Aquädukt

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Wignacourt-Turm in Floriana – Ende und Verteilerstation des maltesischen Aquäduktes aus der Ritterzeit

Wignacourt-Turm in Floriana – Ende und Verteilerstation des maltesischen Aquäduktes aus der Ritterzeit

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Nach der „Grossen Belagerung“ von 1565 mussten die Johanniter-Ritter ihre neue Heimatinsel in kurzer Zeit gegen weitere osmanische Angriffe befestigen.
Die Halbinseln Birgu, Senglea und vor allem Scibbera (heute Valletta) mit den benachbarten Naturhäfen waren dafür ideal, besaßen aber auch einen entscheidenden Nachteil: es gab zu wenig natürliche Quellen.

Die einzigen einigermaßen ergiebigen Quellen befinden sich auf der Hochebene von Mdina, wo die Winterniederschläge durch eine Tonschicht aufgefangen und am schnellen Versickern im porösen Kalkstein gehindert werden.

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Zwischen 1610 und 1614 wurde unter Großmeister Alof de Wignacourt (1601-1622) die Wasserleitung von Mdina nach Valletta gebaut.
Das größte Problem – die Überbrückung der Talsenke vor Valletta – löste der maltesische Baumeister Giovanni Attard durch den Bau des 13 km langen Aquäduktes.

Ein Teilstück dieses Wignacourt-Aquäduktes ist in der Stadt Attard an der Valette-Str. (Triq Vallette) erhalten.
Ebenfalls gut erhalten ist der Wignacourt–Tower in Floriana. Hier endete die Wasserleitung. Von hier aus wurde das Wasser auf die vier Hauptzisternen der Hauptstadt und weiter in kleinere Speicher verteilt.
Im gesamten Stadtgebiet wurden öffentliche Brunnen für die Bevölkerung gebaut. Erhalten ist der Brunnen am St. James Cavalier in Valletta von 1615.

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Erst unter Britischer Herrschaft wurden in Malta weitere Wasserleitungen gebaut:
– zwischen 1839 und 1843 der Kercem-Aquädukt auf Gozo. Er führt das Wasser vom Hügel Ghar Ilma bei Kercem nach Rabat, der Hauptstadt Gozos. Nordwestlich von Kercem sind Teilstücke erhalten.
– ab 1845 eine Wasserleitung vom Fawwarra-Hochplateau in den Ostteil der Insel Malta.