Fauna

Wegen der Dürftigkeit der Vegetation und somit von Nahrungsgrundlagen und Habitaten gibt es in Malta nur noch sehr wenig Wildtierarten. Das sind vor allem Insekten, einige Arten von Reptilien, Vögel und kleine Säugetiere.

 

Von den Reptilien verdient die endemische Eidechsenart (Podarcis filfolensis) besonderes Interesse. Sie kommt in vier unterschiedlichen Rassen jeweils auf den unzugänglichen Inseln Filfla, Fungus Rock und St. Paul’s bzw. auf Malta und Gozo vor, was die Veränderungen in der Entwicklung isolierter Populationen veranschaulicht.
Manchmal kann man Geckos und Chamäleons beobachten, die aus Afrika eingeschleppt wurden.

 

Heute ist schwer vorstellbar, dass das Wildkaninchen noch vor einigen Jahren überall anzutreffen war. Das Nationalgericht – Kaninchenragout – wird heute aus gewöhnlichem Hauskaninchen zubereitet. Außer Ratten und Mäusen gibt es wahrscheinlich noch Igel, Wiesel und ähnliche.
In den zahlreichen Höhlen sind zehn verschiedene Fledermausarten und wilde Bienen heimisch.

 

Nur noch 12 Vogelarten brüten in Malta. Dazu gehört der maltesische Nationalvogel, die Blaumerle (Monticola solitarius). Das ist ein drosselgroßer Klippenvogel mit leuchtend blauem Gefieder, der nur noch in den unzugänglichen, steilen Klippen der Südküsten Maltas und Gozos nistet.

Allerdings sind die Inseln Rastplatz und Überwinterungsgebiet für viele Zugvogelarten.

Vogeljagd – Vogelmord

In Malta – einem Land ohne Tiere! – sind 12.000! Jäger registriert, das entspricht 38 Jägern je km²! Die einzig mögliche Beute sind die jährlich wiederkehrenden Zugvögel. Nach Schätzungen werden über Malta jährlich 250.000 Zugvögel geschossen oder gefangen!

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Vogelhandel auf den Straßen Rabats

Vogelhandel auf den Straßen Rabats

Da die Vögel sich während der Frühjahrs- und Herbstzüge in riesigen Schwärmen versammeln ist den Maltesern offensichtlich nicht klar, wie selten sie – im Weltmaßstab gesehen – schon geworden sind und mit welch großem Aufwand viele Arten – wie Weißstorch, Bekassine, Regenpfeifer, Reiherarten, Löffler, Schwalben, Mauersegler u.A. – in den Ländern ihrer «Sommerheimat» geschützt werden müssen. Trotz Schonzeiten und Schutzmaßnahmen werden die Vögel illegal gejagt, in Käfigen verkauft (Singvögel, besonders Finken), ausgestopft (Purpurreiher, Flamingo, Greifvögel, Löffler), gegessen (Drossel, Wachtel, Ringeltauben) oder eben einfach so getötet. Seit dem Beitritt Maltas zur EU 2004 gilt auch hier das Europäische Vogelschutzgesetz (European Bird Directive). Die Gültigkeitsdauer skandalöser Ausnahmeregelungen für Wachtel, Drosseln, Goldregenpfeifer und andere ist längst abgelaufen. Die bestehenden Schutzgebiete sind so hoffnungslos zu klein, dass man an ihrer Funktionalität zweifeln muss und sind außerdem ständig von Vandalismus seitens der Bevölkerung betroffen.

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Meeresfauna

Im Gegensatz dazu gibt es in Malta eine reiche und weitgehend unzerstörte Meeresfauna. Die zerklüfteten Uferfelsen setzen sich auch unter Wasser fort und bieten eine Vielzahl von Habitaten von Seegraswiesen bis artenreichen Korallenbänken mit Papageifischen, Skorpionfischen u.A. die Küsten sind streng geschützt, die Jagd mit Harpunen verboten.