ix-Xini Regional Park

Die Bucht ix-Xini an Gozos Südküste ist besonders steil und eng, sie bildet die Mündung der canonartigen Schlucht Mgarr ix-Xini (Wied Imgarr ix-Xini), die ca. 2 km lang in Richtung Xewkija verläuft. Hier haben die angrenzenden Gemeinden Xewkija und Sannat den ix-Xini- Regionalpark eingerichtet.
Im Park sind typische Vertreter der Garigue- bzw. Macchie-Vegetation beheimatet, so der stark giftige Pfriemenginster (Spartium junceum, auch Spanischer Ginster) und das seltene Strauchige Leimkraut (Silene fruticosa), die mit ihrem Nektar die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insektenarten bilden. In den Steilwänden der Schlucht kommt Maltas Wappenvogel, die Blaumerle (Monticola solitarius), noch vor.
Im oberen Teil der Schlucht trifft man auf rätselhafte, untereinander verbundene, kreisrunde Felspfannen. Sie werden als Aufbereitungsanlage für Töpferton interpretiert und stammen evtl. aus arabischer Zeit.
Weiter talwärts sieht man in einer Steilwand die Glocken-Höhle (Il-Qniepen, „the Bells“), von deren Decke große Stalaktiten wie die Klöppel einer Glocke herabhängen. Ein Teil der Höhle ist mitsamt den Stalagtiten inzwischen in die Schlucht gestürzt.

 

Nach ca. 2 km mündet die Schlucht in die malerische ix-Xini- Bucht, ein maritimes Schutzgebiet, das von der „Malta Environment and Planning Authority“ (MEPA) betreut wird.
Der Grund der Bucht wird von Sandboden gebildet und ist mit Seegraswiesen bedeckt. Seenadel (Syngnathus acus) und Grasnadel (Syngnathus typhle) – Verwandte des Seepferdchens – sind hier heimisch. Unlängst wurden Seepferdchen ausgewildert.

Die Bucht mit ihren steilen, terrassenartigen Hängen wird von den Gästen des Hotels auf dem Ta’Cenc-Plateau zum Baden genutzt und ist auch bei Tauchern beliebt. Das Hotel betreibt eine kleine Bar.

Östlich der Bucht steht auf dem Steilufer der ix-Xini-Turm.
Er wurde Ende des 16. Jhd’s durch Gozos lokale Selbstverwaltung Universita als Wach- und Verteidigungsturm errichtet, da die Bucht während des Mittelalters wiederholt zur Anlandung vorwiegend maurischer und türkischer Piraten diente. So auch bei dem katastrophalen Überfall von 1551 unter dem türkischen Anführer Sinan Pascha (Sinam Baxa), bei dem fast die gesamte Inselbevölkerung in die Sklaverei verschleppt wurde.
Der Turm wurde 2000 restauriert und ist seit 2009 für Besucher geöffnet, er wird durch die Organisation Wirt Ghawdex verwaltet.
Die Bucht erreicht man über eine sehr steile und enge Autostraße, die von Xewkija am Südrand der ix-Xini-Schlucht entlang führt. Es gibt auch einen Feldweg vom Gozo Heliport Richtung Küste sowie einen Weg vom Ta’Cenc-Plateau hinab zur Bucht.

 


Quellen: Gemeinden Xewkija und Sannat, Wirt Ghawdex, Malta Environment and Planning Authority (MEPA),