Süßwasservorkommen

Oberflächengewässer gibt es auf Malta nicht. Die Bäche in den Tälern und Schluchten (Wied) bilden sich nur im Winter, wenn kurzzeitige aber heftige Regenschauer auftreten. Da es keine Auffangbecken gibt fließt dieses Wasser ungenutzt ins Meer. Ein bedeutender Teil der Niederschläge verdunstet und nur ca. 10 % versickert und füllt das Grundwasser auf. Das ist nur dort möglich, wo Tonschichten das schnelle Versickern des Wassers im porösen Kalkstein verhindern, d.h. in den Tälern im Nordwesten Maltas und auf Gozo sowie auf dem Plateau von Mdina, wo sich die einzigen ergiebigen Quellen Maltas befinden. Auf Gozo ist der  kleine Ort Fontana am südlichen Stadtrand von Rabat für seine Quellen bekannt.

 

Daneben gibt es auf Malta ein Wassersammelsystem. Dabei sammelt sich das durch den Kalkstein sickernde Wasser in Stollen, von wo es abgepumpt wird. Eine dieser Pumpstationen mit einem Stollensystem von 6 km Länge befindet sich in der Nähe von Siggiewi, insgesamt gibt es in Malta über 40 km solcher Stollen. Ein Vorteil dieses Systems besteht darin, dass das so geförderte Wasser schon einen natürlichen Filtergang durch die Kalksteinschichten durchlaufen hat.

Trotzdem können die Wasserresourcen Maltas den Bedarf nicht annähernd decken. Um die Bevölkerung, die Industrie, die Landwirtschaft und nicht zuletzt den Tourismus mit Trinkwasser zu versorgen werden schon Tiefbrunnen ausgebeutet und wurden vier Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut. Aber diese Ressourcen sind ebenfalls begrenzt. Die Entsalzung von Meerwasser ist unverhältnismäßig energieintensiv und da Malta auch nicht über Energieträger verfügt mußte diese Form der Süßwassergewinnung reglementiert werden.

Ein Großteil des Süßwassers wird heute importiert, d.h. das Wasser wird mit Tankern angeliefert und in das Trinkwassernetz eingespeist. Die großen Hotels sind übrigens nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen, sie müssen ihr Wasser selbst importieren.