Der Norden Maltas

Karte: der Norden Maltas


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Mosta

ca. 19.300 Einwohner

Die Stadt wird von ihrer Maria-Himmelfahrts-Kirche (St. Marija Assunta), meist Rotunda von Mosta genannt, dominiert. Die Kirche wurde ab 1833 an der Stelle gebaut, an der bereits ein kleinerer Vorgängerbau von 1610 mit kreuzförmigem Grundriss stand. Um während der Bauzeit kein Provisorium für den Gottesdienst einrichten zu müssen, baute man die Rotunde um die Vorgängerkirche herum und begann erst 1860 mit deren Abriss.

Die neoklassizistische Rotunda von Mosta wurde vom Pantheon in Rom inspiriert

Die neoklassizistische Rotunda von Mosta wurde vom Pantheon in Rom inspiriert

Der vom Pantheon in Rom beeinflußte neoklassizistische Entwurf stammte von dem maltesischen Architekten Giorgio Grognet de Vasse. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich durch die Gemeinde, die auch einen Großteil der Arbeiten in Eigenleistung erbrachte. Die aus maltesischem Kalkstein gemauerte Kuppel ist mit 39 m Durchmesser eine der größten der Welt nach dem Petersdom in Rom, der Kirche Santa Maria del Fiore in Florenz, St. Paul in London und dem Pantheon in Rom. Der Innenraum faßt 12.000 Besucher.

Eine Fliegerbombe, die am 9.4.1942 die Kuppel durchschlug ohne zu detoieren, wird heute im Nationalen Kriegsmuseum in Valletta (Fort St. Elmo) gezeigt, eine Kopie befindet sich in der Sakristei der Rotunda. Der Einschlag erfolgte während eines Gottesdienstes mit ca. 300 Menschen, daß es dabei keine Verletzten gab wird als Wunder angesehen.

 

Die Fassade aus maltesischem Kalkstein ist reich mit Steinornamenten geschmückt

Die Fassade aus maltesischem Kalkstein ist reich mit Steinornamenten geschmückt

 

 

 

Die Kuppel der Rotunda ist mit 39 m Durchmesser eine der größten der Welt

Die Kuppel der Rotunda ist mit 39 m Durchmesser eine der größten der Welt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Westlich von Mosta verläuft auf einer bis 100 m hohen Geländestufe (Great Fault) der besterhaltene Teil einer Verteidigungslinie aus britischer Zeit – die Victoria-Linie (Victoria Lines) mit dem Fort Mosta, der Targa-Batterie und der Falca-Schanzen (Falca Gap). Letztere wurden bereits 1732 durch die Ordensritter angelegt.
Entlang der Victoria-Linie führt – teils auf den Mauern – ein beliebter Wanderweg.

Auf dem Gelände des Forts befindet sich eine kleinere Katakombe mit einem typischen Agape-Tisch für das Totenmahl. Es handelt sich um die Erweiterung einer punischen Schachtgräberanlage in frühchristlicher Zeit.

Naxxar

(nasch-schar)
ca. 12.500 Einwohner

Durch seine Neubausiedlungen ist der Ort mit dem benachbarten Mosta zusammen gewachsen.

An der Westgrenze der Stadt – getrennt durch die tiefe und enge Schlucht Wied il Ghasel – verläuft die Große Verwerfung (Great Fault), eine tektonisch entstandene, bis zu 100 m steil abfallende Geländestufe. In deren Klippen befinden sich mehrere Höhlen, die wohl bereits seit der Frühzeit als Siedlungsplatz dienten. U.A. wurden hier bronzezeitliche Bestattungen gefunden. Von der Brücke über die Schlucht hat man einen guten Blick auf die Höhlen in der gegenüberliegenden Wand und auf Fort Mosta.
Weitere bronzezeitliche Relikte fand man nördlich der Stadt an der Bucht Qaliet Marku. Auch die Karrenspuren, die zwischen der Salina-Bucht und Naxxar mehrfach auftreten, werden in die Bronzezeitt datiert.
Bei der Grundschule in Naxxar befinden sich Grabanlagen aus punischer Zeit.

 

Die beiden Wachtürme Kapitäns-Turm und Gauci-Turm (Torri tal-Kaptan, Torri Gauci) gehören zu den frühesten, noch unter Großmeister La Valette, auf jeden Fall noch vor der Großen Belagerung von 1565 erbauten Anlagen. Sie befinden sich im nördlichen Stadteil San Pawl tat-Targa beidseits eines Durchlasses durch die Große Verwerfung, durch den auch die Straße nach Burmarrad und St. Paul’s Bay führt. Sie stellen die erste befestigte Anlage der Ritterzeit außerhalb der Region um den Großen Hafen – also Birgu, L’Isla und Valletta – dar. Der Gauci-Turm bestand evtl. schon vor Ankunft der Johanniter auf Malta 1530. Beide Türme sind mit Pechnasen ausgestattet, aus denen heißes Wasser oder Öl auf Angreifer ausgegossen werden konnte.
Die Straße schneidet die Victoria-Linie (Victoria Lines), eine Verteidigungslinie aus britischer Zeit, die entlang der Großen Verwerfung verläuft. Richtung Nordost trifft sie bei Fort Madliena auf die Küste und nach Südwesten führt sie über Fort Mosta quer durch die Insel bis nach Fort Bingemma. Entlang der Victoria-Linie führt – teils direkt auf den Mauern – ein beliebter Wanderweg.

 

Zu Naxxar gehören auch zwei Küstenwachtürme aus der Ritterzeit – der Ghallis Turm östlich der Salina-Bucht und der Qalet Marku Turm an der gleichnamigen Bucht. Sie wurden 1658 unter Großmeister De Redin (1657-1660) errichtet.

Gharghur

(aar-uur)
2.500 Einwohner

Der kleine Ort verfügt über einen intakten Kern mit malerischen alten Steinhäusern rund um die Kirche. Am Ortsausgang in Richtung Naxxar trifft man auf eine alte Windmühle, die zum Wohnhaus umgebaut wurde.

1955 wurde gegenüber der Kirche eine Ölpresse aus römischer Zeit ausgegraben, die heute im Römischen Museum (Domus Romanus) in Rabat ausgestellt ist.

Im Westen grenzt Gharghur an die Große Verwerfung (Great Fault), eine tektonisch entstandene steil abfallende Geländestufe, in deren Klippen es viele Höhlen gibt. Einige waren bis in die jüngste Vergangenheit bewohnt. In einer der Höhlen wurden Andachten abgehalten, in einer anderen entsprang früher eine als heilkräftig angesehene Quelle, die aber heute versiegt ist.
Entlang dieser Geländestufe verläuft die Victoria-Linie (Victoria Lines), eine Verteidigungslinie aus britischer Zeit, die im nahegelegenen Fort Madliena endet. Entlang der Victoria-Linie führt – teils direkt auf den Mauern – ein beliebter Wanderweg.

Swieqi

8.850 Einwohner

Swieqi ist eine Wohnsiedlung, zu der auch der Ortsteil Madliena gehöhrt. Hier endet am Fort Madliena die Victoria-Linie (Victoria Lines), eine Verteidigungslinie aus britischer Zeit. Sie verläuft entlang einer steil abfallenden tektonischen Geländestufe (Great Fault) in südwestlicher Richtung quer durch die Insel über Fort Mosta und Fort Bingemma bis Kuncizzjoni nördlich Bahrija. Entlang der Victoria-Linie führt – teils auf den Mauern – ein beliebter Wanderweg.

Das Fort Madliena wurde 1878 errichtet und besteht aus zwei durch einen Graben voneinander getrennten Teilen: Die eigentliche Festung mit Unterkünften, Lager- und Diensträumen im Süden und die offene Artilleriestellung samt unterirdischem Munitionslager im Norden. Es gab zwei Kanonen, die auf die See bzw. den unmittelbar vorgelagerten Küstenabschnitt gerichtet waren. Das Fort ist von relativ niedrigen Festungsmauern und einem System im Winkel zueiander liegender Gräben umgeben. Gegen Angriffe von der Landseite war das Fort nur im Zusammenspiel mit den anderen Anlagen und Forts der Victoria-Linie zu verteidigen.

Zum Bau des Forts wurde die Kapelle der hl. Magdalena aus dem 15. Jahrhundert, nach der der Ort benannt wurde, abgerissen.
Als Ersatz errichteten die Briten 1880 die heutige Magdalena-Kapelle.

Pembroke

3.000 Einwohner

Der Ort entstand aus einem britischen Militärkomplex nachdem die britischen Truppen 1979 Malta veralssen hatten. Die Grundstücke wurden verkauft und allmählich entstanden Apartmenthäuser und auch einige Hotels. In den letzten Jahren breitet sich auch die Vergnügungsindustrie vom benachbarten Paceville her aus.
Wahrzeichen der Stadt ist der 1903 errichtete Glockenturm.
1996 wurde im Stadtzentrum ein Erholungspark angelegt.

Zwischen 1657-60 errichteten die Johanniter-Ritter unter Großmeister de Redin nördlich vom heutigen Pembroke einen Wach- und Beobachtungsturm, den Madliena-Turm, der feindliche Schiffe und evtl. Anlandungsversuche in der ic-Caghaq-Bucht (Bahar ic-Caghaq) rechtzeitig melden sollte.

Unter britischer Herrschaft wurde auf dem Madliena-Turm eine Kanone stationiert. In Zusammenhang mit der hier endenden Victoria-Linie wurde auf dem Plateau an der Küste massiv Militär stationiert. Ab 1859 wurden an der St. Georges Bay die ersten Kasernen errichtet, ab1875 das Fort Pembroke und schließlich ab 1897 die Pembroke Batterie. Um die Jahrhundertwende und nach dem II Weltkrieg wurde der Komplex erweitert und weitere Kasernen errichtet.
Im Fort Pembroke befindet sich heute eine Schule, die Pembroke Batterie wird restauriert und soll als Museum eingerichtet werden, das Truppenübungsgelände auf dem Küstenplateau wird durch die maltesische Armee weiter genutzt.

San Giljan

auch St. Julien’s
8.500 Einwohner

Die Stadt entstand aus einem Fischerdorf an der geschützt liegenden Spinola Bay, der Mündung der Harq Hamiem-Schlucht (Wied Harq Hamiem) in die St. Juliens-Bucht. Bis heute befindet sich hier ein kleiner Hafen, in dem neben Privatjachten auch einige Fischerboote, darunter noch einige der bunten maltesischen Boote, liegen. Den Hafen säumen typische maltesische Balkonhäuser, ein Arkadenbauwerk am Ufer wurde urspünglich als Sonnenschutz für die Fischer errichtet, die hier ihre Netze richteten. Später wurde es überbaut und beherbergt heute ein Restaurant.
An der Balluta Bay, einem weiteren Ausläufer der St. Juliens-Bucht an der Grenze zu Sliema, sind einige Gebäude im edwardianischen Jugendstil – die Balluta Buildings – erhalten.

Seit den 1930-er Jahren wurde der Ort stark erweitert. Neben Apartmenthäusern entstanden auch einige große Hotels.

Der Ortsteil Paceville (patschevil) im Norden reicht inzwischen bis an die St. Georges-Bucht und ist neben Sliema Maltas heißeste Partymeile.
Dieses Vergnügungsviertel besteht aus über 350 Diskotheken, Bars und Kneipen und ist bei der Jugend – Einheimischen wie Urlaubern – äußerst beliebt.
An der St. Georges Bay gibt es einen kleinen künstlich aufgeschütteten Sandstrand.

Sliema 

14.000 Einwohner

Die Stadt entstand aus dem Fischerdorf il-Qortin am heutigen Sliema-Becken (Sliema-Creek), einem Ausläufer des Marsamxett-Hafens. Der spätere Name Sliema soll von der Marien-Kapelle auf der Tigne-Halbinsel stammen, die mit ihrer Laterne den einfahrenden Schiffen als Orientierung diente und von den Schiffsleuten mit „Sliem Ghalik Marija” (sprich Sliem a Maria, übersetzt: „Friede mit Dir, Maria“) begrüßt wurde.
Im 19. Und 20. Jhd. begannen gutsituierte Einwohner Vallettas hier ihre Sommerhäuser einzurichten. Inzwischen ist Sliema ein quirliger Ort mit großstädtischem Flair, mit Wohnungen und Büros, vielen Hotels, Restaurants, Geschäften und einer Bevölkerung, die es chic findet nur noch englisch zusprechen. Auffallend viele Straßen sind nach britischen Orten, Persönlichkeiten usw. benannt. Die Häuser im englischen Kolonialstil dagegen wurden ebenso wie die maltesischen Balkonhäuser an der Promenade zugunsten häßlicher Apartmentblocks weitgehend abgerissen. An den stadteinwärts führenden Straßen und Gassen findet man aber noch etliche typische Stadthäuser und Villen.
Trotzdem ist die Promenade Ix-Xatt (isch – schatt, „The Strand“) entlang des Sliema-Creek der Mittelpunkt des städtischen Lebens geblieben. Hier starten die Fähre nach Valletta, Hafen- und Busrundfahrten, Ausflugsschiffe. Mit einer bunter Mischung aus Luxus und morbidem Charme ziehen Geschäfte, Bars und Restaurants die Besucher an. In der Tower Road (Triq it-Torri) setzt sich die Shopping- und Flaniermeile quer über die Tigne-Halbinsel und an der Küste entlang bis nach St. Julien’s fort.

Auf der Tigne-Halbinsel befand sich während der großen Belagerung von 1565 ein türkisches Heerlager mit einer Geschützbatterie, die von hier aus Fort St. Elmo beschoß. Nach dem türkischen Heerführer Dragut (Turgut Reis) heißt das Kap noch heute “Draguts Point”. 1760 errichteten die Johanniter-Ritter an dieser Stelle ihre letzte Befestigungsanlage – das Fort Tigne zum Schutz der Einfahrt in den Marsamxett-Hafen. Unter britischer Herrschaft wurde das Fort ausgebaut und durch die Cambridge- und die Garden- Battery ergänzt.
Gegenwärtig wird die gesamte Halbinsel mit „malerischen“ Apartmentblocks überbaut.

Gzira

7.300 Einwohner

Gegenüber der Manoel-Insel (Manoel Island) wurden Mitte des 19. Jhd’s die ersten Häuser gebaut und so erhielt die Siedlung den Namen Gzira – die Insel.
1643 hatten die Johanniter unter Großmeister Jean de Lascaris-Castellar auf der Insel eine Quarantänestation eingerichtet um Seuchen wie Pest und Cholera, die regelmäßig mit den Schiffen aus aller Welt eingeschleppt wurden, einzudämmen.
1726 wurde dann unter Großmeister Antonio Manoel de Vilhena eine der letzten Festungen des Ordens – das Fort Manoel (Fortizza Manoel) für eine Besatzung von 500 Mann gebaut. Das Fort wird seit 2006 aufwendig restauriert. Die Bebauung der Insel mit Wohnhäusern ist geplant.

Von der Seepromenade in Gzira – einer Fortsetzung der Promenade „The Strand“ in Sliema – hat man den besten Blick auf Festungsmauern und Kirchenkuppeln Vallettas, besonders nachts, wenn diese angestrahlt werden.

San Gwan

13.200 Einwohner

Die Stadt ist im Wesentlichen eine moderne Neubausiedlung.

Mitten im Ort befindet sich ein eindrucksvolles Exemplar der geheimnisvollen Karrenspuren (Cart Ruts). Es handelt sich um eine Gabelung, bei der zwei gut erhaltene Rillenpaare aus einem hervorgehen und auf insgesamt 152 m Länge annähernd parallel zueinander verlaufen.

In San Gwann befindet sich einer von 7 erhaltenen (einer davon auf Gozo) sogenannten „Römertürme“, der Ta’ Cieda-Turm (Ta’ Cieda Round Tower). Er wurde 1960 durch Dr. David Trump teilweise freigelegt. Aus der dabei erstellten archäologischen Schichtenfolge sowie aus der für spätpunische Bauwerke typischen Verwendung von aschehaltigem Mörtel ist jedoch eine Datierung bereits in spätpunische Zeit wahrscheinlicher.
Der Turmstumpf ist heute von Neubauten zugebaut. Unweit befindet sich eine abgedeckte antike Zisterne, die mit einem für die römische Bauweise bekannten wasserfesten Zement aus Kalk und gemahlenen Ziegeln ausgekleidet ist.

Birkirkara

22.600 Einwohner

Birkirkara ist die größte Stadt Maltas, die größtenteils aus Neubausiedlungen und einem Industriegebiet besteht.
Entlang der Durchgangsstraße haben sich viele Geschäfte, insbesondere Bekleidungsgeschäfte eingerichtet. Nördlich davon befindet sich die Altstadt mit typisch maltesischen Gassen rund um die Barockkirche St. Helena von 1650.

Interessant ist das Gebäude des alten Bahnhofs im Stadtpark (Old Railway Station Gardens), vor dem noch ein Originalwaggon der Dritten Klasse steht. Er stammt von der zwischen 1839 und 1931 existierenden Eisenbahnlinie von Valletta nach Mdina.

Attard, Balzan und Lija

werden zusammen auch als die „Drei Dörfer“ (Three Villages) bezeichnet. Obwohl jedes einzelne mehr Einwohner hat als die „Drei Städte“ – Birgu, L’Isla und Bormla –zusammen, haben sie im Kern ihren ländlich-malerischen Charakter bewahrt. In den winkligen Straßen rund um die Kirchen findet man die typischen maltesischen Häuser mit Steinornamenten, geschlossenen Balkonen und schmiedeeisernen Gittern.
Die ausgedehnten Zitrushaie, die alle drei Orte umgaben, sind inzwischen Neubausiedlungen gewichen.

Attard

10.700 Einwohner

Am Weg von Valletta nach Mdina gelegen war Attard bereits im 17. Jhd bei den Johanniter-Rittern beliebt als Standort für Sommerhäuser.

1623-36 ließ sich der Großmeister des Ordens, Antoine de Paul, eine der Villen zum Palast (San Anton Palast) ausbauen und mit einem großzügigen Barockgarten für Festlichkeiten umgeben. Die Residenz der Großmeister wurde vom Verdala-Palast nach Attard verlegt. Nach Vertreibung der Ritter residierte hier der britische Gouverneur und seit 1974 der Präsident Maltas.
Die Gartenanlage mit barocken Ausstattungsstücken und altem Baumbestand ist bereits seit 1882 für die Öffentlichkeit zugänglich.

An der Valette-Straße (Triq Vallette) ist ein Teilstück des 1610-14 unter Großmeister Alof de Wignacourt errichteten Aquäduktes erhalten, der Trinkwasser von den Quellen bei Mdina in die Hauptstadt Valletta leitete. Nach dem Baumeister dieses Wignacourt-Aquäduktes, Giovanni Attard, wurde die Stadt benannt.

Attard lag an der Strecke der zwischen 1839 und 1931 existierenden Eisenbahnlinie von Valletta nach Mdina. Daran erinnert ein kleines privates Eisenbahnmuseum mit historischen Fotografien und Dokumenten sowie maßstabsgetreuen Modellen verschiedener Streckenabschnitte.

Lija 

3.000 Einwohner

Auch in Lija befinden sich einige Adelssitze, z.T. aus dem 16. Jhd.
Dazu gehört die Villa Gourgion, Sitz einer maltesischen Adelsfamilie, rechts neben der Kirche. Im ausgedehnten Garten der Villa wurde 1857 ein Aussichtsturm Belvedere (It Torri) errichtet, der damals noch frei stand und einen weiten Ausblick über die Umgebung bot. In diesem Belvedere fanden 1921 drei Tagungen der ersten maltesischen Nationalversammlung zur Ausarbeitung der Verfassung statt. Daran erinnern Bilder der damaligen Abgeordneten an der Treppe des Turms. Später wurde als direkter Zugang zum Stadtzentrum mit ansonsten nur winkligen, engen Straßen die Transfiguration Avenue angelegt. Sie ist beidseits von wunderbaren Oleanderbäumen gesäumt und schließt den Belvedere, der jetzt der Gemeinde gehört, ein. Der Turm ist Teil des geplanten Historischen Rundganges (Heritage Walk) und wird bei besonderen Anlässen sowie auf Anfrage geöffnet.

 

In Lija befindet sich seit 1994 ein Studentenwohnheim (University Residence) für internationale Gaststudenten der University of Malta, das auch als Jugendherberge fungiert.

Zu Lija gehört auch der Ta’Qali-Vergnügungspark (Ta Qali National Park) – ein modernes Erholungsgebiet, das nach dem Krieg auf dem Gelände des Militärflughafens Ta’ Qali eingerichtet wurde. Der Park verfügt über eine Vielzahl von Sport- und Erholungseinrichtungen und ist ein beliebter Picknickplatz. Ungeachtet der hohen Belastung stellt er doch eines der auf dem Archipel seltenen Habitate für wilde Pflanzen, Insekten, Vögel und Kleintiere dar.
Zum Park gehören das Luftfahrtmuseum, das Kunsthandwerkszentrum (Ta Qali Craft Centre) und der Gemüsegroßmarkt Pikalija.