Der Osten Maltas

Karte: Der Osten Maltas


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Zabbar

(sab-bar)
ca. 15.000 Einwohner

Unmittelbar vor den Toren Bormlas (Cospicuas), also an der Außenseite der Cotonera-Linie gelegen gehört die Stadt zu den größten Siedlungen Maltas.
In der typisch maltesischen Altstadt rund um die Kirche stecken in einigen Fassaden noch heute Kanonenkugeln, die aus der kurzen Zeit der französischen Besetzung von 1798/1899 stammen. Damals gab es in Zabbar eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Bevölkerung und Besatzungsmacht.

Einige solcher Kanonenkugeln, die aus der Kirche selbst geborgen wurden, sind im Kirchenmuseum zu sehen. Dieses Museum ist wegen seiner großen Sammlung von Votivgemälden sehenswert. Die oft mit „VGFA“ – der Abkürzung für „Votum Fecit, Gratiam Accipit“ (ungefähr „habe gebetet und bin der Gnade zuteil geworden“) gekennzeichneten Bilder stellen besonders häufig Szenen aus der Schifffahrt dar. Sie wurden als Danksagung für die Errettung aus gefährlichen Situationen wie Stürmen oder einfach für eine glückliche Überfahrt gestiftet.

Die Kirche ist der „Madonna tal-Grazzija“ (Gnadenmadonna, Our Lady of Grace) geweiht, die u.A. auch die Schutzpatronin der Zweiradfahrer ist.
Ihr Patronatsfest am 1. Sonntag nach dem 8. September wird u.A. mit einer Motorrad- bzw. Fahrrad-Wallfahrt von Rabat und Mosta her begangen.

Marsaskala

ca. 10.000 Einwohner

Die lange schmale Bucht von Marsaskala wird oft als Fjord bezeichnet.

Die lange schmale Bucht von Marsaskala wird oft als Fjord bezeichnet.

 

 

 

 

 

Die Stadt liegt an der langen, schmalen Marsaskala-Felsenbucht, einem idealen Naturhafen, der offensichtlich schon seit Jahrtausenden genutzt wurde.
In der Umgebung findet man Karrenspuren, zwei Tumuli, Reste römischer Villen und Katakomben. Mitten in der Wohnsiedlung steht ein Menhir und auf dem Kap il-Gzira, dem östlichsten Punkt Maltas, fand man Reste einer römischen Badeanlage.

 

Der St. Thomas-Turm gehört zu einer Kette von Küstenwachtürmen aus der Zeit der Ordensritter.

Der St. Thomas-Turm gehört zu einer Kette von Küstenwachtürmen aus der Zeit der Ordensritter.

Hier steht auch der St. Thomas-Tower, einer der Wachtürme aus der Zeit der Ordensritter, der die Inseln vor der Anlandung der osmanischen Flotte schützen sollten. Der St. Thomas-Turm wurde 1614 unter Großmeister Alof de Wignacourt als Teil einer die Inseln umgebenden Kette von Wachtürmen errichtet und diente speziell dem Schutz des Naturhafens von Marsaskala sowie der St. Thomas-Bucht.

Die Stadt ist bei Touristen und Einheimischen, besonders bei der Jugend, wegen ihrer langen Flaniermeile entlang der Bucht mit Restaurants, Bars und Geschäften sehr beliebt. Leider führte das in den letzten Jahren zu einem Bauboom, so dass an der Promenade jetzt kaum noch alte Häuser mit den typisch maltesischen Fassaden stehen, dafür aber eintönige Neubauten und viele Baulücken.

 

Mittelpunkt ist die Kirche ...

Mittelpunkt ist die Kirche …

 

... mit ihrem Turm im Stile eines italienischen Campanile.

… mit ihrem Turm im Stile eines italienischen Campanile.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Bucht ankern noch einige der bunten maltesischen Luzzu-Boote.

In der Bucht ankern noch einige der bunten maltesischen Luzzu-Boote.

In der Bucht sind noch einige der malerischen Luzzu-Boote zu bewundern. Einen Blickfang bildet mit ihren Campanile-ähnlichen Turm die Kirche, die jedoch erst 1953 anstelle einer kleineren Stadtkirche gebaut wurde.

 

Südlich des St. Thomas-Turms führt an der Steilküste entlang ein Sträßchen, das als Wanderweg einigermaßen beliebt ist. In ca. einer Stunde gelangt man zu den beliebten felsigen Badebuchten St. Peters Pool und Il-Qala auf der Delimara-Halbinsel. Attraktionen unterwegs sind die malerischen Tal-Munxar-Klippen südlich der St Thomas Bucht, der bereits teilweise ins Meer abgerutschte Megalithtempel Xrobb il Ghagin (schrob il-adschin) auf der gleichnamigen Landzunge und die archäologische Ausgrabungsstätte von Tas Silg. Hier wurden Hinterlassenschaften aller Epochen der maltesischen Geschichte von der Megalithzeit bis zu den Phöniziern entdeckt. Da die Ausgrabungen nicht beendet sind, ist die Stätte z.Zt. leider nur nach Absprache zu besichtigen.

Zejtun

ca. 11.600 Einwohner

… ist eine der ältesten Siedlungen der Gegend. Heute selbstständige Gemeinden wie Ghaxaq und Marsaxlokk sind einst als Ortsteile von Zejtun gegründet worden. In der Umgebung wurden mehrere römische Hinterlassenschaften wie die Reste einer römischen Gutsvilla gefunden. Der Name (Zejtun bedeutet Olive) deutet auf ehemaligen Olivenanbau, der besonders während der römischen Epoche in Malta sehr verbreitet war.

Das Städtchen gibt sich ländlich, umgeben von Trockenbaufeldern mit den charakteristischen niedrigen Windschutzmauern. In den letzten Jahren wurden eine größere Neubau-Wohnsiedlung und ein Gewerbegebiet errichtet.

Santa Lucija

ca. 3.000 Einwohner

Das unmittelbar an der Ortsgrenze zu Tarxien, ganz in der Nähe der berühmten Tempelanlage gelegene Dorf entstand erst im 20. Jhd. rund um die Kapelle St. Lucija aus dem 16. Jhd.
Sehenswert ist der chinesische Garten (Chinese Garden of Serenity). Der exotisch anmutende Garten ist in verschiedene Gartenräume unterteilt und mit den typischen chinesischen Elementen wie Teich, Felsgruppen und pagodenartigen Pavillons und Toren ausgestattet.

Marsaxlokk

(Marsaschlok)
ca. 3.300 Einwohner

Die Stadt liegt am nördlichen Ausläufer der großen Marsaxlokk-Bucht.
Die Bucht ist noch vor dem Grand Harbour in Valletta der größte und bedeutendste Naturhafen Maltas. Er wurde bereits unter Phöniziern und Römern genutzt, hier landete 1565 die osmanische Flotte zur großen Belagerung (Great Siege) und 1798 Napoleon.
Am südlichen Ausläufer der Bucht, zur Stadt Birzebugga gehörend, wurde in den 1990-er Jahren der Containerhafen „Malta Freeport“ gebaut.

In Marsaxlokk befindet sich dagegen der größte Fischerhafen der Inseln. Die große Flotte der hier ankernden bunten maltesischen Boote – Luzzu bzw. Dghajsa genannt – vor der Kulisse der Hafenfront mit der Kuppelkirche ist außerordentlich malerisch.
Früh kann man von den Hafencafes aus das Einlaufen der Fischerboote, später die Fischer bei der Arbeit an den Booten und beim Netzteflicken beobachten.
Der angelandete Fisch wird fangfrisch auf dem täglichen Fischmarkt verkauft und natürlich in den Fischgaststätten am Hafen angeboten.
Der Markt geht am Nordende in einen Touristenmarkt mit dem vielfältigen Angebot maltesischen Kunsthandwerks über. Es gibt Spitzen, Lederwaren, Textilien, Glaswaren aber auch Lebensmittel, Gemüse, Honig und Kapern.
Zum Fisch- bzw. Touristenmarkt werden von anderen Teilen Maltas Bus- und auch Bootstouren angeboten, deren Teilnehmer zum Glück erst etwas später am Vormittag den Hafen überfluten. Besonders voll ist es natürlich an den Wochenenden.

Südlich der Stadt errichteten die Ordensritter 1610 auf der in die Bucht ragenden Landzunge einen Wachturm mit einem Fort – den St. Lucijan’s Turm. Er gehörte zu einer Kette von Wachtürmen, die unter Großmeister Alof de Wignacourt im 17. Jhd. zum Schutz gegen Piratenüberfälle und Anlandungsversuche der osmanischen Flotte angelegt wurden.
Heute befindet sich in dem Gebäude ein meeresbiologische Forschungszentrum (Malta Marine Biology Centre), Besichtigungen sind nicht möglich.
Die Landzunge ist noch dadurch interessant, dass sie als Standort für einen Melkart-Tempel aus phönizischer Zeit in Frage kommt. Die Existenz eines solchen Tempels hier am größten maltesischen Hafen der phönizischen und römischen Epoche ist aus Schriften bekannt, der genaue Standort wurde aber bisher nicht gefunden.

Nördlich der Stadt befindet sich die bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte von Tas Silg. Hier stand auf den Fundamenten eines Megalithtempels und einer Bronzezeitlichen Siedlung ein bedeutendes, der Astarte geweihtes phönizisches Kultzentrum. Der Astartetempel war im 1 Jhd. v.u.Z. sozusagen weltbekannt und wird u.A. bei Cicero (106 – 43 v.u.Z.) erwähnt. In der römischen Epoche wurde er der Juno geweiht, später stand an seiner Stelle eine byzantinische Kirche.
Da die Ausgrabungen nicht beendet sind, ist die Stätte z.Zt. leider nur nach Absprache zu besichtigen.

 

Von Marsaxlokk aus sind die Felsbadebuchten St. Peters Pool und Il-Qala auf der Delimara-Halbinsel zu Fuß zu erreichen. Eine weitere Bademöglichkeit besteht an der St. Georges Bay. Durch die vielen Sportboote ist das Baden dort nur eingeschränkt angenehm.

Birzebugga

(birsebudscha)
ca. 9.300 Einwohner

Bis zum Abzug der britischen Truppen 1979 war der Ort bei den Soldaten des nahegelegenen britischen Militärflugplatzes beliebt.
Seit dem Bau des größten maltesischen Hafens, des Malta Freeport, in den 1990-er Jahren ist die Stadt neben Marsa Maltas wichtigster Industriestandort. Industriebauten wie z.B. Öltanks stehen mitten in der Stadt. Der Containerhafen hat große Bedeutung für den Warenumschlag im gesamten Mittelmeer.
Dafür ist der Strand aber unverbaut. Mit dem Aushub vom Bau des Hafens wurde in der Pretty Bay ein Sandstrand aufgeschüttet. Es ist der einzigste Sandstrand im Osten der Insel und entsprechend gut besucht.

 

Am nördlichen Stadtrand, auf einem Felssporn über der St George’s Bay, liegt die archäologische Ausgrabungsstätte Borg In-Nadur. Es handelt sich um eine bedeutende bronzezeitliche Siedlung, die in eine vorhandene Tempelanlage der Megalithzeit hineingebaut wurde. Wegen noch laufender Ausgrabungen kann die Stätte nur nach Absprache besichtigt werden.

 

Ein Stück weiter an der Straße Richtung Zejtun bzw. Valletta befindet sich die Höhle Ghar Dalam. Es handelt sich um einen bedeutenden paläontologischen Fundplatz in einer Karsthöhle. Seit Ende des 19. Jhd.s wurden hier unglaubliche Mengen von Knochen z.T. bereits ausgestorbener Tierarten geborgen. Auch die ältesten Siedlungsspuren des maltesischen Archipels aus der Zeit von 5.200 v.u.Z. stammen aus dieser Höhle. Bereits seit 1936 wurden die Funde vor Ort in einem kleinen Museum ausgestellt, 2002 wurde dafür ein modernes Ausstellungsgebäude eröffnet.
Es gibt Überlegungen hier einen Archäologiepark einzurichten, der die Bronzezeitsiedlung, die Höhle sowie auch die Karrenspuren in der Umgebung einschließt.

 

Im Süden der Stadt wurde auf dem Gelände des ehemaligen britischen Militärflugplatzes Hal Far ein Gewerbegebiet eingerichtet.