nahrungsgrundlagen und Habitaten gibt es in Malta nur noch sehr wenig Wildtierarten. Das sind vor allem Insekten, einige Arten von Reptilien, Vögel und kleine Säugetiere.

 

Von den Reptilien verdient die endemische Eidechsenart (Podarcis filfolensis) besonderes Interesse. Sie kommt in vier unterschiedlichen Rassen jeweils auf den unzugänglichen Inseln Filfla, Fungus Rock und St. Paul’s bzw. auf Malta und Gozo vor, was die Veränderungen in der Entwicklung isolierter Populationen veranschaulicht.
Manchmal kann man Geckos und Chamäleons beobachten, die aus Afrika eingeschleppt wurden.

 

Heute ist schwer vorstellbar, dass das Wildkaninchen noch vor einigen Jahren überall anzutreffen war. Das Nationalgericht – Kaninchenragout – wird heute aus gewöhnlichem Hauskaninchen zubereitet. Außer Ratten und Mäusen gibt es wahrscheinlich noch Igel, Wiesel und ähnliche.
In den zahlreichen Höhlen sind zehn verschiedene Fledermausarten und wilde Bienen heimisch.

 

Nur noch 12 Vogelarten brüten in Malta. Dazu gehört der maltesische Nationalvogel, die Blaumerle (Monticola solitarius). Das ist ein drosselgroßer Klippenvogel mit leuchtend blauem Gefieder, der nur noch in den unzugänglichen, steilen Klippen der Südküsten Maltas und Gozos nistet.

Allerdings sind die Inseln Rastplatz und Überwinterungsgebiet für viele Zugvogelarten.

Vogeljagd – Vogelmord

In Malta – einem Land ohne Tiere! – sind 12.000! Jäger registriert, das entspricht 38 Jägern je km²! Die einzig mögliche Beute sind die jährlich wiederkehrenden Zugvögel. Nach Schätzungen werden über Malta jährlich 250.000 Zugvögel geschossen oder gefangen!

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Vogelhandel auf den Straßen Rabats

Vogelhandel auf den Straßen Rabats

Da die Vögel sich während der Frühjahrs- und Herbstzüge in riesigen Schwärmen versammeln ist den Maltesern offensichtlich nicht klar, wie selten sie – im Weltmaßstab gesehen – schon geworden sind und mit welch großem Aufwand viele Arten – wie Weißstorch, Bekassine, Regenpfeifer, Reiherarten, Löffler, Schwalben, Mauersegler u.A. – in den Ländern ihrer «Sommerheimat» geschützt werden müssen. Trotz Schonzeiten und Schutzmaßnahmen werden die Vögel illegal gejagt, in Käfigen verkauft (Singvögel, besonders Finken), ausgestopft (Purpurreiher, Flamingo, Greifvögel, Löffler), gegessen (Drossel, Wachtel, Ringeltauben) oder eben einfach so getötet. Seit dem Beitritt Maltas zur EU 2004 gilt auch hier das Europäische Vogelschutzgesetz (European Bird Directive). Die Gültigkeitsdauer skandalöser Ausnahmeregelungen für Wachtel, Drosseln, Goldregenpfeifer und andere ist längst abgelaufen. Die bestehenden Schutzgebiete sind so hoffnungslos zu klein, dass man an ihrer Funktionalität zweifeln muss und sind außerdem ständig von Vandalismus seitens der Bevölkerung betroffen.

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Meeresfauna

Im Gegensatz dazu gibt es in Malta eine reiche und weitgehend unzerstörte Meeresfauna. Die zerklüfteten Uferfelsen setzen sich auch unter Wasser fort und bieten eine Vielzahl von Habitaten von Seegraswiesen bis artenreichen Korallenbänken mit Papageifischen, Skorpionfischen u.A. die Küsten sind streng geschützt, die Jagd mit Harpunen verboten.

Naturschutz

Das Vogelschutzgebiet Il-Ghadira (Il-Ghadira Bird Reserve) in der Mellieha-Bucht (Mellieha Bay ) besteht seit 1978. Es ist ein Feuchtgebiet mit einigen Wasserflächen von gerade 6 ha Größe, das 100 m vom Mellieha-Strand und unmittelbar an der vielbefahrenen Straße Nr. 1 liegt.

Das Naturschutzgebiet Il-Simar (Il-Simar Nature Reserve) in der St. Pauls-Bucht (St. Paul’s Bay) bei Xemxija ist noch kleiner. Es besteht aus einer Anpflanzung heimischer Gehölze.

Beide sind Raststation und Überwinterungsplatz für Zugvögel sowie auch Heimstatt für einige hier brütende Arten.

 

Der Nationalpark Il Majjistral, nördlich der Goldenen Bucht (Golden Bay) gelegen, besteht seit 2007 auf einer Fläche von 7 km². Auf den ersten Blick besteht er aus einem typischen Garigue-Areal mit trockenem Buschwerk, das nur nach den Winterregen grün wird. Dann blüht hier u.A. die über 1 m hohe Asphodelie. Daneben gibt es aber eine erstaunliche Anzahl von Kleinhabitaten wie Lehmhänge, Kiesflächen, Sandstrand mit Dünen, ein 3 km langes Stück Felsenküste, temporäre Gewässer sowie auch Ackerfläche mit entsprechend vielfältiger Flora und Fauna.

Im Park finden sich auch Karren- oder Schleifspuren (Car Ruts) sowie römische, ritterzeitliche und britische Hinterlassenschaften. Interessant sind die bienenkorbförmigen Steinhütten, die die Bauern (und Jäger) in der traditionellen Trockenbauweise errichten, die sich seit der Bronzezeit nicht verändert hat.

 

Unter dem Begriff «Gaia-Projekt» sind mehrere Projekte der Gaia-Stiftung (Gaia Foundation) zusammengefasst, die zwischen Ghajn Tuffieha-Bucht (Ghajn Tuffieha Bay) und Goldener Bucht (Golden Bay) ein Informationszentrum (Visitor Center) sowie eine Baumschule und einen Bio-/Fair Trade-Laden betreibt. Vom Zentrum führt ein Lehrpfad durch das Gelände des «Elysium-Projektes» zum Turm über den Klippen.

Das Hauptprojekt der Stiftung – «Elysium» – befaßt sich mit der Rekonstruktion von Habitaten speziell an Küstenstandorten.

Die Insel Filfla vor der Südküste Maltas ist Naturschutzgebiet

Die Insel Filfla vor der Südküste Maltas ist Naturschutzgebiet

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Die Insel Filfla vor der Südküste Maltas ist zusammen mit den umgebenden Gewässern ebenfalls Naturschutzgebiet. Während der britischen Besatzung diente die Insel als Ziel für Schießübungen der Artillerie. Trotzdem überlebte hier die auf Filfla endemische Eidechsenart Laferla Filfolensis. Der Zutritt ist nicht nur aus Gründen des Naturschutzes verboten sondern auch wegen der Gefahr, die von nicht detonierten Sprengkörpern ausgeht.

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Die Gemeinden Xewkija und Sannat haben im Süden Gozos den ix-Xini Regionalpark eingerichtet, der außer der Schlucht mit typischer Macchie- bzw. Garigue-Vegetation auch die malerische Felsenbucht und das dazugehörige Seeareal umfaßt. Im Park gibt es u.A. eine Tropfsteinhöhle und seltene Pflanzen- und Tierarten wie die Blaumerle.

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Den Status eines „Gebietes besonderer ökologischer Bedeutung“ (Area of Ecological Importance) erhielten Teilflächen der „Blaue Lagune“ im Nordwesten Cominos. Lebensräume und Arten dieser vom Tourismus stark beanspruchten flachen Sandbucht sollen dadurch besser geschützt werden.

Naturkundemuseen

Nationalmuseum für Naturgeschichte

(National Museum of Natural History in Mdina)

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Das Museum ging 1963 aus der Naturwissenschaftliche Sektion des Maltesischen Nationalmuseums hervor. Es ist heute in einem Adelspalast in Mdina untergebracht, den Großmeister Manoel de Vilhenas ab 1726 anstelle des Gebäudes der Universita – des Rates der Maltesischen Adligen – als seine Stadtresidenz errichten ließ.

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Die Ausstellung gibt Aufschluß über Entstehung und geologischen Aufbau der maltesischen Inseln sowie über deren Lebensräume. Mittels Dioramen werden die ausgestellten, vorwiegend heimischen Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen gezeigt, wobei deren Bedeutung sowie Schutzwürdigkeit veranschaulicht werden.
Anhand der endemischem Maltesischen Mauereidechse (Podarcis filfolensis) wird die Anpassung von Lebewesen unter isolierten Bedingungen gezeigt.
Es gibt eine umfangreiche Mineralien- und Gesteinssammlung aus aller Welt, eine paläontologische Sammlung mit Seeigelarten und anderen Meeresfossilien, eine ornithologische Sammlung mit präparierten Vögeln, Eiern und Nestern, eine Insektensammlung, eine umfangreiche Sammlung heimischer und exotischer Schalentiere.

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Das Museum ist auch eine renommierte Forschungsstätte und beherbergt die nationalen zoologischen und geowissenschaftlichen Sammlungen Maltas sowie eine entsprechende Fachbibliothek.

Naturkundemuseum

(Gozo Nature Museum in Rabat/Gozo, ehemals Natural Science Museum)

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Das Museum ist in einem der noch erhaltenen historischen Gebäude in der Zitadelle von Rabat untergebracht.

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Es zeigt eine Mineralien- und Gesteinssammlung, deren Hauptattraktion eine Sammlung von Stalakmiten und Stalaktiten aus gozitanischen Tropfsteinhöhlen ist. Es gibt eine Fossiliensammlung mit Meeresfossilien sowie fossilen Knochen ausgestorbener Tiere Maltas wie Zwergflußpferd und -elefant, eine botanische und eine Insektensammlung.
Im Aufbau ist eine bemerkenswerte Ausstellung über Lebensräume und Ökosysteme der maltesischen Inseln, in der Gozo natürlich den Schwerpunkt bildet.

Paläontologisches Museum und Höhle von Ghar Dalam

(bei Birzebugga)

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Das Museum wurde unmittelbar am bedeutenden paläontologischen Fundplatz, der Höhle Ghar Dalam (aar-dalam, “Höhle der Finsternis”) eingerichtet.

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In einem 2002 eingerichteten modernen Gebäude werden die außerordentlich reichen Fossilienfunde aus der Höhle ausgestellt. Es handelt sich um Knochenmaterial inzwischen ausgestorbener Tierarten wie Flußpferd, Elefant, Hirsch, Bär, Wolf sowie von Kleintieren und Vögeln. Interessant ist, dass alle großen Säugetierarten auf Malta Zwergformen ausgebildet hatten. Neben den Originalfunden aus der Höhle geben auch Präparate neuzeitlicher Tiere ein Bild der damaligen Fauna Maltas. Das vielgezeigte Skelett eines “Zwergelefanten” z.Bsp. stammt von einem im Hamburger Zoo verstorbenen Jungtier.

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Die in der jüngsten Höhlenschicht entdeckten menschlichen Relikte – Keramik, Obsidian- und Feuersteinwerkzeuge, Haustier- und Nutzpflanzenreste – stellen die ältesten Besiedlungsspuren auf Malta dar.

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Neben dem Museum ist auch die Höhle selbst für den Besucherverkehr zugänglich. Von der ursprünglich 5 m mächtigen fossilführenden Sedimentschicht sind noch zwei Referenzprofile erhalten, anhand derer die inzwischen ausgegrabenen unglaublichen Knochenmengen deutlich werden.