Gozo

Karte Gozos

 


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Ghajnsielem

(ain-sielem)
2.670 Einwohner

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Mgarr, der Hafen von Ghajnsielem, ist das Eingangstor zu Gozo.

Mgarr, der Hafen von Ghajnsielem, ist das Eingangstor zu Gozo.

 

Mit ihrem Fährhafen Mgarr (imdschar) ist die Stadt Gozos Tor zur Außenwelt. In einer geschützten Felsenbucht gelegen beherbergt er neben dem Fischerhafen und einer Marina auch das Fährterminal. Letzteres wird gegenwärtig modernisiert und erweitert. Gleichzeitig soll im Bereich der Marina und des Fischerhafens eine moderne Freizeitmeile – die ‘Zewwieqa Waterfront- mit Geschäften, Restaurants usw. entstehen.

 

Die Fähre von bzw. nach Malta verkehrt ca. im Stundentakt.
Vom Hafen verkehren Busse nach der Inselhauptstadt Rabat und von dort aus in alle Orte Gozos. Es gibt ein Informationsbüro und mehrere Autovermietungen.

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Die eigentliche Stadt Ghajnsielem liegt auf dem Plateau hoch über der Bucht. Der Ort entstand rund um die „Quelle des Salem“ (Ghajn Sielem), die am Ende der Simirat-Schlucht (Wied Simirat) entspringt wo heute der „Platz der Erscheinung“ das Ortszentrum bildet. Nach der Legende erschien einem Schäfer, der hier seine Schafe tränkte, eine weiß gekleidete Jungfrau, die ihm auftrug, ihr hier eine Statue zu errichten. Später wurde für die Statue ein Schrein und 1810 eine Kapelle gebaut.
Schon 1710 ließ Großmeister Perellos an der Quelle einen Waschplatz mit sechs steinernen Becken und einem die Quelle umgebenden Bogengang einrichten.
Als 1865 eine Brücke über die Simirat-Schlucht und eine neue Straße gebaut wurden entstand hier der „Platz der Erscheinung“ (Pjazza tad-Dehra, Apparition Square). Der Platz wurde mehrfach erweitert, die namensgebende Quelle 1954 aus Platzgründen unterirdisch abgeleitet. 1996-98 wurde der zentrale Platz völlig umgestaltet und mit einem Springbrunnen sowie einer Skulptur, die die Erscheinung der Jungfrau vor dem Schafhirten zeigt, ausgestattet. Etwas oberhalb des Platzes gibt es einen Aussichtspunkt, der entlang der Il-Kbir Schlucht (Wied il-Kbir) einen spektakulären Blick auf den Hafen und die Insel Comino bietet.

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Tatsächlich war das Plateau seit ältester Zeit besiedelt. Nordwestlich der Stadt sind beidseits der Straße Xewkija-Qala und durch diese zerschnitten Reste megalithischer Bauwerke erhalten. Es handelt sich um den einzigsten bisher entdeckten Siedlungsplatzes der maltesischen Tempelzeit sowie um Reste eines weiteren Megalith-Tempels und evtl. eines Steinkreises.

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Von den ständigen Piratenüberfällen, denen Gozo während des Mittelalters ausgesetzt war, war die Gegend von Mgarr besonders betroffen, da die Bucht außer einem guten Landeplatz auch Süßwasserquellen bot. Die Bewohner hielten sich daher von den unmittelbaren Küsten fern. Erst als Anfang des 17. Jhd’s unter Großmeister Alof de Wignacourt die erste Reihe von Wach- und Verteidigungstürmen auf den Inseln – im Gebiet von Ghajnsielem der ix-Xini-Turm (um 1600), der St. Martin-Turm (1605), der St. Cecilia-Turm (1613) sowie der St. Maria-Turm (1618) auf Comino – errichtet wurden, entstanden in der Nähe der Quelle die ersten Bauerngehöfte.
Der Bau des Fort Chambray auf der Landzunge über dem Hafen ab 1749 förderte weitere Ansiedlungen. Die Ordensritter planten hier eine Festungs- und Verwaltungsstadt nach dem Vorbild Vallettas. Das Festungswerk wurde 1758 fertig gestellt, die Stadt mit Kathedrale, Gouverneurspalast und anderen Verwaltungsgebäuden sowie Wohnraum zur Aufnahme der Bevölkerung im Falle einer Belagerung wurde aber nie realisiert. Trotzdem förderte die Anwesenheit der Garnision die Entwicklung des Hafens und die Ansiedlung von Handel und Handwerk. Unter britischer Besatzung wurde dieser Trend noch verstärkt und 1855 war die Siedlung so gewachsen, dass eine selbstständige Gemeinde gegründet wurde.

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Eine erste Pfarrkirche (Old parish church) war bereits 1820 der Gesegneten Jungfrau Maria von Loreto (Blessed Virgin Mary of Loreto) geweiht worden. Trotz zweier Erweiterungen 1867 und 1877 konnte die Kirche die schnell wachsende Gemeinde nicht mehr fassen, so dass 1924 der Grundstein für eine neue Kirche gelegt wurde. Diese neue Pfarrkirche im neogotischen Stil dominiert heute das Hafenpanorama und ist sogar von Malta aus gut sichtbar. Sie konnte erst nach 55 Jahren, also 1979 vollendet werden und ist der Jungfrau von Loreto geweiht.
In der Kirche ist rechts neben dem Altar das Originalstandbild aufgestellt, das einst die Schafhirten zum Andenken an die Erscheinung der Jungfrau an der Quelle Ghajn Sielem errichteten.

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Zum Gemeindegebiet von Ghajnsielem gehört auch die Südküste hinter Fort Chambray mit den Buchten Xatt L-Ahmar und ix-Xini.
Die einsame Bucht Xatt L-Ahmar erreicht man über einen Feldweg, der hinter Fort Chambray von der Straße nach Rabat abzweigt. Sie ist bei Schwimmern und Tauchern sehr beliebt. Als Attraktion für Taucher wurde hier 1999 die Fähre MV Xlendi und 2006 zwei weitere Fähren – die MV Karwela und die MV Cominoland – versenkt. Wegen des roten Bodens der zur Bucht abfallenden Terrassenfelder ist die Bucht auch als Rote Bucht (Red Bay) bekannt.
Oberhalb der Bucht ist eines der interessantesten Küstenverteidigungswerke der späten Ritterzeit – eine Fougasse – erhalten. Es handelt sich um einen mit einer Neigung von ca. 45 Grad in den Kalkfelsen geschlagenen Trichter. Die Ladung dieses steinernen Mörsers bestand aus 100 Pfund Pulver auf seinem Grund, das mit einem Holzpfropfen verschlossen wurde und einer Unmenge von Steinbrocken verschiedener Größe, mit denen der Trichter verfüllt wurde. Gezündet wurde mittels einer Zündschnur, die in einem in der Trichterwand ausgehauenen Kanal nach außen verlief. Die Pulverladung entsprach der eines 700 Mann starken Infanterie- Batallions für vier Salven. Der Steinhagel muß für ein Schiff oder für eine in einer Bucht anlandende Truppe verheerend gewesen sein. Allerdings dauerte das Nachladen der Fougasse über eine Stunde. Außerdem wurde das Pulver – einmal geladen – innerhalb weniger Tage unbrauchbar.
64 Fougassen wurden nach 1742 in Malta errichtet, davon 14 auf Gozo und 50 auf der Hauptinsel. Aufgrund der Küstenerosion sind die meisten inzwischen verschwunden.
Die Fougasse von Xatt L-Ahmar wurde 2005 ausgegraben und erstmals dokumentiert, das Areal gesäubert und für Besucher hergerichtet.

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Die Bucht ix-Xini ist besonders steil und schmal, sie bildet die Mündung der Schlucht Mgarr ix-Xini (Wied Imgarr ix-Xini), die ca. 2 km lang in Richtung Xewkija verläuft und schon zu dieser Gemeinde gehört. Die Bucht wird von den Gästen des Hotels auf den Ta’Cenc-Klippen genutzt, das hier eine kleine Bar betreibt und ist auch bei Tauchern beliebt. Der Grund der Bucht wird von Sandboden gebildet und ist mit Seegraswiesen bedeckt. Seenadel (Syngnathus acus) und Grasnadel (Syngnathus typhle) – Verwandte des Seepferdchens sind hier heimisch. Unlängst wurde Seepferdchen ausgewildert. Die Bucht ist als maritimes Schutzgebiet ausgewiesen, das von der „Malta Environment and Planning Authority“( MEPA) betreut wird. Sie gehört auch zum Mgarr ix-Xini Regional Park, den die Gemeinden Xewkija und Sannat eingerichtet haben.

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Während des Mittelalters diente die Bucht wiederholt zur Anlandung maurischer und türkischer Piraten, so auch bei dem katastrophalen Überfall von Sinan Pascha (Sinam Baxa) 1551, bei dem fast die gesamte Inselbevölkerung in die Sklaverei verschleppt wurde.
Anfang des 17. Jhd’s ließ die lokale Selbstverwaltung Universita daher den Mgarr ix-Xini- Wach- und Verteidigungsturm bauen. Bewaffnung und Munitionsnachschub übernahm der Johanniterorden, die Besoldung der Besatzung – ein Kastellan und ein Bombardier – die Universita. Der Turm hatte Sichtverbindung mit dem St. Maria-Turm auf Comino und dem St. Cecilia-Turm. Er wurde 2000 restauriert und ist seit 2009 für Besucher geöffnet. Der Turm wird durch die Organisation Wirt Ghawdex verwaltet.
Die Bucht erreicht man über einen Feldweg, der vom Gozo Heliport Richtung Küste führt. Eine sehr steile und enge Autostraße führt von Xewkija in die Bucht.

1613 errichteten die Ordensritter weiter oben auf dem Plateau, auf halbem Weg von Hafen Mgarr zur Zitadelle von Rabat den St. Cecilia-Turm. Er wurde nach der dortigen St. Cecilia-Kapelle benannt. Der Turm hatte im Vergleich zum Mgarr ix-Xini- Turm einen besseren Überblick über die südöstliche Küste und den Gozo-Kanal und Sichtverbindung zum St. Maria-Turm auf Comino und zur Ramla-Batterie an der Nordküste.
Die Cecilia-Kapelle wurde wahrscheinlich um 1540 errichtet und ist beispielhaft für die vielen Kapellen der damaligen Zeit. Sie war in sehr schlechtem Zustand, zwei Wände und das Dach waren bereits eingestürzt, als 2009 die Restaurierungsarbeiten begannen. Jetzt wird sie für Ausstellungen, Vorträge usw. genutzt. Sie wird durch die Organisation Wirt Ghawdex verwaltet.
An der Kapelle bzw. dem Turm zweigt heute die Straße zum Gozo Heliport ab.

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Zum Gemeindegebiet von Ghansielem gehört auch die Insel Comino.

Comino

Auch die Insel Comino mit ihren gerade 4 ständigen Bewohnern gehört zum Gemeindegebiet von Ghajnsielem.
Sie liegt in der Mitte des 6 km breiten Gozo-Kanals, ihre Ausdehnung beträgt ca. 1,3 x 1 km.

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Die Hauptattraktion ist die Blaue Lagune, maltesisch „Bejn il-Kmiemen“, was „zwischen den Inseln“ bedeutet. Gemeint ist der Felsen Cominotto, der die Bucht zum Meer hin abschließt. Die Blaue Lagune mit ihrem feinsandigen Grund und dem kristallklaren, tieftürkisfarbenen Wasser ist bei Schwimmern und Schnorchlern gleichermaßen beliebt und in der Saison dementsprechend stark frequentiert.
Es verkehren Personenfähren von Cirkewwa auf Malta und von Mgarr auf Gozo sowie Ausflugsboote von Sliema und Birgu.
In den Buchten St. Nicolas Bay und Santa Marija Bay an der Nordküste Cominos gibt es zwei weitere Sandstrände, die hauptsächlich von den Gästen der beiden Hotels genutzt werden.
Die Kristalllagune (Crystal Lagoon) ist nur per Boot zu erreichen und insbesondere bei Tauchern beliebt.

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Abgesehen vom Ausflugsbetrieb ist die Insel sehr abgeschieden. Sie ist von Garigue-Vegetation bedeckt. Neben dem namensgebenden Kümmel (botanisch Cuminum), der im Mittelalter hier angebaut wurde, sind ausgedehnte Thymian-Flächen prägend.

Comino war bereits im Altertum besiedelt, es wurden bronzezeitliche Siedlungsreste und punisch-phönizische Gräber gefunden.

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Comino: In den Höhlen und Schluchten der Felsenküste fanden Piraten und Schmuggler Unterschlupf. Vom St. Marija-Turm überwachten die Ordensritter den gesamten Gozokanal.

Comino: In den Höhlen und Schluchten der Felsenküste fanden Piraten und Schmuggler Unterschlupf.
Vom St. Marija-Turm überwachten die Ordensritter den gesamten Gozokanal.

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Die Insel ist fast gänzlich von Steilküste umgeben, in der sich viele Höhlen befinden. Diese dienten spätestens seit dem Mittelalter zahlreichen Piraten und Schmugglern als Versteck. Nach der Inbesitznahme durch die Ordensritter wurden sie vertrieben, die Ritter unternahmen nun selbst die einträglichen „corsos“ – Kaperfahrten, offiziell zur Vereitelung muslimischer Überfälle.
1618 ließ Großmeister Alof de Wignacourt auf dem höchsten Punkt der Südwestküste (70 m üNN) einen seiner Wach- und Verteidigungstürme – den Santa Marija- Turm (auch Comino-Turm) – errichten. Weil der Turm aufgrund seiner Insellage auf sich allein gestellt war und deshalb u.A. mehr Vorräte aller Art beherbergen mußte, wurde er größer und aufwendiger gebaut als die übrigen Wignacourt- Türme, so dass man auch vom Santa Marija-Fort spricht. Der Turm ist ca. 20 m hoch, die Wände ca. 6 m dick. Er war mit bis zu 18 Kanonen bestückt und hatte in Friedenszeiten bis 30 Mann Besatzung. Es gab aber Wohngebäude für 130 Soldaten und sogar Unterstände für Pferde.
Der Turm stand in Sichtverbindung mit dem Armier-Turm (White Tower) und dem St. Agatha-Turm (Red Tower) auf der Marfa Ridge (West-Malta) sowie dem St. Martins-Turm und dem St. Cecilia-Turm auf Gozo. Heute wird der Turm als Aussichtsturm mit grandiosem Blick nach Malta und Gozo genutzt.
Im Zuge der Modernisierung der Küstenbefestigungen wurde 1715 auch der Santa Marija-Turm durch eine vorgelagerte Küstenbatterie mit sechs Kanonen ergänzt. Sie befindet sich oberhalb der Steilküste im Südwesten der Insel und ist vom Turm aus über einen Fußpfad entlang der Küste erreichbar.
Nachdem sie nach dem zweiten Weltkrieg weitgehend ungenutzt verfallen war, wurde die Batterie zwischen 2000-2004 durch die Organisation Din l-Art Helwa restauriert und mit vier Originalkanonen ausgestattet. Sie kann frei besichtigt werden.

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Gleichzeitig mit dem Turm wurde 1618 auch die Santa Marja-Kapelle errichtet. Sie befindet sich im Inselinneren, an der Straße von der Santa Marija-Bucht zum Turm. Die Kapelle wurde zwei Mal – 1667 und 1716 – erweitert, damals lebten ca. 200 Menschen auf Comino. Heute ist das auch in sommerlicher Hitze kühle Innere ein Ort der Stille. Es finden noch Gottesdienste statt.

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Bemerkenswert ist auch das Gebäude der Marine-Polizei (marine police station) aus victorianischer Zeit (1852 errichtet). Diese Einheiten bekämpften nebem Schmuggel auch das Dynamitfischen und das illegale Anlanden von Schiffen unter Umgehung der Qarantänestation auf der Manoel- Insel bei Valletta. In Zeiten von Cholera, Pest und Thypus war das einfach lebensnotwendig.
Heute sind in dem Gebäude öffentliche Duschen und Toiletten für die Badegäste untergebracht.

Die Briten richteten während ihrer Besatzungszeit auf Comino eine eigene Quarantänestation ein. Die Gebäude befinden sich gleich beim Santa Marija-Turm und befinden sich in Privatbesitz.

Qala

(a-ala)

1650 Einwohner

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Der malerische Ort auf dem Hochplateau bietet gute Ausblicke auf Comino und den Gozo-Kanal bis nach Malta. Nahe beim Dorf soll sich ein Menhir befinden.

Eine Straße führt zur Südküste, wo in der Bucht Hondoq ir-Rummien die Becken einer Saline erhalten sind. Dieser felsige Küstenabschnitt ist wegen seiner Unterwasserhöhlen bei Tauchern beliebt. Die Bucht bietet einen schönen Blick auf Comino.
Im abgelegenen Osten Gozos führt ein Wanderpfad erst zur St. Anton- Batterie auf der äußersten Ostspitze, dann oberhalb der Steilküste zur Bucht Dahlet Qorrot an der Nordküste mit einem kleinen, ruhigen Sandstrand und in den Felsen gehauenen Bootsschuppen der Fischer.

Nadur

4.000 Einwohner

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Der Ort liegt auf einem der tafelbergartigen Plateaus, dessen Hänge mit Bitterorangenplantagen und anderen Obstkulturen bedeckt sind.

Im Norden der Gemeinde liegen die mit Sandstränden ausgestatteten Badebuchten Ramla, San Blas und Dahlet Quorrot an der Nordküste. In der Ramla-Bucht befindet sich das letzte größere noch erhaltene Dünengebiet der maltesischen Inseln mit der entsprechenden, selten gewordenen Flora und Fauna. Das Gebiet wurde im Rahmen des Projektes „Elysium“, das der Wiederherstellung von Lebensräumen speziell an Küsten dient, unter Schutz gestellt und wird von der Umweltstiftung Gaia (Gaia Foundation) betreut. Ein weiteres Projekt der Stiftung – „Poseidon“ – dient dem Schutz mariner Lebensräume. Im Rahmen dieses Projektes sollen in Bälde auch Meeresgebiete vor der San Blas- Bucht sowie zwischen Ramla- und Barrani- Bucht (Ghajn Barrani, vor Zebbug) unter Schutz gestellt werden. Die Gaia-Stiftung betreibt an der Ghajn Tuffieha Bay auf Malta ein Besucher- und Informationszentrum.

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Gerade wegen des Sandes ist Ramla der beliebteste Strand Gozos und entsprechend stark besucht. Es gibt Sommerrestaurants und Imbißbuden sowie Verkaufsstände für Badeutensilien.
Im Westen der Ramla- Bucht wurden 1910 Reste einer römerzeitlichen Therme entdeckt. Bei Ausgrabungen konnten neunzehn aus lokalem Kalkstein errichtete Räume freigelegt werden, darunter fünf Räume mit noch erhaltenen Hypocausten, ein großes Kaltwasserbecken und der mit farbigem Marmorfußboden ausgestattete Gemeinschaftsraum. Das Wasser wurde über Kanäle aus den landeinwärts gelegenen Hügeln hergeleitet. Nach Beendigung der Arbeiten wurde die Ausgrabungsfläche zu ihrem Schutz wieder verfüllt.

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Für Piraten und Invasoren war die Ramla- Bucht der günstigste Landepunkt an Gozos Nordküste. Daher bauten die Johanniter 1715-16 ein Befestigungssystem zum Schutz der Bucht. Die Balincourt-Batterie am Westende ist zwar verfallen aber doch gut auszumachen. In der Mitte der Bucht sind hinter der Statue die Fundamente eines nach Philippe de Vendosme benannten Redoubts erhalten. Am Ostende befand sich die Nadur-Batterie. Sie wurde später durch eine Fougasse – einen aus den Stein gehauenen Trichter mit einer Öffnung von fast 2 m Durchmesser, der mit Steinen gefüllt und wie ein Mörser abgefeuert wurde – verstärkt.
1730 wurde außerdem eine Unterwassersperre quer durch die Bucht errichtet. Diese 2 m hohe und ebenso breite Steinmauer wurde 1995 abgerissen, weil sie die Vergnügungsboote behinderte.

In der Steilküste oberhalb der Ramla- Bucht befand sich die Kalypso-Grotte, in der nach der Legende Odysseus von der Nymphe Kalypso gefangen gehalten worden sein soll. Die Grotte ist leider inzwischen eingestürzt, es gibt aber einen Aussichtspunkt.

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Die beiden kleinen und vergleichsweise abgelegenen Buchten San Blas und Dahlet Quorrot bieten neben Felsenterrassen auch winzige Fleckchen Sandstrand. Dahlet Quorrot hat in bizarrer Felskulisse einen sehr malerischen Fischerhafen, Felsgrotten dienen hier als Bootshäuser.
Zwischen den beiden Buchten liegen die Mistra-Felsen (Mistra Rocks), ein für die Inseln ungewöhnlicher Küstenabschnitt. Das Plateau fällt hier nicht glatt und steil ins Meer ab sondern bildet einen breiten Streifen chaotisch-bizarrer Kalksteinfelsen. Das Gebiet wurde in die Liste der Natursehenswürdigkeiten (Natura 2000-sites) aufgenommen. Gemeinsam mit dem Nationaltrust Din l-Art Helwa will die Gemeinde hier den Mistra-Naturlehrpfad (Mistra nature trail) einrichten. Der Isopu-Turm (Torri ta’ Isopu, auch San Blas Tower) soll dabei als Besucherzentrum eingerichtet werden.
Der Turm wurde 1667 durch die Selbstverwaltung Gozos, die Universata, als Wachturm gegen Piratenüberfälle errichtet. Als einzigster aller maltesischen Wachtürme wurde von hier aus 1798 das Feuer auf die französische Invasionsflotte eröffnet.
Der Turm war völlig eingestürzt und wurde in einem Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde mit Din l-Art Helwa in dreijähriger Arbeit restauriert. Seit 2011 ist der Turm zu bestimmten Öffnungszeiten zu besichtigen.

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Im Südwesten der Stadt steht der Telegraphenturm von Kenuna (Kenuna Tower) Er wurde 1848 durch die Briten für die Telegraphenverbindung zwischen Malta und Gozo errichtet.
Rund um den Turm besteht eine Grünanlage mit vielen endemischen Pflanzen, die deshalb auch als „Botanischer Garten“ von Kenuna bezeichnet wird.

Xaghra

(scha’ra)
4.000 Einwohner

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Der Ort auf einem Hochplateau bietet die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Gozos: die Ggantija-Tempel und das Tal-Qacca Hypogäum (Hypogäum von Gozo).

Die Megalith-Tempel von Ggantija galten zusammen mit denen von Skorba bei Mgarr auf Malta lange als die ältesten freistehenden Steinbauten der Welt.
Die auf 3.600 v.u.Z. datierte Anlage liegt am südlichen Ortsausgang am Rande des Plateaus und besteht aus zwei Tempeln.

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Der Südtempel von Ggantija von 3.600 v.u.Z. mit seinen mächtigen Orthostaten und Ansatz eines Kraggewölbes gehört zu den ältesten Bauten der Menschheit.

Der Südtempel von Ggantija von 3.600 v.u.Z. mit seinen mächtigen Orthostaten und Ansatz eines Kraggewölbes gehört zu den ältesten Bauten der Menschheit.

Außer den inneren Tempelräumen sind in Ggantija – als einzigste aller maltesischen Tempelanlagen – auch die gemeinsame Umfassungsmauer, die Fassade und sogar der ovale Vorhof in ihren Grundrissen vollständig erhalten. Die Höhe der noch erhaltenen Tempelmauern beträgt bis zu 6 m. Sie besteht im unteren Teil aus Orthostaten – aufrecht stehenden Megalithen von bis zu 50 t Gewicht – auf denen mehrere Lagen horizontaler Blöcke aufliegen. Unglücklicherweise erfolgte bereits 1827 die erste unsachgemäße Ausgrabung durch einen britischen Offizier, der weder Aufzeichnungen machte noch das Fundmaterial aufbewahrte. Dafür erhielten sich mehrere Zeichnungen und Aquarelle des zufällig anwesenden Malers Charles von Brocktorff, nach denen man sich ein Bild vom damaligen Zustand der Anlage machen kann.

Am anderen Ende des Plateaus, etwa 1000 m westlich, befinden sich die Reste einer weiteren Tempelanlage. Die Stätte wurde nach einer ehemals hier existierenden Kapelle Santa Verna-Tempel genannt. Es handelt sich offenbar um einen Fassadenrest aus vier mächtigen Orthostaten mit vier davor liegenden Blöcken, wie es von anderen Tempeln wie Ggantija oder Mnajdra mit ihren vor der Fassade umlaufenden Steinbänken bekannt ist. Bisher fanden keine Grabungen statt, das Alter der Stätte ist unbekannt.

In der Mitte zwischen den beiden Anlagen liegt das Hypogäum von Gozo (Tal-Qacca Hypogeum). Es handelt sich um eine unterirdische Begräbnisstätte der Tempelkultur ähnlich dem berühmten Hypogäum von Hal Saflieni in Paola auf Malta. Neben einem Komplex untereinander verbundener Grabhöhlen gab es offenbar auch einen unterirdischen Tempel bzw. Kultraum. Die Anlage war von einem Steinkreis von ca. 45 m Durchmesser umgeben, von dem aber nur wenige Meglithen erhalten sind. Nach dem Maler Charles von Brocktorff wird der Komplex auch Brocktorff–Steinkreis (Brocktorff Circle) genannt. U.A. auch mit Hilfe seiner Zeichnungen aus den 1820-er Jahren wurde die inzwischen in Vergessenheit geratene Stätte 1964 wieder aufgefunden.
1987-94 erfolgten mehrere aufwendigen Grabungen, nach deren Beendigung die Anlage zu ihrem Schutz wieder verfüllt wurde. Die Funde sind im Archäologisches Museum in Rabat/Gozo ausgestellt. Der oberirdische Teil der Anlage kann nach vorheriger Anmeldung bei der Museumsverwaltung Heritage Malta besichtigt werden.

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Neben den genannten spektakulären Stätten gibt es in und um Xaghra mehrere Höhlen, in denen Überbleibsel aus der Tempel-Periode gefunden wurden.
Die erste – einfach „die Höhle“ (L-Ghar) genannt – befindet sich gleich an der Nordseite des Ggantija- Tempels an der Straße zum Eingang und wurde 1949 entdeckt. Sie besteht aus einer nierenförmigen, grob aus dem Fels gehauenen Kammer, die über Stufen erreichbar war. Wahrscheinlich handelt es sich ursprünglich um ein Felskammergrab, das aber später zur Deponierung von Tempelmüll genutzt wurde.

Die Ghejzu- Höhle (L-Ghar ta’ Gejzu) liegt ca. 300 westlich der Ggantija- Tempel in Richtung Hypogäum an der Hauptstraße (Straße des 8. September, TriqTmienja ta’ Settembru). Oberhalb der Höhle gab es eine Megalithstruktur, die der Archäologe David Trump als apsisförmig beschrieb und als Überrest eines weiteren Tempels wertete. Die Megalithen wurden Ende der 70-er Jahre versetzt, so dass ihre ursprüngliche Anordnung nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Höhle wurde 1993 freigelegt wobei große Mengen der charakteristischen Ggantija-Keramik mit Ritzdekor, einige mit Resten roter Bemalung, geborgen wurden.
Die Höhle mißt ca. 13 x 6 m und ist durch eine runde Öffnung in der Höhlendecke sowie durch einen engen Schacht zugänglich.

Die Pergla-Höhle (L-Ghar tal-Pergla) liegt am Hang der Pergla-Schlucht (Wied tal-Pergla). Die Höhle ist 13 m lang, den Zugang bildet eine runde Öffnung von 1 m Durchmesser, die bei der Entdeckung 1913 mit einer Großen Steinplatte verschlossen war. Die Höhle enthielt Keramik hauptsächlich aus der Ggantija- Phase, Stein- und Knochenwerkzeuge, einen menschlichen Schädel sowie Knochen von Rind, Schaf, Schwein, Kaninchen, Hund, Vögeln und Schildkröte.

Nördlich von Xaghra gibt es auf dem Hügel Il-Qortin tas-Srug eine weitere Höhle, die 1938-39 entdeckt wurde und Keramik der späten Tempelzeit sowie Knochen von Ziege und Schaf enthielt.

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In der nördlichen Wohnsiedlung von Xaghra liegt zwischen Häusern der Sansuna- Stein (Il-Gebla ta’ Sansuna , auch „Stein der Riesin“ bzw „rock of the giantess“). Bei dem unregelmäßigen Stein aus Korallenkalk von ca. 4 m Durchmesser handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Deckstein eines eingestürzten Dolmen. Die maltesischen Dolmen werden gewöhnlich der Bronzezeit zugeordnet (2.000 – 900 v.u.Z.). Da die Stätte niemals untersucht wurde, sind aber keine gesicherten Angaben möglich.

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Südlich von Xaghra liegt gegenüber der Ggantija-Tempel der Tafelberg Il-Nuffara, auf dem in der bronzezeitlichen Borg in Nadur-Phase (1.500 – 900 v.u.Z.) eine Höhensiedlung bestand. Erhalten sind einige der charakteristischen flaschenförmigen Vorratsgruben mit engem Zugang. Aus einer davon konnte 1960 Keramik der Borg in-Nadur-Phase sowie ankerförmige Keramikobjekte, Spinnwirtel und Mahlsteine geborgen werden. Die Fundstücke sind im Archäologischen Nationalmuseum in Rabbat/Gozo, ausgestellt.

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Aus neuerer Zeit ist in Xaghra eine der typischen gozitanischen Windmühlen erhalten. Sie stammt noch aus der späten Ritterzeit und war bis in die 50-er Jahre in Betrieb. Nach dem Tod des letzten Müllers 1987 wurde sie restauriert und als Ta’ Kola-Mühlemuseum (Kola’s Windmill) eingerichtet. Außer dem Mühlengebäude mit funktionsfähigem Mahlwerk sind die Wohnräume der Müllersfamilie sowie zum Müllerhandwerk nötige Werkstätten wie Schmiede und Schreinerei zu besichtigen.

Xewkija

(schoukija)
3.150 Einwohner

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Die mächtige Kirche ist ein Neubau von 1951-71.

Die mächtige Kirche ist ein Neubau von 1951-71.

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Der Ort ist vor allem durch seine mächtige Kirche, einen Rundbau von 1951-71, bekannt. Ihre Kuppel ist eine der größten Kuppeln der Welt, sie ist schmaler aber höher als die der Rotunda von Mosta und im Gegensatz zu dieser aus Stahlbeton gebaut.

Die Stahlbetonkuppel gehört zu den größten der Welt.

Die Stahlbetonkuppel gehört zu den größten der Welt.

Die Kirche steht sozusagen auf heiligem Grund: bereits 1647 erwähnt der maltesische Chronist Francesco Abela vier große, aufrecht stehende Steine mit einem weiteren, horizontal darüber liegenden – ganz offensichtlich die Beschreibung des Trilith-Tores eines Megalith-Tempels.
Später wurde anbei eine Kapelle errichtet und ab Anfang des 18. Jhd’s eine erste Pfarrkirche. Dafür wurde der Trilith abgerissen. Ein anderer Chronist, Agius de Soldanis, schreibt 1745, dass die Fundamente der Kirche auf riesigen Steinblöcken – offensichtlich Megalithen – errichtet wurden.

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Blick auf Xewkija von der Terrasse des Ggantija Tempelkomplexes. Die Vorgängerkirche wurde Anfang des 18. Jhd’s auf den Megalithen eines weiteren Tempels errichtet

Blick auf Xewkija von der Terrasse des Ggantija Tempelkomplexes. Die Vorgängerkirche wurde Anfang des 18. Jhd’s auf den Megalithen eines weiteren Tempels errichtet

1904 führte Pater Manwel Magri östlich der Kirche archäologische Ausgrabungen durch. Es wurden große Mengen an Keramik und Tierknochen gefunden. Einige Scherben datieren aus dem frühen Neolithikum, der Großteil aus der Tempelperiode, darunter eine Standfußschale mit nach dem Brennen tief eingeschnittenem Dekor, die heute im Museum für Archäologie in Rabat ausgestellt ist.

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Bei Bauarbeiten am heutigen Skulpturen- Museum (Sculpture Museum) östlich der Kirche wurden noch 1972 Überreste von Bauwerken aus der Tempelzeit freigelegt.

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Xewkija. Wohnhäuser um die Kirche

Xewkija. Wohnhäuser um die Kirche

Aus phönizisch-punischer Zeit (800 – 218 v.u.Z.) wurden 1951 bei Straßenarbeiten zwischen tal-Morob und der Kapelle Ta’ Mamet verschiedene Gegenstände wie Amulette mit Darstellungen ägyptischer Gottheiten (Ptah, Bastet, That) und Glasfragmente sowie eine Palmette mit Spiralmuster geborgen, die heute alle im Museum für Archäologie in Rabat gezeigt werden.

In römischer Zeit (218 v.u.Z. –533 u.Z.) existierte im Gebiet Xewkijas eine Villa rustica – ein landwirtschaftliches Gut, was zahlreiche Keramikfunde aus der Umgebung bezeugen. Dass u.A. Olivenöl hergestellt wurde, belegen die Funde einer Ölpresse (trapetum) aus Tal-Hamrija, sowie des Fragmentes einer weiteren Ölpresse aus Tas-Salvatur, die sich heute im Museum für Archäologie in Rabat befinden. In Tal-Hamrija wurde 1978 auch eine Vorratsgrube für Getreide entdeckt. Die Grube mit einem Durchmesser von 1,20 m ist 1,40 m tief und mit gebranntem Lehm ausgekleidet. Sie konnte anhand von Fundstücken aus der Umgebung – darunter eine Terra sigillata- Schale und eine verzierte Keramikstele, wie sie in den Wasserbecken der römischen Atriumhäuser aufgestellt wurden – in die römische Epoche datiert werden. Die Fundstücke befinden sich ebenfalls im Museum für Archäologie in Rabat.
Bei Straßenarbeiten wurde 1951 bei tal-Horob eine 6,85 m lange Mauer aus römischer Zeit freigelegt.

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Im Mittelalter unterlag Gozo ständigen Überfällen durch Piraten, so dass die Bevölkerung gezwungen war, sich zumindest nachts in der Zitadelle von Rabat zu verschanzen. Erst nach Errichtung der Wachtürme im Hafen von Mgarr 1601 sowie in der ix-Xini- Bucht um 1600 wurde das dahinter liegende Land sicherer. Xewkija war 1678 die erste gozitanische Gemeinde, die außerhalb von Rabat gegründet wurde.
Außerdem errichtete der Ritter Giovanni Gourgion, Privatsekretär des Großmeisters der Johanniter Adrien de Wignacourt, 1689 einen stark befestigten Adelssitz mit Turm, den Gourgion- Turm. Er befand sich südlich der Kirche und wurde 1943 abgerissen um eine nur wenige Monate für den Angriff auf Sizilien benötigte Flugbahn zu bauen. Einige wenige Reste dieses historischen Gebäudes wie Zinnen und Wappenfriese werden im Museum für Archäologie in Rabat aufbewahrt.

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Am Ortseingang sind die Überreste einer Mühle aus der Zeit Großmeister Ramons Perellos y Roccaful (1697-1720) erhalten. Ihre acht Ecken markieren die acht Himmelsrichtungen.

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In Xewkija befindet sich eine Außenstelle der Universität Malta, das Stadion von Gozo und die Trabrennbahn (Racecourse), wo im Winter 1 x wöchentlich Rennen stattfinden.

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Im Süden Xewkijas zerschneidet die Schlucht ix-Xini (Wied Imgarr ix-Xini) das Plateau. Die angrenzenden Gemeinden Xewkija und Sannat haben hier den ix-Xini- Regionalpark eingerichtet. Im Park sind typische Vertreter der Garigue- bzw. Macchie-Vegetation beheimatet, so der stark giftige Pfriemenginster (Spartium junceum, auch Spanischer Ginster) und das seltene Strauchige Leimkraut (Silene fruticosa), die mit ihrem Nektar die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insektenarten bilden. Maltas Wappenvogel, die Blaumerle (Monticola solitarius), kommt hier noch vor.
Im oberen Teil der Schlucht trifft man auf rätselhafte, untereinander verbundene, kreisrunde Felspfannen. Sie werden als Aufbereitungsanlage für Töpferton interpretiert und stammen evtl. aus arabischer Zeit.
Weiter talwärts sieht man in einer Steilwand die Glocken-Höhle (Il-Qniepen, „the Bells“), von deren Decke große Stalaktiten wie die Klöppel einer Glocke herabhängen. Ein Teil der Höhle ist mitsamt den Stalagtiten inzwischen in die Schlucht gestürzt.
Nach ca. 2 km mündet die Schlucht in die malerische ix-Xini- Bucht, ein maritimes Schutzgebiet, das von der „Malta Environment and Planning Authority“ (MEPA) betreut wird. In den Seegraswiesen der Bucht kommen verschiedene Arten des Seepferdchens vor.

Die Bucht mit ihren steilen, terrassenartigen Hängen wird von den Gästen des Hotels auf den Ta’Cenc-Klippen zum Baden genutzt und ist auch bei Tauchern beliebt. Das Hotel betreibt eine kleine Bar.

Da die Bucht während des Mittelalters wiederholt maurischen und türkischen Piraten zur Anlandung diente, ließ die Universita – die lokale Selbstverwaltung Gozos – Ende des 16. Jhd’s den Mgarr ix-Xini Wach- und Verteidigungsturm bauen. Er wurde 2000 restauriert und ist seit 2009 für Besucher geöffnet. Der Turm wird durch die Organisation Wirt Ghawdex verwaltet.

Die Bucht ist über einen Feldweg, der vom Gozo Heliport Richtung Küste führt sowie über eine sehr steile und enge Autostraße von Xewkija her zu erreichen.

Sannat

ca. 1800 Einwohner

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Oberhalb der Ta’Cienc-Klippen liegt die Stadt Sannat.

Oberhalb der Ta’Cienc-Klippen liegt die Stadt Sannat.

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Das Dorf liegt auf dem Ta’Cenc-Plateau, das im Süden mit den imposanten bis 145 m hohen Ta’Cenc–Klippen jäh ins Meer abfällt. Oberhalb verläuft ein Fußweg, am eindrucksvollsten ist aber der Anblick von unten – vom Meer aus. Bei der Fährüberfahrt von Malta sind die Klippen gut zu sehen.

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Das Plateau ist karg und dünn besiedelt weshalb sich dort verschiedene Bodendenkmale erhalten haben. Sie wurden bisher nicht erforscht und erst in letzter Zeit teilweise durch einen Fußpfad für Touristen erschlossen. Er beginnt hinter dem Hotel, am Fußweg zur Mgarr ix-Xini- Bucht und führt zunächst zu den Überresten des Megalithtempels Borg l’Mramma. Einige aufrechte Orthostaten sind gut zu erkennen. Leider verwendeten die Bauern und Hirten die Steine in der Vergangenheit zum Bau von Windschutzmauern und Unterständen für die Vogeljäger, so dass ursprüngliche Konturen kaum noch auszumachen sind. Weiter führt der Weg zu zwei Dolmen. Die maltesischen Dolmen sind kaum untersucht und werden im Allgemeinen der Bronzezeit zugeordnet.
Am Dorfausgang, am Weg zu den Ta’Cenc- Klippen, findet man auch deutlich ausgeprägte Karrenspuren. Sie werden ebenfalls der Bronzezeit zugeordnet.
Im Nordosten grenzt das Ta’Cenc- Plateau an die ix-Xini-Schlucht (Wied Imgarr ix-Xini). Die angrenzenden Gemeinden Sannat und Xewkija haben hier den ix-Xini- Regionalpark eingerichtet. Am Südrand der Schlucht führt eine steile und enge Autostraße zur Badebucht Mgarr ix-Xini. Am Beginn dieser Straße steht etwas abseits der Menhir Ta‘ Blankas.

Xlendi

(schlendi)

In der malerischen Felsenbucht von Xlendi gelegen gehört der Ort administrativ zu Munxar (munschar), zusammen hat die Gemeinde ca. 1100 Einwohner. Erst in den letzten Jahren hat sich der ehemalige Fischerhafen zu einem beliebten Ferienziel mit Hotels, Apartmenthäusern und Restaurants entwickelt.

Die schmale, ca. 500 Meter ins Land eingeschnittene Bucht bildet die Mündung der Xlendi-Schlucht (Wied ix- Xlendi), die bis an die Hauptstadt Rabat reicht.
Die Seitenwände werden von z.T. steil ins Meer abfallenden Felsen gebildet. Es gibt aber einige in die Bucht ragende flache Sonnenfelsen und an der kleinen Promenade einen winzigen Sandstrand.
In der Mitte der Bucht ragt ein Felsen bis dicht unter die Wasseroberfläche. Zahlreiche Funde aus römischer Zeit bezeugen, dass die Bucht schon damals als Hafen diente und der Felsen einigen Schiffen zum Verhängnis wurde.

Am südlichen Ausgang der Bucht, durch eine kleine Schlucht (Wied il- Kantra) vom Ort getrennt, steht der Xlendi-Turm aus dem 17. Jhd. Man kann ihn auf einem Fußpfad oberhalb der Schlucht erreichen. Unterhalb sind die Felspfannen einer alten Saline zu sehen, etwas weiter findet man «Windskulpturen» – durch Winderosion des weichen Globigerinenkalksteins entstandene Felsgebilde. Das Kap bietet einen wunderbaren Ausblick auf die Steilküste.

Nördlich des ländlich-verschlafenen Gemeindezentrums Munxar findet man an der Straße nach Rabat, hinter der Kapelle, versteckt unter Johannisbrotbäumen die spärlichen Überreste des Megalithtempels Ta’Marziena. Die Stätte wurde 1960 dokumentiert, es fanden aber bisher keine Ausgrabungen statt. In der Umgebung werden zahlreiche Scherben aus der Ggantija- und der Tarxien- Phase gefunden.

Rabat

Ir-Rabat Ghawdex ( – audschi), auch Victoria
6.250 Einwohner

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Gozos Hauptstadt liegt auf einem der Tafelberge im Zentrum der Insel, an dessen Südrand neolithische Siedlungsreste entdeckt wurden. Keramik aus der bronzezeitlichen Borg in-Nadur-Phase (1.500 – 800 v.u.Z.) wurde 1960 auf der Südseite des Marktplatzes It-Tokk geborgen. Im Archäologischen Museum in der Zitadelle wird eine Tafel mit einer punischen Inschrift gezeigt, die den punischen Namen Gozos – Gwl – erstmals erwähnt. Sie wird auf die Zeit kurz vor der römischen Eroberung – also vor 218 v.u.Z. – datiert. Punische Überreste fand man südlich der Vajringa – Straße (Triq Vajringa). Aus römischen Schriftquellen ist das „Gaulos Oppidum“, also eine befestigte Siedlung auf Gozo, bekannt, das eigene Münzen prägte, also unabhängig von der Hauptinsel Melita – Malta war. Die Siedlung nahm ungefähr das Quadrat zwischen den heutigen Straßen Triq Santa Marija, Triq Vajringa und Triq Palma ein und ist im Stadtplan gut erkennbar.
Der Schlußstein über dem alten Haupteingang der Zitadelle (rechts neben dem jetzigen Tor) trägt eine lateinische Inschrift, die besagt, dass Gozo unter dem Imperator Antonius Pius (86-161 u.Z.) zur Stadt erhoben wurde. Rund um den Marktplatz It-Tokk wurden verschiedene römische Fundamente freigelegt, darunter ein Kellerraum, der sogar noch (leere) Weinkrüge enthielt. Die Flurbezeichnung «Fuq it-Tomba“ westlich des Sant Wistin Platzes ( Pjazza Sant Wistin) weist auf Gräberfelder, die nach römischer Sitte unmittelbar außerhalb der Städte angelegt wurden. In der Nähe gibt es Katakomben, die aber nicht zu besichtigen sind.

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Die Zitadelle von Gozo überragt die Hauptstadt Rabat.

Die Zitadelle von Gozo überragt die Hauptstadt Rabat.

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Der älteste Teil des heutigen Rabat ist il-Kastell – die Zitadelle.
Sie liegt auf dem höchsten Teil des Plateaus, wo der Fels im Norden und Osten steil abfällt. Die hier erhaltenen kreisrunden Festungsmauern stammen z.T. noch aus dem 13. Jhd. Im Inneren haben – noch laufende – archäologische Ausgrabungen Hausfundamente und Straßenzüge aus sicilo-normannischer Zeit (12. Jhd.) freigelegt. Damals war das Burginnere dicht bebaut.

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Die Festungsmauer ist rundum begehbar. Nach Ausgrabungen im Inneren wurden im hinteren Teil die mittelalterlichen Gassen und Parzellen rekonstruiert.

Die Festungsmauer ist rundum begehbar.
Nach Ausgrabungen im Inneren wurden im hinteren Teil die mittelalterlichen Gassen und Parzellen rekonstruiert.

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Im vorderen Teil um die Kathedrale sind die verschachtelten Häuser und Gassen erhalten.

Im vorderen Teil um die Kathedrale sind die verschachtelten Häuser und Gassen erhalten.

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Die Johanniter-Ritter befanden nach ihrer Ankunft auf dem Archipel 1530 die mittelalterliche Anlage ohne Geschützstellungen als völlig unzureichend. Sie erwogen den Abriss sowie den Neubau einer Festung in Marsalforn, mußten sich aber vorrangig dem Ausbau der Festungen Birgu und Senglea sowie Valletta auf der Hauptinsel widmen.
Die ständigen Überfälle vorwiegend nordafrikanischer und türkischer Piraten auf Malta und Gozo fanden ihren Höhepunkt 1551, als türkische Piraten unter ihrem Anführer Sinan Pascha (Sinam Baxa) auch die Zitadelle von Gozo einnahmen. Die nahezu vollständig in die Burg geflüchtete Inselbevölkerung wurde in die Sklaverei verschleppt.
Während der Großen Belagerung von 1565 wurden Gozo und die Zitadelle glücklicherweise nicht angegriffen.
Erst ab 1601 begannen die Johanniter-Ritter mit der Modernisierung der Festung. Im Vorfeld hatten der bekannte italienische Festungsbaumeister, Schüler Michelangelos und Erbauer der Festung Valletta, Francesco Laparelli da Cortona (1521-1570), sowie der Militärarchitekt Giovanni Rinaldi die Festung besichtigt und Vorschläge gemacht. Rinaldi leitete jetzt die Baumaßnahmen. Erst gegen Ende der Bauarbeiten wurde er dem Militärarchitekten Vittorio Cassar, Sohn Gerolamo Cassars, des einstigen Assistenten Laparellis beim Bau Vallettas, unterstellt. ;

Ab 1601 wurde die mittelalterliche Festung modernisiert, mit Bastionen und einem heute begrünten Ravelin im Vorfeld ausgestattet.

Ab 1601 wurde die mittelalterliche Festung modernisiert, mit Bastionen und einem heute begrünten Ravelin im Vorfeld ausgestattet.

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Die Festung wurde mit mächtigen Bastionen mit den entsprechenden Geschützstellungen ausgestattet: im Süden – zur Stadt hin – die St. Michael–Bastion, flankiert von der St. John–Halbbastion im Osten und der St. Martin–Halbbastion im Südwesten. Alle drei wurden zur Stadt hin durch einen Trockengraben geschützt.

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1956 wurde neben dem ursprünglichen Festungstor (rechts) ein breiterer Zugang geschaffen.

1956 wurde neben dem ursprünglichen Festungstor (rechts) ein breiterer Zugang geschaffen.

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Das ehemalige Haupttor liegt rechts neben dem heutigen Tor zwischen St. Michael uns St. Martin. Eine lateinische Inschrift auf dem Schlußstein über diesem Tor besagt, dass Gozo unter dem Imperator Antonius Pius (86-161 u.Z.) zur Stadt erhoben wurde. Vom Tor führte eine Zugbrücke zunächst zu einem im Graben gelegenen Ravelin und eine weitere zur Stadt. Heute führt die steile Tal-Belt –Straße (Triq Tal-Belt) vom Marktplatz hinauf zur Zitadelle.

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Der Obelisk vor der Zitadelle erinnert an die Einweihung der Wasserleitung von Kercem nach Rabat 1841.

Der Obelisk vor der Zitadelle erinnert an die Einweihung der Wasserleitung von Kercem nach Rabat 1841.

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Links der Straße ist der heute begrünte und mit einigen Kanonen ausgestattete Ravelin erhalten. Rechts erinnert eine Obelisk an die Einweihung der Frischwasserversorgung Rabats 1841. Er steht auf der Abdeckung einer der alten Zisternen der Zitadelle.

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Innerhalb der Festung errichteten die Ritter im Nordteil hauptsächlich Kasernen, die dann im 19. Jhd. als Gefängnis dienten. Trotzdem wurde die Bevölkerung Gozos per Gesetz verpflichtet, zum Schutz vor erneuten Piratenüberfällen nachts die Festung aufzusuchen. Dieses Gesetz wurde erst 1637 aufgehoben.

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Im Südteil der Zitadelle befand sich gleich hinter dem Tor der Kathedralen-Platz, links mit den noch unter Großmeister Alof de Wignacourt (1601-1622) errichteten Gebäuden des Gerichtshofes (Law Courts) und der Residenz des Gouverneurs von Gozo. Sie beherbergen heute das Standesamt und weitere Verwaltungen. Im hinteren Teil des Gerichtsgebäudes befand sich das Gefängnis des Ordens. Es kann heute als Museum „Altes Gefängnis“ besichtigt werden.
Gegenüber, ursprünglich unmittelbar rechts des alten Eingangstores gelegen, wurde das Haus Bondi (Casa Bondi) als Gästehaus der Ordensritter bei Gozo-Besuchen gebaut. Es beherbergt heute das Archäologische Museum Gozos. Das Gebäude des Domkapitells wurde erst 1897 vor das Haus Bondi an den Kathedralen-Platz gesetzt.

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Die Kathedrale Maria Himmelfahrt wurde ab 1697 von Lorenzo Gafa erbaut und 1864 zur Kathedrale erhoben.

Die Kathedrale Maria Himmelfahrt wurde ab 1697 von Lorenzo Gafa erbaut und 1864 zur Kathedrale erhoben.

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Nach den Zerstörungen durch das Erdbeben von 1693 wurde zwischen 1697 und 1711 die heutige Kathedrale von Gozo nach Plänen des maltesischen Barockbaumeisters Lorenzo Gafa erbaut. Nach der Überlieferung soll es an diesem Platz bereits im 3. Jhd. v.u.Z. einen punischen Tempel, in römischer Zeit dann einen Juno-Tempel (nach anderen Angaben einen Jupiter-Tempel) gegeben haben. Belegt ist, dass der Normanne Graf Roger I. (1061 – 1101) hier eine Kirche errichten ließ, die er reich mit Ländereien ausstattete.
Der Neubau wurde 1716 Maria Himmelfahrt geweiht und 1864 – in Zusammenhang mit der Gründung des selbstständigen Bistums Gozo – zur Kathedrale erhoben.

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.... oder doch? Die Illusion malte der sizilianische Künstler Antonio Manuele von Messina 1739.

…. oder doch?
Die Illusion malte der sizilianische Künstler Antonio Manuele von Messina 1739.

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Die Kuppel wurde nicht vollendet ....

Die Kuppel wurde nicht vollendet ….

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Die Kirche zeichnet sich durch eine bauliche Kuriosität aus: von innen verfügt sie über eine Kuppel, von außen nicht! Es handelt sich um ein Trompe-l’oeil-Gemälde – also eine Illusion – des sizilianischen Künstlers Antonio Manuele von Messina von 1739. Die Eidechse in einem der gemalten Fenster der Kuppel ist seine Signatur.

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Bemerkenswert ist der prächtige, mit farbigem Marmor ausgelegte Fußboden, in den auch hier viele kunstvoll gestaltete Grabplatten eingelassen sind. Der Altar ist ebenfalls in dieser Technik gestaltet.
Der Kathedrale ist ein kleines Kathedralmuseum angeschlossen, das liturgische Gewänder und Gerätschaften sowie eine Gemäldesammlung zeigt.

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1722 gab der Orden die Festung zugunsten einer geplanten Festungs- und Verwaltungsstadt nach dem Vorbild Vallettas – des Fort Chambray über dem Hafen von Mgarr – auf. Diese Stadt wurde allerdings nie gebaut, nur das Festungswerk 1758 fertig gestellt.

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1956 wurde ein neuer, breiterer Zugang zur Festung – das heutige Haupttor – geschaffen. Im Zusammenhang damit wurde der dahinter liegende Kathedralen-Platz tiefer gelegt und die hohe Freitreppe zur Kathedrale angelegt.
Seit 2007 wird die Zitadelle im Rahmen eines von der EU kofinanzierten denkmalpflegerischen Projektes aufwendig restauriert.

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Die Festungsmauern einschließlich der Bastionen können rundum begangen werden und bieten einen unvergleichlichen Ausblick über ganz Gozo mit seinen Tafelbergen und grünen Tälern.
Heute befinden sich in der Zitadelle die wichtigsten Museen Gozos Museen sowie ein Kunsthandwerkszentrum (Gozo Craft Centre).

Archäologisches Museum Gozo
(Gozo Museum of Archaelogy)
Die prähistorische Abteilung beherbergt die einzigartigen Funde aus dem Xaghra-Steinkreis und aus den Megalith-Tempeln von Ggantija und Santa Verna. Bemerkenswert sind phönizisch-punische Hinterlassenschaften wie steinerne Amulette aus Xewkija und eine punische Inschrift aus dem 3. Jhd. v.u.Z., die Gozo – punisch „Gwl“ – erstmals erwähnt. Zeugnisse aus römischer, byzantinischer, arabischer und frühmittelalterlicher Zeit ergänzen die Sammlung.

Naturkundemuseum
(Nature Museum, ehemals Natural Science Museum)
Das Museum in einem der erhaltenen historischen Gebäude hinter dem Gerichtshof zeigt eine Mineralien- und Gesteinssammlung, deren Hauptattraktion eine Sammlung von Stalakmiten und Stalaktiten aus gozitanischen Tropfsteinhöhlen darstellt. Es gibt eine Fossiliensammlung mit Meeresfossilien sowie fossilen Knochen von ausgestorbenen Tieren Maltas wie Zwergflußpferd und -elefant, eine botanische und eine Insektensammlung. Im Aufbau ist eine bemerkenswerte Ausstellung über Lebensräume und Ökosysteme der maltesischen Inseln, in der Gozo natürlich den Schwerpunkt bildet.

Folklore Museum
Das Museum ist in einem sehenswerten Komplex aus mehreren mittelalterlichen Häusern untergebracht, die auch innen noch komplett aus dem 15/16. Jhd. erhalten sind. Es zeigt alle Aspekte der traditionellen ländlichen Lebensweise von den verschiedenen Handwerken bis zu Haushaltsgegenständen darunter eine Göpelmühle, Schmiedewerkstatt, einen traditionellen komplett aus Kalkstein gehauenen Herd und mehrere der zu jedem Haushalt gehörenden Zisternen.

Altes Gefängnis
(Gozo Prisons)
Das Gefängnis befindet sich im rückwärtigen Teil des Gerichtshof-Gebäudes. Es war von der Ritterzeit bis ins 20. Jhd. hinein in Betrieb. Erhalten sind 6 alte Einzelzellen und eine Gemeinschaftszelle aus dem 19. Jhd., die heute die Eingangshalle bildet. Beeindruckend sind die vielen Ritzzeichnungen und Inschriften der Gefangenen: Schiffsdarstellungen verschiedener Epochen, Handabdrücke, Abzählkalender u.A. In der Eingangshalle zeigt eine Ausstellung die Festungswerke Gozos.

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Auf dem zentralen „Platz der Unabhängigkeit“ findet werktags der Markt statt.

Auf dem zentralen „Platz der Unabhängigkeit“ findet werktags der Markt statt.

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Zu Füßen der Zitadelle liegt die eigentliche Stadt Rabat mit ihrem Zentrum, dem Marktplatz It-Tokk, auch Platz der Unabhängigkeit (Pjazza Indipendenza). Hier findet werktags der Markt statt. Der Platz besteht mindestens seit der römischen Epoche, bei Bauarbeiten stößt man immer wieder auf römische Fundamente.

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Gleich hinter dem Markt beginnt das Gewirr stiller Altstadtgassen. Nur wenige Schritte weiter südlich liegt am San Gorg –Platz (Pjazza San Gorg) die barocke Basilika San Gorg (St Georg), die wegen ihrer prachtvollen Innenausstattung auch die „goldene Kirche“ genannt wird. Sie wurde zwischen 1672 und 1678 erbaut, durch das schwere Erdbeben von 1693 jedoch so stark beschädigt, dass sie erst 1755 geweiht werden konnte. Die Fassade wurde 1818 erneuert. Sie ist innen vollständig mit Marmor ausgekleidet, das Altarbild – Der Sieg des Hlg. Georg über die Mächte des Bösen – stammt von Mattia Preti. Der Baldachin über dem Altar stammt von 1967 und kopiert Berninis berühmten Baldachin im Petersdom in Rom.

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An der Hauptstrasse befinden sich die meisten Geschäfte und Restaurants der Stadt.

An der Hauptstrasse befinden sich die meisten Geschäfte und Restaurants der Stadt.

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Vom Marktplatz zweigt die Hauptstraße „Triq ir-Repubblika“ (Republic Street) ab, die von typischen maltesischen Häusern aus gelbem Kalkstein mit bunten Balkonen gesäumt wird. Hier befinden sich neben Post, Polizeistation, Bischofspalast und den beiden von rivalisierenden Band-Clubs unterhaltenen Theatern „Astra“ und „Aurora“ die meisten Geschäfte und Restaurants der Stadt. Südlich davon liegt an der Straße Triq Putirgal (Main Gate Street) der zentrale Busbahnhof und ein Großer Parkplatz, dahinter der „Rundle Garten“ (Rundle Garden), eine um 1914 vom damaligen britischen Gouverneur Leslie Rundle eingeweihte Grünanlage.
Die Putirgal –Straße (Main Gate Street) mündet unweit des Busbahnhofes in den St. Franziskus –Platz (Pjazza San Frangisk) mit dem Franziskanerkloster. Südwestlich davon gibt es Katakomben, die allerdings nicht zugänglich sind. Nach der Überrlieferung sollen die ersten Mönche in den unterirdischen Räumen gelebt haben. Der größte Teil der heutigen Klostergebäude stammt aus dem 17. Jhd.
Ebenfalls am St. Franziskus –Platz (Pjazza San Frangisk) befindet sich im Gebäude des alten Hospitals von 1719 das Gozo-Ministerium (Ministry for Gozo).

Fontana

ca. 850 Einwohner

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Die kleine Gemeinde am südlichen Stadtrand von Rabat wurde erst 1993 auf eigenen Wunsch hin selbstständig.
Der Name stammt von den Quellen, die hier entspringen. Die „Große Quelle” (Ghajn il-Kbira) war nach einem Dokument von 1373 schon Ende des 14. Jhd‘s durch ein Gebäude geschützt. Um 1685 ließ Gasparre Azzopardi, ein Geistlicher, das heutige Waschhaus errichten. Im Inneren sind einige Steinbecken zum Wäsche waschen sowie drei Wappen erhalten: das der Familie Azzopardi, des Großmeisters Gregorio Caraffa (1680–1690) und das der Universita von Gozo, die die Kosten für die Unterhaltung trug. Ein weiteres kleineres Waschhaus gegenüber umfasst die Bendu-Quelle (Ghajn ta‘ Bendu).
Noch bis zum Ende des 19. Jhd‘s gab es hier drei weitere Quellen: die von drei Bögen umgebene Arkadenquelle (Ghajn tal-Logog), die Viehquelle (Ghajn tal-Bhejjem) mit zwei großen Steintrögen und die Talquelle (Ghajn tal-Wied).
Die Quellen liegen an der Mündung der drei Täler Wied il-Lunzjata, Wied Siekel, und Wied tas-Saqwi ins Wied ix-Xlendi. Im Wied tas-Saqwi entspringt in einem alten tiefen Brunnenschacht eine weitere Quelle. Am Ende des Wied Siekel gibt es eine im 2. Weltkrieg künstlich erweiterte Höhle, die jetzt zwei Fledermausarten – der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und dem Kleinen Mausohr (Myotis blythi) – als Unterschlupf dient. Das grüne Wied il-Lunzjata wird landwirtschaftlich genutzt. Am oberen Ende des Tales steht die bereits 1347 erwähnte Kapelle der „Maria Verkündigung“. Das heutige Gebäude stammt aus dem 16. Jhd. und ist teilweise in den natürlichen Felsen hineingebaut.

Kercem

ca. 1670 Einwohner

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Der Ort entstand im Mittelalter um eine Gregor dem Großen (um 540 – 604, Papst 590 – 604) geweihte Kapelle. Sie wurde 1851 durch eine Kirche ersetzt. Die Prozession zum Patronatsfest am 12. Mai führt von der Mutterkirche in der Zitadelle von Rabat bis hierher.
Am Tafelberg Ta‘Dbiegi – mit 195 m üNN der höchste „Berg“ Gozos – nordwestlich des Ortsteils Santa Lucija gibt es die Quelle „Ghar Ilma“ (Höhle des Wassers). Von hier bauten die Briten zwischen 1839 –1843 eine Wasserleitung nach Rabat. Nördlich von Kercem sind Teile des Aquädukts erhalten. Vor der Zitadelle in Rabat erinnert ein Obelisk auf einer der großen Zisternen der Festung an die Inbetriebnahme.
Nördlich dieses Tafelberges wurden in der Höhle Ghar il-Mixta neolithische Überreste gefunden. Im Gemeindegebiet gibt es auch Reste einer römischen Badeanlage und frühchristliche Begräbnisstätten, die aber nicht öffentlich zugänglich sind.

San Lawrenz

ca. 600 Einwohner

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Westlich der erst 1893 gegründeten Gemeinde befinden sich an der Dwejra –Bucht Gozos bekannteste Natursehenswürdigkeiten.
Die beinahe kreisrunde Bucht mit den senkrechten Felswänden ist ebenso wie das «Binnenmeer» (Inland Sea) nördlich davon der Rest einer großen, eingestürzten Höhle. Im „Binnenmeer“ haben die ortsansässigen Fischer einen geschützten Bootsliegeplatz, der durch einen 52 Meter langen Tunnel mit dem Meer verbunden ist. Die Fischer bieten Bootsfahrten durch den Tunnel, entlang der Klippen und durch das „Azurfenster“ (Azur Window) an.

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Dieses eindrucksvolle Felstor von 20 m Höhe und ca. 100 m Länge steht „mit einem Bein“ im Wasser und kann von der Landseite her begangen werden. In den Felsen oberhalb gibt es Fossilien und Karrenspuren (Cart ruts). In der Tiefe unter dem Bogen befindet sich das „Blaue Loch“ (Blue Hole) – ein beliebter Tauch-Spot.

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Vor der Dwejra-Bucht steht ein einzelner Felsen in Meer – der „Pilzfelsen“ (Fungus Rock). Hier züchteten die Ordensritter seinerzeit den Malteserschwamm. Die Pflanze war so kostbar, dass der Zugang zum Felsen streng bewacht wurde. Dazu wurde 1652 etwas oberhalb am Ufer ein Wachturm, der Dwejra-Tower, errichtet. Er kann an manchen Sonntagen besichtigt werden.

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Am Wardija Point, dem südwestlichsten Punkt Gozos wurden bei Ausgrabungen von 1960 die Fundamente eines rechteckigen Gebäudes freigelegt. Sie werden als Tempelanlage aus punischer Zeit (550 – 218 v.u.Z.) interpretiert. Oberhalb befinden sich eine künstlich in den Fels geschlagenen Höhle sowie eine Zisterne. Eine 1960 hier entdeckte, inzwischen jedoch von Vandalen zerstörte Figur mit ausgebreiteten Armen könnte die punische Hauptgöttin Tanit darstellen.

Gharb

ca. 1170 Einwohner

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Gharb hat mit vielen traditionellen balkongeschmückten Häusern ein ursprüngliches Stadtbild bewahrt. Hier steht eine der schönsten maltesischen Barockkirchen mit ihrer reichgeschmückten flügelartig vorspringenden Fassade (Schmetterlingsfassade). Sie wurde ab 1699 gebaut und 1729 Maria Heimsuchung (Visitation of Our Lady to St Elizabeth) geweiht. Davor war die heutige Friedhofskapelle Ta‘Zejt (Ta‘Zejt-Chapel), nordöstlich etwas außerhalb des Ortes gelegen, auch die Gemeindekirche. Ihr Name bezieht sich auf eine Legende, nach der unter einer der Kirchmauern Öl hervorgequollen sein soll nachdem eine arme Frau um Geld für ein Öllämpchen zu Ehren der Heiligen Maria gebetet hatte. Beim Versuch einiger Kaufleute das Öl gwinnbringend zu verkaufen, versiegte die Quelle wieder.

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Bekannter ist jedoch die östlich außerhalb des Ortes gelegene Wallfahrtskirche Ta‘Pinu (Blessed Virgin Mary of Ta’ Pinu). An einer seit dem 16. Jhd. hier bestehenden Kapelle hatte 1883 eine Frau aus Gharb eine Marienerscheinung. Daraufhin wurde zwischen 1920 und 1932 über der Kapelle – sie ist im Nordteil des Innenraumes erhalten – eine Kirche in neoromanischem Stil erbaut. Sie wurde aus Spendengeldern gozitanischer und maltesischer Gläubiger, teils aus der Diaspora, finanziert und ist reich mit Mosaiken und farbigen Fenstern ausgestattet. Jährlich finden Wallfahrten statt. Ein Kreuzweg mit lebensgroßen Marmorfiguren führt von der Kirche auf den Tafelberg ta’ Ghammar zu einem als Amphitheater angelegten Versammlungsplatz.
Der freistehende Glockenturm ist 61 m hoch.
Bemerkenswert sind zahlreiche Votivgaben, darunter abgelegten Gipsverbände und Krücken, die als Beweis für wunderbare Heilungen in den Nebenräumen ausgestellt sind.

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Von Gharb aus führen zwei tief eingeschnittene Täler an die Nordküste, die hier steil ins Meer abfällt. In den Klippen gibt es viele Höhlen, die aber nur vom Meer aus sichtbar sind. Der hier ständig wehende, scharfe Wind hat den weichen Globigerinenkalkfelsen zu wundersamen Windskulpturen umgeschliffen. Am Kap Hekka (Hekka-Point) am Ende der ta‘Milied –Schlucht (Wied ta‘Milied) gibt es besonders ausdrucksvolle pilzförmige Steinsäulen.
Die il-Mielah –Schlucht (Wied il-Mielah) endet in in einer schmalen, steilwandigen Felsenbucht, wo die Klippen ein Felsentor – das il-Mielah-Window – bilden. Die gesamte Schlucht wurde in einem von der Gemeinde initiierten und vom EU-Strukturfond kofinanzierten Umweltprojekt renaturiert. Dabei wurden illegale Müllkippen beseitigt, Bäume gepflanzt, Straße und Brücken saniert sowie ein Parkplatz und ein Wanderweg von Gharb her angelegt. Westlich des Fensters wurden Kletterhilfen in den Klippen angebracht. Mit der Verlängerung der Felsentreppe zum Tor bis hinunter ans Wasser – so dass Taucher hier direkt einsteigen können – soll das Projekt 2013 abgeschlossen sein. Infomaterial über die Natur- und historischen Sehenswürdigkeiten entlang des Wanderweges soll ebenfalls gedruckt werden.

Ghasri

ca. 400 Einwohner

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Das kleinste Dorf Gozos hat einen intakten Dorfkern mit traditionellen gozitanischen Häusern. An zweien von ihnen (Ghammar Street bzw. Lighthouse Street) hat sich ein besonderes Architekturelement erhalten: das Maxrabija-Fenster. Diese in der arabischen Welt verbreiteten, incl. Gitter komplett aus Stein gearbeiteten Fensterluken ermöglichen es, die Straße zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.
Die Dorfkirche stammt von Anfang des 20. Jhd’s.

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Nördlich des Dorfes beginnt das malerische il Ghasri–Tal (Wied il-Ghasri). Es wird von einigen Farmhäusern und der Kapelle gesäumt. Das Tal mündet in einer über 800 m langen, sehr schmalen und steilwandigen Felsenschlucht, die bei Schwimmern und Tauchern beliebt ist. Es gibt eine winzigen Strand. Aus einer nur vom Wasser her zugänglichen Höhle am Ende der Schlucht führt ein senkrechter Schacht auf die Klippen, durch den mittels eines Eimer-Hebewerkes Salzwasser in die oben angelegten Salzpfannen gefördert wurde. Die Straße von Ghasri führt westlich oberhalb der Schlucht an die Küste. Es gibt mehrere Aussichtspunkte mit Parkplätzen, die einen grandiosen Ausblick über die Klippen und in die Schlucht bieten.

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Westlich des Tales steht auf dem Tafelberg Ta‘Gurdan der 21 m hohe Leuchtturm Ta‘Gurdan (Gordan Lighthouse).
Er wurde unter britischer Herrschaft gebaut und 1853 eingeweiht. Das ursprüngliche Leuchtfeuer arbeitete noch mit Öllampen, später mit Kerosinlampen und einem rotierenden Reflektor. 1962 wurde die Anlage elektrifiziert und seit 1994 arbeitet sie voll automatisch. Die ehemaligen Unterkünfte des Wartungspersonals sind inzwischen verfallen.
Der Turm kann leider nicht besichtigt werden aber auch von seinem Fuße hat man einen wunderbaren Ausblick über ganz Gozo. Von einem Parkplatz unterhalb des Berges führt ein steiler aber befestigter Weg zum Leuchtturm.
Im Turm befindet sich auch eine Radarstation, die im 2. Weltkrieg eine große Rolle in der Luftwarnung spielte, und eine Wetterstation. U.A. werden hier Daten für „Global Atmosphere Watch“ erhoben, ebenfalls z.B. Daten für ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Malta und Köln, das den Einfluß von Kohlenmonoxid auf die Ozon-Schicht sowie das Ausmaß der atmosphärischen Verschmutzung erforscht.

Zebbug

(sebbudsh)
ca. 1850 Einwohner

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Der Ort erstreckt sich über die beiden Tafelberge ta‘Abram und iz-Zebbug, die über einen schmalen Steg verbunden sind und nach allen Seiten hin steil abfallen.
1738 wurde im Hang westlich des Ortes ein Alabastervorkommen entdeckt. Aus dem edlen Stein wurden zahlreiche Ausstattungsstücke der zwischen 1690 und 1726 errichteten Dorfkirche gefertigt, wie z.B. Altar und Taufbecken. Auch das Taufbecken der Kathedrale von Rabat besteht aus Alabaster von Zebbugg. In der Kirche gibt es in einer Seitenkapelle ein wundertätiges Marienbild, das durch Verfärbungen Naturkatastrophen vorraussagen soll.
Im Norden führt die Straße steil hinab zur Küste und weiter zum Ortsteil Marsalforn. Zunächst trifft man auf die felsige Badebucht Xwejni (Xwejni Bay, schu-eini) und westlich davon auf ausgedehnte Salinen an der Bucht Ghajn Barrani. In beiden Buchten führen Leitern ins Wasser. Der gesamte Küstenabschnitt ist ständigen starken Winden ausgesetzt, die den weichen Globigerinenkalkfelsen glatt geschliffen und an einigen Stellen zu eindrucksvollen Windskulpturen wie Pilzen oder Wellen geformt haben. An der Straße oberhalb der Salinen erinnert eine Marmortafel an den Rekordschwimmer Nicky Farrugia, der 1985 in über 30 Stunden von Sizilien nach Gozo schwamm und hier landete.
Östlich des Zebbug-Plateaus erheben sich weitere Tafelberge. Auf dem Ta‘Kuljat- Berg zeugen die charakteristischen flaschenförmigen Vorratsgruben von einer bronzezeitlichen Siedlung (1.500 – 900 v.u.Z.). Zahlreiche verstreute Keramikscherben stammen ebenfalls aus dieser Epoche. Im Hinterland der Qbajjar- Bucht (Qbajjar Bay, baijar) wurden auch punische Gräber (550 – 218 v.u.Z.) gefunden.

Marsalforn

Der zu Zebbug gehörende ehemalige Fischerhafen ist heute der größte Touristenort Gozos. Mindestens von der Römerzeit bis zum Ausbau des Hafens von Mgarr im 17. Jhd. war die Felsenbucht der bedeutendste Hafen, der Gozo mit Licata auf Sizilien aber auch mit anderen Städten auf Sizilien und dem Festland verband. Insbesondere wurden Nahrungsmittel geliefert aber auch Passagiere starteten von hier, so soll nach der Legende der Apostel Paulus von hier über Sizilien nach Rom aufgebrochen sein.
Dem Hlg. Paulus – bzw. seinem Schiffbruch in der heutigen St. Pauls- Bucht im Nordosten Maltas – ist die kleine Dorfkirche geweiht. Der heutige Bau stammt von 1730, eine Kirche gab es hier jedoch bereits im 14. Jahrhundert.
Südlich des Ortes steht auf einem Bergkegel die 12 m hohe Erlöser- Statue „Tas-Salvatur“ („Our Saviour“).

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Der Hafen beherbergt auch heute noch eine kleine Flotte von Fischerbooten. Der Ort besteht aber nur noch aus Hotels und Apartmenthäusern, die sich inzwischen über die Hänge der Bucht und im Westen bis hin zur Qbajjar- Bucht ausgebreitet haben. Dorthin führt vom Hafen die Promenade mit Restaurants, Kiosken, Souvenirläden und einer kleinen Grünanlage mit Kinderspielplatz.
Es gibt einen kleinen Sandstrand direkt im Hafen, der aber in der Saison oft überfüllt ist. Ruhiger geht es an dem kleinen Sandstrand an der Qbajjar- Bucht (Qbajjar Bay, baijar) oder weiter westlich in den Felsenbuchten von Xwejni (schu-eini) und Ghajn Barrani zu. Hier führen Leitern ins Wasser. Die Buchten sind in 20-30 Minuten von Marsalforn aus zu Fuß zu erreichen.
Auf dem Kap zwischen Qbajjar- und Xwejni- Bucht fällt ein Kegelstumpf aus weichem Kalkstein auf – „il-Qolla l-Bajda“ genannt, wobei „il-Qolla“ die traditionellen großen tönernen Wasserauffang- und –vorratsgefäße bezeichnet und „ l-Bajda“ die weiße Farbe des Steines. Es gab auch noch den gelben (il-Qolla s-Safra) und den roten (il-Qolla l-Hamra) Kegel, die aber inzwischen verschwunden sind – ersterer unter den Neubauten westlich der Hafenbucht und letzterer durch die Erosion.
Auf dem Kap und besonders westlich der Xwejni- Bucht gibt es große Felder mit aus dem Kalkstein gehauenen Salzpfannen, die bis heute genutzt werden. Die Küstenfelsen in diesem Abschnitt sind durch den ständigen Wind glatt geschliffen wobei an einigen Stellen Windskulpturen wie Wellen oder Pilze entstanden sind.