Gozo

Karte Gozos

 


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Ghajnsielem

(ain-sielem)
2.670 Einwohner

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Mgarr, der Hafen von Ghajnsielem, ist das Eingangstor zu Gozo.

Mgarr, der Hafen von Ghajnsielem, ist das Eingangstor zu Gozo.

 

Mit ihrem Fährhafen Mgarr (imdschar) ist die Stadt Gozos Tor zur Außenwelt. In einer geschützten Felsenbucht gelegen beherbergt er neben dem Fischerhafen und einer Marina auch das Fährterminal. Letzteres wird gegenwärtig modernisiert und erweitert. Gleichzeitig soll im Bereich der Marina und des Fischerhafens eine moderne Freizeitmeile – die ‘Zewwieqa Waterfront- mit Geschäften, Restaurants usw. entstehen.

 

Die Fähre von bzw. nach Malta verkehrt ca. im Stundentakt.
Vom Hafen verkehren Busse nach der Inselhauptstadt Rabat und von dort aus in alle Orte Gozos. Es gibt ein Informationsbüro und mehrere Autovermietungen.

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Die eigentliche Stadt Ghajnsielem liegt auf dem Plateau hoch über der Bucht. Der Ort entstand rund um die „Quelle des Salem“ (Ghajn Sielem), die am Ende der Simirat-Schlucht (Wied Simirat) entspringt wo heute der „Platz der Erscheinung“ das Ortszentrum bildet. Nach der Legende erschien einem Schäfer, der hier seine Schafe tränkte, eine weiß gekleidete Jungfrau, die ihm auftrug, ihr hier eine Statue zu errichten. Später wurde für die Statue ein Schrein und 1810 eine Kapelle gebaut.
Schon 1710 ließ Großmeister Perellos an der Quelle einen Waschplatz mit sechs steinernen Becken und einem die Quelle umgebenden Bogengang einrichten.
Als 1865 eine Brücke über die Simirat-Schlucht und eine neue Straße gebaut wurden entstand hier der „Platz der Erscheinung“ (Pjazza tad-Dehra, Apparition Square). Der Platz wurde mehrfach erweitert, die namensgebende Quelle 1954 aus Platzgründen unterirdisch abgeleitet. 1996-98 wurde der zentrale Platz völlig umgestaltet und mit einem Springbrunnen sowie einer Skulptur, die die Erscheinung der Jungfrau vor dem Schafhirten zeigt, ausgestattet. Etwas oberhalb des Platzes gibt es einen Aussichtspunkt, der entlang der Il-Kbir Schlucht (Wied il-Kbir) einen spektakulären Blick auf den Hafen und die Insel Comino bietet.

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Tatsächlich war das Plateau seit ältester Zeit besiedelt. Nordwestlich der Stadt sind beidseits der Straße Xewkija-Qala und durch diese zerschnitten Reste megalithischer Bauwerke erhalten. Es handelt sich um den einzigsten bisher entdeckten Siedlungsplatzes der maltesischen Tempelzeit sowie um Reste eines weiteren Megalith-Tempels und evtl. eines Steinkreises.

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Von den ständigen Piratenüberfällen, denen Gozo während des Mittelalters ausgesetzt war, war die Gegend von Mgarr besonders betroffen, da die Bucht außer einem guten Landeplatz auch Süßwasserquellen bot. Die Bewohner hielten sich daher von den unmittelbaren Küsten fern. Erst als Anfang des 17. Jhd’s unter Großmeister Alof de Wignacourt die erste Reihe von Wach- und Verteidigungstürmen auf den Inseln – im Gebiet von Ghajnsielem der ix-Xini-Turm (um 1600), der St. Martin-Turm (1605), der St. Cecilia-Turm (1613) sowie der St. Maria-Turm (1618) auf Comino – errichtet wurden, entstanden in der Nähe der Quelle die ersten Bauerngehöfte.
Der Bau des Fort Chambray auf der Landzunge über dem Hafen ab 1749 förderte weitere Ansiedlungen. Die Ordensritter planten hier eine Festungs- und Verwaltungsstadt nach dem Vorbild Vallettas. Das Festungswerk wurde 1758 fertig gestellt, die Stadt mit Kathedrale, Gouverneurspalast und anderen Verwaltungsgebäuden sowie Wohnraum zur Aufnahme der Bevölkerung im Falle einer Belagerung wurde aber nie realisiert. Trotzdem förderte die Anwesenheit der Garnision die Entwicklung des Hafens und die Ansiedlung von Handel und Handwerk. Unter britischer Besatzung wurde dieser Trend noch verstärkt und 1855 war die Siedlung so gewachsen, dass eine selbstständige Gemeinde gegründet wurde.

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Eine erste Pfarrkirche (Old parish church) war bereits 1820 der Gesegneten Jungfrau Maria von Loreto (Blessed Virgin Mary of Loreto) geweiht worden. Trotz zweier Erweiterungen 1867 und 1877 konnte die Kirche die schnell wachsende Gemeinde nicht mehr fassen, so dass 1924 der Grundstein für eine neue Kirche gelegt wurde. Diese neue Pfarrkirche im neogotischen Stil dominiert heute das Hafenpanorama und ist sogar von Malta aus gut sichtbar. Sie konnte erst nach 55 Jahren, also 1979 vollendet werden und ist der Jungfrau von Loreto geweiht.
In der Kirche ist rechts neben dem Altar das Originalstandbild aufgestellt, das einst die Schafhirten zum Andenken an die Erscheinung der Jungfrau an der Quelle Ghajn Sielem errichteten.

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Zum Gemeindegebiet von Ghajnsielem gehört auch die Südküste hinter Fort Chambray mit den Buchten Xatt L-Ahmar und ix-Xini.
Die einsame Bucht Xatt L-Ahmar erreicht man über einen Feldweg, der hinter Fort Chambray von der Straße nach Rabat abzweigt. Sie ist bei Schwimmern und Tauchern sehr beliebt. Als Attraktion für Taucher wurde hier 1999 die Fähre MV Xlendi und 2006 zwei weitere Fähren – die MV Karwela und die MV Cominoland – versenkt. Wegen des roten Bodens der zur Bucht abfallenden Terrassenfelder ist die Bucht auch als Rote Bucht (Red Bay) bekannt.
Oberhalb der Bucht ist eines der interessantesten Küstenverteidigungswerke der späten Ritterzeit – eine Fougasse – erhalten. Es handelt sich um einen mit einer Neigung von ca. 45 Grad in den Kalkfelsen geschlagenen Trichter. Die Ladung dieses steinernen Mörsers bestand aus 100 Pfund Pulver auf seinem Grund, das mit einem Holzpfropfen verschlossen wurde und einer Unmenge von Steinbrocken verschiedener Größe, mit denen der Trichter verfüllt wurde. Gezündet wurde mittels einer Zündschnur, die in einem in der Trichterwand ausgehauenen Kanal nach außen verlief. Die Pulverladung entsprach der eines 700 Mann starken Infanterie- Batallions für vier Salven. Der Steinhagel muß für ein Schiff oder für eine in einer Bucht anlandende Truppe verheerend gewesen sein. Allerdings dauerte das Nachladen der Fougasse über eine Stunde. Außerdem wurde das Pulver – einmal geladen – innerhalb weniger Tage unbrauchbar.
64 Fougassen wurden nach 1742 in Malta errichtet, davon 14 auf Gozo und 50 auf der Hauptinsel. Aufgrund der Küstenerosion sind die meisten inzwischen verschwunden.
Die Fougasse von Xatt L-Ahmar wurde 2005 ausgegraben und erstmals dokumentiert, das Areal gesäubert und für Besucher hergerichtet.

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Die Bucht ix-Xini ist besonders steil und schmal, sie bildet die Mündung der Schlucht Mgarr ix-Xini (Wied Imgarr ix-Xini), die ca. 2 km lang in Richtung Xewkija verläuft und schon zu dieser Gemeinde gehört. Die Bucht wird von den Gästen des Hotels auf den Ta’Cenc-Klippen genutzt, das hier eine kleine Bar betreibt und ist auch bei Tauchern beliebt. Der Grund der Bucht wird von Sandboden gebildet und ist mit Seegraswiesen bedeckt. Seenadel (Syngnathus acus) und Grasnadel (Syngnathus typhle) – Verwandte des Seepferdchens sind hier heimisch. Unlängst wurde Seepferdchen ausgewildert. Die Bucht ist als maritimes Schutzgebiet ausgewiesen, das von der „Malta Environment and Planning Authority“( MEPA) betreut wird. Sie gehört auch zum Mgarr ix-Xini Regional Park, den die Gemeinden Xewkija und Sannat eingerichtet haben.

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Während des Mittelalters diente die Bucht wiederholt zur Anlandung maurischer und türkischer Piraten, so auch bei dem katastrophalen Überfall von Sinan Pascha (Sinam Baxa) 1551, bei dem fast die gesamte Inselbevölkerung in die Sklaverei verschleppt wurde.
Anfang des 17. Jhd’s ließ die lokale Selbstverwaltung Universita daher den Mgarr ix-Xini- Wach- und Verteidigungsturm bauen. Bewaffnung und Munitionsnachschub übernahm der Johanniterorden, die Besoldung der Besatzung – ein Kastellan und ein Bombardier – die Universita. Der Turm hatte Sichtverbindung mit dem St. Maria-Turm auf Comino und dem St. Cecilia-Turm. Er wurde 2000 restauriert und ist seit 2009 für Besucher geöffnet. Der Turm wird durch die Organisation Wirt Ghawdex verwaltet.
Die Bucht erreicht man über einen Feldweg, der vom Gozo Heliport Richtung Küste führt. Eine sehr steile und enge Autostraße führt von Xewkija in die Bucht.

1613 errichteten die Ordensritter weiter oben auf dem Plateau, auf halbem Weg von Hafen Mgarr zur Zitadelle von Rabat den St. Cecilia-Turm. Er wurde nach der dortigen St. Cecilia-Kapelle benannt. Der Turm hatte im Vergleich zum Mgarr ix-Xini- Turm einen besseren Überblick über die südöstliche Küste und den Gozo-Kanal und Sichtverbindung zum St. Maria-Turm auf Comino und zur Ramla-Batterie an der Nordküste.
Die Cecilia-Kapelle wurde wahrscheinlich um 1540 errichtet und ist beispielhaft für die vielen Kapellen der damaligen Zeit. Sie war in sehr schlechtem Zustand, zwei Wände und das Dach waren bereits eingestürzt, als 2009 die Restaurierungsarbeiten begannen. Jetzt wird sie für Ausstellungen, Vorträge usw. genutzt. Sie wird durch die Organisation Wirt Ghawdex verwaltet.
An der Kapelle bzw. dem Turm zweigt heute die Straße zum Gozo Heliport ab.

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Zum Gemeindegebiet von Ghansielem gehört auch die Insel Comino.

Comino

Auch die Insel Comino mit ihren gerade 4 ständigen Bewohnern gehört zum Gemeindegebiet von Ghajnsielem.
Sie liegt in der Mitte des 6 km breiten Gozo-Kanals, ihre Ausdehnung beträgt ca. 1,3 x 1 km.

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Die Hauptattraktion ist die Blaue Lagune, maltesisch „Bejn il-Kmiemen“, was „zwischen den Inseln“ bedeutet. Gemeint ist der Felsen Cominotto, der die Bucht zum Meer hin abschließt. Die Blaue Lagune mit ihrem feinsandigen Grund und dem kristallklaren, tieftürkisfarbenen Wasser ist bei Schwimmern und Schnorchlern gleichermaßen beliebt und in der Saison dementsprechend stark frequentiert.
Es verkehren Personenfähren von Cirkewwa auf Malta und von Mgarr auf Gozo sowie Ausflugsboote von Sliema und Birgu.
In den Buchten St. Nicolas Bay und Santa Marija Bay an der Nordküste Cominos gibt es zwei weitere Sandstrände, die hauptsächlich von den Gästen der beiden Hotels genutzt werden.
Die Kristalllagune (Crystal Lagoon) ist nur per Boot zu erreichen und insbesondere bei Tauchern beliebt.

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Abgesehen vom Ausflugsbetrieb ist die Insel sehr abgeschieden. Sie ist von Garigue-Vegetation bedeckt. Neben dem namensgebenden Kümmel (botanisch Cuminum), der im Mittelalter hier angebaut wurde, sind ausgedehnte Thymian-Flächen prägend.

Comino war bereits im Altertum besiedelt, es wurden bronzezeitliche Siedlungsreste und punisch-phönizische Gräber gefunden.

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Comino: In den Höhlen und Schluchten der Felsenküste fanden Piraten und Schmuggler Unterschlupf. Vom St. Marija-Turm überwachten die Ordensritter den gesamten Gozokanal.

Comino: In den Höhlen und Schluchten der Felsenküste fanden Piraten und Schmuggler Unterschlupf.
Vom St. Marija-Turm überwachten die Ordensritter den gesamten Gozokanal.

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Die Insel ist fast gänzlich von Steilküste umgeben, in der sich viele Höhlen befinden. Diese dienten spätestens seit dem Mittelalter zahlreichen Piraten und Schmugglern als Versteck. Nach der Inbesitznahme durch die Ordensritter wurden sie vertrieben, die Ritter unternahmen nun selbst die einträglichen „corsos“ – Kaperfahrten, offiziell zur Vereitelung muslimischer Überfälle.
1618 ließ Großmeister Alof de Wignacourt auf dem höchsten Punkt der Südwestküste (70 m üNN) einen seiner Wach- und Verteidigungstürme – den Santa Marija- Turm (auch Comino-Turm) – errichten. Weil der Turm aufgrund seiner Insellage auf sich allein gestellt war und deshalb u.A. mehr Vorräte aller Art beherbergen mußte, wurde er größer und aufwendiger gebaut als die übrigen Wignacourt- Türme, so dass man auch vom Santa Marija-Fort spricht. Der Turm ist ca. 20 m hoch, die Wände ca. 6 m dick. Er war mit bis zu 18 Kanonen bestückt und hatte in Friedenszeiten bis 30 Mann Besatzung. Es gab aber Wohngebäude für 130 Soldaten und sogar Unterstände für Pferde.
Der Turm stand in Sichtverbindung mit dem Armier-Turm (White Tower) und dem St. Agatha-Turm (Red Tower) auf der Marfa Ridge (West-Malta) sowie dem St. Martins-Turm und dem St. Cecilia-Turm auf Gozo. Heute wird der Turm als Aussichtsturm mit grandiosem Blick nach Malta und Gozo genutzt.
Im Zuge der Modernisierung der Küstenbefestigungen wurde 1715 auch der Santa Marija-Turm durch eine vorgelagerte Küstenbatterie mit sechs Kanonen ergänzt. Sie befindet sich oberhalb der Steilküste im Südwesten der Insel und ist vom Turm aus über einen Fußpfad entlang der Küste erreichbar.
Nachdem sie nach dem zweiten Weltkrieg weitgehend ungenutzt verfallen war, wurde die Batterie zwischen 2000-2004 durch die Organisation Din l-Art Helwa restauriert und mit vier Originalkanonen ausgestattet. Sie kann frei besichtigt werden.

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Gleichzeitig mit dem Turm wurde 1618 auch die Santa Marja-Kapelle errichtet. Sie befindet sich im Inselinneren, an der Straße von der Santa Marija-Bucht zum Turm. Die Kapelle wurde zwei Mal – 1667 und 1716 – erweitert, damals lebten ca. 200 Menschen auf Comino. Heute ist das auch in sommerlicher Hitze kühle Innere ein Ort der Stille. Es finden noch Gottesdienste statt.

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Bemerkenswert ist auch das Gebäude der Marine-Polizei (marine police station) aus victorianischer Zeit (1852 errichtet). Diese Einheiten bekämpften nebem Schmuggel auch das Dynamitfischen und das illegale Anlanden von Schiffen unter Umgehung der Qarantänestation auf der Manoel- Insel bei Valletta. In Zeiten von Cholera, Pest und Thypus war das einfach lebensnotwendig.
Heute sind in dem Gebäude öffentliche Duschen und Toiletten für die Badegäste untergebracht.

Die Briten richteten während ihrer Besatzungszeit auf Comino eine eigene Quarantänestation ein. Die Gebäude befinden sich gleich beim Santa Marija-Turm und befinden sich in Privatbesitz.

Qala

(a-ala)

1650 Einwohner

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Der malerische Ort auf dem Hochplateau bietet gute Ausblicke auf Comino und den Gozo-Kanal bis nach Malta. Nahe beim Dorf soll sich ein Menhir befinden.

Eine Straße führt zur Südküste, wo in der Bucht Hondoq ir-Rummien die Becken einer Saline erhalten sind. Dieser felsige Küstenabschnitt ist wegen seiner Unterwasserhöhlen bei Tauchern beliebt. Die Bucht bietet einen schönen Blick auf Comino.
Im abgelegenen Osten Gozos führt ein Wanderpfad erst zur St. Anton- Batterie auf der äußersten Ostspitze, dann oberhalb der Steilküste zur Bucht Dahlet Qorrot an der Nordküste mit einem kleinen, ruhigen Sandstrand und in den Felsen gehauenen Bootsschuppen der Fischer.

Nadur

4.000 Einwohner

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Der Ort liegt auf einem der tafelbergartigen Plateaus, dessen Hänge mit Bitterorangenplantagen und anderen Obstkulturen bedeckt sind.

Im Norden der Gemeinde liegen die mit Sandstränden ausgestatteten Badebuchten Ramla, San Blas und Dahlet Quorrot an der Nordküste. In der Ramla-Bucht befindet sich das letzte größere noch erhaltene Dünengebiet der maltesischen Inseln mit der entsprechenden, selten gewordenen Flora und Fauna. Das Gebiet wurde im Rahmen des Projektes „Elysium“, das der Wiederherstellung von Lebensräumen speziell an Küsten dient, unter Schutz gestellt und wird von der Umweltstiftung Gaia (Gaia Foundation) betreut. Ein weiteres Projekt der Stiftung – „Poseidon“ – dient dem Schutz mariner Lebensräume. Im Rahmen dieses Projektes sollen in Bälde auch Meeresgebiete vor der San Blas- Bucht sowie zwischen Ramla- und Barrani- Bucht (Ghajn Barrani, vor Zebbug) unter Schutz gestellt werden. Die Gaia-Stiftung betreibt an der Ghajn Tuffieha Bay auf Malta ein Besucher- und Informationszentrum.

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Gerade wegen des Sandes ist Ramla der beliebteste Strand Gozos und entsprechend stark besucht. Es gibt Sommerrestaurants und Imbißbuden sowie Verkaufsstände für Badeutensilien.
Im Westen der Ramla- Bucht wurden 1910 Reste einer römerzeitlichen Therme entdeckt. Bei Ausgrabungen konnten neunzehn aus lokalem Kalkstein errichtete Räume freigelegt werden, darunter fünf Räume mit noch erhaltenen Hypocausten, ein großes Kaltwasserbecken und der mit farbigem Marmorfußboden ausgestattete Gemeinschaftsraum. Das Wasser wurde über Kanäle aus den landeinwärts gelegenen Hügeln hergeleitet. Nach Beendigung der Arbeiten wurde die Ausgrabungsfläche zu ihrem Schutz wieder verfüllt.

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Für Piraten und Invasoren war die Ramla- Bucht der günstigste Landepunkt an Gozos Nordküste. Daher bauten die Johanniter 1715-16 ein Befestigungssystem zum Schutz der Bucht. Die Balincourt-Batterie am Westende ist zwar verfallen aber doch gut auszumachen. In der Mitte der Bucht sind hinter der Statue die Fundamente eines nach Philippe de Vendosme benannten Redoubts erhalten. Am Ostende befand sich die Nadur-Batterie. Sie wurde später durch eine Fougasse – einen aus den Stein gehauenen Trichter mit einer Öffnung von fast 2 m Durchmesser, der mit Steinen gefüllt und wie ein Mörser abgefeuert wurde – verstärkt.
1730 wurde außerdem eine Unterwassersperre quer durch die Bucht errichtet. Diese 2 m hohe und ebenso breite Steinmauer wurde 1995 abgerissen, weil sie die Vergnügungsboote behinderte.

In der Steilküste oberhalb der Ramla- Bucht befand sich die Kalypso-Grotte, in der nach der Legende Odysseus von der Nymphe Kalypso gefangen gehalten worden sein soll. Die Grotte ist leider inzwischen eingestürzt, es gibt aber einen Aussichtspunkt.

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Die beiden kleinen und vergleichsweise abgelegenen Buchten San Blas und Dahlet Quorrot bieten neben Felsenterrassen auch winzige Fleckchen Sandstrand. Dahlet Quorrot hat in bizarrer Felskulisse einen sehr malerischen Fischerhafen, Felsgrotten dienen hier als Bootshäuser.
Zwischen den beiden Buchten liegen die Mistra-Felsen (Mistra Rocks), ein für die Inseln ungewöhnlicher Küstenabschnitt. Das Plateau fällt hier nicht glatt und steil ins Meer ab sondern bildet einen breiten Streifen chaotisch-bizarrer Kalksteinfelsen. Das Gebiet wurde in die Liste der Natursehenswürdigkeiten (Natura 2000-sites) aufgenommen. Gemeinsam mit dem Nationaltrust Din l-Art Helwa will die Gemeinde hier den Mistra-Naturlehrpfad (Mistra nature trail) einrichten. Der Isopu-Turm (Torri ta’ Isopu, auch San Blas Tower) soll dabei als Besucherzentrum eingerichtet werden.
Der Turm wurde 1667 durch die Selbstverwaltung Gozos, die Universata, als Wachturm gegen Piratenüberfälle errichtet. Als einzigster aller maltesischen Wachtürme wurde von hier aus 1798 das Feuer auf die französische Invasionsflotte eröffnet.
Der Turm war völlig eingestürzt und wurde in einem Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde mit Din l-Art Helwa in dreijähriger Arbeit restauriert. Seit 2011 ist der Turm zu bestimmten Öffnungszeiten zu besichtigen.

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Im Südwesten der Stadt steht der Telegraphenturm von Kenuna (Kenuna Tower) Er wurde 1848 durch die Briten für die Telegraphenverbindung zwischen Malta und Gozo errichtet.
Rund um den Turm besteht eine Grünanlage mit vielen endemischen Pflanzen, die deshalb auch als „Botanischer Garten“ von Kenuna bezeichnet wird.

Xaghra

(scha’ra)
4.000 Einwohner

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Der Ort auf einem Hochplateau bietet die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Gozos: die Ggantija-Tempel und das Tal-Qacca Hypogäum (Hypogäum von Gozo).

Die Megalith-Tempel von Ggantija galten zusammen mit denen von Skorba bei Mgarr auf Malta lange als die ältesten freistehenden Steinbauten der Welt.
Die auf 3.600 v.u.Z. datierte Anlage liegt am südlichen Ortsausgang am Rande des Plateaus und besteht aus zwei Tempeln.

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Der Südtempel von Ggantija von 3.600 v.u.Z. mit seinen mächtigen Orthostaten und Ansatz eines Kraggewölbes gehört zu den ältesten Bauten der Menschheit.

Der Südtempel von Ggantija von 3.600 v.u.Z. mit seinen mächtigen Orthostaten und Ansatz eines Kraggewölbes gehört zu den ältesten Bauten der Menschheit.

Außer den inneren Tempelräumen sind in Ggantija – als einzigste aller maltesischen Tempelanlagen – auch die gemeinsame Umfassungsmauer, die Fassade und sogar der ovale Vorhof in ihren Grundrissen vollständig erhalten. Die Höhe der noch erhaltenen Tempelmauern beträgt bis zu 6 m. Sie besteht im unteren Teil aus Orthostaten – aufrecht stehenden Megalithen von bis zu 50 t Gewicht – auf denen mehrere Lagen horizontaler Blöcke aufliegen. Unglücklicherweise erfolgte bereits 1827 die erste unsachgemäße Ausgrabung durch einen britischen Offizier, der weder Aufzeichnungen machte noch das Fundmaterial aufbewahrte. Dafür erhielten sich mehrere Zeichnungen und Aquarelle des zufällig anwesenden Malers Charles von Brocktorff, nach denen man sich ein Bild vom damaligen Zustand der Anlage machen kann.

Am anderen Ende des Plateaus, etwa 1000 m westlich, befinden sich die Reste einer weiteren Tempelanlage. Die Stätte wurde nach einer ehemals hier existierenden Kapelle Santa Verna-Tempel genannt. Es handelt sich offenbar um einen Fassadenrest aus vier mächtigen Orthostaten mit vier davor liegenden Blöcken, wie es von anderen Tempeln wie Ggantija oder Mnajdra mit ihren vor der Fassade umlaufenden Steinbänken bekannt ist. Bisher fanden keine Grabungen statt, das Alter der Stätte ist unbekannt.

In der Mitte zwischen den beiden Anlagen liegt das Hypogäum von Gozo (Tal-Qacca Hypogeum). Es handelt sich um eine unterirdische Begräbnisstätte der Tempelkultur ähnlich dem berühmten Hypogäum von Hal Saflieni in Paola auf Malta. Neben einem Komplex untereinander verbundener Grabhöhlen gab es offenbar auch einen unterirdischen Tempel bzw. Kultraum. Die Anlage war von einem Steinkreis von ca. 45 m Durchmesser umgeben, von dem aber nur wenige Meglithen erhalten sind. Nach dem Maler Charles von Brocktorff wird der Komplex auch Brocktorff–Steinkreis (Brocktorff Circle) genannt. U.A. auch mit Hilfe seiner Zeichnungen aus den 1820-er Jahren wurde die inzwischen in Vergessenheit geratene Stätte 1964 wieder aufgefunden.
1987-94 erfolgten mehrere aufwendigen Grabungen, nach deren Beendigung die Anlage zu ihrem Schutz wieder verfüllt wurde. Die Funde sind im Archäologisches Museum in Rabat/Gozo ausgestellt. Der oberirdische Teil der Anlage kann nach vorheriger Anmeldung bei der Museumsverwaltung Heritage Malta besichtigt werden.

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Neben den genannten spektakulären Stätten gibt es in und um Xaghra mehrere Höhlen, in denen Überbleibsel aus der Tempel-Periode gefunden wurden.
Die erste – einfach „die Höhle“ (L-Ghar) genannt – befindet sich gleich an der Nordseite des Ggantija- Tempels an der Straße zum Eingang und wurde 1949 entdeckt. Sie besteht aus einer nierenförmigen, grob aus dem Fels gehauenen Kammer, die über Stufen erreichbar war. Wahrscheinlich handelt es sich ursprünglich um ein Felskammergrab, das aber später zur Deponierung von Tempelmüll genutzt wurde.

Die Ghejzu- Höhle (L-Ghar ta’ Gejzu) liegt ca. 300 westlich der Ggantija- Tempel in Richtung Hypogäum an der Hauptstraße (Straße des 8. September, TriqTmienja ta’ Settembru). Oberhalb der Höhle gab es eine Megalithstruktur, die der Archäologe David Trump als apsisförmig beschrieb und als Überrest eines weiteren Tempels wertete. Die Megalithen wurden Ende der 70-er Jahre versetzt, so dass ihre ursprüngliche Anordnung nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Höhle wurde 1993 freigelegt wobei große Mengen der charakteristischen Ggantija-Keramik mit Ritzdekor, einige mit Resten roter Bemalung, geborgen wurden.
Die Höhle mißt ca. 13 x 6 m und ist durch eine runde Öffnung in der Höhlendecke sowie durch einen engen Schacht zugänglich.

Die Pergla-Höhle (L-Ghar tal-Pergla) liegt am Hang der Pergla-Schlucht (Wied tal-Pergla). Die Höhle ist 13 m lang, den Zugang bildet eine runde Öffnung von 1 m Durchmesser, die bei der Entdeckung 1913 mit einer Großen Steinplatte verschlossen war. Die Höhle enthielt Keramik hauptsächlich aus der Ggantija- Phase, Stein- und Knochenwerkzeuge, einen menschlichen Schädel sowie Knochen von Rind, Schaf, Schwein, Kaninchen, Hund, Vögeln und Schildkröte.

Nördlich von Xaghra gibt es auf dem Hügel Il-Qortin tas-Srug eine weitere Höhle, die 1938-39 entdeckt wurde und Keramik der späten Tempelzeit sowie Knochen von Ziege und Schaf enthielt.

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In der nördlichen Wohnsiedlung von Xaghra liegt zwischen Häusern der Sansuna- Stein (Il-Gebla ta’ Sansuna , auch „Stein der Riesin“ bzw „rock of the giantess“). Bei dem unregelmäßigen Stein aus Korallenkalk von ca. 4 m Durchmesser handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Deckstein eines eingestürzten Dolmen. Die maltesischen Dolmen werden gewöhnlich der Bronzezeit zugeordnet (2.000 – 900 v.u.Z.). Da die Stätte niemals untersucht wurde, sind aber keine gesicherten Angaben möglich.

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Südlich von Xaghra liegt gegenüber der Ggantija-Tempel der Tafelberg Il-Nuffara, auf dem in der bronzezeitlichen Borg in Nadur-Phase (1.500 – 900 v.u.Z.) eine Höhensiedlung bestand. Erhalten sind einige der charakteristischen flaschenförmigen Vorratsgruben mit engem Zugang. Aus einer davon konnte 1960 Keramik der Borg in-Nadur-Phase sowie ankerförmige Keramikobjekte, Spinnwirtel und Mahlsteine geborgen werden. Die Fundstücke sind im Archäologischen Nationalmuseum in Rabbat/Gozo, ausgestellt.

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Aus neuerer Zeit ist in Xaghra eine der typischen gozitanischen Windmühlen erhalten. Sie stammt noch aus der späten Ritterzeit und war bis in die 50-er Jahre in Betrieb. Nach dem Tod des letzten Müllers 1987 wurde sie restauriert und als Ta’ Kola-Mühlemuseum (Kola’s Windmill) eingerichtet. Außer dem Mühlengebäude mit funktionsfähigem Mahlwerk sind die Wohnräume der Müllersfamilie sowie zum Müllerhandwerk nötige Werkstätten wie Schmiede und Schreinerei zu besichtigen.

Xewkija

(schoukija)
3.150 Einwohner

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Die mächtige Kirche ist ein Neubau von 1951-71.

Die mächtige Kirche ist ein Neubau von 1951-71.

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Der Ort ist vor allem durch seine mächtige Kirche, einen Rundbau von 1951-71, bekannt. Ihre Kuppel ist eine der größten Kuppeln der Welt, sie ist schmaler aber höher als die der Rotunda von Mosta und im Gegensatz zu dieser aus Stahlbeton gebaut.

Die Stahlbetonkuppel gehört zu den größten der Welt.

Die Stahlbetonkuppel gehört zu den größten der Welt.

Die Kirche steht sozusagen auf heiligem Grund: bereits 1647 erwähnt der maltesische Chronist Francesco Abela vier große, aufrecht stehende Steine mit einem weiteren, horizontal darüber liegenden – ganz offensichtlich die Beschreibung des Trilith-Tores eines Megalith-Tempels.
Später wurde anbei eine Kapelle errichtet und ab Anfang des 18. Jhd’s eine erste Pfarrkirche. Dafür wurde der Trilith abgerissen. Ein anderer Chronist, Agius de Soldanis, schreibt 1745, dass die Fundamente der Kirche auf riesigen Steinblöcken – offensichtlich Megalithen – errichtet wurden.

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Blick auf Xewkija von der Terrasse des Ggantija Tempelkomplexes. Die Vorgängerkirche wurde Anfang des 18. Jhd’s auf den Megalithen eines weiteren Tempels errichtet

Blick auf Xewkija von der Terrasse des Ggantija Tempelkomplexes. Die Vorgängerkirche wurde Anfang des 18. Jhd’s auf den Megalithen eines weiteren Tempels errichtet

1904 führte Pater Manwel Magri östlich der Kirche archäologische Ausgrabungen durch. Es wurden große Mengen an Keramik und Tierknochen gefunden. Einige Scherben datieren aus dem frühen Neolithikum, der Großteil aus der Tempelperiode, darunter eine Standfußschale mit nach dem Brennen tief eingeschnittenem Dekor, die heute im Museum für Archäologie in Rabat ausgestellt ist.

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Bei Bauarbeiten am heutigen Skulpturen- Museum (Sculpture Museum) östlich der Kirche wurden noch 1972 Überreste von Bauwerken aus der Tempelzeit freigelegt.

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Xewkija. Wohnhäuser um die Kirche

Xewkija. Wohnhäuser um die Kirche

Aus phönizisch-punischer Zeit (800 – 218 v.u.Z.) wurden 1951 bei Straßenarbeiten zwischen tal-Morob und der Kapelle Ta’ Mamet verschiedene Gegenstände wie Amulette mit Darstellungen ägyptischer Gottheiten (Ptah, Bastet, That) und Glasfragmente sowie eine Palmette mit Spiralmuster geborgen, die heute alle im Museum für Archäologie in Rabat gezeigt werden.

In römischer Zeit (218 v.u.Z. –533 u.Z.) existierte im Gebiet Xewkijas eine Villa rustica – ein landwirtschaftliches Gut, was zahlreiche Keramikfunde aus der Umgebung bezeugen. Dass u.A. Olivenöl hergestellt wurde, belegen die Funde einer Ölpresse (trapetum) aus Tal-Hamrija, sowie des Fragmentes einer weiteren Ölpresse aus Tas-Salvatur, die sich heute im Museum für Archäologie in Rabat befinden. In Tal-Hamrija wurde 1978 auch eine Vorratsgrube für Getreide entdeckt. Die Grube mit einem Durchmesser von 1,20 m ist 1,40 m tief und mit gebranntem Lehm ausgekleidet. Sie konnte anhand von Fundstücken aus der Umgebung – darunter eine Terra sigillata- Schale und eine verzierte Keramikstele, wie sie in den Wasserbecken der römischen Atriumhäuser aufgestellt wurden – in die römische Epoche datiert werden. Die Fundstücke befinden sich ebenfalls im Museum für Archäologie in Rabat.
Bei Straßenarbeiten wurde 1951 bei tal-Horob eine 6,85 m lange Mauer aus römischer Zeit freigelegt.

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Im Mittelalter unterlag Gozo ständigen Überfällen durch Piraten, so dass die Bevölkerung gezwungen war, sich zumindest nachts in der Zitadelle von Rabat zu verschanzen. Erst nach Errichtung der Wachtürme im Hafen von Mgarr 1601 sowie in der ix-Xini- Bucht um 1600 wurde das dahinter liegende Land sicherer. Xewkija war 1678 die erste gozitanische Gemeinde, die außerhalb von Rabat gegründet wurde.
Außerdem errichtete der Ritter Giovanni Gourgion, Privatsekretär des Großmeisters der Johanniter Adrien de Wignacourt, 1689 einen stark befestigten Adelssitz mit Turm, den Gourgion- Turm. Er befand sich südlich der Kirche und wurde 1943 abgerissen um eine nur wenige Monate für den Angriff auf Sizilien benötigte Flugbahn zu bauen. Einige wenige Reste dieses historischen Gebäudes wie Zinnen und Wappenfriese werden im Museum für Archäologie in Rabat aufbewahrt.

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Am Ortseingang sind die Überreste einer Mühle aus der Zeit Großmeister Ramons Perellos y Roccaful (1697-1720) erhalten. Ihre acht Ecken markieren die acht Himmelsrichtungen.

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In Xewkija befindet sich eine Außenstelle der Universität Malta, das Stadion von Gozo und die Trabrennbahn (Racecourse), wo im Winter 1 x wöchentlich Rennen stattfinden.

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Im Süden Xewkijas zerschneidet die Schlucht ix-Xini (Wied Imgarr ix-Xini) das Plateau. Die angrenzenden Gemeinden Xewkija und Sannat haben hier den ix-Xini- Regionalpark eingerichtet. Im Park sind typische Vertreter der Garigue- bzw. Macchie-Vegetation beheimatet, so der stark giftige Pfriemenginster (Spartium junceum, auch Spanischer Ginster) und das seltene Strauchige Leimkraut (Silene fruticosa), die mit ihrem Nektar die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insektenarten bilden. Maltas Wappenvogel, die Blaumerle (Monticola solitarius), kommt hier noch vor.
Im oberen Teil der Schlucht trifft man auf rätselhafte, untereinander verbundene, kreisrunde Felspfannen. Sie werden als Aufbereitungsanlage für Töpferton interpretiert und stammen evtl. aus arabischer Zeit.
Weiter talwärts sieht man in einer Steilwand die Glocken-Höhle (Il-Qniepen, „the Bells“), von deren Decke große Stalaktiten wie die Klöppel einer Glocke herabhängen. Ein Teil der Höhle ist mitsamt den Stalagtiten inzwischen in die Schlucht gestürzt.
Nach ca. 2 km mündet die Schlucht in die malerische ix-Xini- Bucht, ein maritimes Schutzgebiet, das von der „Malta Environment and Planning Authority“ (MEPA) betreut wird. In den Seegraswiesen der Bucht kommen verschiedene Arten des Seepferdchens vor.

Die Bucht mit ihren steilen, terrassenartigen Hängen wird von den Gästen des Hotels auf den Ta’Cenc-Klippen zum Baden genutzt und ist auch bei Tauchern beliebt. Das Hotel betreibt eine kleine Bar.

Da die Bucht während des Mittelalters wiederholt maurischen und türkischen Piraten zur Anlandung diente, ließ die Universita – die lokale Selbstverwaltung Gozos – Ende des 16. Jhd’s den Mgarr ix-Xini Wach- und Verteidigungsturm bauen. Er wurde 2000 restauriert und ist seit 2009 für Besucher geöffnet. Der Turm wird durch die Organisation Wirt Ghawdex verwaltet.

Die Bucht ist über einen Feldweg, der vom Gozo Heliport Richtung Küste führt sowie über eine sehr steile und enge Autostraße von Xewkija her zu erreichen.

Sannat

ca. 1800 Einwohner

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Oberhalb der Ta’Cienc-Klippen liegt die Stadt Sannat.

Oberhalb der Ta’Cienc-Klippen liegt die Stadt Sannat.

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Das Dorf liegt auf dem Ta’Cenc-Plateau, das im Süden mit den imposanten bis 145 m hohen Ta’Cenc–Klippen jäh ins Meer abfällt. Oberhalb verläuft ein Fußweg, am eindrucksvollsten ist aber der Anblick von unten – vom Meer aus. Bei der Fährüberfahrt von Malta sind die Klippen gut zu sehen.

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Das Plateau ist karg und dünn besiedelt weshalb sich dort verschiedene Bodendenkmale erhalten haben. Sie wurden bisher nicht erforscht und erst in letzter Zeit teilweise durch einen Fußpfad für Touristen erschlossen. Er beginnt hinter dem Hotel, am Fußweg zur Mgarr ix-Xini- Bucht und führt zunächst zu den Überresten des Megalithtempels Borg l’Mramma. Einige aufrechte Orthostaten sind gut zu erkennen. Leider verwendeten die Bauern und Hirten die Steine in der Vergangenheit zum Bau von Windschutzmauern und Unterständen für die Vogeljäger, so dass ursprüngliche Konturen kaum noch auszumachen sind. Weiter führt der Weg zu zwei Dolmen. Die maltesischen Dolmen sind kaum untersucht und werden im Allgemeinen der Bronzezeit zugeordnet.
Am Dorfausgang, am Weg zu den Ta’Cenc- Klippen, findet man auch deutlich ausgeprägte Karrenspuren. Sie werden ebenfalls der Bronzezeit zugeordnet.
Im Nordosten grenzt das Ta’Cenc- Plateau an die ix-Xini-Schlucht (Wied Imgarr ix-Xini). Die angrenzenden Gemeinden Sannat und Xewkija haben hier den ix-Xini- Regionalpark eingerichtet. Am Südrand der Schlucht führt eine steile und enge Autostraße zur Badebucht Mgarr ix-Xini. Am Beginn dieser Straße steht etwas abseits der Menhir Ta‘ Blankas.

Xlendi

(schlendi)

In der malerischen Felsenbucht von Xlendi gelegen gehört der Ort administrativ zu Munxar (munschar), zusammen hat die Gemeinde ca. 1100 Einwohner. Erst in den letzten Jahren hat sich der ehemalige Fischerhafen zu einem beliebten Ferienziel mit Hotels, Apartmenthäusern und Restaurants entwickelt.

Die schmale, ca. 500 Meter ins Land eingeschnittene Bucht bildet die Mündung der Xlendi-Schlucht (Wied ix- Xlendi), die bis an die Hauptstadt Rabat reicht.
Die Seitenwände werden von z.T. steil ins Meer abfallenden Felsen gebildet. Es gibt aber einige in die Bucht ragende flache Sonnenfelsen und an der kleinen Promenade einen winzigen Sandstrand.
In der Mitte der Bucht ragt ein Felsen bis dicht unter die Wasseroberfläche. Zahlreiche Funde aus römischer Zeit bezeugen, dass die Bucht schon damals als Hafen diente und der Felsen einigen Schiffen zum Verhängnis wurde.

Am südlichen Ausgang der Bucht, durch eine kleine Schlucht (Wied il- Kantra) vom Ort getrennt, steht der Xlendi-Turm aus dem 17. Jhd. Man kann ihn auf einem Fußpfad oberhalb der Schlucht erreichen. Unterhalb sind die Felspfannen einer alten Saline zu sehen, etwas weiter findet man «Windskulpturen» – durch Winderosion des weichen Globigerinenkalksteins entstandene Felsgebilde. Das Kap bietet einen wunderbaren Ausblick auf die Steilküste.

Nördlich des ländlich-verschlafenen Gemeindezentrums Munxar findet man an der Straße nach Rabat, hinter der Kapelle, versteckt unter Johannisbrotbäumen die spärlichen Überreste des Megalithtempels Ta’Marziena. Die Stätte wurde 1960 dokumentiert, es fanden aber bisher keine Ausgrabungen statt. In der Umgebung werden zahlreiche Scherben aus der Ggantija- und der Tarxien- Phase gefunden.

Rabat

Ir-Rabat Ghawdex ( – audschi), auch Victoria
6.250 Einwohner

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Gozos Hauptstadt liegt auf einem der Tafelberge im Zentrum der Insel, an dessen Südrand neolithische Siedlungsreste entdeckt wurden. Keramik aus der bronzezeitlichen Borg in-Nadur-Phase (1.500 – 800 v.u.Z.) wurde 1960 auf der Südseite des Marktplatzes It-Tokk geborgen. Im Archäologischen Museum in der Zitadelle wird eine Tafel mit einer punischen Inschrift gezeigt, die den punischen Namen Gozos – Gwl – erstmals erwähnt. Sie wird auf die Zeit kurz vor der römischen Eroberung – also vor 218 v.u.Z. – datiert. Punische Überreste fand man südlich der Vajringa – Straße (Triq Vajringa). Aus römischen Schriftquellen ist das „Gaulos Oppidum“, also eine befestigte Siedlung auf Gozo, bekannt, das eigene Münzen prägte, also unabhängig von der Hauptinsel Melita – Malta war. Die Siedlung nahm ungefähr das Quadrat zwischen den heutigen Straßen Triq Santa Marija, Triq Vajringa und Triq Palma ein und ist im Stadtplan gut erkennbar.
Der Schlußstein über dem alten Haupteingang der Zitadelle (rechts neben dem jetzigen Tor) trägt eine lateinische Inschrift, die besagt, dass Gozo unter dem Imperator Antonius Pius (86-161 u.Z.) zur Stadt erhoben wurde. Rund um den Marktplatz It-Tokk wurden verschiedene römische Fundamente freigelegt, darunter ein Kellerraum, der sogar noch (leere) Weinkrüge enthielt. Die Flurbezeichnung «Fuq it-Tomba“ westlich des Sant Wistin Platzes ( Pjazza Sant Wistin) weist auf Gräberfelder, die nach römischer Sitte unmittelbar außerhalb der Städte angelegt wurden. In der Nähe gibt es Katakomben, die aber nicht zu besichtigen sind.

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Die Zitadelle von Gozo überragt die Hauptstadt Rabat.

Die Zitadelle von Gozo überragt die Hauptstadt Rabat.

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Der älteste Teil des heutigen Rabat ist il-Kastell – die Zitadelle.
Sie liegt auf dem höchsten Teil des Plateaus, wo der Fels im Norden und Osten steil abfällt. Die hier erhaltenen kreisrunden Festungsmauern stammen z.T. noch aus dem 13. Jhd. Im Inneren haben – noch laufende – archäologische Ausgrabungen Hausfundamente und Straßenzüge aus sicilo-normannischer Zeit (12. Jhd.) freigelegt. Damals war das Burginnere dicht bebaut.

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Die Festungsmauer ist rundum begehbar. Nach Ausgrabungen im Inneren wurden im hinteren Teil die mittelalterlichen Gassen und Parzellen rekonstruiert.

Die Festungsmauer ist rundum begehbar.
Nach Ausgrabungen im Inneren wurden im hinteren Teil die mittelalterlichen Gassen und Parzellen rekonstruiert.

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Im vorderen Teil um die Kathedrale sind die verschachtelten Häuser und Gassen erhalten.

Im vorderen Teil um die Kathedrale sind die verschachtelten Häuser und Gassen erhalten.

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Die Johanniter-Ritter befanden nach ihrer Ankunft auf dem Archipel 1530 die mittelalterliche Anlage ohne Geschützstellungen als völlig unzureichend. Sie erwogen den Abriss sowie den Neubau einer Festung in Marsalforn, mußten sich aber vorrangig dem Ausbau der Festungen Birgu und Senglea sowie Valletta auf der Hauptinsel widmen.
Die ständigen Überfälle vorwiegend nordafrikanischer und türkischer Piraten auf Malta und Gozo fanden ihren Höhepunkt 1551, als türkische Piraten unter ihrem Anführer Sinan Pascha (Sinam Baxa) auch die Zitadelle von Gozo einnahmen. Die nahezu vollständig in die Burg geflüchtete Inselbevölkerung wurde in die Sklaverei verschleppt.
Während der Großen Belagerung von 1565 wurden Gozo und die Zitadelle glücklicherweise nicht angegriffen.
Erst ab 1601 begannen die Johanniter-Ritter mit der Modernisierung der Festung. Im Vorfeld hatten der bekannte italienische Festungsbaumeister, Schüler Michelangelos und Erbauer der Festung Valletta, Francesco Laparelli da Cortona (1521-1570), sowie der Militärarchitekt Giovanni Rinaldi die Festung besichtigt und Vorschläge gemacht. Rinaldi leitete jetzt die Baumaßnahmen. Erst gegen Ende der Bauarbeiten wurde er dem Militärarchitekten Vittorio Cassar, Sohn Gerolamo Cassars, des einstigen Assistenten Laparellis beim Bau Vallettas, unterstellt. ;

Ab 1601 wurde die mittelalterliche Festung modernisiert, mit Bastionen und einem heute begrünten Ravelin im Vorfeld ausgestattet.

Ab 1601 wurde die mittelalterliche Festung modernisiert, mit Bastionen und einem heute begrünten Ravelin im Vorfeld ausgestattet.

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Die Festung wurde mit mächtigen Bastionen mit den entsprechenden Geschützstellungen ausgestattet: im Süden – zur Stadt hin – die St. Michael–Bastion, flankiert von der St. John–Halbbastion im Osten und der St. Martin–Halbbastion im Südwesten. Alle drei wurden zur Stadt hin durch einen Trockengraben geschützt.

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1956 wurde neben dem ursprünglichen Festungstor (rechts) ein breiterer Zugang geschaffen.

1956 wurde neben dem ursprünglichen Festungstor (rechts) ein breiterer Zugang geschaffen.

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Das ehemalige Haupttor liegt rechts neben dem heutigen Tor zwischen St. Michael uns St. Martin. Eine lateinische Inschrift auf dem Schlußstein über diesem Tor besagt, dass Gozo unter dem Imperator Antonius Pius (86-161 u.Z.) zur Stadt erhoben wurde. Vom Tor führte eine Zugbrücke zunächst zu einem im Graben gelegenen Ravelin und eine weitere zur Stadt. Heute führt die steile Tal-Belt –Straße (Triq Tal-Belt) vom Marktplatz hinauf zur Zitadelle.

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Der Obelisk vor der Zitadelle erinnert an die Einweihung der Wasserleitung von Kercem nach Rabat 1841.

Der Obelisk vor der Zitadelle erinnert an die Einweihung der Wasserleitung von Kercem nach Rabat 1841.

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Links der Straße ist der heute begrünte und mit einigen Kanonen ausgestattete Ravelin erhalten. Rechts erinnert eine Obelisk an die Einweihung der Frischwasserversorgung Rabats 1841. Er steht auf der Abdeckung einer der alten Zisternen der Zitadelle.

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Innerhalb der Festung errichteten die Ritter im Nordteil hauptsächlich Kasernen, die dann im 19. Jhd. als Gefängnis dienten. Trotzdem wurde die Bevölkerung Gozos per Gesetz verpflichtet, zum Schutz vor erneuten Piratenüberfällen nachts die Festung aufzusuchen. Dieses Gesetz wurde erst 1637 aufgehoben.

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Im Südteil der Zitadelle befand sich gleich hinter dem Tor der Kathedralen-Platz, links mit den noch unter Großmeister Alof de Wignacourt (1601-1622) errichteten Gebäuden des Gerichtshofes (Law Courts) und der Residenz des Gouverneurs von Gozo. Sie beherbergen heute das Standesamt und weitere Verwaltungen. Im hinteren Teil des Gerichtsgebäudes befand sich das Gefängnis des Ordens. Es kann heute als Museum „Altes Gefängnis“ besichtigt werden.
Gegenüber, ursprünglich unmittelbar rechts des alten Eingangstores gelegen, wurde das Haus Bondi (Casa Bondi) als Gästehaus der Ordensritter bei Gozo-Besuchen gebaut. Es beherbergt heute das Archäologische Museum Gozos. Das Gebäude des Domkapitells wurde erst 1897 vor das Haus Bondi an den Kathedralen-Platz gesetzt.

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Die Kathedrale Maria Himmelfahrt wurde ab 1697 von Lorenzo Gafa erbaut und 1864 zur Kathedrale erhoben.

Die Kathedrale Maria Himmelfahrt wurde ab 1697 von Lorenzo Gafa erbaut und 1864 zur Kathedrale erhoben.

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Nach den Zerstörungen durch das Erdbeben von 1693 wurde zwischen 1697 und 1711 die heutige Kathedrale von Gozo nach Plänen des maltesischen Barockbaumeisters Lorenzo Gafa erbaut. Nach der Überlieferung soll es an diesem Platz bereits im 3. Jhd. v.u.Z. einen punischen Tempel, in römischer Zeit dann einen Juno-Tempel (nach anderen Angaben einen Jupiter-Tempel) gegeben haben. Belegt ist, dass der Normanne Graf Roger I. (1061 – 1101) hier eine Kirche errichten ließ, die er reich mit Ländereien ausstattete.
Der Neubau wurde 1716 Maria Himmelfahrt geweiht und 1864 – in Zusammenhang mit der Gründung des selbstständigen Bistums Gozo – zur Kathedrale erhoben.

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.... oder doch? Die Illusion malte der sizilianische Künstler Antonio Manuele von Messina 1739.

…. oder doch?
Die Illusion malte der sizilianische Künstler Antonio Manuele von Messina 1739.

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Die Kuppel wurde nicht vollendet ....

Die Kuppel wurde nicht vollendet ….

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Die Kirche zeichnet sich durch eine bauliche Kuriosität aus: von innen verfügt sie über eine Kuppel, von außen nicht! Es handelt sich um ein Trompe-l’oeil-Gemälde – also eine Illusion – des sizilianischen Künstlers Antonio Manuele von Messina von 1739. Die Eidechse in einem der gemalten Fenster der Kuppel ist seine Signatur.

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Bemerkenswert ist der prächtige, mit farbigem Marmor ausgelegte Fußboden, in den auch hier viele kunstvoll gestaltete Grabplatten eingelassen sind. Der Altar ist ebenfalls in dieser Technik gestaltet.
Der Kathedrale ist ein kleines Kathedralmuseum angeschlossen, das liturgische Gewänder und Gerätschaften sowie eine Gemäldesammlung zeigt.

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1722 gab der Orden die Festung zugunsten einer geplanten Festungs- und Verwaltungsstadt nach dem Vorbild Vallettas – des Fort Chambray über dem Hafen von Mgarr – auf. Diese Stadt wurde allerdings nie gebaut, nur das Festungswerk 1758 fertig gestellt.

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1956 wurde ein neuer, breiterer Zugang zur Festung – das heutige Haupttor – geschaffen. Im Zusammenhang damit wurde der dahinter liegende Kathedralen-Platz tiefer gelegt und die hohe Freitreppe zur Kathedrale angelegt.
Seit 2007 wird die Zitadelle im Rahmen eines von der EU kofinanzierten denkmalpflegerischen Projektes aufwendig restauriert.

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Die Festungsmauern einschließlich der Bastionen können rundum begangen werden und bieten einen unvergleichlichen Ausblick über ganz Gozo mit seinen Tafelbergen und grünen Tälern.
Heute befinden sich in der Zitadelle die wichtigsten Museen Gozos Museen sowie ein Kunsthandwerkszentrum (Gozo Craft Centre).

Archäologisches Museum Gozo
(Gozo Museum of Archaelogy)
Die prähistorische Abteilung beherbergt die einzigartigen Funde aus dem Xaghra-Steinkreis und aus den Megalith-Tempeln von Ggantija und Santa Verna. Bemerkenswert sind phönizisch-punische Hinterlassenschaften wie steinerne Amulette aus Xewkija und eine punische Inschrift aus dem 3. Jhd. v.u.Z., die Gozo – punisch „Gwl“ – erstmals erwähnt. Zeugnisse aus römischer, byzantinischer, arabischer und frühmittelalterlicher Zeit ergänzen die Sammlung.

Naturkundemuseum
(Nature Museum, ehemals Natural Science Museum)
Das Museum in einem der erhaltenen historischen Gebäude hinter dem Gerichtshof zeigt eine Mineralien- und Gesteinssammlung, deren Hauptattraktion eine Sammlung von Stalakmiten und Stalaktiten aus gozitanischen Tropfsteinhöhlen darstellt. Es gibt eine Fossiliensammlung mit Meeresfossilien sowie fossilen Knochen von ausgestorbenen Tieren Maltas wie Zwergflußpferd und -elefant, eine botanische und eine Insektensammlung. Im Aufbau ist eine bemerkenswerte Ausstellung über Lebensräume und Ökosysteme der maltesischen Inseln, in der Gozo natürlich den Schwerpunkt bildet.

Folklore Museum
Das Museum ist in einem sehenswerten Komplex aus mehreren mittelalterlichen Häusern untergebracht, die auch innen noch komplett aus dem 15/16. Jhd. erhalten sind. Es zeigt alle Aspekte der traditionellen ländlichen Lebensweise von den verschiedenen Handwerken bis zu Haushaltsgegenständen darunter eine Göpelmühle, Schmiedewerkstatt, einen traditionellen komplett aus Kalkstein gehauenen Herd und mehrere der zu jedem Haushalt gehörenden Zisternen.

Altes Gefängnis
(Gozo Prisons)
Das Gefängnis befindet sich im rückwärtigen Teil des Gerichtshof-Gebäudes. Es war von der Ritterzeit bis ins 20. Jhd. hinein in Betrieb. Erhalten sind 6 alte Einzelzellen und eine Gemeinschaftszelle aus dem 19. Jhd., die heute die Eingangshalle bildet. Beeindruckend sind die vielen Ritzzeichnungen und Inschriften der Gefangenen: Schiffsdarstellungen verschiedener Epochen, Handabdrücke, Abzählkalender u.A. In der Eingangshalle zeigt eine Ausstellung die Festungswerke Gozos.

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Auf dem zentralen „Platz der Unabhängigkeit“ findet werktags der Markt statt.

Auf dem zentralen „Platz der Unabhängigkeit“ findet werktags der Markt statt.

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Zu Füßen der Zitadelle liegt die eigentliche Stadt Rabat mit ihrem Zentrum, dem Marktplatz It-Tokk, auch Platz der Unabhängigkeit (Pjazza Indipendenza). Hier findet werktags der Markt statt. Der Platz besteht mindestens seit der römischen Epoche, bei Bauarbeiten stößt man immer wieder auf römische Fundamente.

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Gleich hinter dem Markt beginnt das Gewirr stiller Altstadtgassen. Nur wenige Schritte weiter südlich liegt am San Gorg –Platz (Pjazza San Gorg) die barocke Basilika San Gorg (St Georg), die wegen ihrer prachtvollen Innenausstattung auch die „goldene Kirche“ genannt wird. Sie wurde zwischen 1672 und 1678 erbaut, durch das schwere Erdbeben von 1693 jedoch so stark beschädigt, dass sie erst 1755 geweiht werden konnte. Die Fassade wurde 1818 erneuert. Sie ist innen vollständig mit Marmor ausgekleidet, das Altarbild – Der Sieg des Hlg. Georg über die Mächte des Bösen – stammt von Mattia Preti. Der Baldachin über dem Altar stammt von 1967 und kopiert Berninis berühmten Baldachin im Petersdom in Rom.

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An der Hauptstrasse befinden sich die meisten Geschäfte und Restaurants der Stadt.

An der Hauptstrasse befinden sich die meisten Geschäfte und Restaurants der Stadt.

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Vom Marktplatz zweigt die Hauptstraße „Triq ir-Repubblika“ (Republic Street) ab, die von typischen maltesischen Häusern aus gelbem Kalkstein mit bunten Balkonen gesäumt wird. Hier befinden sich neben Post, Polizeistation, Bischofspalast und den beiden von rivalisierenden Band-Clubs unterhaltenen Theatern „Astra“ und „Aurora“ die meisten Geschäfte und Restaurants der Stadt. Südlich davon liegt an der Straße Triq Putirgal (Main Gate Street) der zentrale Busbahnhof und ein Großer Parkplatz, dahinter der „Rundle Garten“ (Rundle Garden), eine um 1914 vom damaligen britischen Gouverneur Leslie Rundle eingeweihte Grünanlage.
Die Putirgal –Straße (Main Gate Street) mündet unweit des Busbahnhofes in den St. Franziskus –Platz (Pjazza San Frangisk) mit dem Franziskanerkloster. Südwestlich davon gibt es Katakomben, die allerdings nicht zugänglich sind. Nach der Überrlieferung sollen die ersten Mönche in den unterirdischen Räumen gelebt haben. Der größte Teil der heutigen Klostergebäude stammt aus dem 17. Jhd.
Ebenfalls am St. Franziskus –Platz (Pjazza San Frangisk) befindet sich im Gebäude des alten Hospitals von 1719 das Gozo-Ministerium (Ministry for Gozo).

Fontana

ca. 850 Einwohner

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Die kleine Gemeinde am südlichen Stadtrand von Rabat wurde erst 1993 auf eigenen Wunsch hin selbstständig.
Der Name stammt von den Quellen, die hier entspringen. Die „Große Quelle” (Ghajn il-Kbira) war nach einem Dokument von 1373 schon Ende des 14. Jhd‘s durch ein Gebäude geschützt. Um 1685 ließ Gasparre Azzopardi, ein Geistlicher, das heutige Waschhaus errichten. Im Inneren sind einige Steinbecken zum Wäsche waschen sowie drei Wappen erhalten: das der Familie Azzopardi, des Großmeisters Gregorio Caraffa (1680–1690) und das der Universita von Gozo, die die Kosten für die Unterhaltung trug. Ein weiteres kleineres Waschhaus gegenüber umfasst die Bendu-Quelle (Ghajn ta‘ Bendu).
Noch bis zum Ende des 19. Jhd‘s gab es hier drei weitere Quellen: die von drei Bögen umgebene Arkadenquelle (Ghajn tal-Logog), die Viehquelle (Ghajn tal-Bhejjem) mit zwei großen Steintrögen und die Talquelle (Ghajn tal-Wied).
Die Quellen liegen an der Mündung der drei Täler Wied il-Lunzjata, Wied Siekel, und Wied tas-Saqwi ins Wied ix-Xlendi. Im Wied tas-Saqwi entspringt in einem alten tiefen Brunnenschacht eine weitere Quelle. Am Ende des Wied Siekel gibt es eine im 2. Weltkrieg künstlich erweiterte Höhle, die jetzt zwei Fledermausarten – der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und dem Kleinen Mausohr (Myotis blythi) – als Unterschlupf dient. Das grüne Wied il-Lunzjata wird landwirtschaftlich genutzt. Am oberen Ende des Tales steht die bereits 1347 erwähnte Kapelle der „Maria Verkündigung“. Das heutige Gebäude stammt aus dem 16. Jhd. und ist teilweise in den natürlichen Felsen hineingebaut.

Kercem

ca. 1670 Einwohner

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Der Ort entstand im Mittelalter um eine Gregor dem Großen (um 540 – 604, Papst 590 – 604) geweihte Kapelle. Sie wurde 1851 durch eine Kirche ersetzt. Die Prozession zum Patronatsfest am 12. Mai führt von der Mutterkirche in der Zitadelle von Rabat bis hierher.
Am Tafelberg Ta‘Dbiegi – mit 195 m üNN der höchste „Berg“ Gozos – nordwestlich des Ortsteils Santa Lucija gibt es die Quelle „Ghar Ilma“ (Höhle des Wassers). Von hier bauten die Briten zwischen 1839 –1843 eine Wasserleitung nach Rabat. Nördlich von Kercem sind Teile des Aquädukts erhalten. Vor der Zitadelle in Rabat erinnert ein Obelisk auf einer der großen Zisternen der Festung an die Inbetriebnahme.
Nördlich dieses Tafelberges wurden in der Höhle Ghar il-Mixta neolithische Überreste gefunden. Im Gemeindegebiet gibt es auch Reste einer römischen Badeanlage und frühchristliche Begräbnisstätten, die aber nicht öffentlich zugänglich sind.

San Lawrenz

ca. 600 Einwohner

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Westlich der erst 1893 gegründeten Gemeinde befinden sich an der Dwejra –Bucht Gozos bekannteste Natursehenswürdigkeiten.
Die beinahe kreisrunde Bucht mit den senkrechten Felswänden ist ebenso wie das «Binnenmeer» (Inland Sea) nördlich davon der Rest einer großen, eingestürzten Höhle. Im „Binnenmeer“ haben die ortsansässigen Fischer einen geschützten Bootsliegeplatz, der durch einen 52 Meter langen Tunnel mit dem Meer verbunden ist. Die Fischer bieten Bootsfahrten durch den Tunnel, entlang der Klippen und durch das „Azurfenster“ (Azur Window) an.

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Dieses eindrucksvolle Felstor von 20 m Höhe und ca. 100 m Länge steht „mit einem Bein“ im Wasser und kann von der Landseite her begangen werden. In den Felsen oberhalb gibt es Fossilien und Karrenspuren (Cart ruts). In der Tiefe unter dem Bogen befindet sich das „Blaue Loch“ (Blue Hole) – ein beliebter Tauch-Spot.

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Vor der Dwejra-Bucht steht ein einzelner Felsen in Meer – der „Pilzfelsen“ (Fungus Rock). Hier züchteten die Ordensritter seinerzeit den Malteserschwamm. Die Pflanze war so kostbar, dass der Zugang zum Felsen streng bewacht wurde. Dazu wurde 1652 etwas oberhalb am Ufer ein Wachturm, der Dwejra-Tower, errichtet. Er kann an manchen Sonntagen besichtigt werden.

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Am Wardija Point, dem südwestlichsten Punkt Gozos wurden bei Ausgrabungen von 1960 die Fundamente eines rechteckigen Gebäudes freigelegt. Sie werden als Tempelanlage aus punischer Zeit (550 – 218 v.u.Z.) interpretiert. Oberhalb befinden sich eine künstlich in den Fels geschlagenen Höhle sowie eine Zisterne. Eine 1960 hier entdeckte, inzwischen jedoch von Vandalen zerstörte Figur mit ausgebreiteten Armen könnte die punische Hauptgöttin Tanit darstellen.

Gharb

ca. 1170 Einwohner

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Gharb hat mit vielen traditionellen balkongeschmückten Häusern ein ursprüngliches Stadtbild bewahrt. Hier steht eine der schönsten maltesischen Barockkirchen mit ihrer reichgeschmückten flügelartig vorspringenden Fassade (Schmetterlingsfassade). Sie wurde ab 1699 gebaut und 1729 Maria Heimsuchung (Visitation of Our Lady to St Elizabeth) geweiht. Davor war die heutige Friedhofskapelle Ta‘Zejt (Ta‘Zejt-Chapel), nordöstlich etwas außerhalb des Ortes gelegen, auch die Gemeindekirche. Ihr Name bezieht sich auf eine Legende, nach der unter einer der Kirchmauern Öl hervorgequollen sein soll nachdem eine arme Frau um Geld für ein Öllämpchen zu Ehren der Heiligen Maria gebetet hatte. Beim Versuch einiger Kaufleute das Öl gwinnbringend zu verkaufen, versiegte die Quelle wieder.

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Bekannter ist jedoch die östlich außerhalb des Ortes gelegene Wallfahrtskirche Ta‘Pinu (Blessed Virgin Mary of Ta’ Pinu). An einer seit dem 16. Jhd. hier bestehenden Kapelle hatte 1883 eine Frau aus Gharb eine Marienerscheinung. Daraufhin wurde zwischen 1920 und 1932 über der Kapelle – sie ist im Nordteil des Innenraumes erhalten – eine Kirche in neoromanischem Stil erbaut. Sie wurde aus Spendengeldern gozitanischer und maltesischer Gläubiger, teils aus der Diaspora, finanziert und ist reich mit Mosaiken und farbigen Fenstern ausgestattet. Jährlich finden Wallfahrten statt. Ein Kreuzweg mit lebensgroßen Marmorfiguren führt von der Kirche auf den Tafelberg ta’ Ghammar zu einem als Amphitheater angelegten Versammlungsplatz.
Der freistehende Glockenturm ist 61 m hoch.
Bemerkenswert sind zahlreiche Votivgaben, darunter abgelegten Gipsverbände und Krücken, die als Beweis für wunderbare Heilungen in den Nebenräumen ausgestellt sind.

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Von Gharb aus führen zwei tief eingeschnittene Täler an die Nordküste, die hier steil ins Meer abfällt. In den Klippen gibt es viele Höhlen, die aber nur vom Meer aus sichtbar sind. Der hier ständig wehende, scharfe Wind hat den weichen Globigerinenkalkfelsen zu wundersamen Windskulpturen umgeschliffen. Am Kap Hekka (Hekka-Point) am Ende der ta‘Milied –Schlucht (Wied ta‘Milied) gibt es besonders ausdrucksvolle pilzförmige Steinsäulen.
Die il-Mielah –Schlucht (Wied il-Mielah) endet in in einer schmalen, steilwandigen Felsenbucht, wo die Klippen ein Felsentor – das il-Mielah-Window – bilden. Die gesamte Schlucht wurde in einem von der Gemeinde initiierten und vom EU-Strukturfond kofinanzierten Umweltprojekt renaturiert. Dabei wurden illegale Müllkippen beseitigt, Bäume gepflanzt, Straße und Brücken saniert sowie ein Parkplatz und ein Wanderweg von Gharb her angelegt. Westlich des Fensters wurden Kletterhilfen in den Klippen angebracht. Mit der Verlängerung der Felsentreppe zum Tor bis hinunter ans Wasser – so dass Taucher hier direkt einsteigen können – soll das Projekt 2013 abgeschlossen sein. Infomaterial über die Natur- und historischen Sehenswürdigkeiten entlang des Wanderweges soll ebenfalls gedruckt werden.

Ghasri

ca. 400 Einwohner

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Das kleinste Dorf Gozos hat einen intakten Dorfkern mit traditionellen gozitanischen Häusern. An zweien von ihnen (Ghammar Street bzw. Lighthouse Street) hat sich ein besonderes Architekturelement erhalten: das Maxrabija-Fenster. Diese in der arabischen Welt verbreiteten, incl. Gitter komplett aus Stein gearbeiteten Fensterluken ermöglichen es, die Straße zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.
Die Dorfkirche stammt von Anfang des 20. Jhd’s.

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Nördlich des Dorfes beginnt das malerische il Ghasri–Tal (Wied il-Ghasri). Es wird von einigen Farmhäusern und der Kapelle gesäumt. Das Tal mündet in einer über 800 m langen, sehr schmalen und steilwandigen Felsenschlucht, die bei Schwimmern und Tauchern beliebt ist. Es gibt eine winzigen Strand. Aus einer nur vom Wasser her zugänglichen Höhle am Ende der Schlucht führt ein senkrechter Schacht auf die Klippen, durch den mittels eines Eimer-Hebewerkes Salzwasser in die oben angelegten Salzpfannen gefördert wurde. Die Straße von Ghasri führt westlich oberhalb der Schlucht an die Küste. Es gibt mehrere Aussichtspunkte mit Parkplätzen, die einen grandiosen Ausblick über die Klippen und in die Schlucht bieten.

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Westlich des Tales steht auf dem Tafelberg Ta‘Gurdan der 21 m hohe Leuchtturm Ta‘Gurdan (Gordan Lighthouse).
Er wurde unter britischer Herrschaft gebaut und 1853 eingeweiht. Das ursprüngliche Leuchtfeuer arbeitete noch mit Öllampen, später mit Kerosinlampen und einem rotierenden Reflektor. 1962 wurde die Anlage elektrifiziert und seit 1994 arbeitet sie voll automatisch. Die ehemaligen Unterkünfte des Wartungspersonals sind inzwischen verfallen.
Der Turm kann leider nicht besichtigt werden aber auch von seinem Fuße hat man einen wunderbaren Ausblick über ganz Gozo. Von einem Parkplatz unterhalb des Berges führt ein steiler aber befestigter Weg zum Leuchtturm.
Im Turm befindet sich auch eine Radarstation, die im 2. Weltkrieg eine große Rolle in der Luftwarnung spielte, und eine Wetterstation. U.A. werden hier Daten für „Global Atmosphere Watch“ erhoben, ebenfalls z.B. Daten für ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Malta und Köln, das den Einfluß von Kohlenmonoxid auf die Ozon-Schicht sowie das Ausmaß der atmosphärischen Verschmutzung erforscht.

Zebbug

(sebbudsh)
ca. 1850 Einwohner

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Der Ort erstreckt sich über die beiden Tafelberge ta‘Abram und iz-Zebbug, die über einen schmalen Steg verbunden sind und nach allen Seiten hin steil abfallen.
1738 wurde im Hang westlich des Ortes ein Alabastervorkommen entdeckt. Aus dem edlen Stein wurden zahlreiche Ausstattungsstücke der zwischen 1690 und 1726 errichteten Dorfkirche gefertigt, wie z.B. Altar und Taufbecken. Auch das Taufbecken der Kathedrale von Rabat besteht aus Alabaster von Zebbugg. In der Kirche gibt es in einer Seitenkapelle ein wundertätiges Marienbild, das durch Verfärbungen Naturkatastrophen vorraussagen soll.
Im Norden führt die Straße steil hinab zur Küste und weiter zum Ortsteil Marsalforn. Zunächst trifft man auf die felsige Badebucht Xwejni (Xwejni Bay, schu-eini) und westlich davon auf ausgedehnte Salinen an der Bucht Ghajn Barrani. In beiden Buchten führen Leitern ins Wasser. Der gesamte Küstenabschnitt ist ständigen starken Winden ausgesetzt, die den weichen Globigerinenkalkfelsen glatt geschliffen und an einigen Stellen zu eindrucksvollen Windskulpturen wie Pilzen oder Wellen geformt haben. An der Straße oberhalb der Salinen erinnert eine Marmortafel an den Rekordschwimmer Nicky Farrugia, der 1985 in über 30 Stunden von Sizilien nach Gozo schwamm und hier landete.
Östlich des Zebbug-Plateaus erheben sich weitere Tafelberge. Auf dem Ta‘Kuljat- Berg zeugen die charakteristischen flaschenförmigen Vorratsgruben von einer bronzezeitlichen Siedlung (1.500 – 900 v.u.Z.). Zahlreiche verstreute Keramikscherben stammen ebenfalls aus dieser Epoche. Im Hinterland der Qbajjar- Bucht (Qbajjar Bay, baijar) wurden auch punische Gräber (550 – 218 v.u.Z.) gefunden.

Marsalforn

Der zu Zebbug gehörende ehemalige Fischerhafen ist heute der größte Touristenort Gozos. Mindestens von der Römerzeit bis zum Ausbau des Hafens von Mgarr im 17. Jhd. war die Felsenbucht der bedeutendste Hafen, der Gozo mit Licata auf Sizilien aber auch mit anderen Städten auf Sizilien und dem Festland verband. Insbesondere wurden Nahrungsmittel geliefert aber auch Passagiere starteten von hier, so soll nach der Legende der Apostel Paulus von hier über Sizilien nach Rom aufgebrochen sein.
Dem Hlg. Paulus – bzw. seinem Schiffbruch in der heutigen St. Pauls- Bucht im Nordosten Maltas – ist die kleine Dorfkirche geweiht. Der heutige Bau stammt von 1730, eine Kirche gab es hier jedoch bereits im 14. Jahrhundert.
Südlich des Ortes steht auf einem Bergkegel die 12 m hohe Erlöser- Statue „Tas-Salvatur“ („Our Saviour“).

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Der Hafen beherbergt auch heute noch eine kleine Flotte von Fischerbooten. Der Ort besteht aber nur noch aus Hotels und Apartmenthäusern, die sich inzwischen über die Hänge der Bucht und im Westen bis hin zur Qbajjar- Bucht ausgebreitet haben. Dorthin führt vom Hafen die Promenade mit Restaurants, Kiosken, Souvenirläden und einer kleinen Grünanlage mit Kinderspielplatz.
Es gibt einen kleinen Sandstrand direkt im Hafen, der aber in der Saison oft überfüllt ist. Ruhiger geht es an dem kleinen Sandstrand an der Qbajjar- Bucht (Qbajjar Bay, baijar) oder weiter westlich in den Felsenbuchten von Xwejni (schu-eini) und Ghajn Barrani zu. Hier führen Leitern ins Wasser. Die Buchten sind in 20-30 Minuten von Marsalforn aus zu Fuß zu erreichen.
Auf dem Kap zwischen Qbajjar- und Xwejni- Bucht fällt ein Kegelstumpf aus weichem Kalkstein auf – „il-Qolla l-Bajda“ genannt, wobei „il-Qolla“ die traditionellen großen tönernen Wasserauffang- und –vorratsgefäße bezeichnet und „ l-Bajda“ die weiße Farbe des Steines. Es gab auch noch den gelben (il-Qolla s-Safra) und den roten (il-Qolla l-Hamra) Kegel, die aber inzwischen verschwunden sind – ersterer unter den Neubauten westlich der Hafenbucht und letzterer durch die Erosion.
Auf dem Kap und besonders westlich der Xwejni- Bucht gibt es große Felder mit aus dem Kalkstein gehauenen Salzpfannen, die bis heute genutzt werden. Die Küstenfelsen in diesem Abschnitt sind durch den ständigen Wind glatt geschliffen wobei an einigen Stellen Windskulpturen wie Wellen oder Pilze entstanden sind.

Der Westen Maltas

Karte: Der Westen Maltas

 


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Mgarr

(im-dshar)
ca. 3.000 Einwohner

Das Städtchen liegt etwas abseits in ländlicher Umgebung. Dank der leicht erhöhten Lage auf der Wardija-Ridge hat man einen guten Ausblick über die hier angesiedelten Weingärten.
Rund um die Kirche erstreckt sich die Altstadt mit malerischen Gassen. Die Kirche Santa Maria (Rotunda) wurde nach dem Vorbild der Rotunda von Mosta anstelle der einsturzgefährdeten alten Pfarrkirche gebaut. Die Finanzierung erfolgte vollständig aus Eigenleistungen bzw. aus Spenden der Gemeinde.

Die Megalithtempel Ta Hagrat (ta hadsch-rat) und Skorba (letzterer im OT Zebbiegh) wurden bisher nicht rekonstruiert und sind nur eingeschränkt zugänglich. (Öffnungszeiten auf der englischsprachigen web-Seite von Heritage Malta)
In Skorba fand man z.T. unter den Tempeln ältere Gebäudereste, die als Siedlungsspuren interpretiert werden. In einem der Gebäude wurden die frühesten Menschendarstellungen Maltas entdeckt. Es handelt sich um weibliche Tonfiguren, die jetzt im Archäologischen Nationalmuseum in Valletta ausgestellt sind. Nach der in Skorba gefundenen charakteristischen Keramik wurde eine Phase der Vor-Tempelzeit benannt. Die Reste eines der beiden Megalith-Tempel stammen aus der frühesten Phase der Tempelzeit (Ggantija-Phase, 3.700 v.u.Z) und gehören zusammen mit denen von Ggantija/Gozo zu den ältesten Gebäuden der Welt.
Aus der Tempelanlage von Ta‘Hagrat stammt eine als Miniaturmodell eines Tempels gedeutete Steinskulptur, die heute ebenfalls im im Archäologischen Nationalmuseum in Valletta zu sehen ist. Sie zeigt wie die Dachkonstruktion der Tempel wahrscheinlich ausgesehen hat. Der ältere der beiden Tempel von Ta‘Hagrat stammt ebenfalls aus der Ggantija-Phase (3.600 v.u.Z.), auch hier belegen Keramikfunde die Existenz eines Kult- bzw. Siedlungsplatzes bereits vor der Tempelzeit.

Etwas außerhalb, rechts vom Weg zur Gnejna- Bucht, liegen die Reste einer kleinen römischen Badanlage (Roman Baths). Da eine solche Anlage einen relativ hohen und permanenten Wasserbedarf hatte, nutzten die alten Römer dafür die hier gelegenen stärksten Quellen Maltas (360.000 l/Tag). Erhalten sind Reste des Schwitzbades (Caldarium) mit Pfeilern der Hypocausten, der Gemeinschaftslatrine mit Wasserspülung unter den Sitzen, des Mosaik-Fussbodens des Lauwarmbades (Tepidarium), sowie Gebäudereste, die als Umkleideräume interpretiert werden. Da in der Umgebung keine zeitgleichen Siedlungsreste gefunden wurden ist eine Nutzung zur Beherbung sehr wahrscheinlich.
Die Stätte ist z.Zt. wegen andauernder Konservierungsarbeiten nicht zugänglich. Über den Mosaikböden wurde bereits mit Mitteln der UNESCO ein Schutzdach errichtet.

Zur Gemeinde gehören zwei kleine Badebuchten mit Sandstränden: zur Gnejna Bay (dschnejna) führt ein Sträßchen. Hier befindet sich der Landeplatz für die Fischerboote von Mgarr, einige Höhlen werden bis heute als Bootsschuppen genutzt. Im Sommer gibt es einen Getränkekiosk, es werden Boote vermietet. Oberhalb der Bucht befindet sich der Lippja-Turm – ein Wachturm aus der Zeit des Großmeisters de Lascaris (1636-1657).
Die Ghajn Tuffieha Bay (ain tufieha) ist nur über einen steilen Fußpfad zu erreichen, der am Ghajn Tuffieha-Turm, ebenfalls einem Lascaris- Wachturm, beginnt. Die Steilufer der Bucht sind Teil des „Elysium-Projektes“, eines Naturschutzprojektes der Gaia-Stiftung zur Wiederherstellung von Küstenlebensräumen. Beim Ghajn Tuffieha-Turm betreibt die Stiftung ein Besucherzentrum und einen Bio-/Fair Trade Laden.

Mellieha

(mellia)
8.200 Einwohner

Die Stadt liegt an den Hängen der Mellieha-Ridge, das Gemeindegebiet umfaßt auch die grundwassernahen und somit für intensive Landwirtschaft bestens geeigneten Senken Ghadira und Abjad sowie die gesamte Marfa-Halbinsel einschließlich des Fährhafens Cirkewwa.
Vor allem wegen des längsten Sandstrandes der Inseln in der flachen, geschützten Mellieha- Bucht wurde der Ort in der jüngsten Vergangenheit zum bedeutendsten Badeort Maltas ausgebaut.
Etwas außerhalb, an der Marfa Ridge, gibt es außerdem mehrere kleine, weniger überlaufene Sandbuchten, wo allerdings z.T. scharfer Wind herrscht. Die Sandbucht Golden Bay an der Westküste gehört ebenfalls zu Mellieha.
An der Westküste liegt die Felsenbucht Anchor Bay. Offensichtlich diente sie bereits den Römern als Hafen zur Verschiffung der hier angebauten landwirtschaftlichen Produkte, denn ihren Namen erhielt sie von den vielen hier gefundenen römischen Ankern. Die Bucht ist sehr beliebt bei Tauchern. Sie ist von steilen Wänden umgeben, in denen sich in 8 m Tiefe eine Höhle – die Scorpion Cave – befindet. In der Einfahrt in die Bucht liegt ein Schiffswrack.
Die Pfarrkirche von Mellieha wurde über einem vorchristlichen Heiligtum errichtet, das noch heute als Teil der Höhlenkirche St. Marija erkennbar ist. Der Brauch hier Votivgaben – meist Silberplättchen der Körperteile, für die Heilung erbeten wird – abzulegen ist ebenfalls noch lebendig. Direkt auf den Fels gemalte Marienbilder stammen aus dem 13. Jhd, werden aber lt. Legende dem Evangelisten Lukas zugeschrieben. Während des Mittelalters war die Kapelle eine bedeutende Pilgerstätte.
Vom erhöht liegenden Kirchplatz hat man eine gute Aussicht auf die Mellieha-Bucht sowie auf die ehemaligen Wohnhöhlen im gegenüberliegenden Tal.

 

Vom Fährhafen Cirkewwa verkehren die Personenfähren nach Gozo, in der Saison auch kleinere Fähren und Ausflugsboote nach Comino. Der Fährhafen ist gut an das Busnetz angebunden.

Tauchschulen starten ihre Touren gern von Cirkewwa aus. Unterwasserziele sind u.A. eine Marienfigur und das Wrack des Schleppers Rozi, der 1991 zu diesem Zweck hier versenkt wurde.

Der Höhenzug der Marfa Ridge erreicht Höhen über 100 m üNN, ist unwirtlich und starken Winden ausgesetzt. Interessant sind die Girna (dschirna) genannten, in Trockenbauweise ohne Mörtel aufgeschichteten, bienenkorbähnlichen Steinhütten, auf die man hier und da noch trifft. Solche urtümlichen Bauwerke sind bereits seit der Bronzezeit unverändert in Gebrauch und werden noch heute von Hirten und Jägern als Windschutz errichtet.
Es gibt zwei Wachtürme aus der Ritterzeit: den Armier-Turm (auch White Tower), heute Privatbesitz, und den St. Agatha-Turm (auch Red Tower), heute ein Hotel.

In einem weiteren Wachturm am Südende der Mellieha-Bucht befindet sich heute ein Thunfischmuseum.

 

Im dünn besiedelten Hinterland von Mellieha befinden sich nahezu alle Naturschutzprojekte der Hauptinsel.
Das kleine Vogelschutzgebiet Il-Ghadira (aadira) (Ghadira Bird Reserve) liegt in der Mellieha-Bucht unmittelbar an der Hauptstraße. Es dient in erster Linie als Rastplatz für Zugvögel. Während des Vogelzuges gibt es Führungen.
Nördlich der Golden Bay liegt Maltas erster Nationalpark Il Majjistral. Außer den typisches Garigue-Flächen gibt es hier eine erstaunliche Vielzahl von Kleinlebensräumen wie Geröllfelder, Dünen, Steilküste, mit entsprechend vielfältiger Flora und Fauna. Außerdem trifft man auf Karrenspuren (Cart-Ruts) sowie römische, ritterzeitliche und britische Hinterlassenschaften.
Ebenfalls nördlich der Golden Bay liegt vor der Küste Maltas erstes Meeresschutzgebiet (Marine Conservation Area, MCA). Es wird im Projekt „Poseidon“ durch die Gaia-Stiftung betreut und dient dem Schutz der Seegraswiesen. Etwas südlicher, beim Ghajn Tuffieha-Turm, betreibt die Stiftung ein Besucherzentrum.

San Pawl il-Bahar

(St. Paul’s Bay)
15.000 Einwohner

Die Stadt geht auf einen Fischerhafen in der St. Pauls-Bucht zurück, der mindestens seit der Römerzeit genutzt wurde. An den Uferfelsen sind noch Spuren des ehemaligen römerzeitlichen Hafenkais zu sehen. Auch heute liegen dort noch Fischerboote, rund um den Hafen ist der Ort maltesisch geblieben.
Seit den 70-er Jahren wurde hier intensiv Tourismus mit Hotels, Restaurants, Bars usw. angesiedelt und die gesamte Fläche zwischen St. Pauls-Bucht und Salina-Bucht bebaut. Auch viele Malteser mieten hier Sommerwohnungen an.

Blick auf San Pawl il-Bahar (St. Paul’s Bay)

Blick auf San Pawl il-Bahar (St. Paul’s Bay)

Heute besteht die Stadt aus den Ortsteilen Qawra (aura) und Bugibba (budshibba) sowie den etwas außerhalb gelegenen Xemxija (schemschija) und Burmarrad.
Das Hinterland ist ländlich-ruhig geblieben. Auf der Wardija-Ridge trifft man auf Terrassenfelder, in den grundwassernahen Senken Tal- Pwales und Tal-Ghasel (vor der Salina Bay) wird intensive Landwirtschaft betrieben.
Im weniger besiedelten Umland von St. Paul’s Bay befinden einige Mini-Naturschutzprojekte. Sie mögen im europäischen Maßstab sehr klein sein, haben jedoch im ansonsten dicht besiedelten und überbauten Malta eine große Bedeutung als Rückzugsgebiete für Wildpflanzen und –tiere.
Das Naturschutzgebiet Il-Simar (Il-Simar Nature Reserve) an der St. Paul’s-Bucht bei Xemxija ist ebenso wie das Wäldchen „Mzieb“ auf der Bajda-Ridge zwischen Xemxija und Manikata eine Anpflanzung heimischer Gehölze aus den 60-70-er Jahren, ein Olivenhain bei Bidnja enthält auch einige sehr alte Bäume.

 

Die ältesten Siedlungsspuren der Gegend findet man im Ortsteil Xemxija (schemschija). Auf dem Höhenrücken der Bajda-Ridge, der das westliche Steilufer der St. Pauls-Bucht bildet, befinden sich neolithische Felskammergräber der Zebugg- und der Ggantija-Phase. Mehrere Höhlenwohnungen wurden ebenfalls bereits seit dem Neolithikum bis ins Mittelalter hinein genutzt. Entlang eines alten Pilgerweges zur Höhlenkirche St. Marija in Mellieha finden sich auch Zeugnisse aus späteren Epochen der maltesischen Geschichte – von Menhiren, Karrenspuren und punischen Grabanlagen bis zum Römerbad. Eingestürzte Steinwälle lassen die Umrisse dreier Apsiden eines bisher unerforschten weiteren Megalithtempels erkennen.

Ein Teil des Gräberfeldes und der Karrenspuren wurde erst in den letzten Jahren mit Apartmenthäusern überbaut. Die verbliebenen Sehenswürdigkeiten wurden durch den „Xemxija Heritage Trail“ erschlossen, einen beliebten Wanderweg entlang des Pilgerweges und beidseits davon.

 

Weitere Überreste von Megalithtempeln sind der Bugibba-Tempel auf der Qawra-Halbinsel unmittelbar an der Küste und der Tal Qadi-Tempel oberhalb der Salina-Bucht an der Straße nach Naxxar.
Der Bugibba-Tempel befindet sich zwischen zwei Schwimmbecken mitten im Garten eines Hotels. Die Anlage wurde 1928 durch Themistocles Zammit und L.J. Upton Way untersucht. Von hier stammt ein Relief mit Fischdarstellungen, das heute im Nationalmuseum für Archäologie in Valletta zu sehen ist.
Der Tal Qadi-Tempel wurde 1927 ebenfalls von Themistocles Zammit und L.J. Upton Way ausgegraben.

 

Beim Ortsteil Burmarrad sind bei der Kapelle San Pawl Milqi Reste eines römerzeitlichen Landgutes erhalten. Die dazu gehörende Ölpresse bezeugt den intensiven Olivenanbau während der Römerzeit. Die Zisterne der Villa befindet sich unter dem Boden der Kapelle.
An der Salina-Bucht befand sich ein zum Gut gehöriger Hafen, von wo aus die Produkte verschifft wurden. Hier wurden viele römerzeitliche Amphoren und Anker gefunden. Im zunehmend verlandenden hinteren Teil der Bucht werden seit der Ritterzeit und vielleicht auch schon in der Römerzeit Salinen betrieben.
Unweit der Salinen befindet sich an der Verkündigungs-Kapelle (Annunciation Church) die Ta‘Salina-Katakomben. Es handelt sich um eine Ansammlung von Familiengruften mit jeweils eigenem Eingang. Jede Gruft enthält mehrere direkt aus dem Fels geschlage Sarkophage, die am Boden und teilweise mit einer Seite noch mit dem Felsen verbunden sind. Die Anlage geht auf eine punische Schachtgräberanlage zurück. Aus frühchristlicher Zeit stammen die typischen steinernen Agape-Tische für das Totenmahl sowie die Arcosolium-Gräber, bei denen sich in einer bogenförmig überdachten Felsnische ein oder mehrere wannenartige Grabstellen befinden.

 

Die Johanniter-Ritter errichteten auf Malta und Gozo ein Netz von Wach- und Verteidigungstürmen. Aus dieser Zeit stammen der St. Pauls Bay- Tower am Hafen (auch Wignacourt-Tower) von 1609 und der kleinere Qawra-Turm am Ende der Halbinsel Qawra aus der Zeit des Großmeisters de Lascaris (1636-1657).
Während sich im Qawra-Tower heute ein Restaurant befindet wird der St. Pauls Bay-Tower für eine Ausstellungen über maltesische Festungswerke genutzt. An seiner Stelle befand sich die ursprüngliche St. Pauls Schiffbruch–Kirche, auch Freudenfeuer–Kirche (Chapel of St Paul’s Shipwreck bzw. Chapel of the Bonfire) genannt. Nach der Legende war diese Kirche noch im 1. Jhd. an der Stelle errichtet worden, an der die Einwohner ein Feuer für den Heiligen Paulus entzündeten, nachdem er in der Bucht Schiffbruch erlitten hatte. Sie war während der Araberherrschaft zerstört und unter dem Normannenfürsten Roger I. wieder aufgebaut worden. 1609 mußte die Kirche dem Wachturm weichen und wurde etwas höher neu errichtet. Im II. Weltkrieg erhielt sie eine Bombentreffer und mußte neu aufgebaut werden.

Der Norden Maltas

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Mosta

ca. 19.300 Einwohner

Die Stadt wird von ihrer Maria-Himmelfahrts-Kirche (St. Marija Assunta), meist Rotunda von Mosta genannt, dominiert. Die Kirche wurde ab 1833 an der Stelle gebaut, an der bereits ein kleinerer Vorgängerbau von 1610 mit kreuzförmigem Grundriss stand. Um während der Bauzeit kein Provisorium für den Gottesdienst einrichten zu müssen, baute man die Rotunde um die Vorgängerkirche herum und begann erst 1860 mit deren Abriss.

Die neoklassizistische Rotunda von Mosta wurde vom Pantheon in Rom inspiriert

Die neoklassizistische Rotunda von Mosta wurde vom Pantheon in Rom inspiriert

Der vom Pantheon in Rom beeinflußte neoklassizistische Entwurf stammte von dem maltesischen Architekten Giorgio Grognet de Vasse. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich durch die Gemeinde, die auch einen Großteil der Arbeiten in Eigenleistung erbrachte. Die aus maltesischem Kalkstein gemauerte Kuppel ist mit 39 m Durchmesser eine der größten der Welt nach dem Petersdom in Rom, der Kirche Santa Maria del Fiore in Florenz, St. Paul in London und dem Pantheon in Rom. Der Innenraum faßt 12.000 Besucher.

Eine Fliegerbombe, die am 9.4.1942 die Kuppel durchschlug ohne zu detoieren, wird heute im Nationalen Kriegsmuseum in Valletta (Fort St. Elmo) gezeigt, eine Kopie befindet sich in der Sakristei der Rotunda. Der Einschlag erfolgte während eines Gottesdienstes mit ca. 300 Menschen, daß es dabei keine Verletzten gab wird als Wunder angesehen.

 

Die Fassade aus maltesischem Kalkstein ist reich mit Steinornamenten geschmückt

Die Fassade aus maltesischem Kalkstein ist reich mit Steinornamenten geschmückt

 

 

 

Die Kuppel der Rotunda ist mit 39 m Durchmesser eine der größten der Welt

Die Kuppel der Rotunda ist mit 39 m Durchmesser eine der größten der Welt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Westlich von Mosta verläuft auf einer bis 100 m hohen Geländestufe (Great Fault) der besterhaltene Teil einer Verteidigungslinie aus britischer Zeit – die Victoria-Linie (Victoria Lines) mit dem Fort Mosta, der Targa-Batterie und der Falca-Schanzen (Falca Gap). Letztere wurden bereits 1732 durch die Ordensritter angelegt.
Entlang der Victoria-Linie führt – teils auf den Mauern – ein beliebter Wanderweg.

Auf dem Gelände des Forts befindet sich eine kleinere Katakombe mit einem typischen Agape-Tisch für das Totenmahl. Es handelt sich um die Erweiterung einer punischen Schachtgräberanlage in frühchristlicher Zeit.

Naxxar

(nasch-schar)
ca. 12.500 Einwohner

Durch seine Neubausiedlungen ist der Ort mit dem benachbarten Mosta zusammen gewachsen.

An der Westgrenze der Stadt – getrennt durch die tiefe und enge Schlucht Wied il Ghasel – verläuft die Große Verwerfung (Great Fault), eine tektonisch entstandene, bis zu 100 m steil abfallende Geländestufe. In deren Klippen befinden sich mehrere Höhlen, die wohl bereits seit der Frühzeit als Siedlungsplatz dienten. U.A. wurden hier bronzezeitliche Bestattungen gefunden. Von der Brücke über die Schlucht hat man einen guten Blick auf die Höhlen in der gegenüberliegenden Wand und auf Fort Mosta.
Weitere bronzezeitliche Relikte fand man nördlich der Stadt an der Bucht Qaliet Marku. Auch die Karrenspuren, die zwischen der Salina-Bucht und Naxxar mehrfach auftreten, werden in die Bronzezeitt datiert.
Bei der Grundschule in Naxxar befinden sich Grabanlagen aus punischer Zeit.

 

Die beiden Wachtürme Kapitäns-Turm und Gauci-Turm (Torri tal-Kaptan, Torri Gauci) gehören zu den frühesten, noch unter Großmeister La Valette, auf jeden Fall noch vor der Großen Belagerung von 1565 erbauten Anlagen. Sie befinden sich im nördlichen Stadteil San Pawl tat-Targa beidseits eines Durchlasses durch die Große Verwerfung, durch den auch die Straße nach Burmarrad und St. Paul’s Bay führt. Sie stellen die erste befestigte Anlage der Ritterzeit außerhalb der Region um den Großen Hafen – also Birgu, L’Isla und Valletta – dar. Der Gauci-Turm bestand evtl. schon vor Ankunft der Johanniter auf Malta 1530. Beide Türme sind mit Pechnasen ausgestattet, aus denen heißes Wasser oder Öl auf Angreifer ausgegossen werden konnte.
Die Straße schneidet die Victoria-Linie (Victoria Lines), eine Verteidigungslinie aus britischer Zeit, die entlang der Großen Verwerfung verläuft. Richtung Nordost trifft sie bei Fort Madliena auf die Küste und nach Südwesten führt sie über Fort Mosta quer durch die Insel bis nach Fort Bingemma. Entlang der Victoria-Linie führt – teils direkt auf den Mauern – ein beliebter Wanderweg.

 

Zu Naxxar gehören auch zwei Küstenwachtürme aus der Ritterzeit – der Ghallis Turm östlich der Salina-Bucht und der Qalet Marku Turm an der gleichnamigen Bucht. Sie wurden 1658 unter Großmeister De Redin (1657-1660) errichtet.

Gharghur

(aar-uur)
2.500 Einwohner

Der kleine Ort verfügt über einen intakten Kern mit malerischen alten Steinhäusern rund um die Kirche. Am Ortsausgang in Richtung Naxxar trifft man auf eine alte Windmühle, die zum Wohnhaus umgebaut wurde.

1955 wurde gegenüber der Kirche eine Ölpresse aus römischer Zeit ausgegraben, die heute im Römischen Museum (Domus Romanus) in Rabat ausgestellt ist.

Im Westen grenzt Gharghur an die Große Verwerfung (Great Fault), eine tektonisch entstandene steil abfallende Geländestufe, in deren Klippen es viele Höhlen gibt. Einige waren bis in die jüngste Vergangenheit bewohnt. In einer der Höhlen wurden Andachten abgehalten, in einer anderen entsprang früher eine als heilkräftig angesehene Quelle, die aber heute versiegt ist.
Entlang dieser Geländestufe verläuft die Victoria-Linie (Victoria Lines), eine Verteidigungslinie aus britischer Zeit, die im nahegelegenen Fort Madliena endet. Entlang der Victoria-Linie führt – teils direkt auf den Mauern – ein beliebter Wanderweg.

Swieqi

8.850 Einwohner

Swieqi ist eine Wohnsiedlung, zu der auch der Ortsteil Madliena gehöhrt. Hier endet am Fort Madliena die Victoria-Linie (Victoria Lines), eine Verteidigungslinie aus britischer Zeit. Sie verläuft entlang einer steil abfallenden tektonischen Geländestufe (Great Fault) in südwestlicher Richtung quer durch die Insel über Fort Mosta und Fort Bingemma bis Kuncizzjoni nördlich Bahrija. Entlang der Victoria-Linie führt – teils auf den Mauern – ein beliebter Wanderweg.

Das Fort Madliena wurde 1878 errichtet und besteht aus zwei durch einen Graben voneinander getrennten Teilen: Die eigentliche Festung mit Unterkünften, Lager- und Diensträumen im Süden und die offene Artilleriestellung samt unterirdischem Munitionslager im Norden. Es gab zwei Kanonen, die auf die See bzw. den unmittelbar vorgelagerten Küstenabschnitt gerichtet waren. Das Fort ist von relativ niedrigen Festungsmauern und einem System im Winkel zueiander liegender Gräben umgeben. Gegen Angriffe von der Landseite war das Fort nur im Zusammenspiel mit den anderen Anlagen und Forts der Victoria-Linie zu verteidigen.

Zum Bau des Forts wurde die Kapelle der hl. Magdalena aus dem 15. Jahrhundert, nach der der Ort benannt wurde, abgerissen.
Als Ersatz errichteten die Briten 1880 die heutige Magdalena-Kapelle.

Pembroke

3.000 Einwohner

Der Ort entstand aus einem britischen Militärkomplex nachdem die britischen Truppen 1979 Malta veralssen hatten. Die Grundstücke wurden verkauft und allmählich entstanden Apartmenthäuser und auch einige Hotels. In den letzten Jahren breitet sich auch die Vergnügungsindustrie vom benachbarten Paceville her aus.
Wahrzeichen der Stadt ist der 1903 errichtete Glockenturm.
1996 wurde im Stadtzentrum ein Erholungspark angelegt.

Zwischen 1657-60 errichteten die Johanniter-Ritter unter Großmeister de Redin nördlich vom heutigen Pembroke einen Wach- und Beobachtungsturm, den Madliena-Turm, der feindliche Schiffe und evtl. Anlandungsversuche in der ic-Caghaq-Bucht (Bahar ic-Caghaq) rechtzeitig melden sollte.

Unter britischer Herrschaft wurde auf dem Madliena-Turm eine Kanone stationiert. In Zusammenhang mit der hier endenden Victoria-Linie wurde auf dem Plateau an der Küste massiv Militär stationiert. Ab 1859 wurden an der St. Georges Bay die ersten Kasernen errichtet, ab1875 das Fort Pembroke und schließlich ab 1897 die Pembroke Batterie. Um die Jahrhundertwende und nach dem II Weltkrieg wurde der Komplex erweitert und weitere Kasernen errichtet.
Im Fort Pembroke befindet sich heute eine Schule, die Pembroke Batterie wird restauriert und soll als Museum eingerichtet werden, das Truppenübungsgelände auf dem Küstenplateau wird durch die maltesische Armee weiter genutzt.

San Giljan

auch St. Julien’s
8.500 Einwohner

Die Stadt entstand aus einem Fischerdorf an der geschützt liegenden Spinola Bay, der Mündung der Harq Hamiem-Schlucht (Wied Harq Hamiem) in die St. Juliens-Bucht. Bis heute befindet sich hier ein kleiner Hafen, in dem neben Privatjachten auch einige Fischerboote, darunter noch einige der bunten maltesischen Boote, liegen. Den Hafen säumen typische maltesische Balkonhäuser, ein Arkadenbauwerk am Ufer wurde urspünglich als Sonnenschutz für die Fischer errichtet, die hier ihre Netze richteten. Später wurde es überbaut und beherbergt heute ein Restaurant.
An der Balluta Bay, einem weiteren Ausläufer der St. Juliens-Bucht an der Grenze zu Sliema, sind einige Gebäude im edwardianischen Jugendstil – die Balluta Buildings – erhalten.

Seit den 1930-er Jahren wurde der Ort stark erweitert. Neben Apartmenthäusern entstanden auch einige große Hotels.

Der Ortsteil Paceville (patschevil) im Norden reicht inzwischen bis an die St. Georges-Bucht und ist neben Sliema Maltas heißeste Partymeile.
Dieses Vergnügungsviertel besteht aus über 350 Diskotheken, Bars und Kneipen und ist bei der Jugend – Einheimischen wie Urlaubern – äußerst beliebt.
An der St. Georges Bay gibt es einen kleinen künstlich aufgeschütteten Sandstrand.

Sliema 

14.000 Einwohner

Die Stadt entstand aus dem Fischerdorf il-Qortin am heutigen Sliema-Becken (Sliema-Creek), einem Ausläufer des Marsamxett-Hafens. Der spätere Name Sliema soll von der Marien-Kapelle auf der Tigne-Halbinsel stammen, die mit ihrer Laterne den einfahrenden Schiffen als Orientierung diente und von den Schiffsleuten mit „Sliem Ghalik Marija” (sprich Sliem a Maria, übersetzt: „Friede mit Dir, Maria“) begrüßt wurde.
Im 19. Und 20. Jhd. begannen gutsituierte Einwohner Vallettas hier ihre Sommerhäuser einzurichten. Inzwischen ist Sliema ein quirliger Ort mit großstädtischem Flair, mit Wohnungen und Büros, vielen Hotels, Restaurants, Geschäften und einer Bevölkerung, die es chic findet nur noch englisch zusprechen. Auffallend viele Straßen sind nach britischen Orten, Persönlichkeiten usw. benannt. Die Häuser im englischen Kolonialstil dagegen wurden ebenso wie die maltesischen Balkonhäuser an der Promenade zugunsten häßlicher Apartmentblocks weitgehend abgerissen. An den stadteinwärts führenden Straßen und Gassen findet man aber noch etliche typische Stadthäuser und Villen.
Trotzdem ist die Promenade Ix-Xatt (isch – schatt, „The Strand“) entlang des Sliema-Creek der Mittelpunkt des städtischen Lebens geblieben. Hier starten die Fähre nach Valletta, Hafen- und Busrundfahrten, Ausflugsschiffe. Mit einer bunter Mischung aus Luxus und morbidem Charme ziehen Geschäfte, Bars und Restaurants die Besucher an. In der Tower Road (Triq it-Torri) setzt sich die Shopping- und Flaniermeile quer über die Tigne-Halbinsel und an der Küste entlang bis nach St. Julien’s fort.

Auf der Tigne-Halbinsel befand sich während der großen Belagerung von 1565 ein türkisches Heerlager mit einer Geschützbatterie, die von hier aus Fort St. Elmo beschoß. Nach dem türkischen Heerführer Dragut (Turgut Reis) heißt das Kap noch heute “Draguts Point”. 1760 errichteten die Johanniter-Ritter an dieser Stelle ihre letzte Befestigungsanlage – das Fort Tigne zum Schutz der Einfahrt in den Marsamxett-Hafen. Unter britischer Herrschaft wurde das Fort ausgebaut und durch die Cambridge- und die Garden- Battery ergänzt.
Gegenwärtig wird die gesamte Halbinsel mit „malerischen“ Apartmentblocks überbaut.

Gzira

7.300 Einwohner

Gegenüber der Manoel-Insel (Manoel Island) wurden Mitte des 19. Jhd’s die ersten Häuser gebaut und so erhielt die Siedlung den Namen Gzira – die Insel.
1643 hatten die Johanniter unter Großmeister Jean de Lascaris-Castellar auf der Insel eine Quarantänestation eingerichtet um Seuchen wie Pest und Cholera, die regelmäßig mit den Schiffen aus aller Welt eingeschleppt wurden, einzudämmen.
1726 wurde dann unter Großmeister Antonio Manoel de Vilhena eine der letzten Festungen des Ordens – das Fort Manoel (Fortizza Manoel) für eine Besatzung von 500 Mann gebaut. Das Fort wird seit 2006 aufwendig restauriert. Die Bebauung der Insel mit Wohnhäusern ist geplant.

Von der Seepromenade in Gzira – einer Fortsetzung der Promenade „The Strand“ in Sliema – hat man den besten Blick auf Festungsmauern und Kirchenkuppeln Vallettas, besonders nachts, wenn diese angestrahlt werden.

San Gwan

13.200 Einwohner

Die Stadt ist im Wesentlichen eine moderne Neubausiedlung.

Mitten im Ort befindet sich ein eindrucksvolles Exemplar der geheimnisvollen Karrenspuren (Cart Ruts). Es handelt sich um eine Gabelung, bei der zwei gut erhaltene Rillenpaare aus einem hervorgehen und auf insgesamt 152 m Länge annähernd parallel zueinander verlaufen.

In San Gwann befindet sich einer von 7 erhaltenen (einer davon auf Gozo) sogenannten „Römertürme“, der Ta’ Cieda-Turm (Ta’ Cieda Round Tower). Er wurde 1960 durch Dr. David Trump teilweise freigelegt. Aus der dabei erstellten archäologischen Schichtenfolge sowie aus der für spätpunische Bauwerke typischen Verwendung von aschehaltigem Mörtel ist jedoch eine Datierung bereits in spätpunische Zeit wahrscheinlicher.
Der Turmstumpf ist heute von Neubauten zugebaut. Unweit befindet sich eine abgedeckte antike Zisterne, die mit einem für die römische Bauweise bekannten wasserfesten Zement aus Kalk und gemahlenen Ziegeln ausgekleidet ist.

Birkirkara

22.600 Einwohner

Birkirkara ist die größte Stadt Maltas, die größtenteils aus Neubausiedlungen und einem Industriegebiet besteht.
Entlang der Durchgangsstraße haben sich viele Geschäfte, insbesondere Bekleidungsgeschäfte eingerichtet. Nördlich davon befindet sich die Altstadt mit typisch maltesischen Gassen rund um die Barockkirche St. Helena von 1650.

Interessant ist das Gebäude des alten Bahnhofs im Stadtpark (Old Railway Station Gardens), vor dem noch ein Originalwaggon der Dritten Klasse steht. Er stammt von der zwischen 1839 und 1931 existierenden Eisenbahnlinie von Valletta nach Mdina.

Attard, Balzan und Lija

werden zusammen auch als die „Drei Dörfer“ (Three Villages) bezeichnet. Obwohl jedes einzelne mehr Einwohner hat als die „Drei Städte“ – Birgu, L’Isla und Bormla –zusammen, haben sie im Kern ihren ländlich-malerischen Charakter bewahrt. In den winkligen Straßen rund um die Kirchen findet man die typischen maltesischen Häuser mit Steinornamenten, geschlossenen Balkonen und schmiedeeisernen Gittern.
Die ausgedehnten Zitrushaie, die alle drei Orte umgaben, sind inzwischen Neubausiedlungen gewichen.

Attard

10.700 Einwohner

Am Weg von Valletta nach Mdina gelegen war Attard bereits im 17. Jhd bei den Johanniter-Rittern beliebt als Standort für Sommerhäuser.

1623-36 ließ sich der Großmeister des Ordens, Antoine de Paul, eine der Villen zum Palast (San Anton Palast) ausbauen und mit einem großzügigen Barockgarten für Festlichkeiten umgeben. Die Residenz der Großmeister wurde vom Verdala-Palast nach Attard verlegt. Nach Vertreibung der Ritter residierte hier der britische Gouverneur und seit 1974 der Präsident Maltas.
Die Gartenanlage mit barocken Ausstattungsstücken und altem Baumbestand ist bereits seit 1882 für die Öffentlichkeit zugänglich.

An der Valette-Straße (Triq Vallette) ist ein Teilstück des 1610-14 unter Großmeister Alof de Wignacourt errichteten Aquäduktes erhalten, der Trinkwasser von den Quellen bei Mdina in die Hauptstadt Valletta leitete. Nach dem Baumeister dieses Wignacourt-Aquäduktes, Giovanni Attard, wurde die Stadt benannt.

Attard lag an der Strecke der zwischen 1839 und 1931 existierenden Eisenbahnlinie von Valletta nach Mdina. Daran erinnert ein kleines privates Eisenbahnmuseum mit historischen Fotografien und Dokumenten sowie maßstabsgetreuen Modellen verschiedener Streckenabschnitte.

Lija 

3.000 Einwohner

Auch in Lija befinden sich einige Adelssitze, z.T. aus dem 16. Jhd.
Dazu gehört die Villa Gourgion, Sitz einer maltesischen Adelsfamilie, rechts neben der Kirche. Im ausgedehnten Garten der Villa wurde 1857 ein Aussichtsturm Belvedere (It Torri) errichtet, der damals noch frei stand und einen weiten Ausblick über die Umgebung bot. In diesem Belvedere fanden 1921 drei Tagungen der ersten maltesischen Nationalversammlung zur Ausarbeitung der Verfassung statt. Daran erinnern Bilder der damaligen Abgeordneten an der Treppe des Turms. Später wurde als direkter Zugang zum Stadtzentrum mit ansonsten nur winkligen, engen Straßen die Transfiguration Avenue angelegt. Sie ist beidseits von wunderbaren Oleanderbäumen gesäumt und schließt den Belvedere, der jetzt der Gemeinde gehört, ein. Der Turm ist Teil des geplanten Historischen Rundganges (Heritage Walk) und wird bei besonderen Anlässen sowie auf Anfrage geöffnet.

 

In Lija befindet sich seit 1994 ein Studentenwohnheim (University Residence) für internationale Gaststudenten der University of Malta, das auch als Jugendherberge fungiert.

Zu Lija gehört auch der Ta’Qali-Vergnügungspark (Ta Qali National Park) – ein modernes Erholungsgebiet, das nach dem Krieg auf dem Gelände des Militärflughafens Ta’ Qali eingerichtet wurde. Der Park verfügt über eine Vielzahl von Sport- und Erholungseinrichtungen und ist ein beliebter Picknickplatz. Ungeachtet der hohen Belastung stellt er doch eines der auf dem Archipel seltenen Habitate für wilde Pflanzen, Insekten, Vögel und Kleintiere dar.
Zum Park gehören das Luftfahrtmuseum, das Kunsthandwerkszentrum (Ta Qali Craft Centre) und der Gemüsegroßmarkt Pikalija.

Großraum Valletta

Karte: Großraum Valletta


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Msida

8.000 Einwohner

Außer dem Campus der University of Malta befindet sich hier an der Msida-Bucht (Msida Creek) der grösste Jachthafen Maltas.

In der Stadt ist das historische Waschhaus Ghajn tal-Hasselin bemerkenswert. Es lag ursprünglich direkt am Wasser, nach dem 2. Weltkrieg wurde die Bucht z.T. mit Trümmern zugeschüttet, so dass das Waschhaus jetzt ein gutes Stück landeinwärts liegt.

Hamrun

9.400 Einwohner

Es handelt sich weitgehend um reines Wohngebiet.
Die Hauptstrasse – St. Joseph High Street – ist die bekannteste Einkaufsstrasse Maltas u.A. mit Möbelgeschäften und Supermärkten.
Erhalten ist der alte Bahnhof der einstigen Eisenbahnlinie Valletta-Mdina, in dem sich heute u.A. das Hauptquartier der Hamrun Scout Group (eine der ältesten Pfadfinder-Gruppen der Welt) befindet.

Floriana

2.150 Einwohner

1634 wurde als landseitige Verteidigungslinie Vallettas ein zweiter Bastionsgürtel – die Floriana-Linie – errichtet. Den Auftrag erhielt der italienische Baumeister Pietro Floriani. Den Eingang bildete das erst 1697 fertig gestellte Tor „Port des Bombes“. Ursprünglich hatte es allerdings nur einen Bogen. Der baugleiche zweite Bogen wurde 1868 angefügt, um Platz für den angewachsenen Verkehr zu schaffen. Aus dem gleichen Grund wurden 1930 die Verbindungsmauern zu den Bastionen abgerissen.
Zwischen den beiden Wällen entstand bald eine nach Floriani benannte Vorstadt aber erst 1724 wurde das Gelände zur Besiedlung freigegeben und das regelmäßige Straßennetz angelegt. Nach den Bombardements des 2. Weltkrieges mußte Floriana fast vollständig neu aufgebaut werden.

Der Tritonenbrunnen zwischen Floriana und Valletta, unmittelbar vor dem Haupttor (City Gate) Vallettas, ist mit dem Zentralen Busbahnhof auch der zentrale Platz ganz Maltas. Sonntags findet hier ein Flohmarkt statt.
Von hier führt die alleeartige Hauptstrasse „The Mall“ (auch Maglio) zur St. Publius Kirche. „The Mall“ wurde zur Ritterzeit als Ballspielplatz für die Ordensritter erbaut, heute sind in dem grünen Mittelstreifen verschiedene Büsten aufgestellt.
Auf dem großen offenen St. Publius-Kirchplatz finden heute alle wichtigen Großveranstaltungen, das Fest zum Tag der Unabhängigkeit am 20.9. und im Sommer viele Open-Air Konzerte statt.
Unter dem Platz hatten die Ordensritter Getreidespeicher angelegt, deren runde Steindeckel bis heute erhalten sind.

Die hinter dem Platz aufragende St. Publius Kirche wurde 1733 von Giuseppe Bonnici erbaut und im 19. Jhd mit einer neuen Fassade erweitert. Nach schwerer Zerstörung im 2. Weltkrieg mußte St. Publius vollständig neu aufgebaut werden.
Der Kirchenpatron St. Publius ist jener römische Statthalter, der nach der Legende im Jahre 60 u.Z. den vor Malta gestrandeten Apostel Paulus in einer Grotte in Rabat gefangen setzte. Später ließ er sich jedoch durch Paulus bekehren und wurde der erste Bischof von Malta.

Hinter der St. Publius Kirche befindet sich die Pestkapelle Sarria, eine 1678 von Lorenzo Gafa erbaute Rundkirche, und rechts der Wignacourt-Wasserturm, der 1615 als Endpunkt des Aquädukts erbaute Wasserturm, von dem aus das Wasser in die Brunnen und Speicher Vallettas verteilt wurde.
Am Wasserturm ist auch der Eingang zum Botanischen Garten Argotti (Argotti Botanical Garden) u.A. mit einer Sammlung
endemischer maltesischer Pflanzen, einem Herbarium und einer Kakteensammlung. Dahinter liegen in den Bastionen Florianas mehrere kleine, öffentliche Gärten – Sa Maison Garden, St. Philip Garden und Garten der Stille (Garden of Rests) – denen allen die weite Aussicht über den Marsamxett-Hafen und die Bastionen gemeinsam ist. Der Garten der Stille (Garden of Rests)
umfasst auch den ehemaligen Pestfriedhof an der Sarria-Kapelle und den protestantischen Friedhof. 2004 wurde hier ein kleines Museum über maltesische Begräbnissitten eingerichtet.

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In der St. Francis Bastion befindet sich ein Kapuzinerkloster, in dem heute noch einige Mönche leben. Bei Wiederaufbauarbeiten nach schweren Kriegszerstörungen wurde 1979 das Beinhaus (Carniera) unter dem Kloster neu entdeckt und restauriert. Es handelt sich um eine Krypta aus drei großen –70 m langen – Kellergewölben, in der 120 Mumien von Priestern bestattet waren. Die Mumien standen aufrecht in Nischen, wobei Schädel und Becken angenagelt worden waren. Die Einbalsamierung wurde 1872 durch die britische Besatzungsmacht verboten, so dass dieses Wissen heute verloren ist.
Nur einige Skelette und eine Mumie wurden in einer Glasvitrine in der Krypta belassen. Eine Besichtigung ist nachVereinbarung möglich. (Tel.: 21225525)

Valletta

6.300 Einwohner

„Il Belt“ – die Stadt – ist seit der Ritterzeit Hauptstadt Maltas. Sie wurde als Festung erbaut und ist als solche weitgehend unverändert erhalten. Sie steht vollständig unter Denkmalsschutz und gehört seit 1980 zum Weltkultuererbe der UNESCO. Valletta ist für den Autoverkehr gesperrt, es gibt Elektrotaxis und im Sommer Pferdekutschen, die Karozzins.
Zusammen mit dem nahtlos anschließenden Speckgürtel – von Sliema über Birkirkara bis Paola – ist Valletta zugleich eine dichtbesiedelte Großstadt.

Geschichte

Die große Landzunge Scibbera zwischen den beiden natürlichen Hafenbecken – dem heutigen Marsamxett Harbour und Grand Harbour – trug schon vor Ankunft der Johanniter auf ihrer Spitze ein kleines Fort.

Nach Abzug der Türken nach der Großen Belagerung von 1565 wurde unter Großmeister Jean Parisot de la Vallette die gesamte Halbinsel Scibbera zur Festung mit der nach ihm benannten Hauptstadt Valletta ausgebaut. Zum Baumeister wurde Francesco Laparelli da Cortona (1521-1570), ein Schüler Michelangelos, und ab 1568 dessen maltesischer Assistent Girolamo Cassar berufen.
Zunächst wurde der Great Ditch – der 15 m tiefe Festungsgraben – aus dem Fels geschlagen. Damit wurde die Halbinsel vom Festland getrennt und ein Durchgang von Hafen zu Hafen geschaffen. Auch die landseitigen Bastionen St. John’s und St. James wurden dabei angelegt. Zwischen beiden befand sich das Hauptfestungstor, die Porta Reale mit Zugbrücke.
Anschließend wurde die so entstandene Insel mit Festungsmauern umgeben. Entlang der Mauern führte eine Ringstrasse, die den Truppenbewegungen diente.
Die Bebauung des Festungsinneren erfolgte erstmals in Europa nach einem Gesamtplan, wobei die Hauptstrasse, die heutige Republic Street, eine Mittelachse bildet, an der sich das schachbrettförmige Straßennetz orientiert. Die quer zur Republic Street verlaufenden Straßen fallen dabei zu den Häfen hin steil ab und gehen z.T. sogar in Treppenstraßen über.

Auch die Planung einzelner Gebäude unterlag strategischen Gesichtspunkten. So mußte auf die ursprünglich geplante Kuppel der Kathedrale verzichtet werden, weil sie die Schußfelder der Artillerie eingegrenzt hätte.

Sehenswürdigkeiten

Festungsrundgang

Man betritt Valletta durch das heutige City Gate gleich hinter dem Zentralen Busbahnhof. Es wurde 1964 anstelle des alten Festungstores, der Porta Reale, gebaut. Momentan (Stand März 2012) wird der Stadtzugang wiederum umgebaut und zugleich erweitert.
Das Tor führt zwischen den beiden landseitigen Festungsbastionen St. John‘s Cavalier und St. James Cavalier über den 15 m tiefen Festungsgraben (Great Ditch) direkt auf Vallettas Hauptstrasse, die Republic Street. Von den beiden Bastionen aus konnte das Vorfeld der Festung, also der heutige Tritonplatz (Tritonsquare), mit Kanonen beschossen werden.

Der Festungsgraben (Great Ditch) wurde als erste Baumaßnahme nach dem Abzug der Türken 1565 in den Felsen geschlagen um die Halbinsel Scibbera vom Festland abzutrennen. Hinter der Bastion St. James Cavalier kann man über die Girolamo Cassar-Straße (Triq Girolamo Cassar) hinabsteigen und zwischen den senkrechten, 15 m hohen Felswänden von einem Hafen zum anderen laufen. Dabei sieht man auch das zugemauerte Tunnelmundloch des unterirdischen Bahnhofes und die Rampe der Eisenbahnlinie Valletta – Mdina.

In der westlichen der beiden landseitigen Bastionen, der St. Johns Bastion befindet sich heute der Hastings-Garten (Hastings Garden), die grösste Grünanlage Vallettas, die sich bis zur Bastion St. Michael unmittelbar am Marsamxett-Hafen erstreckt. Steile Treppenstraßen führen hinab zum Fischerhafen, wo auch die Fähre von Sliema anlegt.
Vom Garten hat man eine tolle Aussicht über den Marsamxett-Hafen und die westlichen Festungsmauern, die einst von der deutschen Landsmannschaft verteidigt wurden (German Curtain). Im Bastionsgebäude St. Johns Cavalier befindet sich die Botschaft des heutigen Malteserordens, des Rechtsnachfolgers der Johanniter.

Die östliche Bastion St. James bildet mit dem Kastilien-Platz (Castille Place) den höchsten Punkt der Stadt. Im Gebäude der Bastion St. James Cavalier befindet sich heute ein Kulturzentrum und die Hauptpost. Benannt ist der Platz nach dem Quartier der kastilischen Landsmannschaft des Johanniterordens (Auberge de Castile et Léon), in dem sich heute der Amtssitz des Premierministers befindet.

Weiter östlich gelangt man zur St. Barbara Bastion, wo sich ehedem der Exerzierplatz der Ritter und heute die Grünanlage Upper Barracca Gardens befindet. Sie ist von ehemals überdachten, umlaufenden Arkaden umgeben und enthält viele Skulpturen, darunter die „Gavroches“ von Antonio Sciortino.
Die Anlage bietet tolle Aussicht über den Großen Hafen, auf die „Three Cities“ sowie in die schluchtartigen Treppenstraßen um die St. Ursula Street, die hinab zum Hafentor, dem Victoria Gate, und zum Grand Harbour führen. Das Victoria Gate wurde 1884 anstelle des zu eng gewordenen Del-Monte-Tores errichtet. Es zeigt auf der Hafenseite die alten Wappen Maltas und Vallettas, darüber wurden Wappentiere und Krone Großbritannens mit dem Monogramm der damaligen Königin Victoria angebracht.
Es ist auch ein Lift zum Hafen geplant, der direkt in das unterhalb liegenden Parkhaus von Floriana führen soll.
Unterhalb der Upper Barracca Gardens liegt östlich die Plattform der Saluting Batterie, von der täglich um 12.00 Uhr durch historisch kostümierte „Soldaten“ die Kanonen abgefeuert werden, und südlich in der St. Paul’s Bastion die Lascaris-Befehlsstände (Lascaris War Rooms), Sitz des Oberkommandos der britischen und später der alliierten Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg.

Unterhalb der Festungsmauer führt die Straße Richtung Festland vorbei an Lagerhäusern, die im 18. Jhd. unter Großmeister Perellos gebaut wurden. Hier ankerten die großen Handelsschiffe der Ritterzeit. Durch den Tunnel unter der Lascaris Bastion gelangt man zu den Kais des Großen Hafens mit dem Zollgebäude und weiter zum neuen, hypermodernen „International Sea Terminal“ für Kreuzfahrtschiffe und die Sizilienfähre. Hier werden bis zu 100 Kreuzfahrtschiffe im Monat empfangen. Als neueste Flaniermeile insbesondere für die Kreuzfahrttouristen wurden hier, an der „Valletta Waterfront“, historische Speicher restauriert und zu Restaurants, Geschäften usw. umgebaut.
Richtung Norden gelangt man auf der Ringstraße vorbei am Fischmarkt zur Bastion, in der sich die Grünanlage Lower Barracca Gardens befindet. Auf der Festungsmauer gegenüber steht der Steinpavillon des Kriegsdenkmals „Siege Bell“ (War Memorial) für die Opfer der „Zweiten Belagerung“ von 1940-42, als Valletta monatelang bombardiert wurde und von allen Versorgungslinien abgeschnitten war.

Fort St. Elmo auf der Spitze der Scibbera-Halbinsel bestand schon vor Ankunft der Johanniter auf Malta 1530. Ab 1553 wurde es in Erwartung des Angriffes der osmanischen Flotte wegen seiner Lage an der Einfahrt zu beiden Häfen ausgebaut und mit sternenförmig angeordneten Bastionen versehen.
Während der „Großen Belagerung“ von 1565 unterlag das Fort 31 Tage lang massivem Artilleriebeschuß durch die Türken und wurde vollständig zerstört. Das heldenhafte Ausharren der Besatzung verschaffte aber den entscheidenden Zeitgewinn zur Verstärkung der Festungsanlagen von Birgu und Senglea.
Als dann endlich Verstärkung aus Venedig eintraf, waren die osmanischen Truppen soweit geschwächt, dass sie abzogen ohne in weitere Kämpfe zu treten.

Das Fort St. Elmo wurde völlig neu aufgebaut und in die Festungsanlage der neuen Hauptstadt Valletta einbezogen. Auf dem Vorplatz findet man die steinernen Deckel von bis zu 7 m tiefen Kornspeichern.
Heute befindet sich im Fort Maltas Polizeischule, Besichtigungen sind an den Wochenenden möglich. Mehrmals im Monat findet die „In Guardia“, eine Parade mit historischen Uniformen und Waffen aus der Ritterzeit, statt.
Außerdem ist im Fort das Nationale Kriegsmuseum (National War Museum) untergebracht, das der Rolle Maltas in den beiden Weltkriegen, insbesondere der „Zweiten Belagerung“ von 1940-42 gewidmet ist.
Ausgestellt sind Dokumente und militärische Ausrüstungen sowie sehr eindrucksvolle Fotos, die die Kriegszerstörungen und das Leben der hungernden und ausgebombten Zivilbevölkerung dokumentieren. Prunkstücke der Sammlung sind eines der drei „Gloster Gladiator“- Doppeldeckerflugzeuge, die zu Kriegsbeginn die gesamte maltesische „Luftwaffe“ darstellten, sowie das Georgskreuz, der Originalorden, der Malta 1942 vom englischen König verliehen wurde, und der bis heute Bestandteil der Nationalflagge ist.

Innenstadt

Das Innere der Festung wurde schon in der Ritterzeit vollständig bebaut. Die Bebauung erfolgte erstmals in Europa nach einem Gesamtplan, wobei die Hauptstrasse, die heutige Republic Street, eine Mittelachse bildet, an der sich das schachbrettförmige Straßennetz orientiert. Die quer zur Republic Street verlaufenden Straßen fallen dabei zu den Häfen hin steil ab und gehen z.T. sogar in Treppenstraßen über.

Die Republic Street führt auf dem Kamm der Scibbera-Halbinsel vom City Gate zum Fort St. Elmo auf der Nordspitze. Sie ist heute die sehr belebte Flaniermeile für Einheimische und Touristen mit vielen Geschäften, Restaurants und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Der Grossmeisterpalast wurde als eines der ersten Gebäude 1568-72 als Sitz des Großmeisters erbaut. Bis zur französischen Okkupation 1798 war er über 200 Jahre lang administratives Zentrum und militärisches Hauptquartier des Johanniterordens sowie offizielle Residenz aller Großmeister. Zwischen 1800 und 1964 residierte hier der britische Gouverneur, heute ist das Gebäude Amtssitz des Präsidenten und Tagungsort des Parlaments.
Auf dem Schloßplatz (Palace Square) werden an nationalen Feiertagen Militärparaden abgehalten, eine Bronzeskulptur ist dem Sette-Giugno-Aufstand gewidmet.

Ab 1571 durch Gerolamo Cassar (1520-1586) erbaut, weist das Palastgebäude äußerlich die Strenge und Schlichtheit der damaligen Zeit auf. Das Obergeschoß beherbergte die Verwaltungs- und Repräsentationsräume des Ordens während im Erdgeschoß Pferdeställe, Wirtschaftsräume und Dienstbotenquartiere untergebracht waren.
Erst 1741 wurden bei einem Umbau u.A. die beiden Barockportale sowie die Erker in die Fassade eingefügt.
Die beiden Portale führen in zwei Innenhöfe. Da das linke Portal für Staatsbeamte und –besucher reserviert ist, sind beide Höfe über das rechte Portal zu betreten.
Im rechten Hof, dem Prince Alfred Court, ist eine kunstvolle Uhr auf einem der Giebel bemerkenswert. Sie stammt von 1745 und hat vier Ziffernblätter für Stunde, Tag, Monat und Mondphase. Zur vollen Stunde schlagen vier Orientalen mit Hämmern die Glocken.
Im linken Hof, dem Neptuncourt, befinden sich die Eingänge zur Waffenkammer im Erdgeschoss und den prunkvollen Staatsräumen in der ersten Etage. Beide sind der Öffentlichkeit zugänglich. Nur wenn Staatsakte oder Parlamentssitzungen (gewöhnlich donnerstags) stattfinden sind die Räume für Besucher gesperrt.
Die bronzene Neptunstatue im Hof wurde 1615 für einen der Fischmärkte Vallettas geschaffen und erst 1861 durch den britischen Gouverneur in den Hof versetzt.

Die Waffenkammer (Palace Armoury) zeigt Waffen und Rüstungen der Ordensritter, darunter außergewöhnliche und kuriose Stücke. Es gibt auch Beutestücke von den osmanischen Gegnern sowie Kanonen, Kutschen, Fahnen usw. Die Räume waren früher die Pferdeställe des Großmeisters, der Wandbrunnen im Hof diente als Pferdetränke.

Als Staatsräume (State Rooms) werden die repräsentativen Innenräume des Großmeisterpalastes bezeichnet. Man erreicht sie über einen Korridor, dessen Decken und Wände mit Gemälden bedeckt und in dessen Marmorfußboden verschiedene Wappen von den Ordensrittern bis zur Republik Malta eingelassen sind.
Im Gegensatz zur Schlichtheit des Äußeren wurden die Innenräume des Palastes im Laufe der Jahrhunderte mit kostbaren Bildern, Möbeln, Tapeten, Gobelins usw. ausgestattet.
Äußerst eindrucksvoll sind der Gelbe und der Rote Salon (Yellow State Room, Red State Room), der Ratssaal (Supreme Council Hall) mit dem Thron des Großmeisters und zwölf authentischen Darstellungen der Großen Belagerung von 1565 sowie der Gobelinsaal (Tapestry Chamber), dessen Wände mit zehn kostbaren Gobelins von 1710 bedeckt sind. Sie zeigen Pflanzen, Tiere und Ureinwohner aus damals noch weitgehend unbekannten und märchenhaften Ländern in Südamerika, der Karibik, Indien, Afrika.

St. John’s Co-Kathedrale (Co-Cathedral) wurde als Konventskirche des Johanniterordens 1573-77 durch Gerolamo Cassar (1520-1586) erbaut.
Sie wurde Johannes dem Täufer, dem Schutzpatron des Johanniterordens, geweiht. Der ungewöhnliche Titel einer „Co-Kathedrale“ bezeichnet sie als Zweitsitz des Erzbischofs von Malta, zu dem sie 1816 neben der Kathedrale von Mdina erhoben wurde.
Das Äußere ist dem Renaissance-Stil der damaligen Zeit entsprechend schlicht gehalten. Ungewöhnlich ist der Balkon über dem Hauptportal, der speziell für die Ausrufung des Großmeisters nach Neuwahlen gebaut wurde. Die achteckigen Spitzen der beiden Glockentürme waren im zweiten Weltkrieg abgenommen worden, um dort Flakgeschütze zu postieren. Die Turmuhr hat drei Ziffernblätter für Stunde (ohne Minutenzeiger), Wochentag und Mondphase.

Das Mittelschiff ist 58 m lang und trägt ein durchgehendes Tonnengewölbe. Die Seitenschiffe sind in zwölf Räume unterteilt, in denen sich u.A. die Kapellen der acht Landsmannschaften (Zungen) des Johanniterordens, weitere Kapellen und verschiedene Durchgänge befinden.
Die überaus prächtige Innenausstattung erfolgte erst ab 1661 durch den italienischen Barockmaler und Ordensritter Mattia Preti. Außer aus Stiftungen einzelner Ordensritter wurde sie maßgeblich aus dem Pflichtanteil finanziert, der der Kirche aus der Beute von den Kaperfahrten des Ordens gegen muslimische Handelsschiffe zustand.
Die Ausschmückung des Kathedralenraumes wurde als ein Gesamtkunstwerk konzipiert und kann als solches als das Hauptwerk Pretis gelten. Es umfaßt die Fresken des Tonnengewölbes mit Szenen aus dem Leben Johannes‘ des Täufers, einige Altarbilder der Seitenkapellen und die komplizierten, vergoldeten Steinschnitzereien auf den Wänden und Pfeilern.

Der Hauptaltar stammt von dem italienischen Barockbildhauer Giuseppe Mazzuoli (1644-1725) und stellt die Taufe Christi dar. Die Figurengruppe aus makellos weißem Marmor soll wohl einen Gegensatz zu all dem Gold bilden, setzt sich in dieser Pracht jedoch nur schwer durch.

Einzigartig sind die 375 Grabplatten von Ordensrittern, die in den Boden der Kathedrale eingelassen sind. Sie wurden mit aufwendigen Einlegearbeiten aus verschiedenfarbigem Marmor gestaltet und zeigen Wappen der Ritter, ihre Heldentaten sowie Skelette, Totenschädel und andere Symbole der Vergänglichkeit. Darunter ist auch das eher einfache Grab Mattia Pretis im Durchgang zur Sakristei. In der Kapelle der Provence befindet sich der Zugang zur Krypta mit den Sarkophagen der ersten zwölf Großmeister.

Das angeschlossene Kathedralenmuseum zeigt Messgewänder, Sakralgegenstände, Bücher und eine Gemäldesammlung sowie kostbare Gobelins. Die Gobelins sind das Antrittsgeschenk des Großmeisters Ramon Perellos y Roccaful an den Orden anläßlich seiner Wahl ins Amt 1697. Sie wurden zwischen 1697 und 1700 in der Hofmanufaktur des französischen Königs Ludwig XIV zu Brüssel nach Entwürfen von Peter Paul Rubens und Nicolas Poussin gefertigt. Alljährlich zum Patronatsfest am 24. Juni wird die Ko-Kathedrale mit ihnen ausgeschmückt.
Ein weiteres Prunkstück der Ausstellung ist das Gemälde „Enthauptung Johannes des Täufers“ von Michelangelo da Caravaggio im ehemaligen Oratorium, ein weiteres Caravaggio- Bild stellt den „Heiligen Hieronymus“ dar und ist wohl ein Portrait des Großmeisters Alof de Wignacourt (1601-1622).

Neben Palast und Konventskirche war das wichtigste Gebäude des Johanniterordens das Hospital Sacra Infermeria Santo Spirito. Schließlich war der Orden einst als Hospitaliterorden zur Pflege der Kreuzritter und Pilger gegründet worden. Die Krankenpflege blieb immer ein Hauptanliegen des Ordens. Das Hospital wurde 1575 gebaut und war für die damalige Zeit äußerst komfortabel. Durch einen Tunnel konnten Verwundete und Kranke direkt vom Hafen ins Krankenhaus gebracht werden. Der 155 m lange Krankensaal war 9 m hoch, was auch bei Mittelmeerklima einigermaßen erträgliche Temperaturen ermöglichte. Jeder Kranke hatte ein eigenes Bett und die Ausstattung mit Marmorfußboden und antibakteriellem Silbergeschirr ermöglichte vorbildliche Hygiene.
Heute ist in den restaurierten historischen Gebäuden ein Mediterranes Konferenzzentrum untergebracht. Der ehemalige große Innenhof wurde überdacht und ist heute der größte Saal Maltas, die „Republic Hall“.
Der sehr sehenswerte riesige ehemalige Krankensaal kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Die Wohnquartiere der Johanniter waren die Auberges genannten Paläste der acht Landsmannschaften (Zungen). Alle Auberges wurden bald nach der Gründung Vallettas durch den Stadtarchitekten Gerolamo Cassar (1520-1586) gebaut. In der Regel befanden sie sich in der Nähe der den Landsmannschaften zugeordneten Verteidigungsabschnitte.
Die Auberge Kastiliens und Leons (Auberge de Castile et Léon) befindet sich am Kastilien-Platz (Castille Place) bei der Bastion St. James. Ihre barocke Fassade stammt von 1741. In dem Gebäude befindet sich heute der Amtssitz des Premierministers, eine Besichtigung ist nicht möglich.
Die Auberge Aragons (Auberge d’Aragon) am Marsamxett-Hafen beherbergt heute das Finanzministerium. Bis auf das später hinzugefügte klassizistische Portal bewahrt sie als einzigste Auberge ihr seit dem 16. Jhd. unverändertes Aussehen.
In der Auberge Italiens (Auberge d’Italie) in der Merchants Street befindet sich heute der Hauptsitz des maltesischen Touristenbüros.
Die Auberge Englands und Bayerns (Auberge d’Angleterre et Baviere) in der West Street dient heute als Justizbehörde. Dieses Gebäude wurde als einzigste Auberge nicht von Gerolamo Cassar gebaut. Es handelt sich um das ehemelige Palazzo Carnieri von 1769, in das die erst sehr spät gegründeten kleineren Landsmannschaften einzogen.
Die Auberge Deutschlands (Auberge d’Allemagne) stand am Independence Place gegenüber der Auberge von Aragon, sie wurde 1838 abgerissen. Die Auberges Frankreichs und der Auvergne (Auberge de France, Auberge d’Auvergne) wurden im zweiten Weltkrieg zerstört.
Die Auberge der Auvergne befand sich an der Republic Street gegenüber dem Great Siege – Platz. An ihrer Stelle wurde 1967 der Gerichtshof (Justice Court) errichtet.

In der Auberge der Provence in der Republic Street beherbergt seit 1958 das Archäologische Nationalmuseum. So ermöglicht der Besuch des Museums auch eine Besichtigung der Innenräume einer Auberge. Vom Leben in der Ritterzeit zeugen die Deckenmalereien im Entree und der vollständig erhaltene „Grand Salon“ mit der geschnitzten Kassettendecke und der reichen Wandbemalung. Zur Nutzung der übrigen Räume und zum Leben der Ritter hier gibt es leider keine Informationen.
Mit der nationalen archäologischen Sammlung – den Fundstücken von den zahlreichen archäologischen Stätten Maltas – beherbergt das Museum einen Schatz von weltweiter Bedeutung. Ein Großteil der Ausstellung ist der Megalithzeit gewidmet. Zu sehen sind die Originale der mit kunstvollen Spiral- und Tierreliefs gestalteten Ausstattungsstücke aus den Tempeln von Hagar Qim und Tarxien sowie der vielen Statuetten u.A. aus Hagar Qim und Hal Saflieni, darunter die weltbekannte Schlafende Dame (Sleeping Lady). Modelle der Tempelstätten, Fotografien der Fundplätze und gut gestaltete Informationstafeln in malti und englisch ermöglichen die geschichtliche Einordnung. Nicht weniger bedeutend sind die Abteilungen für die Vor-Megalith-Zeit, die Bronzezeit, die phönizisch-punische sowie die römische Epoche.

Zwischen Großmeisterpalast und Co-Kathedrale liegen der „Platz der Großen Belagerung“ (Great Siege Square) mit dem von Antonio Sciortino gestalteten Denkmal und der Platz der Republik (Republic Square) mit der Nationalbibliothek. Diese wurde 1796 als letztes Gebäude der Johanniter fertiggestellt und beherbergt u.A. das seit dem 12. Jhd. bestehende Archiv des Johanniterordens sowie viele Dokumente des maltesischen Adelsparlaments, der Universita.
In Vitrinen im alten Lesesaal sind einige wertvolle historische Dokumente ausgestellt. Zu den bedeutendsten Stücken zählt die Lehensurkunde Karls V., mit der er Malta 1530 den Rittern überträgt.
Der öffentliche Lesesaal bietet auch PC-Arbeitsplätze und Internetzugang.

Das ehemalige Gerichtsgebäude Castellania an der Merchant Street beherbergt heute das Gesundheitsministerium. Der Pranger an der Hausecke zum St. John‘s Square und Statuen der Gerechtigkeit mit Schwert und der Wahrheit mit Spiegel über dem Portal erinnern an die einstige Funktion. Es wurde 1748-60 als Zivil- und Kriminalgericht des Johanniterordens erbaut.

Im Viertel an der St. Michael’s Bastion findet man noch einige historischen Paläste aus der Zeit des Johanniterordens, darunter das Palazzo in der South Street, in dem heute das Nationalmuseum der Schönen Künste (National Museum Of Fine Arts) untergebracht ist. Das Gebäude gehört zu den ältesten in Valletta, wurde aber in den 1760-er Jahren im Stil des italienischen Spätbarock zur Privatresidenz eines vermögenden Ordensritters umgebaut und u.A. mit dem schönsten Treppenaufgang Maltas geschmückt. Ein Besuch lohnt schon wegen der edlen Räumlichkeiten. Die Ausstellung zeigt europäische Malerei des 14-17. Jhds mit einer besonderen Abteilung für Mattia Preti, sowie moderne Kunst, insbesondere Skulpturen des maltesischen Bildhauers Antonio Sciortino, daneben auch Kunsthandwerk wie Majoliken, Silber- und Furnierarbeiten.

Das Manoel Theater (Teatro Manoel) in der Old Theatre Street wurde 1732 durch Großmeister Antonio Manoel de Vilhena gestiftet. In dem äußerlich schlichten Gebäude ist die prachtvolle Originalausstattung des 19. Jhds erhalten. Als Vorbild für die vier aufwändig bemalten und vergoldeten hölzernen Logenränge diente das Teatro La Fenice in Venedig.
Als Eingang und Foyer für das Theater wurde der benachbarte Adelspalast aus dem 18. Jhd. umgebaut. Hier befindet sich auch ein Konzertsaal (Sala Issuard), wo u.A. auch Jazz-, Rock- und Folkkonzerte stattfinden.
Das Theater gehört zu den ältesten Bühnen Europas. Außerhalb der Vorstellungen kann es besichtigt werden.

Außer den Gebäuden der Ordensritter sind in der Stadt viele Adels- und Patrizierpaläste erhalten.
Der Palazzo Verdelin gegenüber dem Großmeisterpalast an der Archbishop Street fällt durch seine prunkvolle Fassade auf. Er wurde 1672 erbaut.
Im Palazzo Parisio, dem heutigen Außsenministerium in der parallel zur Republic Street verlaufenden Merchant Street, wohnte Napoleon 1798 fünf Tage lang, nachdem der Ritterorden kampflos kapituliert hatte und der französische Ägyptenfeldzug von hier aus fortgesetzt wurde.

Ebenfalls an der Merchant Street befindet sich auf der Rückseite des Großmeisterpalastes die Markthalle. Die Eisenkonstruktion von 1859 wurde zu einer modernen Ladenpassage umgebaut, wo man alle maltesischen Spezialitäten findet. Jeden Vormittag findet daneben der berühmt-berüchtigte Il-Monti-Markt statt, der von Heiligenbildern bis zu Raubkopien der neuesten Pop-CD‘s einfach alles bietet.

Unter den Arkaden des Kathedralvorplatzes bietet das Malta Crafts Center einen Querschnitt maltesischen Kunsthandwerks an.
Lohnend ist auch ein Abstecher in die Zachary Street, eine der belebtesten Einkaufsstraßen Vallettas.

Marsa

6.350 Einwohner

Die Stadt liegt am Südende der 4 km tief ins Land eingeschnitten Bucht des heutigen Grand Harbour. Während der Großen Belagerung von 1565 befand sich hier – auf der freien Ebene vor der Festung Birgu – das Lager der osmanischen Truppen. Unter Großmeister Castellar (1636-1657) wurde hier DER Warenumschlagsplatz des Johanniterordens eingerichtet, der seither der bedeutendeste Hafen Maltas war. Unter britischer Herrschaft, als sich auf Malta das Hauptquartier der britischen Mittelmeerflotte befand, stieg die Bedeutung des Hafens und der Werften noch. Nach Eröffnung des Suezkanals liefen alle Schiffe nach Indien und den Kolonien über Malta.
Nach der Unabhängigkeit wurden die kleineren Werften zu einem staatlichen Betrieb, den «Malta Dry Docks», vereint. In den sozialistischen 70-er Jahren errichtete die VR China die «China Friendship Docks» für die junge Republik. Deren Riesenkräne an der Grenze zu Senglea sind noch heute Marsas Warzeichen. Nach Maltas EU-Beitritt mußten die staatlichen Subventionen für die Werften eingestellt werden. Marsa ist weiterhin Standort für Schiffbau und Tankerreinigung. Daneben wurde Elektro-, Auto-, Textilindustrie angesiedelt.
Bis heute werden in Marsa fast alle alle Import- und Exportgüter umgeschlagen.
Der größte Hafen Maltas mit Containerumschlag und Transitabwicklung ist allerdings inzwischen der Malta Freeport in Birzebugga.

Zwischen Marsa und Paola befindet sich auf einem Hügel der große Friedhof Tal Horr (auch Addolorata Cementery), der nach maltesischer Sitte mit z.T. aufwendige Grabtempelchen ausgestattet ist. Vom neogotischen Kirchlein Tal Addolorata auf der Hügelkuppe hat man eine tolle Aussicht bis Valletta und die „Three Cities“.
In Marsa befindet sich auch der moslimische Friedhof von L’Ingiered. Sein auffälliges Portal im Stil des türkischen Rokokko von Ende des 19. Jhds. wurde einst vom türkischen Konsul gestiftet. Begraben sind hier hauptsächlich muslimische Soldaten und Arbeiter im Dienste der Briten, vor allem Ägypter.

Paola

(Paula) auch Pawla oder Paula
8.700 Einwohner

Die Stadt ist nach Großmeister Antoine de Paul benannt, der sie 1628 als Wohnquartier für die Dockarbeiter von Marsa gründete. Seit dem 19. Jhd. ist sie als Wohnort für die Werftarbeiter stark angewachsen.
Wegen der Weltkulturerbe-Stätten des Hypogäums und der Megalithtempel im benachbarten Tarxien wird Paola einigermaßen oft von Touristen besucht.
Die schachbrettartig angelegten Straßen werden von typisch maltesischen Häusern mit gelben Kalksteinfassaden und malerischen Balkonen gesäumt. Das Stadtbild wird von der großen Pfarrkirche (Christ the King Church) dominiert, die erst 1923-28 für die anwachsende Bevölkerung gebaut wurde.
An der Hauptstraße in Richtung Bormla (Cotonera) liegt der Park „Gnien Gaddafi“, der in den 70-er Jahren, als das sozialistische Malta eng mit Libyen befreundet war, vom libyschen Revolutionsführer Gaddafi gestiftet wurde. Er umgibt Maltas größte Moschee, die hauptsächlich von Gastarbeitern aus Libyen und Tunesien besucht wird.

Das Hypogäum Hal Saflieni, ein unterirdischer Kult- und Begräbnisplatz aus der Jungsteinzeit, ist die spektakulärste aller maltesischen Sehenswürdigkeiten und weltweit einzigartig. Die Anlage datiert in die Zeit der Megalith-Tempel und steht mit diesen in engem Zusammenhang. Das beweist die Gestaltung der aus dem Fels geschlagenen Räume, die eindeutig die Architektur- und Bauelemente der oberirdischen Tempel wiederholt. Im Hypogäum wurde die weltbekannte Statuette der „Schlafenden Dame (Sleeping Lady) gefunden.
Der Zugang ist stark begrenzt und nur mit Vorab-Buchung möglich.

Am Südende des Grand Harbour gibt es gleich drei, allerdings weniger bedeutende Tempelkomplexe aus der Megalith-Zeit: Kordin I-III. Sie wurden Anfang des 20. Jhd’s freigelegt ohne daß Konservierungs- oder Schutzmaßnahmen erfolgten. Das führte zusammen mit rücksichtslosen Baumaßnahmen und den Bombardements des 2. Weltkrieges zu weiteren Zerstörungen.
Die Anlagen sind nur nach vorheriger Absprache und in Begleitung für Besucher zugänglich.

Tarxien

(tarschien)
7.750 Einwohner

Die Stadt ist wie Paola ein reines Wohngebiet. Man trifft hier ebenfalls auf die typisch maltesischen Häuser mit gelben Kalksteinfassaden und malerischen Balkonen in schachbrettartig angeordneten Straßen.

Wegen der Weltkulturerbe-Stätten der Megalithtempel und des Hypogäums im benachbarten Paola finden auch Touristen hierher.
Die Megalithtempel von Tarxien stammen aus der Spätzeit der Tempelkultur. Sie wurden ab 1915 mit schon einigermaßen modernen archäologischen Methoden ausgegraben, die reichen Funde sind im Nationalmuseum für Archäologie in Valletta ausgestellt. Vor Ort befinden sich Repliken. Die Stätte selbst wurde konserviert und in den 60-er Jahren nach damaligem Kenntnisstand (mit viel Zement) rekonstruiert. Die Ausstattung der Anlage mit einzigartigen Steinreliefs – Spiralmustern und Tierfiguren – und der Statue der «Magna Mater» unterscheidet Tarxien von allen anderen maltesischen Tempeln. Es ist die meistbesuchte aller Tempelanlagen.

Three Cities

(Cottonera)

– meint die drei Städte Birgu (Vittoriosa) und L’Isla (Senglea) auf den beiden Landzungen im Grand Harbour gegenüber Valletta sowie Bormla (Cospicua) auf dem Hinterland. Nach dem alle drei umfassenden Festungswerk der Cottonera Linie“ werden die „Drei Städte“ auch Cottonera genannt.
Auch nach dem Umzug der Johanniter-Ritter in die neu gegründete Hauptstadt Valletta 1571 hatten die befestigten Landzungen im Grand Harbour große Bedeutung für die Sicherung des lebenswichtigen Hafens. Deshalb wurde die Landseite mit zwei Festungsgürteln abgesichert. Zwischen dem inneren Wall – der „Magherita Linie“ von 1638 mit den Toren St. Helen Gate und Verdala Gate – und dem äußeren Wall – der „Cottonera Linie“ von 1670 mit den Toren Polverista Gate und Zabbar Gate (auch Notre Dame Gate) – sollten bei Angriffen bis zu 40.000 Einwohner der näheren Umgebung mit ihrem Vieh Zuflucht finden.

Nach Umzug der Ritter nach Valletta 1571 befanden sich hier die Quartiere der Bediensteten, Arbeiter und Hafenarbeiter, später der Dockarbeiter.
Ab 1800 war unter britischer Herrschaft im alten Großmeisterpalast im Fort St. Angelo das Hauptquartier der Royal Navy untergebracht. Der Hafen wurde erweitert und Werften für die Kriegsflotte eingerichtet. Während des 2. Weltkrieges bildeten diese Standorte am Grand Harbour das wichtigste Ziel für deutsche und italienische Bombenangriffe. Entsprechend stark waren die Kriegszerstörungen, es gibt nur wenige original erhaltene Gebäude, zumeist in Birgu.

Birgu

2.600 Einwohner

Geschichte

Die weit in das Becken des Großen Hafens ragende Landzunge war mindestens seit phönizischer Zeit besiedelt. Auf der Spitze soll sich eines der beiden phönizischen Heiligtümer Maltas, der Melkart-Tempel, befunden haben. In der heute hier befindlichen Kapelle St. Anna ist eine Granitsäule zu sehen, die angeblich noch aus diesem Tempel stammt. Bereits in römischer Zeit wurde die Landzunge mit einer Festung, dem Castrum Maris, überbaut.

Nach Ankunft der Johanniter-Ritter auf Malta 1530 war kurzzeitig Mdina, dann Birgu Hauptsitz des Ordens.
Hier befanden sich der erste Großmeisterpalast und die Quartiere (Auberges) der Landsmannschaften („Zungen“) des Ritterordens, sowie das Ordenshospital.
In Erwartung des Angriffes der osmanischen Flotte wurde die gesamte Halbinsel und insbesondere das Fort Sant Angelo auf der Spitze befestigt. Die einzelnen Abschnitte waren konkreten Landsmannschaften zugeordnet, nach denen sie noch heute benannt sind.
Der heutige Dockyard Creek war der ideale Flottenankerplatz der Ordensritter. Zu seinem Schutz wurde ab 1553 unter Großmeister Claude de la Sengle auch die gegenüber liegende Landzunge L‘Isla (daher auch „Senglea“) in das Festungswerk einbezogen.
Zusätzlich wurde zwischen Fort Sant Angelo und der „Vorstadt“ Birgu das Hafenbecken Menqa ausgehoben und 1565, kurz vor dem Angriff, fertig gestellt. Die heutige Straße existierte damals nicht, der schmale Steg am Südende war der einzige Zugang zum Fort.
Nach Abzug der Türken 1565 erhielt Birgu den Ehrennamen „Vittoriosa“ – „Die Siegreiche“ – und wurde zur Festung ausgebaut.

Sehenswürdigkeiten

Ganz Birgu ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Die Stadt ist – noch – nicht von Touristen überlaufen und bietet sowohl in der Altstadt als auch am modernen Hafen ein ganz besonderes Flair.
Die historische Altstadt ist ein malerisches Gassengewirr um denVictory Square (Misrah Ir-Rebha) mit Bars, Restaurants und Weinkellern in alten Gewölben. Aus der Vorritterzeit ist lediglich das Normannenhaus (North Street 10/11, Triq Tramuntana) in siculo-normannischem Stil mit einem auffälligen Spitzbogenfenster erhalten.
Oberhalb der Treppe neben der Kirche St. Lawrenz befanden sich in der Hilda-Tabone-Strasse (Triq Hilda Tabone), der Hauptstrasse der Ritter im 16. Jhd, die Quartiere (Auberges) der Landsmannschaften. Die Häuser der französischen (Auberge de France, Triq Hilda Tabone) und der englischen (Auberge d’Angleterre, Triq il-Majjistral) „Zungen“ sind erhalten. Sie werden heute als Veranstaltungssaal bzw. als öffentliche Bibliothek genutzt. An ehemaligen Standorten weiterer „Auberges“ findet man Gedenktafeln. An den ehemaligen Hinrichtungsplatz erinnert ebenfalls eine Gedenktafel sowie ein Kruzifix.

Das Viertel wird durch die alte Festungsmauer mit ihren Bastionen und Stadttoren abgeschlossen. Am beeindruckendsten ist das Stadttor Couvre Port – auch als „Three Gates“ bezeichnet – weil es zusammen mit dem Advanced Gate und dem Main Gate durch die drei Mauern der „Bastion Aragons“ (Poste d’Aragon) führt.
Im Norden führt die Festungsmauer vom Fort St. Angelo bis zur Bastion Kastiliens (Poste de Castille) am Kalkara-Creek entlang und bietet als eine Art Promenade wundervolle Ausblicke nach Valletta, Kalkara und zur Hafeneinfahrt des Grand Harbour.

In den Bastionen der Stadtbefestigung sind Museen untergebracht. So im Stadttor Couvre Port das Maltesische Kriegsmuseum (Malta At War-Museum). Die von hier ausgehenden Stollen wurden während der Flächenbombardements des 2. Weltkrieges innerhalb von vier Monaten von Frauen, Kindern und Alten als Luftschutzräume in den Kalksteinfelsen gegraben.

Fort St. Angelo war vor dem Bau Valettas Sitz der Johanniter und beherbergte u.A. den ersten Großmeisterpalast. Auch nach dem Umzug der Ritter nach Valletta 1571 behielt es seine Bedeutung für den Schutz des Hafens. Unter britischer Herrschaft war hier der Sitz des Admirals der britischen Mittelmeerflotte. Seit neuestem hat der Malteserorden, der Rechtsnachfolger der Johanniter, in der oberen Festung eine Vertretung eingerichtet. Dazu gehören der Großmeisterpalast und die St. Annen-Kapelle, eine Ausstellung zur Geschichte des Ordens ist geplant.

Kirche St. Lawrenz: die bereits vorhandene Kirche wurde durch die Johanniter nach ihrer Ankunft auf Malta 1530 zu ihrer ersten Konventkirche erhoben. 1681 erfolgte im Auftrag der Ritter ein Neubau durch Lorenzo Gafa im Stil des römischen Barock, der allerdings erst 1913 mit der Vollendung des zweiten Turms abgeschlossen wurde. Das Innere ist mit rotem Marmor ausgekleidet, bemerkenswert sind eine kostbare Statue des Heiligen Laurents und das Altarbild „Martyrium des Hlg. Laurents“ von Mattia Preti.
Das angeschlossene Kirchenmuseum im St. Josephs Oratorium, auch la Valette Museum, zeigt u.A. Hut und Kampfschwert des Großmeisters Jean de la Valette. Sein Paradeschwert wurde seinerzeits von Napoleon beschlagnahmt und war lange im Pariser Louvre ausgestellt.
Das „Freiheitsdenkmal (Freedom Monument) vor der St. Lawrenz – Kirche erinnert an den Abzug der brit. Truppen 1979.

Das ehemalige Gerichtsgebäude wurde nach Umzug der Ritter nach Valletta ab 1574 bis 1798 zum Inquisitionspalast (Inquisitors Palace), dem Sitz des Generalinquisitors und päpstlichen Delegaten, der neben der Reinheit des Glaubens auch den allzu selbstständigen Ritterorden zu überwachen hatte und ggf. für Ausgleich zwischen dem Orden und den ansässigen Bischöfen sorgen sollte. Die Inquisition wurde erst 1798 durch Napoleon abgeschafft!
Der Palast ist der einzige erhaltene Inqisitionspalast in ganz Europa. Bemerkenswert sind der Ratssaal mit Kassettendecke, der Gerichtssaal mit zwei Türen, wobei die nur halbhohe Tür für den Beschuldigten vorgesehen war, der dadurch in eine gebückte Haltung gezwungen wurde. Die Gefängniszellen haben Seeschlitze zum Galgenhof. Die Ausstellung zeigt Ritter- und Kirchengewänder, maltesische Trachten und auch eine Weihnachtskrippensammlung.

Das Maltesisches Meeresmuseum (Malta Maritime Museum) wurde 1992 im Backhaus der britischen Streitkräfte am Hafen eingerichtet. Anhand von Gemälden und Exponaten veranschaulicht es die Geschichte der maltesische Seefahrt von gesunkenen Römerschiffen über die Kanonenbatterie einer englischen Fregatte bis zu Maschinenräumen eines Dampfschiffes und eines Schwimmbaggers. Ein Unikat ist das Kapitänshandbuch „Portulano“ mit Details aller Häfen.

Vom Hafen am Dockyard Creek hat man wunderbaren Ausblick auf L’Isla und auf Valletta.
Hier werden Rundfahrten mit traditionellen Dghajsa-Booten angeboten.

L‘Isla

Die südliche der beiden Landzungen wurde ab 1552 unter Großmeister Claude de la Sengle (daher auch „Senglea“) zum Schutze des Flottenankerplatzes der Ordensritter im heutigen Dockyard Creek ebenfalls befestigt. Von der Festung auf der Landspitze ist die Vedette (Il Gardjola), ein steinerner Beobachtungsposten mit den Abbildern von Auge, Ohr und Pelikan als Symbolen der Wachsamkeit erhalten. Von hier hat man einen phänomenalen 360°- Rundumblick von der Altstadt L’Isla über den French Creek im Süden, den Großen Hafen vor der Kulisse Vallettas bis zum Dockyard Creek mit Birgu im Norden. Die Festungsmauer führt im Süden entlang des French Creek zur Bastion St. Michael‘s, die auch ein Stadttor enthält.
Der French Creek erhielt seinen Namen nachdem während der kurzen französischen Besatzungszeit die Flotte Napoleons hier ihren Ankerplatz hatte.

Bormla

Das Gebiet zwischen den beiden Landzungen ist seit der Ritterzeit Wohnsiedlung für die Hafen- und Werftarbeiter. Hier war die Keimzelle der Gewerkschaft GWU (General Workers Union), der Arbeitersohn Dom Mintoff, Führer der sozialistischen Labour Party (MPL) und langjähriger Ministerpräsident Maltas während der sozialistischen 70-er Jahre, wurde hier geboren.
In der Altstadt mit engen, schattigen Treppengassen, kann man – besonders am frühen Abend – noch echt maltesisches Leben genießen.
Die beiden Festungsgürtel Magherita Linie“ und Cotonera Linie“ von 1638 bzw.1670 mit ihren imposanten Toren bilden die Stadtgrenze.

Kalkara

2.850 Einwohner

Bemerkenswert ist das Städtchen durch das Fort Ricasoli auf der Landzunge östlich der Einfahrt in den Grand Harbour. Es wurde 1670-93 zum Schutz Vallettas und des Hafens durch die Johanniter errichtet. Unter britischer Herrschaft wurde es durch die Rinella-Batterie ergänzt, beide waren mit Armstrong-Kanonen – den mit 100 t schwersten Kanonen der Welt – ausgerüstet. Während das Fort Ricasoli nach Abzug der Briten verfiel wurde die Rinella-Batterie restauriert und kann besichtigt werden. In victorianische Uniformen kostümierte „Soldaten“ führen dabei historische Geschütze vor. Die Armstrong-Kanone ist nicht mehr funktionstüchtig.

Der Gewerbepark von Kalkara wird bis 2021 zu „Smart City“, einem Ableger der Dubai Internet City mit Firmen der IT-Branche ausgebaut. Auch der maltesische Fernsehsender ist hier ansässig.
In kleineren Werften am Kalkara Creek werden noch traditionelle Dghajsa-Boote gebaut.

Der Osten Maltas

Karte: Der Osten Maltas


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Zabbar

(sab-bar)
ca. 15.000 Einwohner

Unmittelbar vor den Toren Bormlas (Cospicuas), also an der Außenseite der Cotonera-Linie gelegen gehört die Stadt zu den größten Siedlungen Maltas.
In der typisch maltesischen Altstadt rund um die Kirche stecken in einigen Fassaden noch heute Kanonenkugeln, die aus der kurzen Zeit der französischen Besetzung von 1798/1899 stammen. Damals gab es in Zabbar eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Bevölkerung und Besatzungsmacht.

Einige solcher Kanonenkugeln, die aus der Kirche selbst geborgen wurden, sind im Kirchenmuseum zu sehen. Dieses Museum ist wegen seiner großen Sammlung von Votivgemälden sehenswert. Die oft mit „VGFA“ – der Abkürzung für „Votum Fecit, Gratiam Accipit“ (ungefähr „habe gebetet und bin der Gnade zuteil geworden“) gekennzeichneten Bilder stellen besonders häufig Szenen aus der Schifffahrt dar. Sie wurden als Danksagung für die Errettung aus gefährlichen Situationen wie Stürmen oder einfach für eine glückliche Überfahrt gestiftet.

Die Kirche ist der „Madonna tal-Grazzija“ (Gnadenmadonna, Our Lady of Grace) geweiht, die u.A. auch die Schutzpatronin der Zweiradfahrer ist.
Ihr Patronatsfest am 1. Sonntag nach dem 8. September wird u.A. mit einer Motorrad- bzw. Fahrrad-Wallfahrt von Rabat und Mosta her begangen.

Marsaskala

ca. 10.000 Einwohner

Die lange schmale Bucht von Marsaskala wird oft als Fjord bezeichnet.

Die lange schmale Bucht von Marsaskala wird oft als Fjord bezeichnet.

 

 

 

 

 

Die Stadt liegt an der langen, schmalen Marsaskala-Felsenbucht, einem idealen Naturhafen, der offensichtlich schon seit Jahrtausenden genutzt wurde.
In der Umgebung findet man Karrenspuren, zwei Tumuli, Reste römischer Villen und Katakomben. Mitten in der Wohnsiedlung steht ein Menhir und auf dem Kap il-Gzira, dem östlichsten Punkt Maltas, fand man Reste einer römischen Badeanlage.

 

Der St. Thomas-Turm gehört zu einer Kette von Küstenwachtürmen aus der Zeit der Ordensritter.

Der St. Thomas-Turm gehört zu einer Kette von Küstenwachtürmen aus der Zeit der Ordensritter.

Hier steht auch der St. Thomas-Tower, einer der Wachtürme aus der Zeit der Ordensritter, der die Inseln vor der Anlandung der osmanischen Flotte schützen sollten. Der St. Thomas-Turm wurde 1614 unter Großmeister Alof de Wignacourt als Teil einer die Inseln umgebenden Kette von Wachtürmen errichtet und diente speziell dem Schutz des Naturhafens von Marsaskala sowie der St. Thomas-Bucht.

Die Stadt ist bei Touristen und Einheimischen, besonders bei der Jugend, wegen ihrer langen Flaniermeile entlang der Bucht mit Restaurants, Bars und Geschäften sehr beliebt. Leider führte das in den letzten Jahren zu einem Bauboom, so dass an der Promenade jetzt kaum noch alte Häuser mit den typisch maltesischen Fassaden stehen, dafür aber eintönige Neubauten und viele Baulücken.

 

Mittelpunkt ist die Kirche ...

Mittelpunkt ist die Kirche …

 

... mit ihrem Turm im Stile eines italienischen Campanile.

… mit ihrem Turm im Stile eines italienischen Campanile.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Bucht ankern noch einige der bunten maltesischen Luzzu-Boote.

In der Bucht ankern noch einige der bunten maltesischen Luzzu-Boote.

In der Bucht sind noch einige der malerischen Luzzu-Boote zu bewundern. Einen Blickfang bildet mit ihren Campanile-ähnlichen Turm die Kirche, die jedoch erst 1953 anstelle einer kleineren Stadtkirche gebaut wurde.

 

Südlich des St. Thomas-Turms führt an der Steilküste entlang ein Sträßchen, das als Wanderweg einigermaßen beliebt ist. In ca. einer Stunde gelangt man zu den beliebten felsigen Badebuchten St. Peters Pool und Il-Qala auf der Delimara-Halbinsel. Attraktionen unterwegs sind die malerischen Tal-Munxar-Klippen südlich der St Thomas Bucht, der bereits teilweise ins Meer abgerutschte Megalithtempel Xrobb il Ghagin (schrob il-adschin) auf der gleichnamigen Landzunge und die archäologische Ausgrabungsstätte von Tas Silg. Hier wurden Hinterlassenschaften aller Epochen der maltesischen Geschichte von der Megalithzeit bis zu den Phöniziern entdeckt. Da die Ausgrabungen nicht beendet sind, ist die Stätte z.Zt. leider nur nach Absprache zu besichtigen.

Zejtun

ca. 11.600 Einwohner

… ist eine der ältesten Siedlungen der Gegend. Heute selbstständige Gemeinden wie Ghaxaq und Marsaxlokk sind einst als Ortsteile von Zejtun gegründet worden. In der Umgebung wurden mehrere römische Hinterlassenschaften wie die Reste einer römischen Gutsvilla gefunden. Der Name (Zejtun bedeutet Olive) deutet auf ehemaligen Olivenanbau, der besonders während der römischen Epoche in Malta sehr verbreitet war.

Das Städtchen gibt sich ländlich, umgeben von Trockenbaufeldern mit den charakteristischen niedrigen Windschutzmauern. In den letzten Jahren wurden eine größere Neubau-Wohnsiedlung und ein Gewerbegebiet errichtet.

Santa Lucija

ca. 3.000 Einwohner

Das unmittelbar an der Ortsgrenze zu Tarxien, ganz in der Nähe der berühmten Tempelanlage gelegene Dorf entstand erst im 20. Jhd. rund um die Kapelle St. Lucija aus dem 16. Jhd.
Sehenswert ist der chinesische Garten (Chinese Garden of Serenity). Der exotisch anmutende Garten ist in verschiedene Gartenräume unterteilt und mit den typischen chinesischen Elementen wie Teich, Felsgruppen und pagodenartigen Pavillons und Toren ausgestattet.

Marsaxlokk

(Marsaschlok)
ca. 3.300 Einwohner

Die Stadt liegt am nördlichen Ausläufer der großen Marsaxlokk-Bucht.
Die Bucht ist noch vor dem Grand Harbour in Valletta der größte und bedeutendste Naturhafen Maltas. Er wurde bereits unter Phöniziern und Römern genutzt, hier landete 1565 die osmanische Flotte zur großen Belagerung (Great Siege) und 1798 Napoleon.
Am südlichen Ausläufer der Bucht, zur Stadt Birzebugga gehörend, wurde in den 1990-er Jahren der Containerhafen „Malta Freeport“ gebaut.

In Marsaxlokk befindet sich dagegen der größte Fischerhafen der Inseln. Die große Flotte der hier ankernden bunten maltesischen Boote – Luzzu bzw. Dghajsa genannt – vor der Kulisse der Hafenfront mit der Kuppelkirche ist außerordentlich malerisch.
Früh kann man von den Hafencafes aus das Einlaufen der Fischerboote, später die Fischer bei der Arbeit an den Booten und beim Netzteflicken beobachten.
Der angelandete Fisch wird fangfrisch auf dem täglichen Fischmarkt verkauft und natürlich in den Fischgaststätten am Hafen angeboten.
Der Markt geht am Nordende in einen Touristenmarkt mit dem vielfältigen Angebot maltesischen Kunsthandwerks über. Es gibt Spitzen, Lederwaren, Textilien, Glaswaren aber auch Lebensmittel, Gemüse, Honig und Kapern.
Zum Fisch- bzw. Touristenmarkt werden von anderen Teilen Maltas Bus- und auch Bootstouren angeboten, deren Teilnehmer zum Glück erst etwas später am Vormittag den Hafen überfluten. Besonders voll ist es natürlich an den Wochenenden.

Südlich der Stadt errichteten die Ordensritter 1610 auf der in die Bucht ragenden Landzunge einen Wachturm mit einem Fort – den St. Lucijan’s Turm. Er gehörte zu einer Kette von Wachtürmen, die unter Großmeister Alof de Wignacourt im 17. Jhd. zum Schutz gegen Piratenüberfälle und Anlandungsversuche der osmanischen Flotte angelegt wurden.
Heute befindet sich in dem Gebäude ein meeresbiologische Forschungszentrum (Malta Marine Biology Centre), Besichtigungen sind nicht möglich.
Die Landzunge ist noch dadurch interessant, dass sie als Standort für einen Melkart-Tempel aus phönizischer Zeit in Frage kommt. Die Existenz eines solchen Tempels hier am größten maltesischen Hafen der phönizischen und römischen Epoche ist aus Schriften bekannt, der genaue Standort wurde aber bisher nicht gefunden.

Nördlich der Stadt befindet sich die bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte von Tas Silg. Hier stand auf den Fundamenten eines Megalithtempels und einer Bronzezeitlichen Siedlung ein bedeutendes, der Astarte geweihtes phönizisches Kultzentrum. Der Astartetempel war im 1 Jhd. v.u.Z. sozusagen weltbekannt und wird u.A. bei Cicero (106 – 43 v.u.Z.) erwähnt. In der römischen Epoche wurde er der Juno geweiht, später stand an seiner Stelle eine byzantinische Kirche.
Da die Ausgrabungen nicht beendet sind, ist die Stätte z.Zt. leider nur nach Absprache zu besichtigen.

 

Von Marsaxlokk aus sind die Felsbadebuchten St. Peters Pool und Il-Qala auf der Delimara-Halbinsel zu Fuß zu erreichen. Eine weitere Bademöglichkeit besteht an der St. Georges Bay. Durch die vielen Sportboote ist das Baden dort nur eingeschränkt angenehm.

Birzebugga

(birsebudscha)
ca. 9.300 Einwohner

Bis zum Abzug der britischen Truppen 1979 war der Ort bei den Soldaten des nahegelegenen britischen Militärflugplatzes beliebt.
Seit dem Bau des größten maltesischen Hafens, des Malta Freeport, in den 1990-er Jahren ist die Stadt neben Marsa Maltas wichtigster Industriestandort. Industriebauten wie z.B. Öltanks stehen mitten in der Stadt. Der Containerhafen hat große Bedeutung für den Warenumschlag im gesamten Mittelmeer.
Dafür ist der Strand aber unverbaut. Mit dem Aushub vom Bau des Hafens wurde in der Pretty Bay ein Sandstrand aufgeschüttet. Es ist der einzigste Sandstrand im Osten der Insel und entsprechend gut besucht.

 

Am nördlichen Stadtrand, auf einem Felssporn über der St George’s Bay, liegt die archäologische Ausgrabungsstätte Borg In-Nadur. Es handelt sich um eine bedeutende bronzezeitliche Siedlung, die in eine vorhandene Tempelanlage der Megalithzeit hineingebaut wurde. Wegen noch laufender Ausgrabungen kann die Stätte nur nach Absprache besichtigt werden.

 

Ein Stück weiter an der Straße Richtung Zejtun bzw. Valletta befindet sich die Höhle Ghar Dalam. Es handelt sich um einen bedeutenden paläontologischen Fundplatz in einer Karsthöhle. Seit Ende des 19. Jhd.s wurden hier unglaubliche Mengen von Knochen z.T. bereits ausgestorbener Tierarten geborgen. Auch die ältesten Siedlungsspuren des maltesischen Archipels aus der Zeit von 5.200 v.u.Z. stammen aus dieser Höhle. Bereits seit 1936 wurden die Funde vor Ort in einem kleinen Museum ausgestellt, 2002 wurde dafür ein modernes Ausstellungsgebäude eröffnet.
Es gibt Überlegungen hier einen Archäologiepark einzurichten, der die Bronzezeitsiedlung, die Höhle sowie auch die Karrenspuren in der Umgebung einschließt.

 

Im Süden der Stadt wurde auf dem Gelände des ehemaligen britischen Militärflugplatzes Hal Far ein Gewerbegebiet eingerichtet.

Der Süden Maltas

Karte: Der Süden Maltas


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Zurrieq

(Surrie)
ca. 10.000 Einwohner

Das Städtchen hat als Ausgangspunkt für Fahrten zur Blauen Grotte einige touristische Bedeutung.
Von der tief in die Steilküste eingeschnittenen Felsenbucht Wied iz-Zurrieq starten während der Saison die Ausflugsboote zur Blue Grotto (Tat il-Hnejja).
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die restaurierte Windmühle Ta’Xarolla aus der Zeit der Ordensritter am Ortsrand in Richtung Hal Far. Die Mühle gehört inzwischen der Gemeinde und dient als Kulturzentrum. Sie kann besichtigt werden.
In der Nähe gibt es Katakomben, die seit Kurzem ebenfalls zur Besichtigung geöffnet sind.

In der Gemeindekirche St. Catherine gibt es mehrere Gemälde von Mattia Preti, der während der Pestepedemie von 1675 sein Atelier nach Zurrieq verlegt hatte.
Im Pfarrgarten steht eine 5,6 m hohe Turmruine, die noch aus phönizischer Zeit stammen soll aber leider nicht zugänglich ist.

An der Straße Richtung Mqabba ist der aufgegebene Ortsteil Hal Millieri interessant. Hier sind zwei sich gegenüberstehende Kapellen aus dem 15. Jhd. erhalten: St. Gwan (St. John) mit einer angeblich noch aus römischer Zeit stammenden steinernen Ölpresse auf dem Vorplatz und die Annunzjata- (Verkündigungs-) -Kapelle mit ihrem ausgemalten Innenraum aus der Gründungszeit. Die Fresken zeigen lebensgrosse Heilige in siculo-byzanthinischem Stil. Eine Besonderheit ist der „zuntier“ (von sizilianisch „zimmiter“, „Friedhof“) genannte gepflasterte Hof, unter dem sich ein Beinhaus befindet, wie es früher überall üblich war.
Die Kapelle wurde durch die Organisation Din l’Art Helwa restauriert und ist jeden 1. So im Monat vormittags geöffnet

Qrendi

(rendi)
ca. 2.600 Einwohner

Zum Stadtgebiet gehören zwei der bedeutendsten Megalithanlagen Maltas: Hagar Qim und Mnajdra. Die Tempel liegen nahe beieinander auf einer Terrasse über der Steilküste. In der Umgebung gibt es auch prähistorische Felskammergräber, Katakomben und mehrere Wachtürme aus der Zeit der Ordensritter.
Der achteckige Cavalier Tower steht mitten im Stadtzentrum und ist heute in ein Wohnhaus integriert.
Gleich mehrere Ordensritter wählten den kleinen Ort zur Sommerresidenz und bauten hier ihre Paläste.
Die Kirche baute Lorenzo Gafa, sie wurde 1720 fertiggestellt.
Bei der kleinen Kirche San Mattew am Ortsausgang führt eine Treppe in die Maqluba-Senke, eine 60 m tiefe Doline, die im 14. Jhd durch den Einsturz einer Höhle entstand.

Siggiewi

(sidshiwi)
ca. 8.000 Einwohner
In der Umgebung sind die meisten Steinbrüche Maltas zu finden. In einem davon wurde das Steinbruchmuseum (Limestone Heritage) eingerichtet.
Die Kirche St. Nicholas wurde ab 1676 durch Lorenzo Gafa erbaut aber im 19. Jhd. saniert und umgebaut, wobei Säulenhalle und Seitenschiffe angefügt sowie die Fassade mit dem Eingangsportal völlig neu gestaltet wurden. Das Altarbild stammt von Mattia Preti.

Zebbug

(Sebbudsh)
11.300 Einwohner

Die Gegend gehört zu den frühesten Siedlungsplätzen auf Malta. Nach der in der Umgebung, im Gebiet Ta‘Trapna gefundenen charakteristischen Keramik wurde die Zebbug-Phase des maltesiscen Neolithikums benannt.
In den umliegenden Feldern gibt es Karrenspuren sowie einige phönizische und punische Gräber.

1777 bekam der aus mehreren Dörfern zusammengewachsene Ort die Stadtrechte, anläßlich dieses Ereignisses wurde ein Torbogen – das heutige „Neue Tor“ errichtet.

Zebbug ist der Geburtsort des bekannten maltesischen Bildhauers der Moderne Antonio Sciortino.

Mdina

ca. 250 Einwohner

Geschichte

Das von steilen Felsabhängen umgebene Plateau war mindestens seit der Bronzezeit und in der phönizischen Epoche besiedelt. Die Römer legten hier ihre Hauptstadt Melite mit dem Sitz des Statthalters an und befestigten das Plateau.
Nach Schriftquellen gab es hier einen Apollotempel und vor der Stadt, im Gebiet des Nachbardorfes Mtarfa, einen Tempel der Prosperina.
Unmittelbar vor der Festungsmauer, heute zu Rabat gehörig, wurden 1881 die Überreste eines römischen Atriumshauses entdeckt, das heute ein Museum der Römischen Kultur beherbergt.
Die römische Stadtgrenze verlief ungefähr an der heutigen Hauptstraße Rabats Triq Santa Rita.
Außerhalb dieser Stadtgrenze wurden, wie in der Römerzeit überall üblich, die Toten begraben. In frühchristlicher Zeit entstanden daraus und auch unter Einbeziehung der Reste phönizischer Nekropolen ausgedehnte Katakomben – die größten und interessantesten Maltas.
Innerhalb der Festung auf dem Plateau waren hauptsächlich Verwaltungsgebäude und Adelssitze angesiedelt, im Vorfeld entstand die eigentliche Siedlung.
Während der arabischen Herrschaft erfolgte die Teilung der Stadt in die Burg – Mdina – und die Rabat genannte eigentliche Siedlung. Die Burg wurde befestigt und durch einen in den Fels geschlagenen tiefen Graben von der Stadt abgetrennt. Die arabische Burg wurde nach dem Sieg der sizilianischen Normannen 1090 zu einer mittelalterlichen Festung ausgebaut.
Über das gesamte Mittelalter bis hin zur Übernahme Maltas durch den Johanniterorden im Jahre 1530 blieb Mdina die Hauptstadt des Archipels. Hier war der Sitz der Universita – des maltesischen Adelsparlamentes, dem unter wechselnder Oberhoheit – Normannen, Staufer, Aragonesen – die Verwaltung der Inseln unterlag, sowie der Sitz des Bischofs.
Erst die Ordensritter verlegten die Hauptstadt zunächst nach Birgu und ab 1571 in die neu gegründete Festungsstadt Valletta.
Universita und Bischofssitz mit Bischofskirche verblieben zwar in Mdina, auch der Großmeister unterhielt eine Residenz aber das politische Leben verlagerte sich nach Valletta, Mdina wurde zur «Citta Vecchia“, zur alten Stadt. Erst Großmeister Martin de Redin (1657-1660) widmete sich wieder Mdina, er ließ die Festung durch die Anlage der drei Bastionen del Palazzo, del Redin und San Pietro modernisieren.
Im Jahre 1693 wurde Mdina durch ein schweres Erdbeben stark zerstört. Ab 1724 erfolgte unter Großmeister Antonio Manoel de Vilhena (1722-1736) der Wiederaufbau nach Plänen des französischen Festungsbaumeisters Francois de Mondia. Ab 1730 wurden die meisten Gebäude im Barockstil neu erbaut. Dazu gehören die Residenz des Großmeisters – der Vilhena-Palast, der Sitz des maltesischen Adelsparlamentes Universita – die Banca Giuratale, das Priesterseminar sowie private Adelsresidenzen. Die Gebäude beherbergen heute verschiedene Museen, einige Adelsfamilien leben noch in ihren Stadtpalästen.

Stadtrundgang

Bevor man die Stadt betritt, überquert man den Festungsgraben, in dem heute Howard Gardens, eine der größten öffentlichen Grünanlagen Maltas, mit einem Orangenhain aber auch Fußballfeldern und Tennisplätzen angelegt ist. Vor dem Zugang warten die Pferdekutschen «Karozzin» auf Fahrgäste. Man passiert das Haupttor (Main Gate), das Großmeister Manoel de Vilhena 1742 errichten ließ. Von hier führt die Hauptstraße (Triq Villegaignon) nach Norden zum Bastionsplatz (Bastion Sqare, Pjazza Tas-Sur) mit der berühmten Aussicht über ganz Nordmalta bis nach Mosta und Valletta.

 

Mdina: Der Trockengraben zur Stadtseite hin wurde in der Araberzeit angelegt. Heute wachsen hier Orangenbäume.

Mdina: Der Trockengraben zur Stadtseite hin wurde in der Araberzeit angelegt. Heute wachsen hier Orangenbäume.

 

Das barocke Festungstor ließ Großmeister de Vilhena errichten

Das barocke Festungstor ließ Großmeister de Vilhena errichten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Haupttor warten die Pferdekutschen „Karozzin“ auf Fahrgäste

Am Haupttor warten die Pferdekutschen „Karozzin“ auf Fahrgäste

 

 

 

 

Von der Festungsmauer am Bastionsplatz überblickt man den gesamten Norden Maltas. Im Zentrum die Rotunda von Mosta.

Von der Festungsmauer am Bastionsplatz überblickt man den gesamten Norden Maltas. Im Zentrum die Rotunda von Mosta.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleich rechts hinter dem Tor steht der Vilhena-Palast, der ehemalige Sitz des maltesischen Adelsparlamentes Universita. Nachdem das Gebäude beim Erdbeben von 1693 stark beschädigt worden war ließ es Großmeister Vilhena 1726-1732 zu seiner Stadtresidenz umbauen. In den Hof, um den sich die drei Gebäudeflügel gruppieren, gelangt man durch ein aufwendiges, vom Wappen de Vilhenas gekröntes Portal. Im Hauptflügel ist jetzt das Nationalmuseum für Naturgeschichte untergebracht. Den Eingang ziert ebenfalls das Wappen de Vilhenas sowie ein Bronzemedaillon mit seinem Porträt. Unter dem Gebäude befanden sich früher Verliese, die zum ehemaligen Gerichtsgebäude „Corte Capitanale“ an der Rückseite des Palastes gehören.

Während der napoleonischen Besetzung Maltas residierte im Vilhena-Palast der französische Garnisionskommandeur. Ausgelöst durch die Plünderungen maltesischer Kirchen und speziell des Karmeliterklosters in Mdina durch französische Truppen soll hier 1798 der französische Kommandant durch die aufgebrachte Menge aus dem Fenster gestürzt worden sein. Nach anderen Versionen kommen dafür aber auch Balkone anderer Gebäude – der Gerichtshof auf der Rückseite des Gebäudes oder das Palazzo Casa Viani an der Hauptstraße – in Frage. Das Ereignis war jedenfalls der Auftakt für den antifranzösischen Aufstand, der letztendlich zum Hilfsersuchen an Großbritannien und zur britischen Herrschaft führte. Dem Anführer des Aufstandes, Bischof Caruana, wurde in der Kathedrale ein Denkmal gesetzt.
Das Nationalmuseum für Naturgeschichte ist gleichzeitig Ausstellung und Forschungsstätte. Es ging 1963 aus der naturwissenschaftlichen Sektion des Maltesischen Nationalmuseums hervor und beherbergt heute die nationalen zoologischen und geowissenschaftlichen Sammlungen Maltas.
Die Ausstellung zeigt eine umfangreiche Mineralien- und Gesteins- und Fossiliensammlung, eine ornithologische Sammlung mit präparierten Vögeln, Eiern und Nestern, eine Insektensammlung, eine umfangreiche Sammlung heimischer und exotischer Schalentiere.
Die vorwiegend heimischen Tierarten werden mittels Dioramen in ihren natürlichen Lebensräumen gezeigt, wobei deren Bedeutung sowie Schutzwürdigkeit veranschaulicht werden.

 

Gegenüber steht der Torre delle Stendardo aus dem 16. Jhd, ein Signalturm, dessen Leuchtfeuer vor Übergriffen von Piraten warnte.

Auf der Rückseite des Vilhena-Palastes befindet sich das „Corte Capitanale“, das ehemalige Gerichtsgebäude mit Darstellungen von Gerechtigkeit und Gnade am Eingang. Auch dieses Gebäude kommt als Schauplatz für den Fenstersturz des französischen Kommandanten in Frage.

 

Mdinas Kathedrale St. Peter und Paul ist das Hauptwerk des maltesischen Barockarchitekten Lorenzo Gafa

Mdinas Kathedrale St. Peter und Paul ist das Hauptwerk des maltesischen Barockarchitekten Lorenzo Gafa

 

Am Hauptplatz der Stadt, dem St. Paul’s-Platz (Pjazza San Pawl) steht die Kathedrale St. Peter und Paul. Maltas Bischofssitz befindet sich bis heute in Mdina. Nach Verlegung der Hauptstadt durch die Ordensritter gab es auch eine Bischöfliche Residenz in Birgu und nach der Vertreibung der Ritter durch Napoleon wurde deren Konventskirche in Valletta zur Co-Kathedrale (St. John’s Co-Cathedral) erhoben.
An Stelle der heutigen Kathedrale von Mdina befand sich zur Römerzeit der Palast des Statthalters. Anstelle einer bereits im 4. Jhd. existierenden Kirche wurde im 12. Jhd. ein Neubau in sicilo-normannischem Stil errichtet. Nachdem dieser bei dem Erdbeben von 1693 weitgehend zerstört wurde, erbaute Lorenzo Gafa zwischen 1697-1702 das heutige Gebäude. Der erst kurz vor dem Beben neu errichtete Chor des Vorgängerbaus mit dem Preti-Fresco „Schiffbruch des Apostels Paul“ blieb unbeschädigt und wurde in den Neubau einbezogen. Das aus irischer Eiche gefertigte und nordische Motive zeigende ehemalige Eingangstor wurde als Eingang zur Sakristei wiederverwendet.

Auch die Türme der Kathedrale tragen Fegefeuerdarstellungen.

Auch die Türme der Kathedrale tragen Fegefeuerdarstellungen.

Ähnlich wie in der St. John’s Co-Kathedrale in Valletta besteht der Boden weitgehend aus Grabplatten, die mit Intarsien aus farbigem Marmor gestaltet wurden. Die hiesigen stammen jedoch erst aus dem 19. Jhd. Begraben wurden hier Adlige und Geistliche aus Mdina.

Das Gebäude rechts hinter der Kathedrale wurde 1733 als Priesterseminar erbaut. Das Portal wird von Atlantenfiguren flankiert, auf dem Dach findet man – wie auch an anderen Orten in Mdina – Fegefeuerdarstellungen. Heute ist dort das Kathedralmuseum (Cathedral Museum) untergebracht. Neben Sakralkunst, Handschriften und Urkunden zeigt das Museum eine größere Gemäldesammlung u.A. mit Werken von Preti und einigen Kupferstichen und Holzschnitten Dürers und Rembrandts.

 

 

Das mittelalterliche Stadtbild Mdinas mit seinen stillen, engen Gassen

Das mittelalterliche Stadtbild Mdinas mit seinen stillen, engen Gassen

Ebenfalls am St. Paul’s-Platz befindet sich das Gebäude Banca Giuratale. Nachdem Großmeister de Vilhena das ursprüngliche Gebäude der Universita – den späteren Vilhena-Palast – zu seiner Residenz umgebaut hatte, wurde nach 1730 hier eine neuer Sitz für das maltesische Adelsparlament errichtet. Dieses Selbstverwaltungsorgan des maltesischen Adels war als „Consiglio Populare“ bereits 1140 unter den Normannen eingerichtet und 1397 zur Universita umorganisiert worden. Während der Ordensherrschaft wurden die Befugnisse stark eingeschränkt und umfassten praktisch nur noch die Aufsicht über die Lebensmittelimporte. Bis zu seiner endgültigen Auflösung 1819 durch die Briten tagte die Universita in diesem Gebäude.

 

Das Karmeliterkloster an der Hauptstraße wurde 1630 gegründet und besaß besonders viele Kunstschätze.
Nachdem die napoleonischen Truppen nach 1798 u.A. zur Finanzierung des Ägyptenfeldzuges die maltesischen Kirchen, Adelssitze und auch den Palast des Großmeisters geplündert hatten, provozierte speziell die Plünderung des Karmeliterklosters von Mdina den Fenstersturz des französischen Kommandanten und löste damit den antifranzösischen Aufstand aus.
Das Abteimuseum (Carmelite Priory Museum) dokumentiert das Leben der Mönche, zu besichtigen ist u.A. der barocke Speisesaal, Sonntags finden Klassikkonzerte statt.

 

Die Stadtpaläste des maltesischen Adels gehen z.T. noch auf normannische Zeit zurück

Die Stadtpaläste des maltesischen Adels gehen z.T. noch auf normannische Zeit zurück

 

Sowohl in der Hauptstraße als auch in den davon abgehenden Gassen sind mehrere Adelspaläste erhalten. Sie werden zum Großteil immer noch von den Familien bewohnt. In einigen sind heute verschiedene Privatmuseen bzw. die in Malta sehr beliebten Multimediashows untergebracht.

Das Palazzo St. Sophia neben dem Karmeliterkloster soll das älteste Gebäude der Stadt sein: sein Erdgeschoß stammt aus dem 13. Jhd. und ist mit Spitzbogenportal und Zierleisten in in sicilo-normannischem Stil ausgestattet.

Das Palazzo Inguanez, ebenfalls an der Hauptstraße, stammt von 1370 und gehört einer der ältesten Adelsfamilien Maltas. 1447 wurde dieser Familie durch den König von Aragon und Sizilien die erbliche Statthalterschaft über Malta verliehen.

 

Im westlichen Teil der Festung, vor der St. Peter’s Bastion, besteht schon mindestens seit byzantinischer Zeit ein griechisches Viertel, dessen Wahrzeichen die Kapelle San Nicolas ist. Hier führt ein weiteres Tor, das Greeks Gate, in die Stadt. Das ebenfalls hier gelegene Gharregin Gate, auch Westtor (West Gate) oder Neues Tor (New Gate) genannt, wurde dagegen erst viel später angelegt, nämlich als 1900 die Endstation Mdina/Mtarfa der Eisenbahnlinie von Valletta gebaut wurde. Das Tor ermöglichte den direkten Zugang zum Endbahnhof Mdina/Mtarfa, in dessen Gebäude heute ein Restaurant eingerichtet ist.
Vom Westtor hat man einen guten Blick auf Mtarfa mit der ehemaligen britischen Kaserne und ihrem „Big Ben“.

Rabat

11.400 Einwohner

Während der arabischen Herrschaft (904 – 1090) wurde die römisch-byzantinischen Hauptstadt Melite in eine Festung – Mdina – und die eigentliche Siedlung – Rabat – geteilt. Die Festung wurde verstärkt und durch den zur Stadtseite hin ausgehobenen Trockengraben abgetrennt.

Das alte Stadtzentrum besteht bis heute aus mittelalterlich verwinkelten Gassen.

 

Die nebeneinander liegende St. Paul's Kirche (Mitte) und St. Publius Kapelle (rechts) erhielten eine gemeinsame barocke Fassade. Der linke Durchgang dient der Symmetrie.

Die nebeneinander liegende St. Paul’s Kirche (Mitte) und St. Publius Kapelle (rechts) erhielten eine gemeinsame barocke Fassade. Der linke Durchgang dient der Symmetrie.

Am Hauptplatz Pjazza Tal Parocca steht die St. Pauls Kirche. Hinter einer gemeinsamen barocken Fassade befinden sich eigentlich zwei selbstständige Gotteshäuser: in der Mitte die St. Paul’s Kirche und rechts die St. Publius Kapelle. Der linke Durchgang dient wohl nur der Symmetrie.
Die St. Pauls Kirche wurde 1675 von Lorenzo Gafa errichtet. Das Altarbild zeigt das Schlangenwunder des Hlg. Paulus. Die Heutige Krypta soll die St. Pauls – Grotte sein, in der der Apostel lt. Legende nach seinem Schiffbruch vor Malta im Jahre 60 gefangen gehalten wurde. Sie enthält eine Statue des Apostels.
Die St. Publius Kapelle ersetzte im 18. Jhd einen Vorgängerbau. Sie verwahrt eine Reliquie des Apostels Paulus, die in einem goldenen, armförmigen Schrein aufbewahrt wird. Unter der Kapelle gibt es ebenfalls eine heilige Grotte.

Rechts hinter der Kirche befindet sich das Wignacourt- Kirchenmuseum. Es zeigt hauptsächlich Sakralkunst und Liturgiegeräte, darunter eine Hostienpresse und einen tragbaren Altar, wie er auf Schiffen verwendet wurde. Es gibt mehrere Gemälde von Mattia Preti. Vom Museum aus gibt es einen Zugang zu den Katakomben von denen ein Teil besichtigt werden kann.

Die kleinen Steinhäuschen an vielen Stellen Rabats sind Eingänge oder auch Lüftungsschächte der Katakomben

Die kleinen Steinhäuschen an vielen Stellen Rabats sind Eingänge oder auch Lüftungsschächte der Katakomben

Die Kirche wurde unmittelbar hinter der ehemaligen römischen Stadtgrenze errichtet. Wie in der Römerzeit überall üblich, wurden hier die Toten begraben. In frühchristlicher Zeit entstanden aus den römischen Nekropolen ausgedehnte Katakomben, die bis ins frühe Mittelalter hinein genutzt wurden. Sie befinden sich an mehreren Stellen unter der heutigen Stadt Rabat und sind bisher nicht vollständig erforscht.
Links hinter der Kirche trifft man, wie auch an anderen Stellen der Stadt, auf kleine Steinhäuschen, die oft Darstellungen des Fegefeuers tragen.
Es handelt sich um Zugänge zu den Katakomben bzw. auch um Abdeckungen von Lüftungsschächten.

 

Auf Strassen und Plätzen findet man überall Darstellungen des Fegefeuers

Auf Strassen und Plätzen findet man überall Darstellungen des Fegefeuers

 

42.10.6.6.024 Rabat, Fegefeuer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Komplexe von Katakomben in der Stadt können besichtigt werden.
Die St. Pauls Katakomben befinden sich am Anfang der St. Agatha-Straße. Auf dem Grundstück sowie auch gegenüber findet man wieder die Steinhäuschen mit den Eingängen. Es handelt sich um die größte und bedeutendste maltesische Katakombe, bisher ist nur ein Teil öffentlich zugänglich.
Anhand der erhaltenen Agape-Tische und der verschiedenen Grabtypen können die damaligen Gebräuche und Bestattungsriten gut nachvollzogen werden.
Die St. Agatha Katakomben befinden sich ein Stück weiter die St. Agatha-Straße hinauf bei der St. Agatha Kapelle von 1504. Sie sind nach der Schutzheiligen Rabats und Maltas, der Heiligen Agatha, benannt, die sich lt. Überlieferung um 248 hier vor der Christenverfolgung durch die Römer versteckt haben soll. Auch in dieser Katakombe gibt es eine Kapelle mit relativ gut erhaltenen farbenprächtigen Fresken.

Am Stadtrand, gegenüber dem Griechentor der Festung Mdina, liegt das Römerhaus (Domus Romana), ein Museum römischer Kultur auf Malta. Ein Schutzbau auf den Fundamenten einer römischen Stadtvilla beherbergt gut erhaltene polychrome Mosaiken, Architekturfragmente, Glas- und Tongefäße, Kleinplastiken u.A.

Zur Stadt Rabat gehört als Ortsteil das Dorf Bahrija. Hier befindet sich ein bronzezeitlicher Siedlungsplatz nach dem die Bahrija-Kultur benannt wurde.

Dingli

ca. 3.400 Einwohner

Die Dingli Klippen sind über 260 m hoch

Die Dingli Klippen sind über 260 m hoch

 

Der ansonsten unspektakuläre Ort ist berühmt wegen der Dingli-Klippen, dem höchsten und steilsten Abschnitt der Südküste der Hauptinsel Malta.
An ihrem höchsten Punkt – Ta’ Dmejrek – erreichen sie eine Höhe von 262,6 m üNN, was gleichzeitig den höchsten Punkt des maltesischen Archipels darstellt.

 

Östlich von Dingli befindet sich der Landschaftspark „Buskett Gardens“ mit dem Verdala-Palast. Der Palast wurde 1586 als Sommerresidenz für die Großmeister des Johanniterordens errichtet und ist heute Sommerresidenz des maltesischen Präsidenten.
Der Park wurde zu jener Zeit als Jagdrevier angelegt. Heute ist er ein beliebtes Erholungsgebiet, wo u.A. das jährliche Mnarja-Fest – die wichtigste aller maltesischen Festas – stattfindet.

 

 

 

Südlich des Parkes „Buskett Gardens“ befindet sich „Clapham Junction“ - die größte und spektakulärste Ansammlung von Karrenspuren. Im Hintergrund der Verdala Palast.

Südlich des Parkes „Buskett Gardens“ befindet sich „Clapham Junction“ – die größte und spektakulärste Ansammlung von Karrenspuren. Im Hintergrund der Verdala Palast.

Südlich des Parkes befindet sich auf einer felsigen Freifläche die größte und spektakulärste Ansammlung von Karrenspuren (Cart Ruts), jenen rätselhaften, in den Kalkstein eingetieften gleisartigen Rillen, die so viel Anlaß für Spekulationen über ihre Entstehung geben.

Die Umgebung der Stadt, besonders der Südosten bis nach Siggiewi, ist ein beliebtes Wandergebiet. Als Landmarken befinden sich hier mehrere Kreuze und Kapellen, die teilweise auch Höhlenräume aufweisen, Katakomben und bronzezeitliche Siedlungsplätze wie Wardija Ta‘San Gorg und die leider unzugängliche Wohnhöhle Ghar Mirdum.

 

 

 

 

 

Bahrija

ca. 3.000 Einwohner

Der Ort gehört als Stadtteil zu Rabat. Erwähnenswert ist der bronzezeitliche Siedlungsplatz westlich davon, wo die ersten Spuren von Eisennutzung in Malta gefunden wurden. Die nach diesem Platz benannte Bahrija-Kultur unterscheidet sich in einigen Merkmalen von der zeitgleich auf Malta existierenden Borg In-Nadur – Kultur.
Erhalten sind rund 40 der charakteristischen flaschen- bzw. glockenförmigen Vorratsgruben für Getreide und Wasser. Die zahlreichen Funde an Keramik und Spinnwirteln sind im Archäologischen Nationalmuseum in Valletta ausgestellt.