Großraum Valletta

Karte: Großraum Valletta


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Msida

8.000 Einwohner

Außer dem Campus der University of Malta befindet sich hier an der Msida-Bucht (Msida Creek) der grösste Jachthafen Maltas.

In der Stadt ist das historische Waschhaus Ghajn tal-Hasselin bemerkenswert. Es lag ursprünglich direkt am Wasser, nach dem 2. Weltkrieg wurde die Bucht z.T. mit Trümmern zugeschüttet, so dass das Waschhaus jetzt ein gutes Stück landeinwärts liegt.

Hamrun

9.400 Einwohner

Es handelt sich weitgehend um reines Wohngebiet.
Die Hauptstrasse – St. Joseph High Street – ist die bekannteste Einkaufsstrasse Maltas u.A. mit Möbelgeschäften und Supermärkten.
Erhalten ist der alte Bahnhof der einstigen Eisenbahnlinie Valletta-Mdina, in dem sich heute u.A. das Hauptquartier der Hamrun Scout Group (eine der ältesten Pfadfinder-Gruppen der Welt) befindet.

Floriana

2.150 Einwohner

1634 wurde als landseitige Verteidigungslinie Vallettas ein zweiter Bastionsgürtel – die Floriana-Linie – errichtet. Den Auftrag erhielt der italienische Baumeister Pietro Floriani. Den Eingang bildete das erst 1697 fertig gestellte Tor „Port des Bombes“. Ursprünglich hatte es allerdings nur einen Bogen. Der baugleiche zweite Bogen wurde 1868 angefügt, um Platz für den angewachsenen Verkehr zu schaffen. Aus dem gleichen Grund wurden 1930 die Verbindungsmauern zu den Bastionen abgerissen.
Zwischen den beiden Wällen entstand bald eine nach Floriani benannte Vorstadt aber erst 1724 wurde das Gelände zur Besiedlung freigegeben und das regelmäßige Straßennetz angelegt. Nach den Bombardements des 2. Weltkrieges mußte Floriana fast vollständig neu aufgebaut werden.

Der Tritonenbrunnen zwischen Floriana und Valletta, unmittelbar vor dem Haupttor (City Gate) Vallettas, ist mit dem Zentralen Busbahnhof auch der zentrale Platz ganz Maltas. Sonntags findet hier ein Flohmarkt statt.
Von hier führt die alleeartige Hauptstrasse „The Mall“ (auch Maglio) zur St. Publius Kirche. „The Mall“ wurde zur Ritterzeit als Ballspielplatz für die Ordensritter erbaut, heute sind in dem grünen Mittelstreifen verschiedene Büsten aufgestellt.
Auf dem großen offenen St. Publius-Kirchplatz finden heute alle wichtigen Großveranstaltungen, das Fest zum Tag der Unabhängigkeit am 20.9. und im Sommer viele Open-Air Konzerte statt.
Unter dem Platz hatten die Ordensritter Getreidespeicher angelegt, deren runde Steindeckel bis heute erhalten sind.

Die hinter dem Platz aufragende St. Publius Kirche wurde 1733 von Giuseppe Bonnici erbaut und im 19. Jhd mit einer neuen Fassade erweitert. Nach schwerer Zerstörung im 2. Weltkrieg mußte St. Publius vollständig neu aufgebaut werden.
Der Kirchenpatron St. Publius ist jener römische Statthalter, der nach der Legende im Jahre 60 u.Z. den vor Malta gestrandeten Apostel Paulus in einer Grotte in Rabat gefangen setzte. Später ließ er sich jedoch durch Paulus bekehren und wurde der erste Bischof von Malta.

Hinter der St. Publius Kirche befindet sich die Pestkapelle Sarria, eine 1678 von Lorenzo Gafa erbaute Rundkirche, und rechts der Wignacourt-Wasserturm, der 1615 als Endpunkt des Aquädukts erbaute Wasserturm, von dem aus das Wasser in die Brunnen und Speicher Vallettas verteilt wurde.
Am Wasserturm ist auch der Eingang zum Botanischen Garten Argotti (Argotti Botanical Garden) u.A. mit einer Sammlung
endemischer maltesischer Pflanzen, einem Herbarium und einer Kakteensammlung. Dahinter liegen in den Bastionen Florianas mehrere kleine, öffentliche Gärten – Sa Maison Garden, St. Philip Garden und Garten der Stille (Garden of Rests) – denen allen die weite Aussicht über den Marsamxett-Hafen und die Bastionen gemeinsam ist. Der Garten der Stille (Garden of Rests)
umfasst auch den ehemaligen Pestfriedhof an der Sarria-Kapelle und den protestantischen Friedhof. 2004 wurde hier ein kleines Museum über maltesische Begräbnissitten eingerichtet.

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In der St. Francis Bastion befindet sich ein Kapuzinerkloster, in dem heute noch einige Mönche leben. Bei Wiederaufbauarbeiten nach schweren Kriegszerstörungen wurde 1979 das Beinhaus (Carniera) unter dem Kloster neu entdeckt und restauriert. Es handelt sich um eine Krypta aus drei großen –70 m langen – Kellergewölben, in der 120 Mumien von Priestern bestattet waren. Die Mumien standen aufrecht in Nischen, wobei Schädel und Becken angenagelt worden waren. Die Einbalsamierung wurde 1872 durch die britische Besatzungsmacht verboten, so dass dieses Wissen heute verloren ist.
Nur einige Skelette und eine Mumie wurden in einer Glasvitrine in der Krypta belassen. Eine Besichtigung ist nachVereinbarung möglich. (Tel.: 21225525)

Valletta

6.300 Einwohner

„Il Belt“ – die Stadt – ist seit der Ritterzeit Hauptstadt Maltas. Sie wurde als Festung erbaut und ist als solche weitgehend unverändert erhalten. Sie steht vollständig unter Denkmalsschutz und gehört seit 1980 zum Weltkultuererbe der UNESCO. Valletta ist für den Autoverkehr gesperrt, es gibt Elektrotaxis und im Sommer Pferdekutschen, die Karozzins.
Zusammen mit dem nahtlos anschließenden Speckgürtel – von Sliema über Birkirkara bis Paola – ist Valletta zugleich eine dichtbesiedelte Großstadt.

Geschichte

Die große Landzunge Scibbera zwischen den beiden natürlichen Hafenbecken – dem heutigen Marsamxett Harbour und Grand Harbour – trug schon vor Ankunft der Johanniter auf ihrer Spitze ein kleines Fort.

Nach Abzug der Türken nach der Großen Belagerung von 1565 wurde unter Großmeister Jean Parisot de la Vallette die gesamte Halbinsel Scibbera zur Festung mit der nach ihm benannten Hauptstadt Valletta ausgebaut. Zum Baumeister wurde Francesco Laparelli da Cortona (1521-1570), ein Schüler Michelangelos, und ab 1568 dessen maltesischer Assistent Girolamo Cassar berufen.
Zunächst wurde der Great Ditch – der 15 m tiefe Festungsgraben – aus dem Fels geschlagen. Damit wurde die Halbinsel vom Festland getrennt und ein Durchgang von Hafen zu Hafen geschaffen. Auch die landseitigen Bastionen St. John’s und St. James wurden dabei angelegt. Zwischen beiden befand sich das Hauptfestungstor, die Porta Reale mit Zugbrücke.
Anschließend wurde die so entstandene Insel mit Festungsmauern umgeben. Entlang der Mauern führte eine Ringstrasse, die den Truppenbewegungen diente.
Die Bebauung des Festungsinneren erfolgte erstmals in Europa nach einem Gesamtplan, wobei die Hauptstrasse, die heutige Republic Street, eine Mittelachse bildet, an der sich das schachbrettförmige Straßennetz orientiert. Die quer zur Republic Street verlaufenden Straßen fallen dabei zu den Häfen hin steil ab und gehen z.T. sogar in Treppenstraßen über.

Auch die Planung einzelner Gebäude unterlag strategischen Gesichtspunkten. So mußte auf die ursprünglich geplante Kuppel der Kathedrale verzichtet werden, weil sie die Schußfelder der Artillerie eingegrenzt hätte.

Sehenswürdigkeiten

Festungsrundgang

Man betritt Valletta durch das heutige City Gate gleich hinter dem Zentralen Busbahnhof. Es wurde 1964 anstelle des alten Festungstores, der Porta Reale, gebaut. Momentan (Stand März 2012) wird der Stadtzugang wiederum umgebaut und zugleich erweitert.
Das Tor führt zwischen den beiden landseitigen Festungsbastionen St. John‘s Cavalier und St. James Cavalier über den 15 m tiefen Festungsgraben (Great Ditch) direkt auf Vallettas Hauptstrasse, die Republic Street. Von den beiden Bastionen aus konnte das Vorfeld der Festung, also der heutige Tritonplatz (Tritonsquare), mit Kanonen beschossen werden.

Der Festungsgraben (Great Ditch) wurde als erste Baumaßnahme nach dem Abzug der Türken 1565 in den Felsen geschlagen um die Halbinsel Scibbera vom Festland abzutrennen. Hinter der Bastion St. James Cavalier kann man über die Girolamo Cassar-Straße (Triq Girolamo Cassar) hinabsteigen und zwischen den senkrechten, 15 m hohen Felswänden von einem Hafen zum anderen laufen. Dabei sieht man auch das zugemauerte Tunnelmundloch des unterirdischen Bahnhofes und die Rampe der Eisenbahnlinie Valletta – Mdina.

In der westlichen der beiden landseitigen Bastionen, der St. Johns Bastion befindet sich heute der Hastings-Garten (Hastings Garden), die grösste Grünanlage Vallettas, die sich bis zur Bastion St. Michael unmittelbar am Marsamxett-Hafen erstreckt. Steile Treppenstraßen führen hinab zum Fischerhafen, wo auch die Fähre von Sliema anlegt.
Vom Garten hat man eine tolle Aussicht über den Marsamxett-Hafen und die westlichen Festungsmauern, die einst von der deutschen Landsmannschaft verteidigt wurden (German Curtain). Im Bastionsgebäude St. Johns Cavalier befindet sich die Botschaft des heutigen Malteserordens, des Rechtsnachfolgers der Johanniter.

Die östliche Bastion St. James bildet mit dem Kastilien-Platz (Castille Place) den höchsten Punkt der Stadt. Im Gebäude der Bastion St. James Cavalier befindet sich heute ein Kulturzentrum und die Hauptpost. Benannt ist der Platz nach dem Quartier der kastilischen Landsmannschaft des Johanniterordens (Auberge de Castile et Léon), in dem sich heute der Amtssitz des Premierministers befindet.

Weiter östlich gelangt man zur St. Barbara Bastion, wo sich ehedem der Exerzierplatz der Ritter und heute die Grünanlage Upper Barracca Gardens befindet. Sie ist von ehemals überdachten, umlaufenden Arkaden umgeben und enthält viele Skulpturen, darunter die „Gavroches“ von Antonio Sciortino.
Die Anlage bietet tolle Aussicht über den Großen Hafen, auf die „Three Cities“ sowie in die schluchtartigen Treppenstraßen um die St. Ursula Street, die hinab zum Hafentor, dem Victoria Gate, und zum Grand Harbour führen. Das Victoria Gate wurde 1884 anstelle des zu eng gewordenen Del-Monte-Tores errichtet. Es zeigt auf der Hafenseite die alten Wappen Maltas und Vallettas, darüber wurden Wappentiere und Krone Großbritannens mit dem Monogramm der damaligen Königin Victoria angebracht.
Es ist auch ein Lift zum Hafen geplant, der direkt in das unterhalb liegenden Parkhaus von Floriana führen soll.
Unterhalb der Upper Barracca Gardens liegt östlich die Plattform der Saluting Batterie, von der täglich um 12.00 Uhr durch historisch kostümierte „Soldaten“ die Kanonen abgefeuert werden, und südlich in der St. Paul’s Bastion die Lascaris-Befehlsstände (Lascaris War Rooms), Sitz des Oberkommandos der britischen und später der alliierten Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg.

Unterhalb der Festungsmauer führt die Straße Richtung Festland vorbei an Lagerhäusern, die im 18. Jhd. unter Großmeister Perellos gebaut wurden. Hier ankerten die großen Handelsschiffe der Ritterzeit. Durch den Tunnel unter der Lascaris Bastion gelangt man zu den Kais des Großen Hafens mit dem Zollgebäude und weiter zum neuen, hypermodernen „International Sea Terminal“ für Kreuzfahrtschiffe und die Sizilienfähre. Hier werden bis zu 100 Kreuzfahrtschiffe im Monat empfangen. Als neueste Flaniermeile insbesondere für die Kreuzfahrttouristen wurden hier, an der „Valletta Waterfront“, historische Speicher restauriert und zu Restaurants, Geschäften usw. umgebaut.
Richtung Norden gelangt man auf der Ringstraße vorbei am Fischmarkt zur Bastion, in der sich die Grünanlage Lower Barracca Gardens befindet. Auf der Festungsmauer gegenüber steht der Steinpavillon des Kriegsdenkmals „Siege Bell“ (War Memorial) für die Opfer der „Zweiten Belagerung“ von 1940-42, als Valletta monatelang bombardiert wurde und von allen Versorgungslinien abgeschnitten war.

Fort St. Elmo auf der Spitze der Scibbera-Halbinsel bestand schon vor Ankunft der Johanniter auf Malta 1530. Ab 1553 wurde es in Erwartung des Angriffes der osmanischen Flotte wegen seiner Lage an der Einfahrt zu beiden Häfen ausgebaut und mit sternenförmig angeordneten Bastionen versehen.
Während der „Großen Belagerung“ von 1565 unterlag das Fort 31 Tage lang massivem Artilleriebeschuß durch die Türken und wurde vollständig zerstört. Das heldenhafte Ausharren der Besatzung verschaffte aber den entscheidenden Zeitgewinn zur Verstärkung der Festungsanlagen von Birgu und Senglea.
Als dann endlich Verstärkung aus Venedig eintraf, waren die osmanischen Truppen soweit geschwächt, dass sie abzogen ohne in weitere Kämpfe zu treten.

Das Fort St. Elmo wurde völlig neu aufgebaut und in die Festungsanlage der neuen Hauptstadt Valletta einbezogen. Auf dem Vorplatz findet man die steinernen Deckel von bis zu 7 m tiefen Kornspeichern.
Heute befindet sich im Fort Maltas Polizeischule, Besichtigungen sind an den Wochenenden möglich. Mehrmals im Monat findet die „In Guardia“, eine Parade mit historischen Uniformen und Waffen aus der Ritterzeit, statt.
Außerdem ist im Fort das Nationale Kriegsmuseum (National War Museum) untergebracht, das der Rolle Maltas in den beiden Weltkriegen, insbesondere der „Zweiten Belagerung“ von 1940-42 gewidmet ist.
Ausgestellt sind Dokumente und militärische Ausrüstungen sowie sehr eindrucksvolle Fotos, die die Kriegszerstörungen und das Leben der hungernden und ausgebombten Zivilbevölkerung dokumentieren. Prunkstücke der Sammlung sind eines der drei „Gloster Gladiator“- Doppeldeckerflugzeuge, die zu Kriegsbeginn die gesamte maltesische „Luftwaffe“ darstellten, sowie das Georgskreuz, der Originalorden, der Malta 1942 vom englischen König verliehen wurde, und der bis heute Bestandteil der Nationalflagge ist.

Innenstadt

Das Innere der Festung wurde schon in der Ritterzeit vollständig bebaut. Die Bebauung erfolgte erstmals in Europa nach einem Gesamtplan, wobei die Hauptstrasse, die heutige Republic Street, eine Mittelachse bildet, an der sich das schachbrettförmige Straßennetz orientiert. Die quer zur Republic Street verlaufenden Straßen fallen dabei zu den Häfen hin steil ab und gehen z.T. sogar in Treppenstraßen über.

Die Republic Street führt auf dem Kamm der Scibbera-Halbinsel vom City Gate zum Fort St. Elmo auf der Nordspitze. Sie ist heute die sehr belebte Flaniermeile für Einheimische und Touristen mit vielen Geschäften, Restaurants und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Der Grossmeisterpalast wurde als eines der ersten Gebäude 1568-72 als Sitz des Großmeisters erbaut. Bis zur französischen Okkupation 1798 war er über 200 Jahre lang administratives Zentrum und militärisches Hauptquartier des Johanniterordens sowie offizielle Residenz aller Großmeister. Zwischen 1800 und 1964 residierte hier der britische Gouverneur, heute ist das Gebäude Amtssitz des Präsidenten und Tagungsort des Parlaments.
Auf dem Schloßplatz (Palace Square) werden an nationalen Feiertagen Militärparaden abgehalten, eine Bronzeskulptur ist dem Sette-Giugno-Aufstand gewidmet.

Ab 1571 durch Gerolamo Cassar (1520-1586) erbaut, weist das Palastgebäude äußerlich die Strenge und Schlichtheit der damaligen Zeit auf. Das Obergeschoß beherbergte die Verwaltungs- und Repräsentationsräume des Ordens während im Erdgeschoß Pferdeställe, Wirtschaftsräume und Dienstbotenquartiere untergebracht waren.
Erst 1741 wurden bei einem Umbau u.A. die beiden Barockportale sowie die Erker in die Fassade eingefügt.
Die beiden Portale führen in zwei Innenhöfe. Da das linke Portal für Staatsbeamte und –besucher reserviert ist, sind beide Höfe über das rechte Portal zu betreten.
Im rechten Hof, dem Prince Alfred Court, ist eine kunstvolle Uhr auf einem der Giebel bemerkenswert. Sie stammt von 1745 und hat vier Ziffernblätter für Stunde, Tag, Monat und Mondphase. Zur vollen Stunde schlagen vier Orientalen mit Hämmern die Glocken.
Im linken Hof, dem Neptuncourt, befinden sich die Eingänge zur Waffenkammer im Erdgeschoss und den prunkvollen Staatsräumen in der ersten Etage. Beide sind der Öffentlichkeit zugänglich. Nur wenn Staatsakte oder Parlamentssitzungen (gewöhnlich donnerstags) stattfinden sind die Räume für Besucher gesperrt.
Die bronzene Neptunstatue im Hof wurde 1615 für einen der Fischmärkte Vallettas geschaffen und erst 1861 durch den britischen Gouverneur in den Hof versetzt.

Die Waffenkammer (Palace Armoury) zeigt Waffen und Rüstungen der Ordensritter, darunter außergewöhnliche und kuriose Stücke. Es gibt auch Beutestücke von den osmanischen Gegnern sowie Kanonen, Kutschen, Fahnen usw. Die Räume waren früher die Pferdeställe des Großmeisters, der Wandbrunnen im Hof diente als Pferdetränke.

Als Staatsräume (State Rooms) werden die repräsentativen Innenräume des Großmeisterpalastes bezeichnet. Man erreicht sie über einen Korridor, dessen Decken und Wände mit Gemälden bedeckt und in dessen Marmorfußboden verschiedene Wappen von den Ordensrittern bis zur Republik Malta eingelassen sind.
Im Gegensatz zur Schlichtheit des Äußeren wurden die Innenräume des Palastes im Laufe der Jahrhunderte mit kostbaren Bildern, Möbeln, Tapeten, Gobelins usw. ausgestattet.
Äußerst eindrucksvoll sind der Gelbe und der Rote Salon (Yellow State Room, Red State Room), der Ratssaal (Supreme Council Hall) mit dem Thron des Großmeisters und zwölf authentischen Darstellungen der Großen Belagerung von 1565 sowie der Gobelinsaal (Tapestry Chamber), dessen Wände mit zehn kostbaren Gobelins von 1710 bedeckt sind. Sie zeigen Pflanzen, Tiere und Ureinwohner aus damals noch weitgehend unbekannten und märchenhaften Ländern in Südamerika, der Karibik, Indien, Afrika.

St. John’s Co-Kathedrale (Co-Cathedral) wurde als Konventskirche des Johanniterordens 1573-77 durch Gerolamo Cassar (1520-1586) erbaut.
Sie wurde Johannes dem Täufer, dem Schutzpatron des Johanniterordens, geweiht. Der ungewöhnliche Titel einer „Co-Kathedrale“ bezeichnet sie als Zweitsitz des Erzbischofs von Malta, zu dem sie 1816 neben der Kathedrale von Mdina erhoben wurde.
Das Äußere ist dem Renaissance-Stil der damaligen Zeit entsprechend schlicht gehalten. Ungewöhnlich ist der Balkon über dem Hauptportal, der speziell für die Ausrufung des Großmeisters nach Neuwahlen gebaut wurde. Die achteckigen Spitzen der beiden Glockentürme waren im zweiten Weltkrieg abgenommen worden, um dort Flakgeschütze zu postieren. Die Turmuhr hat drei Ziffernblätter für Stunde (ohne Minutenzeiger), Wochentag und Mondphase.

Das Mittelschiff ist 58 m lang und trägt ein durchgehendes Tonnengewölbe. Die Seitenschiffe sind in zwölf Räume unterteilt, in denen sich u.A. die Kapellen der acht Landsmannschaften (Zungen) des Johanniterordens, weitere Kapellen und verschiedene Durchgänge befinden.
Die überaus prächtige Innenausstattung erfolgte erst ab 1661 durch den italienischen Barockmaler und Ordensritter Mattia Preti. Außer aus Stiftungen einzelner Ordensritter wurde sie maßgeblich aus dem Pflichtanteil finanziert, der der Kirche aus der Beute von den Kaperfahrten des Ordens gegen muslimische Handelsschiffe zustand.
Die Ausschmückung des Kathedralenraumes wurde als ein Gesamtkunstwerk konzipiert und kann als solches als das Hauptwerk Pretis gelten. Es umfaßt die Fresken des Tonnengewölbes mit Szenen aus dem Leben Johannes‘ des Täufers, einige Altarbilder der Seitenkapellen und die komplizierten, vergoldeten Steinschnitzereien auf den Wänden und Pfeilern.

Der Hauptaltar stammt von dem italienischen Barockbildhauer Giuseppe Mazzuoli (1644-1725) und stellt die Taufe Christi dar. Die Figurengruppe aus makellos weißem Marmor soll wohl einen Gegensatz zu all dem Gold bilden, setzt sich in dieser Pracht jedoch nur schwer durch.

Einzigartig sind die 375 Grabplatten von Ordensrittern, die in den Boden der Kathedrale eingelassen sind. Sie wurden mit aufwendigen Einlegearbeiten aus verschiedenfarbigem Marmor gestaltet und zeigen Wappen der Ritter, ihre Heldentaten sowie Skelette, Totenschädel und andere Symbole der Vergänglichkeit. Darunter ist auch das eher einfache Grab Mattia Pretis im Durchgang zur Sakristei. In der Kapelle der Provence befindet sich der Zugang zur Krypta mit den Sarkophagen der ersten zwölf Großmeister.

Das angeschlossene Kathedralenmuseum zeigt Messgewänder, Sakralgegenstände, Bücher und eine Gemäldesammlung sowie kostbare Gobelins. Die Gobelins sind das Antrittsgeschenk des Großmeisters Ramon Perellos y Roccaful an den Orden anläßlich seiner Wahl ins Amt 1697. Sie wurden zwischen 1697 und 1700 in der Hofmanufaktur des französischen Königs Ludwig XIV zu Brüssel nach Entwürfen von Peter Paul Rubens und Nicolas Poussin gefertigt. Alljährlich zum Patronatsfest am 24. Juni wird die Ko-Kathedrale mit ihnen ausgeschmückt.
Ein weiteres Prunkstück der Ausstellung ist das Gemälde „Enthauptung Johannes des Täufers“ von Michelangelo da Caravaggio im ehemaligen Oratorium, ein weiteres Caravaggio- Bild stellt den „Heiligen Hieronymus“ dar und ist wohl ein Portrait des Großmeisters Alof de Wignacourt (1601-1622).

Neben Palast und Konventskirche war das wichtigste Gebäude des Johanniterordens das Hospital Sacra Infermeria Santo Spirito. Schließlich war der Orden einst als Hospitaliterorden zur Pflege der Kreuzritter und Pilger gegründet worden. Die Krankenpflege blieb immer ein Hauptanliegen des Ordens. Das Hospital wurde 1575 gebaut und war für die damalige Zeit äußerst komfortabel. Durch einen Tunnel konnten Verwundete und Kranke direkt vom Hafen ins Krankenhaus gebracht werden. Der 155 m lange Krankensaal war 9 m hoch, was auch bei Mittelmeerklima einigermaßen erträgliche Temperaturen ermöglichte. Jeder Kranke hatte ein eigenes Bett und die Ausstattung mit Marmorfußboden und antibakteriellem Silbergeschirr ermöglichte vorbildliche Hygiene.
Heute ist in den restaurierten historischen Gebäuden ein Mediterranes Konferenzzentrum untergebracht. Der ehemalige große Innenhof wurde überdacht und ist heute der größte Saal Maltas, die „Republic Hall“.
Der sehr sehenswerte riesige ehemalige Krankensaal kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Die Wohnquartiere der Johanniter waren die Auberges genannten Paläste der acht Landsmannschaften (Zungen). Alle Auberges wurden bald nach der Gründung Vallettas durch den Stadtarchitekten Gerolamo Cassar (1520-1586) gebaut. In der Regel befanden sie sich in der Nähe der den Landsmannschaften zugeordneten Verteidigungsabschnitte.
Die Auberge Kastiliens und Leons (Auberge de Castile et Léon) befindet sich am Kastilien-Platz (Castille Place) bei der Bastion St. James. Ihre barocke Fassade stammt von 1741. In dem Gebäude befindet sich heute der Amtssitz des Premierministers, eine Besichtigung ist nicht möglich.
Die Auberge Aragons (Auberge d’Aragon) am Marsamxett-Hafen beherbergt heute das Finanzministerium. Bis auf das später hinzugefügte klassizistische Portal bewahrt sie als einzigste Auberge ihr seit dem 16. Jhd. unverändertes Aussehen.
In der Auberge Italiens (Auberge d’Italie) in der Merchants Street befindet sich heute der Hauptsitz des maltesischen Touristenbüros.
Die Auberge Englands und Bayerns (Auberge d’Angleterre et Baviere) in der West Street dient heute als Justizbehörde. Dieses Gebäude wurde als einzigste Auberge nicht von Gerolamo Cassar gebaut. Es handelt sich um das ehemelige Palazzo Carnieri von 1769, in das die erst sehr spät gegründeten kleineren Landsmannschaften einzogen.
Die Auberge Deutschlands (Auberge d’Allemagne) stand am Independence Place gegenüber der Auberge von Aragon, sie wurde 1838 abgerissen. Die Auberges Frankreichs und der Auvergne (Auberge de France, Auberge d’Auvergne) wurden im zweiten Weltkrieg zerstört.
Die Auberge der Auvergne befand sich an der Republic Street gegenüber dem Great Siege – Platz. An ihrer Stelle wurde 1967 der Gerichtshof (Justice Court) errichtet.

In der Auberge der Provence in der Republic Street beherbergt seit 1958 das Archäologische Nationalmuseum. So ermöglicht der Besuch des Museums auch eine Besichtigung der Innenräume einer Auberge. Vom Leben in der Ritterzeit zeugen die Deckenmalereien im Entree und der vollständig erhaltene „Grand Salon“ mit der geschnitzten Kassettendecke und der reichen Wandbemalung. Zur Nutzung der übrigen Räume und zum Leben der Ritter hier gibt es leider keine Informationen.
Mit der nationalen archäologischen Sammlung – den Fundstücken von den zahlreichen archäologischen Stätten Maltas – beherbergt das Museum einen Schatz von weltweiter Bedeutung. Ein Großteil der Ausstellung ist der Megalithzeit gewidmet. Zu sehen sind die Originale der mit kunstvollen Spiral- und Tierreliefs gestalteten Ausstattungsstücke aus den Tempeln von Hagar Qim und Tarxien sowie der vielen Statuetten u.A. aus Hagar Qim und Hal Saflieni, darunter die weltbekannte Schlafende Dame (Sleeping Lady). Modelle der Tempelstätten, Fotografien der Fundplätze und gut gestaltete Informationstafeln in malti und englisch ermöglichen die geschichtliche Einordnung. Nicht weniger bedeutend sind die Abteilungen für die Vor-Megalith-Zeit, die Bronzezeit, die phönizisch-punische sowie die römische Epoche.

Zwischen Großmeisterpalast und Co-Kathedrale liegen der „Platz der Großen Belagerung“ (Great Siege Square) mit dem von Antonio Sciortino gestalteten Denkmal und der Platz der Republik (Republic Square) mit der Nationalbibliothek. Diese wurde 1796 als letztes Gebäude der Johanniter fertiggestellt und beherbergt u.A. das seit dem 12. Jhd. bestehende Archiv des Johanniterordens sowie viele Dokumente des maltesischen Adelsparlaments, der Universita.
In Vitrinen im alten Lesesaal sind einige wertvolle historische Dokumente ausgestellt. Zu den bedeutendsten Stücken zählt die Lehensurkunde Karls V., mit der er Malta 1530 den Rittern überträgt.
Der öffentliche Lesesaal bietet auch PC-Arbeitsplätze und Internetzugang.

Das ehemalige Gerichtsgebäude Castellania an der Merchant Street beherbergt heute das Gesundheitsministerium. Der Pranger an der Hausecke zum St. John‘s Square und Statuen der Gerechtigkeit mit Schwert und der Wahrheit mit Spiegel über dem Portal erinnern an die einstige Funktion. Es wurde 1748-60 als Zivil- und Kriminalgericht des Johanniterordens erbaut.

Im Viertel an der St. Michael’s Bastion findet man noch einige historischen Paläste aus der Zeit des Johanniterordens, darunter das Palazzo in der South Street, in dem heute das Nationalmuseum der Schönen Künste (National Museum Of Fine Arts) untergebracht ist. Das Gebäude gehört zu den ältesten in Valletta, wurde aber in den 1760-er Jahren im Stil des italienischen Spätbarock zur Privatresidenz eines vermögenden Ordensritters umgebaut und u.A. mit dem schönsten Treppenaufgang Maltas geschmückt. Ein Besuch lohnt schon wegen der edlen Räumlichkeiten. Die Ausstellung zeigt europäische Malerei des 14-17. Jhds mit einer besonderen Abteilung für Mattia Preti, sowie moderne Kunst, insbesondere Skulpturen des maltesischen Bildhauers Antonio Sciortino, daneben auch Kunsthandwerk wie Majoliken, Silber- und Furnierarbeiten.

Das Manoel Theater (Teatro Manoel) in der Old Theatre Street wurde 1732 durch Großmeister Antonio Manoel de Vilhena gestiftet. In dem äußerlich schlichten Gebäude ist die prachtvolle Originalausstattung des 19. Jhds erhalten. Als Vorbild für die vier aufwändig bemalten und vergoldeten hölzernen Logenränge diente das Teatro La Fenice in Venedig.
Als Eingang und Foyer für das Theater wurde der benachbarte Adelspalast aus dem 18. Jhd. umgebaut. Hier befindet sich auch ein Konzertsaal (Sala Issuard), wo u.A. auch Jazz-, Rock- und Folkkonzerte stattfinden.
Das Theater gehört zu den ältesten Bühnen Europas. Außerhalb der Vorstellungen kann es besichtigt werden.

Außer den Gebäuden der Ordensritter sind in der Stadt viele Adels- und Patrizierpaläste erhalten.
Der Palazzo Verdelin gegenüber dem Großmeisterpalast an der Archbishop Street fällt durch seine prunkvolle Fassade auf. Er wurde 1672 erbaut.
Im Palazzo Parisio, dem heutigen Außsenministerium in der parallel zur Republic Street verlaufenden Merchant Street, wohnte Napoleon 1798 fünf Tage lang, nachdem der Ritterorden kampflos kapituliert hatte und der französische Ägyptenfeldzug von hier aus fortgesetzt wurde.

Ebenfalls an der Merchant Street befindet sich auf der Rückseite des Großmeisterpalastes die Markthalle. Die Eisenkonstruktion von 1859 wurde zu einer modernen Ladenpassage umgebaut, wo man alle maltesischen Spezialitäten findet. Jeden Vormittag findet daneben der berühmt-berüchtigte Il-Monti-Markt statt, der von Heiligenbildern bis zu Raubkopien der neuesten Pop-CD‘s einfach alles bietet.

Unter den Arkaden des Kathedralvorplatzes bietet das Malta Crafts Center einen Querschnitt maltesischen Kunsthandwerks an.
Lohnend ist auch ein Abstecher in die Zachary Street, eine der belebtesten Einkaufsstraßen Vallettas.

Marsa

6.350 Einwohner

Die Stadt liegt am Südende der 4 km tief ins Land eingeschnitten Bucht des heutigen Grand Harbour. Während der Großen Belagerung von 1565 befand sich hier – auf der freien Ebene vor der Festung Birgu – das Lager der osmanischen Truppen. Unter Großmeister Castellar (1636-1657) wurde hier DER Warenumschlagsplatz des Johanniterordens eingerichtet, der seither der bedeutendeste Hafen Maltas war. Unter britischer Herrschaft, als sich auf Malta das Hauptquartier der britischen Mittelmeerflotte befand, stieg die Bedeutung des Hafens und der Werften noch. Nach Eröffnung des Suezkanals liefen alle Schiffe nach Indien und den Kolonien über Malta.
Nach der Unabhängigkeit wurden die kleineren Werften zu einem staatlichen Betrieb, den «Malta Dry Docks», vereint. In den sozialistischen 70-er Jahren errichtete die VR China die «China Friendship Docks» für die junge Republik. Deren Riesenkräne an der Grenze zu Senglea sind noch heute Marsas Warzeichen. Nach Maltas EU-Beitritt mußten die staatlichen Subventionen für die Werften eingestellt werden. Marsa ist weiterhin Standort für Schiffbau und Tankerreinigung. Daneben wurde Elektro-, Auto-, Textilindustrie angesiedelt.
Bis heute werden in Marsa fast alle alle Import- und Exportgüter umgeschlagen.
Der größte Hafen Maltas mit Containerumschlag und Transitabwicklung ist allerdings inzwischen der Malta Freeport in Birzebugga.

Zwischen Marsa und Paola befindet sich auf einem Hügel der große Friedhof Tal Horr (auch Addolorata Cementery), der nach maltesischer Sitte mit z.T. aufwendige Grabtempelchen ausgestattet ist. Vom neogotischen Kirchlein Tal Addolorata auf der Hügelkuppe hat man eine tolle Aussicht bis Valletta und die „Three Cities“.
In Marsa befindet sich auch der moslimische Friedhof von L’Ingiered. Sein auffälliges Portal im Stil des türkischen Rokokko von Ende des 19. Jhds. wurde einst vom türkischen Konsul gestiftet. Begraben sind hier hauptsächlich muslimische Soldaten und Arbeiter im Dienste der Briten, vor allem Ägypter.

Paola

(Paula) auch Pawla oder Paula
8.700 Einwohner

Die Stadt ist nach Großmeister Antoine de Paul benannt, der sie 1628 als Wohnquartier für die Dockarbeiter von Marsa gründete. Seit dem 19. Jhd. ist sie als Wohnort für die Werftarbeiter stark angewachsen.
Wegen der Weltkulturerbe-Stätten des Hypogäums und der Megalithtempel im benachbarten Tarxien wird Paola einigermaßen oft von Touristen besucht.
Die schachbrettartig angelegten Straßen werden von typisch maltesischen Häusern mit gelben Kalksteinfassaden und malerischen Balkonen gesäumt. Das Stadtbild wird von der großen Pfarrkirche (Christ the King Church) dominiert, die erst 1923-28 für die anwachsende Bevölkerung gebaut wurde.
An der Hauptstraße in Richtung Bormla (Cotonera) liegt der Park „Gnien Gaddafi“, der in den 70-er Jahren, als das sozialistische Malta eng mit Libyen befreundet war, vom libyschen Revolutionsführer Gaddafi gestiftet wurde. Er umgibt Maltas größte Moschee, die hauptsächlich von Gastarbeitern aus Libyen und Tunesien besucht wird.

Das Hypogäum Hal Saflieni, ein unterirdischer Kult- und Begräbnisplatz aus der Jungsteinzeit, ist die spektakulärste aller maltesischen Sehenswürdigkeiten und weltweit einzigartig. Die Anlage datiert in die Zeit der Megalith-Tempel und steht mit diesen in engem Zusammenhang. Das beweist die Gestaltung der aus dem Fels geschlagenen Räume, die eindeutig die Architektur- und Bauelemente der oberirdischen Tempel wiederholt. Im Hypogäum wurde die weltbekannte Statuette der „Schlafenden Dame (Sleeping Lady) gefunden.
Der Zugang ist stark begrenzt und nur mit Vorab-Buchung möglich.

Am Südende des Grand Harbour gibt es gleich drei, allerdings weniger bedeutende Tempelkomplexe aus der Megalith-Zeit: Kordin I-III. Sie wurden Anfang des 20. Jhd’s freigelegt ohne daß Konservierungs- oder Schutzmaßnahmen erfolgten. Das führte zusammen mit rücksichtslosen Baumaßnahmen und den Bombardements des 2. Weltkrieges zu weiteren Zerstörungen.
Die Anlagen sind nur nach vorheriger Absprache und in Begleitung für Besucher zugänglich.

Tarxien

(tarschien)
7.750 Einwohner

Die Stadt ist wie Paola ein reines Wohngebiet. Man trifft hier ebenfalls auf die typisch maltesischen Häuser mit gelben Kalksteinfassaden und malerischen Balkonen in schachbrettartig angeordneten Straßen.

Wegen der Weltkulturerbe-Stätten der Megalithtempel und des Hypogäums im benachbarten Paola finden auch Touristen hierher.
Die Megalithtempel von Tarxien stammen aus der Spätzeit der Tempelkultur. Sie wurden ab 1915 mit schon einigermaßen modernen archäologischen Methoden ausgegraben, die reichen Funde sind im Nationalmuseum für Archäologie in Valletta ausgestellt. Vor Ort befinden sich Repliken. Die Stätte selbst wurde konserviert und in den 60-er Jahren nach damaligem Kenntnisstand (mit viel Zement) rekonstruiert. Die Ausstattung der Anlage mit einzigartigen Steinreliefs – Spiralmustern und Tierfiguren – und der Statue der «Magna Mater» unterscheidet Tarxien von allen anderen maltesischen Tempeln. Es ist die meistbesuchte aller Tempelanlagen.

Three Cities

(Cottonera)

– meint die drei Städte Birgu (Vittoriosa) und L’Isla (Senglea) auf den beiden Landzungen im Grand Harbour gegenüber Valletta sowie Bormla (Cospicua) auf dem Hinterland. Nach dem alle drei umfassenden Festungswerk der Cottonera Linie“ werden die „Drei Städte“ auch Cottonera genannt.
Auch nach dem Umzug der Johanniter-Ritter in die neu gegründete Hauptstadt Valletta 1571 hatten die befestigten Landzungen im Grand Harbour große Bedeutung für die Sicherung des lebenswichtigen Hafens. Deshalb wurde die Landseite mit zwei Festungsgürteln abgesichert. Zwischen dem inneren Wall – der „Magherita Linie“ von 1638 mit den Toren St. Helen Gate und Verdala Gate – und dem äußeren Wall – der „Cottonera Linie“ von 1670 mit den Toren Polverista Gate und Zabbar Gate (auch Notre Dame Gate) – sollten bei Angriffen bis zu 40.000 Einwohner der näheren Umgebung mit ihrem Vieh Zuflucht finden.

Nach Umzug der Ritter nach Valletta 1571 befanden sich hier die Quartiere der Bediensteten, Arbeiter und Hafenarbeiter, später der Dockarbeiter.
Ab 1800 war unter britischer Herrschaft im alten Großmeisterpalast im Fort St. Angelo das Hauptquartier der Royal Navy untergebracht. Der Hafen wurde erweitert und Werften für die Kriegsflotte eingerichtet. Während des 2. Weltkrieges bildeten diese Standorte am Grand Harbour das wichtigste Ziel für deutsche und italienische Bombenangriffe. Entsprechend stark waren die Kriegszerstörungen, es gibt nur wenige original erhaltene Gebäude, zumeist in Birgu.

Birgu

2.600 Einwohner

Geschichte

Die weit in das Becken des Großen Hafens ragende Landzunge war mindestens seit phönizischer Zeit besiedelt. Auf der Spitze soll sich eines der beiden phönizischen Heiligtümer Maltas, der Melkart-Tempel, befunden haben. In der heute hier befindlichen Kapelle St. Anna ist eine Granitsäule zu sehen, die angeblich noch aus diesem Tempel stammt. Bereits in römischer Zeit wurde die Landzunge mit einer Festung, dem Castrum Maris, überbaut.

Nach Ankunft der Johanniter-Ritter auf Malta 1530 war kurzzeitig Mdina, dann Birgu Hauptsitz des Ordens.
Hier befanden sich der erste Großmeisterpalast und die Quartiere (Auberges) der Landsmannschaften („Zungen“) des Ritterordens, sowie das Ordenshospital.
In Erwartung des Angriffes der osmanischen Flotte wurde die gesamte Halbinsel und insbesondere das Fort Sant Angelo auf der Spitze befestigt. Die einzelnen Abschnitte waren konkreten Landsmannschaften zugeordnet, nach denen sie noch heute benannt sind.
Der heutige Dockyard Creek war der ideale Flottenankerplatz der Ordensritter. Zu seinem Schutz wurde ab 1553 unter Großmeister Claude de la Sengle auch die gegenüber liegende Landzunge L‘Isla (daher auch „Senglea“) in das Festungswerk einbezogen.
Zusätzlich wurde zwischen Fort Sant Angelo und der „Vorstadt“ Birgu das Hafenbecken Menqa ausgehoben und 1565, kurz vor dem Angriff, fertig gestellt. Die heutige Straße existierte damals nicht, der schmale Steg am Südende war der einzige Zugang zum Fort.
Nach Abzug der Türken 1565 erhielt Birgu den Ehrennamen „Vittoriosa“ – „Die Siegreiche“ – und wurde zur Festung ausgebaut.

Sehenswürdigkeiten

Ganz Birgu ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Die Stadt ist – noch – nicht von Touristen überlaufen und bietet sowohl in der Altstadt als auch am modernen Hafen ein ganz besonderes Flair.
Die historische Altstadt ist ein malerisches Gassengewirr um denVictory Square (Misrah Ir-Rebha) mit Bars, Restaurants und Weinkellern in alten Gewölben. Aus der Vorritterzeit ist lediglich das Normannenhaus (North Street 10/11, Triq Tramuntana) in siculo-normannischem Stil mit einem auffälligen Spitzbogenfenster erhalten.
Oberhalb der Treppe neben der Kirche St. Lawrenz befanden sich in der Hilda-Tabone-Strasse (Triq Hilda Tabone), der Hauptstrasse der Ritter im 16. Jhd, die Quartiere (Auberges) der Landsmannschaften. Die Häuser der französischen (Auberge de France, Triq Hilda Tabone) und der englischen (Auberge d’Angleterre, Triq il-Majjistral) „Zungen“ sind erhalten. Sie werden heute als Veranstaltungssaal bzw. als öffentliche Bibliothek genutzt. An ehemaligen Standorten weiterer „Auberges“ findet man Gedenktafeln. An den ehemaligen Hinrichtungsplatz erinnert ebenfalls eine Gedenktafel sowie ein Kruzifix.

Das Viertel wird durch die alte Festungsmauer mit ihren Bastionen und Stadttoren abgeschlossen. Am beeindruckendsten ist das Stadttor Couvre Port – auch als „Three Gates“ bezeichnet – weil es zusammen mit dem Advanced Gate und dem Main Gate durch die drei Mauern der „Bastion Aragons“ (Poste d’Aragon) führt.
Im Norden führt die Festungsmauer vom Fort St. Angelo bis zur Bastion Kastiliens (Poste de Castille) am Kalkara-Creek entlang und bietet als eine Art Promenade wundervolle Ausblicke nach Valletta, Kalkara und zur Hafeneinfahrt des Grand Harbour.

In den Bastionen der Stadtbefestigung sind Museen untergebracht. So im Stadttor Couvre Port das Maltesische Kriegsmuseum (Malta At War-Museum). Die von hier ausgehenden Stollen wurden während der Flächenbombardements des 2. Weltkrieges innerhalb von vier Monaten von Frauen, Kindern und Alten als Luftschutzräume in den Kalksteinfelsen gegraben.

Fort St. Angelo war vor dem Bau Valettas Sitz der Johanniter und beherbergte u.A. den ersten Großmeisterpalast. Auch nach dem Umzug der Ritter nach Valletta 1571 behielt es seine Bedeutung für den Schutz des Hafens. Unter britischer Herrschaft war hier der Sitz des Admirals der britischen Mittelmeerflotte. Seit neuestem hat der Malteserorden, der Rechtsnachfolger der Johanniter, in der oberen Festung eine Vertretung eingerichtet. Dazu gehören der Großmeisterpalast und die St. Annen-Kapelle, eine Ausstellung zur Geschichte des Ordens ist geplant.

Kirche St. Lawrenz: die bereits vorhandene Kirche wurde durch die Johanniter nach ihrer Ankunft auf Malta 1530 zu ihrer ersten Konventkirche erhoben. 1681 erfolgte im Auftrag der Ritter ein Neubau durch Lorenzo Gafa im Stil des römischen Barock, der allerdings erst 1913 mit der Vollendung des zweiten Turms abgeschlossen wurde. Das Innere ist mit rotem Marmor ausgekleidet, bemerkenswert sind eine kostbare Statue des Heiligen Laurents und das Altarbild „Martyrium des Hlg. Laurents“ von Mattia Preti.
Das angeschlossene Kirchenmuseum im St. Josephs Oratorium, auch la Valette Museum, zeigt u.A. Hut und Kampfschwert des Großmeisters Jean de la Valette. Sein Paradeschwert wurde seinerzeits von Napoleon beschlagnahmt und war lange im Pariser Louvre ausgestellt.
Das „Freiheitsdenkmal (Freedom Monument) vor der St. Lawrenz – Kirche erinnert an den Abzug der brit. Truppen 1979.

Das ehemalige Gerichtsgebäude wurde nach Umzug der Ritter nach Valletta ab 1574 bis 1798 zum Inquisitionspalast (Inquisitors Palace), dem Sitz des Generalinquisitors und päpstlichen Delegaten, der neben der Reinheit des Glaubens auch den allzu selbstständigen Ritterorden zu überwachen hatte und ggf. für Ausgleich zwischen dem Orden und den ansässigen Bischöfen sorgen sollte. Die Inquisition wurde erst 1798 durch Napoleon abgeschafft!
Der Palast ist der einzige erhaltene Inqisitionspalast in ganz Europa. Bemerkenswert sind der Ratssaal mit Kassettendecke, der Gerichtssaal mit zwei Türen, wobei die nur halbhohe Tür für den Beschuldigten vorgesehen war, der dadurch in eine gebückte Haltung gezwungen wurde. Die Gefängniszellen haben Seeschlitze zum Galgenhof. Die Ausstellung zeigt Ritter- und Kirchengewänder, maltesische Trachten und auch eine Weihnachtskrippensammlung.

Das Maltesisches Meeresmuseum (Malta Maritime Museum) wurde 1992 im Backhaus der britischen Streitkräfte am Hafen eingerichtet. Anhand von Gemälden und Exponaten veranschaulicht es die Geschichte der maltesische Seefahrt von gesunkenen Römerschiffen über die Kanonenbatterie einer englischen Fregatte bis zu Maschinenräumen eines Dampfschiffes und eines Schwimmbaggers. Ein Unikat ist das Kapitänshandbuch „Portulano“ mit Details aller Häfen.

Vom Hafen am Dockyard Creek hat man wunderbaren Ausblick auf L’Isla und auf Valletta.
Hier werden Rundfahrten mit traditionellen Dghajsa-Booten angeboten.

L‘Isla

Die südliche der beiden Landzungen wurde ab 1552 unter Großmeister Claude de la Sengle (daher auch „Senglea“) zum Schutze des Flottenankerplatzes der Ordensritter im heutigen Dockyard Creek ebenfalls befestigt. Von der Festung auf der Landspitze ist die Vedette (Il Gardjola), ein steinerner Beobachtungsposten mit den Abbildern von Auge, Ohr und Pelikan als Symbolen der Wachsamkeit erhalten. Von hier hat man einen phänomenalen 360°- Rundumblick von der Altstadt L’Isla über den French Creek im Süden, den Großen Hafen vor der Kulisse Vallettas bis zum Dockyard Creek mit Birgu im Norden. Die Festungsmauer führt im Süden entlang des French Creek zur Bastion St. Michael‘s, die auch ein Stadttor enthält.
Der French Creek erhielt seinen Namen nachdem während der kurzen französischen Besatzungszeit die Flotte Napoleons hier ihren Ankerplatz hatte.

Bormla

Das Gebiet zwischen den beiden Landzungen ist seit der Ritterzeit Wohnsiedlung für die Hafen- und Werftarbeiter. Hier war die Keimzelle der Gewerkschaft GWU (General Workers Union), der Arbeitersohn Dom Mintoff, Führer der sozialistischen Labour Party (MPL) und langjähriger Ministerpräsident Maltas während der sozialistischen 70-er Jahre, wurde hier geboren.
In der Altstadt mit engen, schattigen Treppengassen, kann man – besonders am frühen Abend – noch echt maltesisches Leben genießen.
Die beiden Festungsgürtel Magherita Linie“ und Cotonera Linie“ von 1638 bzw.1670 mit ihren imposanten Toren bilden die Stadtgrenze.

Kalkara

2.850 Einwohner

Bemerkenswert ist das Städtchen durch das Fort Ricasoli auf der Landzunge östlich der Einfahrt in den Grand Harbour. Es wurde 1670-93 zum Schutz Vallettas und des Hafens durch die Johanniter errichtet. Unter britischer Herrschaft wurde es durch die Rinella-Batterie ergänzt, beide waren mit Armstrong-Kanonen – den mit 100 t schwersten Kanonen der Welt – ausgerüstet. Während das Fort Ricasoli nach Abzug der Briten verfiel wurde die Rinella-Batterie restauriert und kann besichtigt werden. In victorianische Uniformen kostümierte „Soldaten“ führen dabei historische Geschütze vor. Die Armstrong-Kanone ist nicht mehr funktionstüchtig.

Der Gewerbepark von Kalkara wird bis 2021 zu „Smart City“, einem Ableger der Dubai Internet City mit Firmen der IT-Branche ausgebaut. Auch der maltesische Fernsehsender ist hier ansässig.
In kleineren Werften am Kalkara Creek werden noch traditionelle Dghajsa-Boote gebaut.