Naturkundemuseum

(Gozo Nature Museum in Rabat/Gozo, ehemals Natural Science Museum)

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Das Museum befindet sich in der Zitadelle von Gozo gleich hinter dem Gerichtshof. Das Gebäude besteht aus mehreren kleineren, heute zusammengelegten Wohngebäuden aus dem 17. und 18. Jhd.
Die Sammlung ist den Natur-Ressourcen Gozos und ihrer Nutzung gewidmet und erstreckt sich über zwei Etagen.

 

Die geologische Sammlung geht auf die Fossiliensammlung des gozitanischen Gelehrten des 18. Jhd’s Agius de Soldanis und auf die Mineraliensammlung Dr. Lewis Mizzi zurück.
Gozos Gesteinsschichten sind durch jeweils charakteristische Fossilien repräsentiert – so der untere Korallenkalk durch Schnecken, Muscheln und verschiedene Formen von Seeigeln; der obere, mittlere und untere Globigerinenkalk durch diverse Fisch- und Muschelarten, der Tonstein vor allem durch Haifischzähne verschiedener Arten.
Es gibt auch etliche fossile Knochen von Tieren wie Zwerg nilpferd und – elefant, die einst auf den maltesischen Inseln lebten.
Das Herzstück der Mineraliensammlung ist eine Kollektion von Stalaktiten und Stalakmiten aus gozitanischen Höhlen.
Eine Attraktion ist ein winziges Stück Mondgestein – ein Geschenk des US-Präsidenten Nixon, das 1969 durch Apollo 11 auf die Erde gebracht wurde.

 

Die Meeresbiologische Sammlung umfasst neben Fossilien auch Präparate rezenter Meeresorganismen.

Dazu gehört die Karettschildkröte (Caretta caretta), die noch bis in die 1930-er Jahre in der Ramla-Bucht ihre Eier ablegte. Heute kommt sie nur noch gelegentlich in Maltas Gewässern vor und gehört weltweit zu den bedrohten Arten.
Die Steckmuschel (Pinna nobilis, auch Zebramuschel) ist die größte Muschelart des Mittelmeeres, ihr Lebensraum sind die Seegraswiesen. Kaum zu glauben, dass sie bis 100 m lang und 20 Jahre alt werden kann! Heute gehört sie ebenfalls zu den bedrohten Arten und steht in der EU unter strengem Schutz.
Auch Maltas Nationalfisch Lampuki (Coryphaena hippurus), eine Goldmakrelenart, die 100 cm lang werden kann, ist vertreten.

 

Die botanische Sammlung stellt u.A. den Malteserschwamm (Cynomorium coccineum) vor, der auf dem «Pilzfelsen» (Fungus Rock) vor Gozos Westküste vorkommt und von den Johanniter-Rittern wegen seiner vermeindlich heilenden und magischen Eigenschaften streng gehütet wurde.
Ein kleines Freigelände hinter dem Museum zeigt typische Pflanzen der maltesischen Garigue, darunter die nur in Malta vorkommende strauchige Flockenblumenart Cheirolophus crassifolius.

 

Die entomologische Sammlung umfasst vor allem exotische Insekten, darunter attraktive Schmetterlinge und auch einige maltesische Arten.

 

Eine Ausstellung über Lebensräume und Ökosysteme der maltesischen Inseln ist noch im Aufbau. Sie zeigt – im Moment am Beispiel der Region Dwejra an der Westküste Gozos – das Zusammenspiel von natürlichen Bedingungen wie Böden, Klima und Wasserversorgung und daran angepasster Flora und Fauna.


Das Museum untersteht der staatlichen Museumsverwaltung Heritage Malta.
Auf deren englischsprachiger web-Seite können aktuelle Öffnungszeiten, Preise, Ermäßigungen und auch aktuelle Busverbindungen abgefragt werden

Es gibt Kombitickets für die Zitadelle von Gozo, die außer dem Naturkundemuseum das Archäologische Museum von Gozo, das Folkloremuseum und das „Alte Gefängnis» einschließen.

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Anfahrt:

Zitadelle von Gozo in Rabat

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Gozo Nature Museum
Triq il-Kwartieri ta’San Martin,
The Citadel
Victoria Gozo VCT 1883

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www. heritagemalta.org


Quellen: Ausstellung, Heritage Malta