Vegetation

Natürliche Vegetation

Wenn man die geringe Größe, die Einförmigheit der Habitate und die hohe Bevölkerungsdichte berücksichtigt gibt es in Malta eine erstaunlich reiche Vegetation. Hauptsächlich sind das Arten magerer Karststandorte, die an das trockene Klima und die stark basischen Böden angepaßt sind.

 

Es ist anzunehmen, dass Malta in der Vergangenheit von einem Hartlaubwald mit typischen Vertretern wie Steineiche (Quercus ilex) und Aleppokiefer (Pinus alepensis) bedeckt war. Relikte solcher Wälder sind auf anderen Mittelmeerinseln bis heute anzutreffen. Schon die Tempelbauer nutzten diesen Wald als Bau- und Brennmaterial. In der Bronzezeit war das Holz der einzige verfügbare Brennstoff bei der Bronzeverarbeitung. In phönizischer und römischer Zeit kam noch der Bedarf für Schiffbau und –reparaturen dazu, was spätestens zu dieser Zeit zur totalen Abholzung führte. Heute gibt es in Malta keine natürlichen Gehölzbestände mehr. Der beliebte Buskett-Landschaftspark (Buskett Gardens) wurde durch die Ordensritter angepflanzt. Auf den Wardija- und Bajda-Rücken (Wardija Ridge und Bajda Ridge) gibt es kleine Aufforstungsflächen, man trifft auf einzelne verwilderte Johannisbrotbäume (Ceratonia siliqua).

 

Auf nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen entwickelte sich eine Sekundärvegetation des Macchia-Typs, die aus trocknis- und windbeständigen hartlaubigen Sträuchern und Zwergbäumen – bis 5 m Höhe – der Arten des ursprünglichen Waldes besteht. Vertreter sind die schon genannte Steineiche, Aleppokiefer sowie andere immergrüne Eichenarten, Johannisbrotbaum, wilder Olivenbaum, verschiedene Pistazienarten und andere.

Die Garigue mit niedrigem, immergrünem Buschwerk ist der in Malta am meisten verbreitete Vegetationstyp

Die Garigue mit niedrigem, immergrünem Buschwerk ist der in Malta am meisten verbreitete Vegetationstyp

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Am weitesten verbreitet ist in Malta der Vegetationstyp der Garigue, also niedriges – bis 1 m Höhe – immergrünes Buschwerk, der sich bei sehr intensiver Nutzung z.B. als Ziegenweide aus dem Wald oder der Macchia bildet. Im Frühjahr allerdings, bei erhöhter Feuchtigkeit, werden die Inseln grün, blühen die Asphodelien und viele Arten von Zwiebelblumen. In den Schluchten (Wied), wo es kühler und feuchter ist und manchmal sogar eine Quelle gibt, trifft man auf verhältnismäßig üppige Vegetation. Hier gibt es die größte biologische Artenvielfalt, darunter sogar mehrere Orchideenarten.

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Im Frühjahr blühen die Asphodelien ...

Im Frühjahr blühen die Asphodelien …

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... und viele Zwiebelpflanzen wie Freesien.

… und viele Zwiebelpflanzen wie Freesien.

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In Malta gibt es 17 endemische Arten.

Bekannt ist der «Malteserschwamm» (Сynomorium coccineum), der in Malta ausschließlich auf dem «Pilzfelsen» (Fungus Rock) vor der Westküste Gozos vorkommt, sonst aber auch auf Sizilien, Sardinien, Korsika, in Marokko und Spanien.

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Parks und Gärten

Bei allen heute in Malta existierenden Gehölzbeständen handelt es sich um Anpflanzungen.

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Der Landschaftspark Buskett (Buskett Gardens) zu Füßen des Verdala-Palastes (Verdala Palace) ist der bekannteste und größte. Er wurde 1565 als Jagdrevier durch Großmeister Lascaris angelegt. Er ist Maltas größtes “Wald”gebiet und schließt außerdem Weinberge, Oliven- und Zitrusplantagen und am Verdala-Palast ein barockes Parterre ein. Er ist ein beliebter Picknickplatz und Hauptort des alljährlichen Mnarja-Festes.

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Der Ta’Qali-Freizeitparkpark (Ta’Qali National Park) ist ein modernes Erholungsgebiet, das nach dem Krieg auf dem Gelände des Militärflughafens Ta’Qali eingerichtet wurde. Der Park verfügt über eine Vielzahl von Sport- und Erholungseinrichtungen und ist ein beliebter Picknickplatz. Ungeachtet der hohen Belastung stellt er doch eines der auf dem Archipel seltenen Habitate für wilde Pflanzen, Insekten, Vögel und Kleintiere dar.

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Der Botanische Garten Argotti (Argotti Botanical Gardens) entstand aus einer Pflanzensammlung – heimischer und exotischer – in Floriana von 1800, die 1805 im Argotti-Garten auf den Bastionen Florianas untergebracht wurde. In der von der Universität verwalteten «Privaten Sektion» des Gartens gibt u.A. eine Sammlung maltesischer Endemiten. Es sind einige barocke Stilelemente der ursprünglichen Argotti-Gärten erhalten. Zusammen mit den benachbarten Gärten – dem «Garten der Stille» (Garden of Rests), «Sa Maison-Garten», «St. Philips-Garten» – stellt das wenig besuchte Areal ein Refugium für Pflanzen und Tiere sowie eine Ruheinsel für den Besucher dar.

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Palast und Garten von San Anton (San Anton Palast und Garten) in Attard wurden 1623-36 durch Großmeister Antoine de Paul errichtet und ist jetzt Residenz des maltesischen Präsidenten. Im Gegensatz zum Palast sind die Gärten für die Öffentlichkeit zugänglich. Es sind Barockelemente wie Teiche und Fontänen erhalten ebenso große, alte, exotische Bäume wie Palmen, Jacarandas, Araukarien und ein mächtiger Gummibaum.

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Palast und Garten von Parisio (Palazzo Parisio) in Naxxar Hinter der bescheidenen Fassade liegen symmetrische Barockgärten im italienischen Stil verborgen, die eine Vielzahl exotischer Pflanzen enthalten, darunter so ungewöhnliche wie die brasilianische Chorisia speciosa mit ihren flaschenförmigen, bedornten Stämmen. Außergewöhnlich ist auch die «Wasserkunst», die aus einem großen Wasservorratsbecken und einer Vielzahl von Fontänen und Kaskaden besteht, die nur mit Hilfe der Schwerkraft betrieben werden.

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Oberer und Unterer Barrakka – Garten, Hastings-Garten (Upper Barrakka Gardens, Lower Barrakka Gardens, Hastings Garden) Die drei kleinen Gärten in den Bastionen Vallettas sind für ihre großartige Aussicht auf den Großen Hafen (Grand Harbour) mit den „Drei Städten“ bzw. den Marsaxett-Hafen mit der Manoel-Insel beliebt. Der Obere Barrakka-Garten ist auch wegen seiner Skulpturen bekannt.